Google muss Gemini-Schnittstellen für die Konkurrenz öffnen

Die Europäische Kommission hat heute zwei formale Präzisierungsverfahren eingeleitet, um Google zur Einhaltung des Gesetzes über digitale Märkte (DMA) zu bewegen. Im Zentrum der Untersuchung steht die tiefe Systemintegration von Googles KI-Diensten wie Gemini in das Betriebssystem Android.
Android-Monopol im Visier: Gleiche Chancen für KI-Drittanbieter
Die Kommission fordert, dass Google Drittanbietern von KI-Diensten denselben effektiven Zugriff auf Hardware- und Softwarefunktionen gewährt, den das Unternehmen für seine eigenen Dienste reserviert hat. Damit soll verhindert werden, dass Google seine Macht als „Gatekeeper“ nutzt, um den Wettbewerb in der sich rasant entwickelnden KI-Landschaft auf Mobilgeräten zu ersticken.
Suchdaten-Sharing: Treibstoff für konkurrierende KIs
Parallel dazu wird Google verpflichtet, den Zugang zu seinen wertvollen Suchdaten neu zu regeln. Anbieter von KI-Chatbots und konkurrierenden Suchmaschinen müssen zu fairen, zumutbaren und diskriminierungsfreien Bedingungen (FRAND) Zugriff auf anonymisierte Ranking-, Anfrage- und Klickdaten erhalten. Dies soll es Wettbewerbern ermöglichen, ihre eigenen Dienste zu optimieren und den Nutzern echte Alternativen zur Google-Suche anzubieten.
Die wichtigsten Auswirkungen im Überblick:
Android-Öffnung: Drittentwickler müssen künftig kostenlos und wirksam mit Funktionen interagieren können, die über Android gesteuert werden, um eine Gleichstellung mit Google-eigenen Diensten wie Gemini zu erreichen.
- Daten-Sharing: Google muss den Umfang und die Anonymisierungsmethode seiner Suchdaten so gestalten, dass KI-Chatbot-Anbieter diese effektiv nutzen können.
Die Kommission plant, die Verfahren innerhalb von sechs Monaten abzuschließen, wobei erste Entwürfe für konkrete Maßnahmen bereits in drei Monaten vorliegen sollen.