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Aiways U5 im Test: Großes Auto für wenig Geld

Aiways U5 Beitragsbild
Bild: Alexander Karwig für TechnikNews
(Beitragsbild: © 2022 Alexander Karwig für TechnikNews)

Aiways, diesen Namen kennt man am deutschen Automarkt wohl eher noch nicht. Diese Firma hat nach nur drei Jahren ihr erstes Auto, den Aiways U5, bei uns für den Verkauf freigegeben. Wir durften das Auto für Euch testen.

Wir konnten den Aiways U5 SUV für zehn Tage im Alltag testen. Was uns besonders gefallen hat und was nicht so gut war, erfahrt ihr nun in diesem Testbericht. Wir hatten den U5 in der Prime Ausführung.

Design: Modernes SUV

Wenn man den U5 betrachtet, dann fällt auf, dass er eigentlich gar nicht so „unnormal“ aussieht. Nur das Design der Front zieht den einen oder anderen Blick auf sich. Das Heck ist bis auf die durchgehende Rückleuchte weitestgehend unspektakulär. Diese sticht aus der Masse hervor.

Licht & Sicht

Bei den Leuchten gibt es nur eine Option: Vollwertige LED-Scheinwerfer. Klar, für um die 43.000 Euro kann man das auch mal erwarten. Die Scheinwerfer sind vorne um die Ecken herum „gebogen“, was für einen edlen Look sorgt. Auch in der Nacht sorgt der Aiways U5 für eine durchaus gute Ausleuchtung.

Aiways U5 Licht

Bild: Alexander Karwig für TechnikNews.net

Leider verfügt der U5 aber dennoch nicht über eine Fernlichtautomatik. Zumindest blendeten die Scheinwerfer bei uns nie ab, wenn Gegenverkehr entgegenkam.

Die Lichtsteuerung wird über den linken Blinkerhebel gesteuert, wobei die Bedienung nicht sonderlich schwierig ist. Zum Blinken selbst ist der Blinkerhebel doch etwas hart eingestellt, man muss etwas fester drücken. Aber dennoch funktionierte dieser in unserem Test sehr zuverlässig.

Innenraum: Modernes Interieur auf deutschem Standard

Wer im Interieur des U5 unterwegs ist, der findet durchaus eine echt gute Verarbeitungsqualität. Hier kann Aiways auf jeden Fall mit den deutschen Traditionsherstellern mithalten, ohne jeden Zweifel. Die Bildschirme sind hochauflösend und werden hell genug. Zum Thema Software kommen wir später. Aber vom „Look & Feel“ her ist Aiways U5 definitiv gleichauf mit Autos, die deutlich mehr kosten. Ein paar Worte zum Driver-Info-Display, oder besser gesagt, den Displays, denn wir haben drei Stück an der Zahl. Leider gibt es für das rechte Display jeweils nur die aktuelle Medienquelle als Anzeige. Links kann man immerhin durch verschiedene Ansichten hindurch wechseln.

Die Sitze bestehen aus Kunstleder und sind in Schwarz oder Beige verfügbar. Ich persönlich würde die schwarzen bevorzugen. Man sitzt sehr bequem im U5. Im Fond hat man übrigens sehr viel Beinfreiheit und Platz. Hier wurde es richtig gemacht und auf einen Mitteltunnel aus alten Verbrenner Zeiten wurde verzichtet. Die Kopf- und Nackenlehnen der Vordersitze sind bei 1,80 Meter großen Personen noch relativ bequem. Aber bei größeren Menschen kann diese auf Dauer unbequem werden.

Des Weiteren setzt Aiways beim U5 auf vier elektrische Türgriffe sowie auf eine elektrische Kofferraumklappe. Diese kann man entweder per Fuß oder per Schlüssel öffnen. Einen Knopf unter der Klappe gibt es natürlich auch. Für den Preis sind dies Features, die bei anderen Herstellern Aufpreis kosten. In der Basis-Version vom U5 ist die Kofferraumklappe aber manuell öffenbar.

