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FRITZ!Box 4690 im Test: Mein eigenes Heimnetz im geteilten Haus

Bild: TechnikNews
(Beitragsbild: © 2026 TechnikNews)

Eine FRITZ!Box wollte ich eigentlich schon lange haben. In meiner alten Wohnung stand die typische Kabelbox vom Provider im Flur. Die hat funktioniert, mehr aber auch nicht. Mit dem Umzug in ein Mehrparteienhaus mit gemeinschaftlichem Internetanschluss war die Gelegenheit dann endlich da. Seit rund einem Monat hängt bei mir die FRITZ!Box 4690, das aktuelle Topmodell unter den Routern ohne eingebautes Modem. Wie sie sich im Alltag schlägt und ob sich knapp 300 Euro für einen Router in einer kleinen Wohnung lohnen, lest ihr hier.

Warum überhaupt ein eigener Router?

Bei mir kommt das Internet ganz unspektakulär aus der Wand. Im Zimmer gibt es eine Netzwerkdose, dahinter teilen sich alle Parteien im Haus einen gemeinsamen Anschluss. Ein Modem gibt es nicht, der Router wird einfach per Ethernet-Kabel an die Dose gesteckt. Das ist praktisch, hat aber einen Haken: Ohne eigenen Router habe ich kein eigenes WLAN und vor allem kein eigenes Heimnetz. Dinge wie AirPlay, Chromecast oder mal eben Dateien zwischen Mac und NAS hin- und herschieben funktionieren nur sauber, wenn die eigenen Geräte unter sich sind.

Der Lieferumfang der FRITZ! Box 4690

Im Lieferumfang der FRITZ! Box 4690 findet sich neben dem Stromanschluss noch ein LAN-Kabel (Bild: TechnikNews)

Genau hier passt die 4690 ziemlich gut. Sie hat bewusst kein Modem eingebaut und ist eigentlich dafür gedacht, hinter einem Glasfasermodem oder einer vorhandenen Kabel- oder DSL-Box zu hängen. Für FRITZ! ist das der Glasfaser-Fall, für mich ist es die Netzwerkdose in der Wand. Der Vorteil: Ich bezahle nicht für ein Modem, das ich ohnehin nie benutzen würde.

Einrichtung: Kabel rein, Passwort, fertig

In der Schachtel liegt alles, was man braucht: Netzteil, ein LAN-Kabel, eine Kurzanleitung und eine Servicekarte mit den Zugangsdaten. Kabel in den blauen WAN-Port, Strom dran, und die Box war praktisch sofort online. Die Konfiguration ab Werk hat bei mir direkt gepasst, ich musste lediglich das Kennwort von der Servicekarte eingeben. Danach schlägt die Box von sich aus vor, eigene Zugangsdaten und einen eigenen WLAN-Namen festzulegen, was man auch tun sollte. Insgesamt hat das keine zehn Minuten gedauert, und man muss dafür wirklich kein Netzwerkprofi sein.

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Anschlüsse: Mehr, als ich brauche

Auf der Rückseite merkt man, dass die 4690 eigentlich für deutlich größere Aufgaben gebaut ist. Es gibt zwei 10-Gigabit-Ports, von denen einer als Internetanschluss dient, dazu drei LAN-Ports mit 2,5 Gigabit. Hinzu kommen ein USB-3-Anschluss, zwei Buchsen für analoge Telefone und eine DECT-Basis für Schnurlostelefone und Smart-Home-Geräte von FRITZ!. Telefonie nutze ich nicht, wer aber noch eine Festnetznummer hat, bekommt hier die bekannte, sehr umfangreiche Telefonanlage.

Bei mir hängt dauerhaft mein NAS per Kabel an der Box, ab und zu kommen der Laptop oder die Xbox dazu, wenn größere Datenmengen anstehen, etwa ein Spiele-Download oder ein großer Ordner, der aufs NAS soll. Per Kabel geht das spürbar schneller als über WLAN. Ehrlicherweise ist das Multi-Gigabit-Paket in einer Einzimmerwohnung vor allem Zukunftsreserve. Wie schnell es am Ende wirklich wird, hängt von den angeschlossenen Geräten ab und davon, was über den gemeinsamen Anschluss überhaupt ankommt. Praktisch ist es trotzdem: Für meine paar Kabelgeräte brauche ich keinen zusätzlichen Switch.

WLAN: Wi-Fi 7, aber ohne 6 GHz

Die 4690 funkt mit Wi-Fi 7 im 5-GHz-Band und mit Wi-Fi 6 im 2,4-GHz-Band. Das dritte, noch recht leere 6-GHz-Band fehlt, das bietet bei FRITZ! bislang nur die größere, stehende FRITZ!Box 5690 Pro. Auf dem Papier ist das ein Nachteil, mir hat es im Alltag aber nicht gefehlt.

