Lynk & Co 01 (2026) im Test: Das kann das aufgefrischte Plug-in-SUV

Mehr Leistung, größerer Bildschirm, neues Design und frische Farben. Wir haben das Facelift des schwedisch-chinesischen Plug-in-Hybriden Lynk & Co 01 getestet und für Euch mit dem Vorgänger verglichen.
Manche Autos kämpfen von Anfang an gegen ein Image, das sie sich nicht ausgesucht haben. Der Lynk & Co 01 gehört dazu. Als die Marke 2016 in Berlin ihr erstes Konzept zeigte und ein Jahr später auf der Messe in Shanghai die Serie nachschob, klang vieles nach Zukunftsmusik: Autos zum Abonnieren statt zum Besitzen, geteilt über eine App und vertrieben über Lifestyle Clubs in den Innenstädten statt über klassische Händler. Technisch steht der 01 auf der CMA-Plattform, die er sich unter anderem mit dem Volvo EX40 und dem Polestar 2 teilt, denn hinter Lynk & Co steckt der chinesische Geely Konzern, zu dem auch Volvo gehört. In Deutschland rollten die ersten Exemplare 2021 auf die Straße, und tatsächlich sah man den 01 eine Zeit lang erstaunlich oft, meist in Schwarz mit blauen Akzenten, häufig auf Vermieter oder Abo Anbieter zugelassen.
Doch nach dem Achtungserfolg kam die Ernüchterung. Über Jahre blieb der 01 das einzige Modell der Marke in Europa, und die Zulassungszahlen rutschten zuletzt auf ein erschreckend niedriges Niveau. Genau hier setzt das Facelift an, das Ende 2024 in Deutschland startet. Lynk & Co schärft das Design dezent nach, spendiert dem SUV ein deutlich moderneres Infotainment und kräftigt den Antrieb. Wichtiger noch als die technischen Daten ist aber die strategische Kehrtwende: Die Marke hat erkannt, dass das reine Club- und Abo-Konzept hierzulande nicht zündet, und baut nun ein echtes Händlernetz auf. Der aufgefrischte 01 ist damit mehr als ein Modellpflege Update. Er ist der Versuch, einen sympathischen Außenseiter endlich im Massenmarkt zu verankern. Ob das gelingt, hängt nicht nur vom Auto ab, aber das Auto muss liefern. Wir haben nachgesehen.
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- 1 Fazit zum Lynk & Co 01: Ein vernünftiger Außenseiter in seiner Klasse
- 2 Stärken und Schwächen des Lynk & Co 01:
- 3 Design und Exterieur des Lynk & Co 01: Behutsam nachgeschärft
- 4 Innenraum des Lynk & Co 01: Wertig, eigenständig, nachhaltig
- 5 Assistenzsysteme des Lynk & Co 01: Komplett, aber sehr gesprächig
- 6 Antrieb des Lynk & Co 01: Mehr Druck als zuvor
- 7 Verbrauch des Lynk & Co 01: Ehrlich statt geschönt
- 8 Preis und Garantie des Lynk & Co 01: Viel Auto fürs Geld
Fazit zum Lynk & Co 01: Ein vernünftiger Außenseiter in seiner Klasse
Der aufgefrischte Lynk & Co 01 ist nicht das aufregendste PHEV-Kompakt-SUV seiner Klasse, aber vielleicht eines der vernünftigsten. Das Facelift behebt genau die Schwächen, die den Vorgänger ausgebremst haben: Das Infotainment ist endlich auf der Höhe der Zeit, der Antrieb kräftiger und kultivierter. Geblieben sind die Tugenden, die den 01 schon immer sympathisch machten, ein wertiger, eigenständiger Innenraum, ein leiser, komfortabler Auftritt und ein faires Preisschild. Wer regelmäßig zu Hause laden kann und auf Allrad sowie Schnellladen verzichten kann, bekommt hier ein durchdachtes, grundsolides Auto, das im Alltag mehr Freude macht, als die nüchternen Datenblätter vermuten lassen.
