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VW Golf 8 GTE (2026) im Test: Mehr Reichweite und mehr Fahrspaß

Volkswagen Golf 8 GTE
Bild: Volkswagen
(Beitragsbild: © 2026 Volkswagen)

Als der erste VW Golf GTE auf Basis der siebten Generation 2014 das Licht der Autowelt erblickte, war die Skepsis groß: Ein schwerer Hybrid, der den Mythos GTI herausfordert? Doch Volkswagen hatte einen Nerv getroffen. Der GTE wurde zum Dienstwagen-Liebling und zur pragmatischen Brücke zwischen der alten Verbrenner-Welt und der damals noch in den Kinderschuhen steckenden E-Mobilität. Heute, im Jahr 2026, steht der VW Golf 8 GTE in seiner wohl ausgereiftesten Form vor uns.

Es gibt Autos, die mehr als nur Blechhüllen sind. Der VW Golf ist eines davon. Seit dem 29. März 1974, als das erste Exemplar im Wolfsburger Werk vom Band rollte, hat der Golf die automobile Welt mitgeprägt wie kaum ein anderes Modell. Als Nachfolger des Käfers musste er eine Rettungsmission erfüllen – und er erfüllte sie mit Bravour. Über 37 Millionen Einheiten wurden seither gebaut, der Name Golf ist längst zum Synonym für das Kompaktsegment geworden. Die sportlich aufgeladene Variante GTI folgte schon 1976 und avancierte schnell zum Traumauto einer ganzen Generation.

Weniger bekannt, aber ebenso bedeutsam ist die Entstehungsgeschichte des Golf GTE. Das Kürzel steht übrigens für Gran Turismo Elektrisch und läutet seit der siebten Generation des Golf im Herbst 2014 das elektrifizierte Kapitel der GT-Linie ein. Damals kombinierte der erste GTE einen 1,4-Liter-TSI mit einem Elektromotor zu 204 PS Systemleistung und bekam eine 8,7-kWh-Batterie. Der VW Golf 8 GTE der ersten Serie (2020–2024) führte dann die Kombination aus 1,4-Liter-TSI und einem Elektromotor weiter, kam aber schon auf eine Systemleistung von 245 PS und hatte eine 10,4-kWh-Batterie.

Mit dem Facelift der achten Generation (oft als 8.5 bezeichnet), das ab Mitte 2024 schrittweise zum Händler rollte, hat Volkswagen dieses Konzept auf ein völlig neues Niveau gehoben. Der Akku wuchs auf 19,7 kWh netto, der Verbrenner wechselte vom alten 1,4-Liter- auf den modernen 1,5-Liter-TSI, und die Systemleistung kletterte von 245 auf stattliche 272 PS. Wir haben den neuen Golf 8 GTE über zwei Wochen intensiv unter die Lupe genommen – auf der Autobahn, in der Stadt, auf kurvenreichen Landstraßen und an der Wallbox. Das Ergebnis lest ihr im Folgenden.

Volkswagen Golf Evolution

Bild: Volkswagen

 

Fazit (tl;dr) zum VW Golf 8 GTE: PHEV in Bestform

Der VW Golf 8 GTE ist nach dem Facelift ein ausgereifter, überzeugender Plug-in-Hybrid, der die Versprechen seines Namens endlich vollständig einlöst. Der große Akku und die bis zu 105 Kilometer rein elektrische Reichweite machen ihn zum echten Alltagselektriker und die 272 PS sorgen für noch mehr sportiven Fahrspaß. Das überarbeitete Infotainment mit frei belegbaren Shortcuts und den zurückgekehrten Lenkradtasten zeigen zudem einen Hersteller, der zuhört und dazulernt. Das optionale DCC-Fahrwerk ist ein klares Muss und macht den GTE wahlweise zum komfortablen oder sportlichen Alltagsbegleiter. Trotz des Mehrgewichts durch die Batterie liegt der Wagen satt auf der Straße und lässt sich präzise in Kurven zirkeln.