Aiways U5 Türgriffe

Bild: Alexander Karwig für TechnikNews.net

Fahrgefühl: Sportlich unterwegs

Der U5 kann durchaus sportlich gefahren werden, da er gerade einmal 1,7 Tonnen wiegt. Dies ist ein extrem guter Wert für ein Elektro-SUV in dieser Klasse. Sparsam kann man ihn auch fahren. Aber der erhoffte Vorteil durch das niedrigere Gewicht bleibt leider aus. Er fährt sich trotzdem ganz gut auf normalen Straßen. Die Federung ist okay, aber hier erwarte ich auch keine Wunder.

Assistenzsysteme im U5: BMW will seinen Namen wieder

Richtig, die Zusammenfassung aus Abstandshalter, adaptiven Tempomat und Spurhalteassistent nennt Aiways „iDrive“. Dieser Name dürfte BMW-Fans bekannt sein, denn so heißt eigentlich das Infotainment Controller System von BMW. Schon seit einigen Jahren. Aber anscheinend gibt es kein Copyright auf diesen Namen (sonst hätte Apple sich diesen bestimmt schon gesichert).

Mal abgesehen von dem Namen funktionieren die Systeme ganz passabel. Der Abstandshalter agiert in vielen verschiedenen Abstandsstufen. Er bremst aber etwas zu hart, wenn jemand aus einer anderen Spur vor dem U5 einfährt. Klar, Sicherheit geht vor, aber das Bremsen könnte dennoch etwas sanfter erfolgen. Die Erkennung von Autos erfolgt übrigens sehr schnell, fast schon zu schnell. So werden leider auch parkende Autos als „fahrend“ vom System eingestuft, wodurch der U5 auch bei parkenden Autos bremst. Vielleicht kann hier auch per OTA noch nachgebessert werden.

Ja, richtig gehört, der U5 kann OTAs empfangen. Naja gut, in der heutigen Zeit vielleicht keine große Besonderheit mehr. Aber immerhin gut das dies möglich ist.

Mit dem Tempomaten und Spurhalteassistenten bin ich hingegen sehr zufrieden. Allerdings hat der Spurhalteassistent mit schmalen Spuren seine Probleme und erkennt diese gar nicht. Auf breiteren Straßen mit gut sichtbaren Markierungen klappt alles dafür reibungslos.

Infotainment: Leider nicht so gut

Bedauerlicherweise ist einer der größten Kritikpunkte am U5 das Infotainment-System. Und hierbei geht es nicht um den Fakt, dass Aiways kein integriertes Navigationssystem mit Laderoutenplanung bietet. Vielmehr ist die Geschwindigkeit und Trägheit des Systems das große Problem.

Aiways U5 Infotainment

Bild: Alexander Karwig für TechnikNews.net

Das Radio funktioniert noch am besten, wobei DAB+ gar nicht erst zu gebrauchen ist. Das System reagiert meistens erst beim zweiten Drücken auf die jeweilige Einstellung. Über all dieses könnte man ja hinwegsehen, da es ja Apple CarPlay per Kabel gibt. Aber auch dieses ruckelt sehr stark und läuft mit gefühlten 15 Bildern pro Sekunden. Dies ist defintiv keine gute User Experience. Android User gucken übrigens in die Röhre, da es keinen Support für Android Auto gibt. Dieser soll wohl zu einem späteren Zeitpunkt im neuen Modelljahr nachgereicht werden – immerhin etwas. Aber sollte dies dann genau so ruckelig und instabil laufen, wäre das ein weiteres No-Go.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass Aiways unbedingt an ihrer Software und auch Infotainment Hardware was tun muss. Hier ist definitiv die Hardware limitiert. Und eine etwas aktuellere Oberfläche (vom Design her) wäre auch schön.

App: Android & iOS erhältlich

Für den U5 gibt es eine Aiways-App, welche Euch einige Fahrzeug-Funktionen steuern lässt. In unserem Test konnten wir die App leider nicht ausprobieren. Da der U5 über eine LTE-fähige eSIM verfügt, sollte die Verbindung eigentlich gut klappen.