Am Ende bleibt aber auch das alte Lynk & Co Dilemma: Das Auto war selten das Problem, das Vertriebskonzept schon. Mit dem Aufbau eines echten Händlernetzes und einem Modell, das technisch nun mehr überzeugt, hat die Marke die besten Karten seit Langem in der Hand. Der 01 verdient mehr Aufmerksamkeit, als ihm die zuletzt mageren Zulassungszahlen zugestehen. Er ist der stille, vernünftige Begleiter, der einen mit seiner Einfachheit und seinem Preis daran erinnert, dass ein gutes Auto nicht komplex und teuer sein muss, um zu überzeugen. Unsere klare Empfehlung lautet: einsteigen, Probefahren und sich überraschen lassen. Die More Variante ist insgesamt das rundere Gesamtpaket.
Stärken und Schwächen des Lynk & Co 01:
✅ Stärken:
- Deutlich schnelleres Infotainment mit großem 15,4 Zoll Bildschirm und potentem Snapdragon Chip
- Kräftiger, im Sportmodus richtig spritziger Antrieb mit 276 PS und 535 Newtonmetern
- Guter, eigenständiger Innenraum mit konsequentem Nachhaltigkeitsansatz
- Großzügiger Knieraum im Fond und clevere Kabelunterbringung im Kofferraum
- Physische Lenkradtasten zurück und hilfreicher Sprachassistent
- Attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis und flexible Nutzungsmodelle
❌ Schwächen:
- Touchscreen übernimmt zu viele der essentiellen Funktionen
- Viele und aufdringliche akustische Assistenzwarnungen
- Spürbare Windgeräusche an den vorderen Seitenscheiben bei höherem Tempo
- Kein Allradantrieb und kein DC-Schnellladen
Design und Exterieur des Lynk & Co 01: Behutsam nachgeschärft
Wer den alten und den neuen 01 nebeneinanderstellt, braucht einen Moment, um die Unterschiede zu sortieren. Das ist kein Vorwurf, im Gegenteil. Das Grundkleid bleibt unverändert, und das durfte es auch, denn der 01 sah nie altbacken aus. Die hohe, kräftig ausgeformte Front, die bis weit in die Motorhaube gezogenen schmalen Tagfahrleuchten und die tief in der Schürze sitzenden Hauptscheinwerfer geben dem SUV bis heute ein eigenständiges Gesicht. Beim Facelift wandert der Kühlergrill nun konsequent in Hochglanzschwarz, die Räder bekommen neue Designs und die Heckleuchten ein überarbeitetes Innenleben mit dynamischen, also nacheinander aufleuchtenden Blinkern. Das Lichtband am Heck wirkt dabei so sauber gezeichnet, dass man es glatt einem teureren Premium-SUV zuschreiben würde.
Die größte sichtbare Neuerung steckt fast unscheinbar in der Farbkarte. Bisher gab es den 01 im Grunde nur in Schwarz und Blau, was für ein Auto, das aus der Masse stechen will, fast schon ironisch war. Jetzt kommen Crystal White mit perlmuttartigem Schimmer und das matt seidig wirkende Mineral Green hinzu, dazu bleibt das tiefe Sparkling Black. Die More Ausstattung erlaubt zusätzlich eine Zweifarblackierung mit schwarzem Kontrastdach und schwarzen Felgen. Schick, keine Frage, doch ein Detail trübt das Bild: Die serienmäßig schwarzen 20 Zöller der More Variante schlucken im Alltag so viel Licht, dass die fein ausgearbeiteten Speichen optisch fast verschwinden. Eine hellere Felge würde dem Auftritt sichtbar guttun. Mit 4,55 Metern Länge bleibt der 01 ein handliches Kompakt-SUV, das in der Stadt nicht sperrig wirkt und auf dem Parkplatz keine Geduldsprobe wird.
Platzangebot: Großzügig, mit einem Haken
Im Innenraum spielt der 01 eine seiner stärksten Karten aus. Vorn sitzt man auf bequemen, gut konturierten Sitzen mit reichlich Kopffreiheit. Selbst das Panoramaglasdach der More Variante kostet keine spürbare Höhe. Die Sitzposition liegt angenehm erhöht, wie man es von einem SUV erwartet, ohne dass man sich auf einen Hochsitz verbannt fühlt. Beim Radstand von 2,73 Metern profitiert vor allem der Fond: Der Knieraum ist üppig, auch groß gewachsene Passagiere finden hinten problemlos Platz. Dass die Kinder dort zwei eigene USB-C-Anschlüsse bekommen, klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber auf langen Strecken Gold wert. Jeder Elternteil weiß, warum.