Kleine Bugs trüben das Bild nur etwas. Die hakende Rückfahrkamera und der gelegentlich eigenständig aktivierende E-Modus sollten per Software-Update behoben werden. Auch der auf 273 Liter geschrumpfte Kofferraum ist ein echter Kompromiss für Familien. Zudem ist er mit einem Einstiegspreis von 48.490 Euro nicht gerade der günstigste Golf. Doch unterm Strich überwiegen die Stärken bei weitem: Wer bereit ist, den GTE regelmäßig zu laden, bekommt einen Sportkompaktwagen, der sowohl auf der Landstraße begeistert als auch im Stadtverkehr nahezu lautlos gleitet. Der neue Golf GTE ist das, was ein Plug-in-Hybrid sein sollte: sparsam, wenn er muss. Sportlich, wenn man will. Und immer alltagstauglich.

 

Stärken & Schwächen des VW Golf 8 GTE:

✅ Stärken:

  • 272 PS – beeindruckende Fahrleistungen für einen PHEV
  • ~105 km rein elektrisch im Alltagstest
  • 19,7-kWh-Akku mit DC-Schnellladung bis 40 kW
  • DCC-Fahrwerk: top Agilität bei hohem Komfort
  • Echte Drucktasten am Lenkrad zurück
  • Flüssiges MIB4-Infotainment – intuitiv und schnell
  • Realverbrauch von 3,4 l/100 km im Mischbetrieb
  • 1.700 kg Anhängelast – stark für einen PHEV

 

❌ Schwächen:

  • Rückfahrkamera hakt gelegentlich
  • E-Modus aktiviert sich trotz Hybrid-Einstellung
  • Kofferraum: nur 273 l statt 381 l (Verbrenner)
  • Einstiegspreis 48.490 € – 2000 € über dem GTI

 

Volkswagen Golf GTE ladend

Bild: Volkswagen

 

Design & Exterieur des VW Golf 8 GTE

Wer im Golf GTE einen revolutionären Designwechsel erwartet, wird auf den ersten Blick enttäuscht sein. Das Facelift ist, wie es die Golf-Philosophie seit Jahrzehnten vorschreibt, eine Evolution statt Revolution. Die wichtigsten Erkennungszeichen sind die deutlich schlankeren Frontscheinwerfer, die dem Wagen eine straffere, aggressivere Mimik verleihen, und die neu gestaltete Frontschürze. Sie wirkt durch die Wabenstruktur und die optionalen „Checkered Flag“-Nebelscheinwerfer aggressiver als beim Standard-Golf, ohne jedoch prollig zu wirken.

Während der GTI mit roten Akzenten provoziert, setzt der GTE sich optisch durch typische Hybridakzente ab: blaue Kontrastlinien am Kühlergrill, einen eigenen GTE-Schriftzug und serienmäßige LED-Scheinwerfer. Optional und wärmstens empfohlen: das Black-Style-Paket, für ein schwarz lackiertes Dach und die Matrix-Scheinwerfer, die den Gegenverkehr blendungsfrei ausleuchten. An unserem Testwagen in Crystal Ice Blue Metallic mit silbernen 18-Zoll-Leichtmetallfelgen sah das Ergebnis schlicht formidabel aus. Am Heck gibt es wenig Neues, die bekannten LED-Leuchten wurden lediglich mit einer frischen Leuchtgrafik versehen. Für die Identifikation als GTE sorgen diskrete Schriftzüge und rote Bremssättel: mehr braucht es nicht.

 

Platzangebot: Kompakt aber vorbildlich

Mit 4,29 Metern Länge und 2,63 Metern Radstand bleibt der Golf seinem alltagsgerechten Format treu. Vorne herrscht Fürstlichkeit: Die Sportsitze im GTE-typischen Karomuster (Scale Paper) bieten ausgezeichneten Seitenhalt, angenehme Polsterung und eine integrierte Kopfstütze, die auch großgewachsene Fahrer jenseits der Zwei-Meter-Marke nicht irritiert. Schade nur, dass eine ausfahrbare Oberschenkelauflage fehlt, auf langen Autobahnpassagen wäre sie willkommen. Auf der Rückbank sitzt es sich für zwei Personen komfortabel; zu dritt wird es auf längeren Strecken etwas eng, was der Golf jedoch mit nahezu allen Klassenkollegen teilt.