Meine Wohnung ist natürlich kein Härtetest für einen Router dieser Klasse: ein Zimmer plus Bad. Trotzdem ist es erwähnenswert, dass das WLAN auch hinter der ziemlich dicken Badezimmerwand noch gut ankommt. Getestet habe ich unter anderem mit dem iPhone 18 Pro und weiteren aktuellen Smartphones, die ebenfalls Wi-Fi 7 unterstützen. Die Speedtests waren durchweg einwandfrei, limitierend ist hier eher der gemeinsame Hausanschluss als der Router.

Das Wichtigste ist aber die Stabilität, und da kann ich nach einem Monat nichts Negatives berichten. Mir sind keine Abbrüche oder Hänger aufgefallen. Bei einem Router ist das vermutlich das größte Lob überhaupt: Man vergisst irgendwann, dass er da ist.

Software: Der eigentliche Grund für eine FRITZ!Box

Was eine FRITZ!Box für mich ausmacht, ist weniger die Hardware als FRITZ!OS. Auf meinem Testgerät läuft aktuell FRITZ!OS 8.25. Die Oberfläche ist aufgeräumt, und auch Einstellungen, die bei anderen Routern gern gut versteckt sind, findet man schnell. Ich habe zum Beispiel das Pi-hole auf meinem NAS als DNS-Server eingetragen, damit Werbung und Tracker im ganzen Heimnetz gefiltert werden. Das hat auf Anhieb funktioniert. Für den Fernzugriff nutze ich Tailscale, wer lieber bei Bordmitteln bleibt, bekommt mit WireGuard aber direkt in der Box ein schnelles VPN. Unterwegs schaue ich gern in die MyFRITZ!App, die übersichtlich zeigt, welche Geräte gerade im Netz sind.

Die FRITZ-OS Oberfläche bietet viel mehr Funktionen, als bei anderen Routern (Bild: TechnikNews)

Spannend für Nutzer wie mich wird das nächste große Update: FRITZ!OS 8.50 bringt unter anderem einen eingebauten DNS-Filter gegen Werbung und Tracker. Bislang ist die neue Version allerdings nur für die FRITZ!Box 7690 erschienen, weitere Modelle sollen folgen. Ein Pi-hole wird damit für viele überflüssig. Dazu kommt, wofür FRITZ! seit Jahren bekannt ist: lange Update-Versorgung und fünf Jahre Herstellergarantie.

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Im Alltag angenehm unauffällig

Die Box steht bei mir mitten im Wohn- und Schlafbereich, und gerade da fällt auf, was man nicht bemerkt. Sie wird nicht spürbar warm, macht keinerlei Geräusche, und die LEDs stören auch abends nicht. Wem sie trotzdem zu hell sind, der kann sie in den Einstellungen abschalten.

Preis und Vertrauen

Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 319 Euro, im Handel ist die 4690 meist etwas günstiger zu bekommen, aktuell für 290. Das ist viel Geld für einen Router, gerade für eine kleine Wohnung. Wer weder Multi-Gigabit noch Wi-Fi 7 braucht, findet bei FRITZ! auch günstigere Modelle ohne Modem, etwa die FRITZ!Box 4050 mit Wi-Fi 6.

Mir persönlich ist die 4690 den Preis wert. Das liegt am Funktionsumfang und an der Software-Pflege, aber auch an etwas weniger Messbarem: FRITZ! ist ein Hersteller aus Berlin, und bei einem Gerät, durch das sämtliche meiner Daten laufen, habe ich da schlicht mehr Vertrauen als bei vielen anderen Anbietern.

Fazit

Die FRITZ!Box 4690 ist für meine Einzimmerwohnung in mancher Hinsicht überdimensioniert, und genau deshalb habe ich in einem Monat keine einzige Schwäche bemerkt. Wer das Internet bereits per Kabel aus der Wand, von einem Glasfasermodem oder einer vorhandenen Providerbox bekommt und dahinter ein eigenes, vollwertiges Heimnetz möchte, bekommt hier eine Box, die schnell eingerichtet ist, stabil läuft und mit FRITZ!OS mehr kann, als die meisten je brauchen werden. Das fehlende 6-GHz-Band ist verschmerzbar, der Preis ist es für viele vermutlich weniger. Wer bereit ist, ihn zu zahlen, bekommt aber einen Router, um den man sich die nächsten Jahre keine Gedanken machen muss.

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Nils Ahrensmeier

Nils ist seit 2019 bei TechnikNews und sehr an Smartphones, Lautsprechern, Smartwatches und Smart-Home interessiert. Neben seinem Jurastudium betreibt er seinen eigenen YouTube-Kanal und schreibt auch für das Portal "BASIC thinking"

Nils hat bereits 448 Artikel geschrieben und 33 Kommentare verfasst.

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