Einen kleinen Wermutstropfen gibt es trotzdem. Die Rückbanklehne steht etwas zu steil und lässt sich nicht in der Neigung verstellen, was auf langen Etappen irgendwann auffällt. Auch der mittlere Sitzplatz im Fond ist eher Notlösung als Dauerplatz. Davon abgesehen punktet der 01 mit vielen sinnvollen Ablagen und einer durchdachten Raumaufteilung. Verglichen mit einem VW Tiguan oder einem Volvo XC40, den natürlichen Gegnern in dieser Klasse, muss sich der Lynk & Co beim reinen Platzgefühl nicht verstecken, beim Knieraum hinten liegt er sogar eher vorn.
Kofferraum: Klein, aber clever genutzt
466 Liter fasst der Kofferraum, ein solider, aber kein überragender Wert für ein Kompakt-SUV. Wer regelmäßig den Familienurlaub komplett verladen muss, findet bei manchem Wettbewerber mehr Volumen. Im Alltag reicht der Stauraum jedoch locker für den Wocheneinkauf, den Kinderwagen oder das Sportgepäck, und der Laderaum ist gut geschnitten, also ohne störende Kanten oder schräge Wände, die Volumen verschenken. Klappt man die Rücksitzlehnen um, entsteht eine ordentliche Ladefläche für sperrige Fracht.
Richtig clever löst Lynk & Co ein Problem, das viele Plug-in-Hybride bis heute stiefmütterlich behandeln: die Ladekabel. Wo bei der Konkurrenz oft eine unförmige Tasche lose im Kofferraum herumfliegt und bei jeder Bremsung durch den Laderaum poltert, verschwinden die beiden Kabel beim 01 sauber unter dem Ladeboden. Dass dort sogar ein Schukokabel für die normale Haushaltssteckdose Platz findet, ohne den nutzbaren Raum spürbar zu beschneiden, ist ein Detail, das im Alltag mehr Freude macht als so manche Hochglanzfunktion aus dem Datenblatt. Hier merkt man, dass jemand das Auto wirklich benutzt hat, bevor er es freigegeben hat.
Innenraum des Lynk & Co 01: Wertig, eigenständig, nachhaltig
Der Innenraum war schon beim Vorgänger ein Pluspunkt, und das Facelift baut diese Stärke aus. Die Materialanmutung liegt auf einem für diese Preisklasse erfreulich hohen Niveau. Viel Kunstleder mit kontrastierenden Nähten, dazu strukturierte Kunststoffoberflächen an Mittelkonsole und Türen, die sich angenehm anfühlen und alles andere als billig wirken. Das schwarze Ambiente bekommt durch limettengelbe Akzente einen jugendlichen, fast frechen Charakter, der den 01 wohltuend von dem grauen Einerlei vieler Mitbewerber abhebt. Die Verarbeitung ist akkurat, die Schalldämmung ordentlich, der erste Eindruck stimmig.
Besonders sympathisch ist der konsequente Nachhaltigkeitsgedanke, der hier nicht nur auf dem Beipackzettel steht. In den Sitzen der Core Variante steckt ECONYL, ein zu hundert Prozent recyceltes Material, das unter anderem aus alten Fischernetzen gewonnen wird. In der More Variante kommt ein lösungsmittelfreies Kunstleder mit recycelter Trägerschicht zum Einsatz. Ein kleines Schild an den Vordersitzen weist darauf hin. Nicht alles ist perfekt: Das Handschuhfach lässt sich nur noch über den Touchscreen öffnen. Ein versteckter Taster an der Mittelkonsole hilft im Notfall, ist aber so unauffällig platziert, dass man ihn beim ersten Mal kaum findet. Eine schlichte Klinke hätte es auch getan. Solche Touchspielereien wirken modern, kosten im Alltag aber manchmal Nerven.