 

Kofferraum: Der größte Nachteil des Hybrid-Antriebs

Hier offenbart der GTE seinen Tribut an die Hybridtechnik: Die unter dem Ladeboden versteckte Hochvoltbatterie kostet spürbare 108 Liter Kofferraumvolumen. Statt der beim Verbrenner-Golf üblichen 381 Liter stehen im GTE nur 273 Liter zur Verfügung. Immer noch genug für den Wochenendeinkauf oder das Urlaubsgepäck einer dreiköpfigen Familie, aber kein Raumwunder. Durch Umlegen der asymmetrisch geteilten Rücksitzlehnen lässt sich das Volumen auf bis zu 1.129 Liter erweitern. Eine Durchladeöffnung für Skier oder Angelruten ist ebenfalls vorhanden. Wer zudem mehr Platz benötigt: Der GTE ist für 1.700 kg gebremste Anhängelast freigegeben – für einen PHEV eine beachtliche Hausnummer.

 

Innenraum des VW Golf 8 GTE

Das Facelift hat aus dem viel kritisierten Innenraum der ersten Iteration des Golf 8 GTE einen echten Hingucker gemacht. Volkswagen hat die Kritik der frühen Käufer ernst genommen: Die Materialqualität ist spürbar gestiegen und die unterschäumten Oberflächen fassen sich gut an. Das Cockpit präsentiert sich im typischen VW-Layout, aufgewertet durch Edelstahl-Pedalerie, ein Sportlenkrad mit klassischen Drucktasten und ein schwebendes 12,9-Zoll-Infotainment-Display in der Mitte. Die blauen GTE-Akzente auf Armaturenbrett, Sitzen und Türverkleidungen sowie die Ambientebeleuchtung in 30 wählbaren Farben verleihen dem Innenraum eine Premium-Anmutung.

Besonders erfreulich: Die Drucktasten am Lenkrad sind endlich wieder zurück. Nach Jahren der Kritik am kapriziösen Touch-Slider und der Touch-Bedienung am Lenkrad des Vorgängers hat VW zurückgerudert und haptisch ertastbare Tasten für Lautstärke, Telefon und Sprachassistenz verbaut. Das Ende der ungeliebten Touch-Flächen ist ein Segen für die blinde Bedienung während der Fahrt. Eine Entscheidung, die wir nur begrüßen können – und die zeigt, dass Wolfsburg zuhört.

 

Infotainment: Größer, schneller, einfacher zu bedienen

Das Herzstück des Cockpits ist das neue Infotainment-System der vierten Generation (MIB4). Der 12,9 Zoll große Bildschirm steht nun freistehend auf dem Armaturenbrett und ist in der Diagonale gewachsen. Die Menüführung ist klar strukturiert, Rückmeldungen erfolgen flüssig und ohne Ruckler, auch intensives Zoomen auf der Navigationskarte gelingt problemlos. Besonders gelungen sind die frei belegbaren Schnellzugriffsfelder am oberen Displayrand. Wer seine bevorzugten Funktionen wie etwa Fahrprofile, Klimaeinstellungen oder die Deaktivierung der Geschwindigkeitswarnung per Kachel direkt erreichbar machen möchte, tut das in wenigen Sekunden.

Kritik verdienen hingegen die vier kleinen Sensor-Schnellwahlfelder rund um den Warnblinker-Knopf: Sie sind zu klein geraten und haben keinen spürbaren Druckpunkt. Auch das fehlende Satellitenbild im Navigationssystem ist eine merkwürdige Lücke für ein Fahrzeug dieser Preisklasse.

 

Konnektivität & Sound: Auf dem neusten Stand

Der Golf 8 GTE hat alles Nötige an Bord: Apple CarPlay und Android Auto funktionieren kabellos und Over-the-Air-Updates halten das System aktuell. Auch die Gaming-App AirConsole ist mit an Board und bietet tolle Unterhaltung während einer kurzen Ladepause. Über den integrierten Online-Shop lassen sich zudem Funktionen wie das Navigationssystem oder der adaptive Tempomat nachträglich freischalten. Die Hardware ist immer verbaut, die Software wird bei Bedarf zugebucht. Wer das Fahrzeug gebraucht kauft, kann so später Funktionen nachrüsten, ohne in die Werkstatt zu müssen. Smartphone-Integration, WLAN-Hotspot und kabellose Ladefläche für Qi-kompatible Geräte runden das Paket stimmig ab.