Infotainment und Konnektivität: Der größte Sprung
Wenn das Facelift einen klaren Gewinner hat, dann ist es das Infotainment. Der zentrale Touchscreen wächst von 12,8 auf stattliche 15,4 Zoll und löst nun in HD auf. Dazu kommt ein hochauflösendes digitales Fahrerdisplay mit 10,2 Zoll. Der entscheidende Unterschied steckt aber unter der Oberfläche: Ein Qualcomm Snapdragon 8155 Chip, also einer der potentesten Prozessoren, die derzeit in Serienautos arbeiten, sorgt dafür, dass das System spürbar flotter reagiert als beim Vorgänger. Menüs öffnen sich ohne Gedenksekunde, Kartenmaterial baut sich zügig auf, das lästige Ruckeln früherer chinesischer Systeme bleibt aus. Apple CarPlay und Android Auto sind an Bord, die Navigation deckt 32 europäische Länder ab und liefert Echtzeitdaten zu Verkehr, Parkplätzen und Wetter. Over the Air Updates (OTA) halten das System aktuell, ohne dass man dafür in die Werkstatt muss.
Genauso wichtig wie der Bildschirm sind die kleinen Dinge, die man nicht im Datenblatt sieht. Das Lenkrad trägt jetzt wieder echte, physische Tasten statt der fummeligen Slider von früher, und das ist ein echter Fortschritt: Lautstärke und Assistenten lassen sich nun blind bedienen, ohne den Blick von der Straße zu nehmen. Erwähnenswert ist auch Sprachassistent Frank, der wahlweise männlich oder weiblich spricht und im Test erstaunlich viel im Fahrzeug regeln kann. Die Kehrseite der Bildschirmoffensive: Der Touchscreen übernimmt fast zu viele Funktionen. Wer für jede Kleinigkeit ins Menü tauchen muss, sehnt sich gelegentlich nach einem schlichten Knopf zurück. Normale Tasten für die Klimafunktionen wären zum Beispiel ein Segen.
Soundsystem: Voller Klang nur gegen Aufpreis
Beim Klang trennt Lynk & Co die beiden Ausstattungen sauber voneinander. Die Core Variante muss sich mit acht Lautsprechern begnügen, was für den Alltag völlig ausreicht und Radio, Podcast und gelegentliche Musik ordentlich wiedergibt, ohne zu blenden. Wer mehr will, greift zur More Variante mit einem Zehn-Lautsprecher-System von Infinity by Harman inklusive Subwoofer. Schon der Vorgänger glänzte mit einer Infinity Anlage, die ein angenehm dynamisches Klangbild mit klaren Höhen und satten Tiefen lieferte, und daran knüpft das neue System nahtlos an.
Im Test überzeugt die größere Anlage mit einer ausgewogenen Abstimmung, die weder die Höhen überzeichnet noch im Bass matschig wird. Für audiophile Ohren mag es feinere Systeme geben, etwa die Bowers und Wilkins Anlagen in deutlich teureren Volvo Modellen, doch im direkten Klassenvergleich macht der 01 eine gute Figur. Ärgerlich bleibt allein, dass der gute Klang an die teurere Ausstattung gekoppelt ist. Wer den 01 als Core kauft und Wert auf Musik legt, kann das Premiumsystem nicht separat nachordern. Hier zwingt die Modellpolitik den Käufer in eine Paketlogik, die nicht jedem schmeckt.
Assistenzsysteme des Lynk & Co 01: Komplett, aber sehr gesprächig
Bei den Assistenzsystemen profitiert der 01 von seiner Volvo Verwandtschaft, und das merkt man. Schon der Vorgänger funktionierte hier tadellos, der neue legt nochmals nach. Serienmäßig sind unter anderem ein adaptiver Tempomat, Spurhalteassistent, Notbremsassistent, Verkehrszeichenerkennung und ein Müdigkeitswarner an Bord. Die More Variante ergänzt das Paket um Totwinkelwarner, Querverkehrsassistenten hinten, eine 360 Grad Kamera und einen Stauassistenten, der im zähen Verkehr teilautonom mitlenkt. Die Systeme arbeiten zuverlässig und greifen im Ernstfall berechenbar ein, ohne hektisch zu wirken. Wer viel Autobahn fährt, wird den Highwayassistenten zu schätzen wissen, der Spur und Abstand in unserem Test sauber hält.
Einen Kritikpunkt teilt der 01 allerdings mit fast allen aktuellen Neuwagen, und er fällt hier besonders auf: die schiere Menge an akustischen Warnungen. Vor allem der Tempowarner, der bei jeder vermeintlichen oder echten Geschwindigkeitsüberschreitung anschlägt, neigt zu übertriebener Geschäftigkeit und meldet sich mit reichlich Gepiepe. Das ist gesetzlich vorgeschrieben und kein hausgemachtes Problem, dennoch wünscht man sich eine schnellere, dauerhaftere Möglichkeit, die nervigsten Töne abzuschalten. Im Test ertappt man sich dabei, vor jeder Fahrt erst einmal durch die Menüs zu klicken, um Ruhe zu schaffen. Hier wäre eine clevere Schnellzugriffslösung Gold wert.
Sicherheit: Schwedisches Erbe
In Sachen Sicherheit kann sich Lynk & Co auf das Fundament verlassen, das Volvo über Jahrzehnte gelegt hat. Die CMA Plattform ist auf hohe Crashsicherheit ausgelegt, und der 01 übernimmt einen großen Teil der passiven und aktiven Sicherheitstechnik aus dem Konzernregal. An Bord sind Front-, Seiten- und Kopfairbags, ein Far-Side-Airbag zwischen den Vordersitzen, der bei einem Seitenaufprall die Insassen voneinander trennt, sowie eine elektronische Stabilitätskontrolle, ABS, Bremsassistent und Traktionskontrolle. Dazu kommen praktische Helfer wie ein Berganfahrassistent und eine Bergabfahrkontrolle für Gefällestrecken.
Ergänzt wird das Paket durch eine elektronische Kindersicherung, einen Notruf, einen Pannenruf und einen Event Data Recorder, der im Falle eines Unfalls relevante Fahrdaten festhält. Das digitale Schlüsselkonzept, mit dem sich der 01 per Smartphone öffnen und teilen lässt, ist nicht nur ein Komfort, sondern auch ein Sicherheitsfeature, weil sich Zugriffsrechte präzise vergeben und wieder entziehen lassen. Ein offizielles Euro NCAP Ergebnis für das Facelift liegt zum Testzeitpunkt nicht vor, doch angesichts der Technikbasis und der Sicherheitsphilosophie der Konzernmutter gibt es wenig Grund, an einem soliden Abschneiden zu zweifeln. Der 01 vermittelt jedenfalls von der ersten Fahrt an das Gefühl, in einem grundsoliden Auto zu sitzen.
Komfort: Leise und gelassen
Komfort ist eine Disziplin, in der sich der 01 wohlfühlt. Das Fahrwerk ist eher weich abgestimmt und bügelt Unebenheiten gelassen weg. In der Stadt und auf der Landstraße rollt der SUV angenehm geschmeidig ab. Dazu kommt ein erfreulich niedriges Geräuschniveau: Im elektrischen Betrieb gleitet der 01 ohnehin nahezu lautlos dahin, und selbst wenn der Benziner einspringt, bleibt er erstaunlich zurückhaltend. Auch unter Last bemüht er zwar hörbar höhere Drehzahlen, drängt sich akustisch aber nie unangenehm in den Vordergrund. Das macht den 01 zu einem entspannten Begleiter für lange Strecken.
Zwei Dinge trüben das Komfortbild. Erstens fallen ausgerechnet durch die gute Dämmung der übrigen Geräusche die Windgeräusche im Bereich der vorderen Seitenscheiben bei höherem Tempo deutlicher auf, als einem lieb ist. Zweitens konterkarieren die serienmäßig großen 20 Zoll Räder der More Variante mit ihren flachen Reifenflanken das eigentlich gefällige Fahrwerk: Auf schlechten Straßen und über Querfugen reichen sie kurze Stöße ungefiltert an die Insassen weiter. Wer Wert auf maximalen Federungskomfort legt, ist mit den kleineren 19 Zoll Rädern der Core Variante besser bedient. Die Sitze selbst bieten auch auf langen Etappen guten Halt, und die elektrische Verstellung mit Memory-Funktion in der More Variante macht das Einrichten zum Kinderspiel.