Das optionale Harman-Kardon-Soundsystem mit zehn Lautsprechern und 480 Watt bietet eine super Klangbühne für Musik und andere Audioinhalte. Es ist wahrscheinlich nicht das allerbeste Soundsystem in der Kompaktklasse, aber es erfüllt seinen Zweck ordentlich.

 

Assistenzsysteme & Sicherheit des VW Golf 8 GTE

Der Golf GTE ist vollgepackt mit modernsten Fahrassistenzsystemen. Der „Travel Assist“ kombiniert die automatische Distanzregelung (ACC) mit der Spurführung und macht das Fahren auf der Autobahn fast zu einer meditativen Übung. Das System agiert nun deutlich feinfühliger als noch in der ersten Software-Version des Golf 8. Er erkennt Tempolimits vorausschauend und passt die Geschwindigkeit sanft an. Der Spurhalteassistent agiert zudem angenehm unauffällig und der Notbremsassistent mit Fußgängererkennung ist serienmäßig.

Das neue und optionale 360-Grad-Kamerasystem, das auch eine Remote-Parkfunktion ermöglicht, ist auch ein echtes Upgrade und erleichtert den Alltag. Level-2-Assistenz, also gleichzeitiges Längs- und Querführen, ist serienmäßig vorhanden. Eine Schwäche möchten wir dennoch nicht verschweigen: Die Rückfahrkamera hakte im Test mehrfach. Beim Einlegen des Rückwärtsgangs zeigte der Bildschirm gelegentlich für zwei bis drei Sekunden ein schwarzes Bild, ehe das Kamerabild erschien – ein Software-Bug, der per OTA-Update behoben werden sollte und im Alltag für unnötige Verzögerung beim Rangieren sorgt.

 

Sicherheit: Viele Assistenzfunktionen

In Sachen passiver Sicherheit setzt der Golf weiterhin Standards im Segment. Acht Airbags sind serienmäßig verbaut und die Karosserie erfüllt höchste Anforderungen bei Crashtests. Die aktive Sicherheit profitiert vom umfangreichen Assistenzpaket: Müdigkeitserkennung, Pre-Crash-System, Spurwechselassistent und Kreuzungsassistent sind im GTE-Ausstattungsumfang enthalten.

Die optionale elektronische Differenzialsperre verbessert zudem das Bremsverhalten in Kurven erheblich und ist ein echter Sicherheitsgewinn auf nasser Fahrbahn. Die Car2X-Technologie, die mit anderen Fahrzeugen und der Infrastruktur kommuniziert, ist serienmäßig an Bord und warnt vor Gefahrenstellen, bevor man sie überhaupt sieht.

 

Komfort: DCC regelt

Ein Wort, das bei Komfort alles sagt: DCC. Das optionale adaptive Fahrwerk macht aus dem GTE einen echten Allrounder und sollte definitiv dazukonfiguriert werden. Im Comfort-Modus gleitet der Golf über schlechte Fahrbahnbeläge mit einer Gelassenheit, die man einem 272-PS-Sportler nicht unbedingt zutraut.

Im Sport-Modus dagegen wird er straffer, direkter sowie agiler und entpupptsich als echter Kurvenräuber. Die Geräuschdämmung ist auf hohem Niveau; im rein elektrischen Betrieb ist die Stille im Innenraum beeindruckend und vermittelt eine Ruhe, die man eher aus der Oberklasse kennt.

 

Antrieb & Batterie des VW Golf 8 GTE

Der Antrieb ist das technologische Prunkstück des GTE. VW hat den alten 1.4-Liter-Motor in Rente geschickt und durch den modernen 1.5 TSI evo2 ersetzt. Das Zusammenspiel des neuen 177 PS starken 1,5-Liter-Vierzylinder-TSI und einer E-Maschine mit 116 PS ergeben eine Systemleistung von 272 PS und ein maximales Drehmoment von 400 Nm, die über ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) an die Vorderräder geleitet werden. Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt in 6,6 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 230 km/h – beachtlich für 1.668 Kilogramm Leergewicht.