Antrieb des Lynk & Co 01: Mehr Druck als zuvor
Hier hat Lynk & Co spürbar Hand angelegt. Am grundsätzlichen Layout ändert sich wenig: Ein 1,5 Liter Turbobenziner arbeitet mit einem Elektromotor zusammen, die Kraft fließt über ein hybridspezifisches Getriebe an die Vorderräder. Die Systemleistung steigt jedoch von 261 auf nun 276 PS, das maximale Drehmoment wächst sogar deutlicher, von 425 auf satte 535 Newtonmeter. Dies wird durch die 102 kW (137 PS) des Verbrennungsmotors und 107 kW (143 PS) eines Elektromotors ermöglicht. Der 01 sprintet somit in 7,7 Sekunden auf Tempo 100 und wird bei 200 km/h elektronisch eingebremst. Auf dem Papier klingt das ordentlich, in der Praxis fühlt es sich noch eine Spur besser an. Im Hybridmodus reagiert der Antrieb spontan und geschmeidig auf das Fahrpedal, der Schub setzt früh und gleichmäßig ein. Im Sportmodus mit halbwegs gefülltem Akku entfaltet der 01 einen Antritt, der sich tatsächlich nach den versprochenen knapp 280 PS anfühlt, ohne dass die Energiekosten explodieren.
Insgesamt zeigt sich aber, wie viel Feinarbeit das Facelift gegenüber dem Vorgänger geleistet hat. Beim alten 01 kritisierten Tester regelmäßig die unsauberen Lastwechsel: Beim kräftigen Beschleunigen schaltete das Getriebe zögerlich, und beim Übergang zwischen rein elektrischem und hybridem Betrieb ruckte es spürbar, manchmal sprang der Verbrenner regelrecht zu. Der neue 01 macht das gelassener und harmonischer. Perfekt ist die Abstimmung noch nicht, in seltenen Momenten meldet sich der Verbrenner mit einer etwas zu hohen Drehzahl oder die Kommunikation zwischen den Antrieben wirkt nicht hundertprozentig abgestimmt. Doch das sind Nuancen, keine Ärgernisse mehr.
Fahrdynamik und Handling: Komfort vor Schärfe
Der 01 ist kein Kurvenräuber, und das will er auch gar nicht sein. Mit rund 1,9 Tonnen Leergewicht und einer komfortbetonten Fahrwerksabstimmung legt er den Schwerpunkt klar auf Gelassenheit statt auf Schärfe. In der Stadt und auf der Landstraße fühlt er sich pudelwohl, lenkt handlich ein und lässt sich entspannt bewegen. Wer es allerdings sportlich angeht und zügig durch eine kurvige Strecke fährt, spürt die weiche Abstimmung: Der Aufbau neigt sich merklich, und die Lenkung liefert wenig Rückmeldung über das, was die Vorderräder gerade tun. Das ist kein Versagen, sondern eine bewusste Charakterentscheidung, die zum Gesamtkonzept passt.
Ein klassisches Hindernis für Plug-in-Hybride mit Frontantrieb bleibt auch dem 01 nicht erspart: Die geballten 535 Newtonmeter sind für die Vorderachse beim harten Beschleunigen aus dem Stand gelegentlich eine Schippe zu viel, dann kratzen die Reifen kurz nach Traktion. Eine elektronische Traktionskontrolle bändigt das zuverlässig, ganz unterdrücken lässt sich der Effekt jedoch nicht. Allradantrieb gibt es nicht, was im Vergleich zu manchem Wettbewerber wie dem allradtauglichen Cupra Formentor oder einem Toyota RAV4 Plug-in ein Nachteil sein kann, für die meisten Alltagsfahrer in dieser Klasse aber verschmerzbar ist. Zudem fehlt leider eine Auto-Hold-Funktion. Unterm Strich fährt der 01 unaufgeregt und sicher, ohne emotionale Höhepunkte, aber auch ohne unangenehme Überraschungen.
Batterie: Bewährt und intelligent verwaltet
An der Batterie ändert das Facelift bewusst nichts, und das ist nachvollziehbar. Der Akku speichert brutto 17,6 Kilowattstunden, von denen sich rund 14,1 Kilowattstunden netto tatsächlich nutzen lassen. Das ist für einen Plug-in-Hybriden ein ordentlicher, kein riesiger Wert, reicht aber für den gedachten Einsatzzweck völlig aus: den täglichen Pendelverkehr möglichst rein elektrisch zu bewältigen und auf langen Strecken als Spritsparer zu dienen. Eine DC-Schnellladefunktion über Gleichstrom gibt es nicht, was bei einem Plug-in-Hybriden dieser Klasse allerdings die Regel und kein echter Mangel ist.
Was im Test besonders positiv auffällt, ist das intelligente Energiemanagement. Das System verwaltet den Ladestand erstaunlich vorausschauend und hält fast immer genug Reserve bereit, um in passenden Momenten elektrisch zu boosten. Selbst auf langen Etappen geht dem 01 die elektrische Unterstützung selten komplett aus. Erst wenn man über lange Zeit hohes Autobahntempo hält, ist der Akku irgendwann leer, und dann spürt man, dass der vergleichsweise kleine Verbrenner mit dem schweren SUV durchaus zu kämpfen hat. Für den Alltag der allermeisten Käufer ist dieser Grenzfall jedoch eher theoretischer Natur. Wer regelmäßig zu Hause oder am Arbeitsplatz nachlädt, bewegt den 01 die meiste Zeit elektrisch.
Verbrauch des Lynk & Co 01: Ehrlich statt geschönt
Beim Verbrauch lohnt der ehrliche Blick hinter die Normwerte. Lynk & Co gibt nach WLTP einen kombinierten Verbrauch von nur 0,9 Litern auf 100 Kilometer und einen CO₂-Ausstoß von 20 Gramm pro Kilometer an. Diese Werte entstehen unter den günstigen Bedingungen des Prüfzyklus mit voll geladenem Akku und sagen über den realen Alltag wenig aus. Das ist bei jedem Plug-in-Hybriden so. Aussagekräftiger ist der gemessene Verbrauch im hybriden Betrieb mit gehaltenem Akkustand: Hier genehmigt sich der 01 bei gemäßigter Fahrweise gute 7,0 Liter Benzin auf 100 Kilometer. Wer es sportlich angeht, bleibt mit unter 10 Litern immer noch im vertretbaren Rahmen für ein knapp zwei Tonnen schweres SUV mit fast 300 PS. Ist der Akku immer voll geladen, kann man durchaus einen Verbrauch von 5,0 Litern auf 100 Kilometer erreichen.
Rein elektrisch fließen rund 20 Kilowattstunden pro 100 Kilometer durch den Antrieb, ein realistischer und keineswegs überzogener Wert. Der Vergleich mit dem Vorgänger fällt interessant aus: Schon das alte Modell schlug sich mit etwa 5 Litern auf der Referenzstrecke achtbar und lag damit ungefähr gleichauf mit einem Cupra Formentor e-Hybrid und vor einem Mercedes GLA 250e oder einem Mitsubishi Outlander Plug-in. Das Facelift setzt diese vernünftige Linie fort. Entscheidend bleibt wie bei allen Steckerhybriden die Eigendisziplin: Wer konsequent lädt, fährt günstiger. Wer den Akku ignoriert und nur mit Benzin unterwegs ist, verschenkt das ganze Konzept und landet schnell bei Werten, die ein sparsamer reiner Verbrenner unterbietet.
Die rein elektrische Reichweite gibt Lynk & Co unverändert mit bis zu 75 Kilometern nach WLTP an. Das Erfreuliche vorweg: Dieser Wert ist im Alltag tatsächlich annähernd erreichbar und kein reines Marketingversprechen. Bei zurückhaltender Fahrweise und gemischtem Streckenprofil sind die 75 Kilometer realistisch. Im Stadtverkehr und auf der Landstraße kann man ihnen sehr nahekommen. Damit deckt der 01 für die meisten Pendler den kompletten Arbeitsweg elektrisch ab, oft sogar an mehreren Tagen, bevor wieder Strom nachfließen muss.
Wie bei jedem Elektroantrieb knabbert das Tempo an der Reichweite. Auf der Autobahn bei höherem Tempo schrumpft die elektrische Distanz spürbar, während sie auf der gemütlichen Landstraße sogar leicht über die Normangabe hinauswachsen kann. Schon der Vorgänger zeigte dieses typische Muster, mit elektrischen Reichweiten zwischen rund 50 Kilometern auf der Autobahn und über 80 Kilometern auf der Landstraße. Die Kombination aus elektrischer Reichweite und Benzintank macht den 01 zum entspannten Langstreckenfahrzeug: Pendeln klappt rein elektrisch, der Wochenendausflug oder die Urlaubsfahrt funktioniert ohne Reichweitenangst, weil im Zweifel einfach der Verbrenner übernimmt. Genau diese Sorglosigkeit ist das eigentliche Verkaufsargument der Bauart, und der 01 spielt es gut aus.