Besonders im Zusammenspiel beider Antriebe überzeugt der GTE: Der Elektromotor füllt die ohnehin kurzen Turbolöcher des TSI nahezu vollständig aus. Das Ergebnis ist ein fast linearer, spontaner Kraftaufbau, der keine Wünsche offen lässt. Im reinen Verbrenner-Betrieb ist der GTE ein kultivierter, flotter Reisewagen; kombiniert mit dem E-Motor mutiert er zum vergnüglichen Sportwagen-Ersatz für den Alltag. Im E-Modus begleitet lediglich ein leises Surren die Fahrt. Gibt man auf der Landstraße Gas und der 1,5-Liter-TSI erwacht, klingt er kernig, aber kultiviert. Ein künstlich erzeugter Sound über die Lautsprecher wird im GTE glücklicherweise nicht bemüht.

 

Batterie: Das große Upgrade

Der Akku fasst 19,7 kWh netto, was fast das Doppelte des Vorgängers mit 10,4 kWh ist. Eine Investition, die sich im Alltag auszahlt. Die Lithium-Ionen-Zellen mit Nickel-Cobalt-Mangan-Chemie sind unter dem Kofferraumboden untergebracht und thermisch gemanagt, was sowohl Kaltwetterleistung als auch Langlebigkeit zugutekommen soll. Im Winter bei Temperaturen um den Gefrierpunkt sind trotzdem etwa 15 Prozent Reichweiteverlust gegenüber den Sommerwerten zu erwarten.

 

Fahrdynamik und Handling: Großartiges Fahrwerk

Wer glaubte, ein Plug-in-Hybrid müsse zwangsläufig ein aseptisches Fahrerlebnis bieten, wird vom GTE eines Besseren belehrt. Dank des optionalen DCC-Fahrwerks zeigt der Golf 8 GTE auf Landstraßen eine Agilität, die begeistert. Die mitteilsame Lenkung gibt präzises Feedback, die elektronische Differenzialsperre sorgt für neutrales Eigenlenkverhalten bis in hohe Kurvengeschwindigkeiten, und die gut dosierbare Bremse, unterstützt durch die Rekuperation des E-Motors, bietet auch in sportlich gefahrenen Situationen volle Kontrolle. Das Fahrwerk ist im Sport-Modus straff, aber nie unkomfortabel; eine Balance, die VW seit Generationen beherrscht.

Ein Wermutstropfen im Alltagsbetrieb: Der E-Modus aktiviert sich gelegentlich eigenständig, obwohl der Hybrid-Modus am Display ausgewählt wurde. Das passiert besonders beim Neustart des Fahrzeugs oder nach einem längeren Stopp. Das Fahrzeug scheint eine starke Präferenz für das elektrische Fahren zu haben was ökologisch sinnvoll ist, den Fahrer aber manchmal irritiert, wenn man eigentlich die Kraft beider Motoren dauerhaft bereitstellen möchte. VW sollte dieses Phänomen per Update dringend adressieren.

 

Verbrauch & Reichweite des VW Golf 8 GTE

Hier liefert der GTE seine stärksten Argumente. Im praxisnahen Test, bei einem Mix aus Hybrid- (60 Prozent) und E-Betrieb (40 Prozent), verbrauchte unser Testwagen lediglich 3,4 Liter Benzin und 12,2 kWh Strom auf 100 Kilometer. Ist der Akku leer, verhält er sich wie ein effizienter Vollhybrid und genehmigt sich zwischen 5,0 und 6,2 Litern.

In der Stadt, mit geladener Batterie und maximaler Rekuperation, tauchte der Kraftstoffverbrauch auf Werte unter einem Liter pro 100 Kilometer. Wer regelmäßig lädt, kann mit dem GTE faktisch als Elektroauto durch den Alltag fahren – mit dem Benziner als entspanntem Backup.

 

Reichweite: Der 100-Kilometer-Hybrid

VW gibt die rein elektrische WLTP-Reichweite mit 131 Kilometern an. Im Test erreichten wir auf Landstraßen und im Stadtverkehr bei zügiger, aber nicht übertrieben sportlicher Fahrweise bis zu 105 Kilometer. Auf der Autobahn bei Tempo 130 und mehr reduziert sich die elektrische Reichweite naturgemäß auf etwa 70 bis 80 Kilometer.

Im Sport-Modus, in dem Benziner und E-Motor permanent zusammenarbeiten, waren nach über 70 Autobahnkilometern laut Bordcomputer noch rund 27 Prozent Restladung vorhanden. Ein beeindruckender Wert, der die Effizienz des Gesamtsystems eindrucksvoll unterstreicht.

 

Laden: Endlich auch DC an Board

Die wahre Evolution des Facelifts findet an der Ladesäule statt. Volkswagen hat beim GTE serienmäßig einen 11-kW-Wechselstromlader (statt bisher 3,6 oder 7,2 kW) verbaut, der den Akku in etwa 2,5 Stunden von null auf 100 Prozent auffüllt. Im Alltag an der städtischen Ladesäule oder an der heimischen Wallbox lädt der GTE somit bequem in kurzer Zeit seine Batterien wieder auf.

Die noch größere Neuigkeit: DC-Schnellladen mit bis zu 40 kW ist jetzt möglich. Von 10 auf 80 Prozent dauert es damit im Idealfall weniger als 30 Minuten – ein Feature, das in der PHEV-Klasse keineswegs selbstverständlich ist und dem Golf GTE einen echten Praxisvorteil gegenüber vielen Wettbewerbern verschafft. Das macht den GTE plötzlich auch für Langstrecken mit kurzen Pausen extrem attraktiv.

 

Preis & Garantie des VW Golf 8 GTE

Qualität hat ihren Preis. Der Golf 8 GTE startet mittlerweile in Regionen, die man früher eher mit einer gut ausgestatteten Passat-Limousine verbunden hätte. Die Basis startet bei 48.490 Euro. Ein stolzer Preis, der den gut 2.000 Euro günstigeren Golf GTI als attraktive Alternative erscheinen lässt aber dennoch nicht so hoch ist wie beim Golf R (ab 55.540 Euro).

Dafür ist die Serienausstattung im Vergleich zum Standard-Golf deutlich umfangreicher (Top-Sportsitze, IQ.Light oft inklusive oder vergünstigt im Paket). Für das Geld erhält man einen vollständig ausgestatteten Sportkompaktwagen mit umfangreichem Assistenzpaket, ca. 105 Kilometern elektrischer Reichweite und 11-kW-Lader ab Werk. Relevante Extras wie das DCC-Fahrwerk (350 Euro), das Black-Style-Paket (1.700 Euro) oder das Harman-Kardon-Soundsystem (720 Euro) treiben den Preis aber noch eher in Richtung der 55.000-Euro-Marke. (Alle Preise in diesem Artikel sind Stand April 2026 und inklusive 19 % Mehrwertsteuer.)

Die Garantie entspricht dem VW-Standard: zwei Jahre Herstellergarantie sowie acht Jahre beziehungsweise 160.000 Kilometer Garantie auf die Hochvoltbatterie – ein wichtiges und beruhigendes Argument für jeden PHEV-Käufer.

Volkswagen Golf GTE Rückleuchten

Bild: Volkswagen

Vielen Dank an Volkswagen Deutschland für die Bereitstellung des VW Golf 8 GTE für diesen Testbericht.

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Kasimir Hupe

Kasimir ist 29 Jahre alt und studierte nach seinem Bachelor in Technikjournalismus im Master Digitale Kommunikation und Medieninnovation. Er begeistert sich sehr für Smartphones, Wearables und das Thema Mobilität. Hier bei Techniknews testet er besonders gerne die neuesten Elektroautos, Plug-in-Hybride und Verbrenner für euch.

Kasimir hat bereits 30 Artikel geschrieben und 1 Kommentare verfasst.

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