Laden: Solide an der Steckdose
Beim Laden bewegt sich der 01 im klassenüblichen Rahmen, mit einer erfreulichen Verbesserung gegenüber dem ersten Modell. Über Wechselstrom lädt der SUV mit maximal rund 7,2 Kilowatt, womit sich der Akku an einer Wallbox in etwa 2,8 Stunden von null auf 100 Prozent füllt. Das ist ein deutlicher Fortschritt gegenüber dem allerersten 01, der mit seinem 3,7 Kilowatt Lader noch vier bis fünf Stunden brauchte. An einer normalen Haushaltssteckdose dauert die Vollladung über das mitgelieferte Schukokabel naturgemäß länger, rund sieben Stunden, was über Nacht aber problemlos zu schaffen ist.
Eine Schnellladefunktion über Gleichstrom fehlt, wie bei den meisten Plug-in-Hybriden. In der Praxis ist das kaum ein Nachteil, denn die typische Nutzung sieht ohnehin das gemütliche Nachladen zu Hause oder am Arbeitsplatz vor, nicht den hektischen Boxenstopp an der Autobahn. Theoretisch lässt sich der Akku auch während der Fahrt über den Verbrenner aufladen, das ist allerdings ineffizient und treibt den Spritverbrauch nach oben, weshalb man es nur in Ausnahmefällen nutzen sollte. Praktisch und im Alltag wertvoll ist hingegen, dass zwei passende Kabel serienmäßig mitkommen und ordentlich verstaut sind. Wer eine Wallbox zu Hause hat, wird mit dem Ladekonzept des 01 rundum zufrieden sein.
Preis und Garantie des Lynk & Co 01: Viel Auto fürs Geld
Beim Preis wird es spannend, denn hier liegt eine der größten Stärken des 01. Die Basisversion Core startet in Deutschland bei 42.995 Euro, die deutlich besser ausgestattete More Variante kostet 46.995 Euro. Für die 4.000 Euro Aufpreis bekommt man in der More Variante ein üppiges Paket: adaptive Scheinwerfer, Panoramaglasdach, elektrische Sitzverstellung mit Memory Funktion, die 360 Grad Kamera, das Infinity Soundsystem, eine induktive Ladeschale fürs Smartphone, Lenkradheizung, 20-Zöller und die hochwertigeren Sitzbezüge. Wer ehrlich rechnet, fährt mit der More Variante meist besser, weil sie genau die Dinge mitbringt, die den Alltag angenehmer machen. Verglichen mit einem ähnlich motorisierten und ausgestatteten VW Tiguan eHybrid oder einem Volvo XC40 Recharge bietet der 01 in der Regel mehr Serienausstattung für weniger Geld, das Panoramadach inklusive. (Alle Preise in diesem Artikel sind Stand Juli 2026 und inklusive 19 % Mehrwertsteuer.)
Hinzu kommt das, was Lynk & Co von Anfang an ausgemacht hat: die Flexibilität bei der Finanzierung. Neben dem klassischen Kauf bleibt der 01 voraussichtlich auch im jederzeit kündbaren Abo, im Leasing oder über das Carsharing der hauseigenen Community verfügbar, bei dem man sein Auto über die App an andere Nutzer vermieten und so die Kosten senken kann. Gerade für Wohngemeinschaften oder Menschen, die sich ein Fahrzeug teilen, ist dieses Modell nach wie vor reizvoll. Bei der Garantie orientiert sich Lynk & Co am Marktüblichen. Wer hier auf konkrete Konditionen Wert legt, sollte die zum Kaufzeitpunkt gültigen Bedingungen direkt im Club oder beim Handelspartner erfragen, da sich solche Angebote ändern können. Unterm Strich stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis.
Vielen Dank an Lynk & Co Deutschland für die Bereitstellung des Lynk & Co 01 für diesen Testbericht.

