Reichweite in der Praxis

Aiways gibt dem U5 eine WLTP-Reichweite von 400 Kilometer. Für den Preis durchaus verträglich. Realistisch kommt man ohne Autobahn auf zirka 340 Kilometer bis 360 Kilometer. Mit Autobahn sollte man nach 200 Kilometer bis 250 Kilometer eine Ladesäule suchen, vorausgesetzt man fährt die Richtgeschwindigkeit von 130 Kilometer pro Stunde.

Ladegeschwindigkeit: Könnte schneller sein

Aiways verspricht eine Ladeleistung von 90 Kilowatt, was auch erreicht wird. Allerdings pendelt sich das Auto relativ schnell bei 50 Kilowatt bis 60 Kilowatt ein. Hier wäre eine Ladekurve mit 120 Kilowatt bis 130 Kilowatt doch etwas besser gewesen. Wenn wir schon beim Thema Laden sind: Der CCS-Anschluss ist gedreht und vorne unter dem rechten Scheinwerfer angebracht. Man merkt stark, dass der U5 in China mit CHAdeMO-Anschluss ausgeliefert wird, denn ein dickes CCS Kabel am Schnelllader zu drehen bis es reinpasst, kann schonmal etwas schwer sein.

Front-Lader oder auch Nasen-Lader sind ja per se keine schlechte Idee. Aber der seitwärts gedrehte CCS Anschluss ist definitiv keine gute Lösung. Hoffentlich wird dies beim Nachfolger U6 anders sein.

Mein Fazit zum Aiways U5

Aiways hat nach relativ kurzer Entwicklungszeit bereits ihr erstes Auto als Newcomer auf den europäischen Markt gebracht. Vom Qualitäts- und Ausstattungsstandpunkt gibt es nicht viel zu kritisieren. Aber wenn es dann zum immer wichtiger werdenden Punkt Software kommt, dann merkt man, dass sie nicht viel Zeit hatten, um ein gutes System zu verbauen. Hoffentlich wird das kommende Facelift dort ein wenig besser. Wenn DAB+ reibungslos funktioniert, kann man es durchaus ganz ok im Alltag bedienen. Man sollte kein flüssiges System wie beim Tesla erwarten, aber wenigstens sollte das Infotainment auf einem Level mit anderen Herstellern in dem Preissegment sein. Und Android Auto sollte standardmäßig natürlich dabei sein.

Wer ein gutes E-Auto zum Fahren sucht und von den Software-Mängeln absehen kann, der findet mit dem Aiways U5 ein wirklich tolles Elektroauto. Einen weiteren negativen Punkt gibt es trotzdem: Der elektrische Kofferraum geht etwas zu niedrig auf. Da stößt man sich mit einer Körpergröße von 1,80 Meter schonmal den Kopf.

Danke an Aiways Deutschland für die Bereitstellung des U5 für diesen Testbericht.

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Dominik Lux

Dominik ist 19 Jahre alt und sehr Interessiert an neuer Hardware im Smartphone sowie VR und AR Bereich. Er schreibt sehr gerne Artikel über diese Themen. Er hat einen Fable für die Smartphone Marke OPPO und schreibt hauptsächlich im OPPOblog auf TechnikNews.

Dominik hat bereits 76 Artikel geschrieben und 6 Kommentare verfasst.

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ExWestfale

Ein paar Anmerkungen zum Test, die Fernlichtautomatik ist vorhanden und funktioniert bei meinem U5 auch problemlos und die Sitze sind aus ECHTleder, kein KUNSTleder. Für die Kopplung des Androidhandys gibt es eine App, die zu verwenden ist und auch gut funktioniert. Ich persönlich möchte kein eingebautes Navi mi Routenplanung, Google Maps funktioniert reibungslos, immer aktuell und kostenlos. Meine Routenplanung funktioniert so, Planung mit der App ABRP, übertragen nach Google Maps, Handy mit Auto koppeln und los. Ich glaube das hier der Preis-/Leistungsmeister getestet wurde und ich persönlich bin nach 2 Jahren und ca. 25T km sehr zufrieden mit meinem Aiwaiys.

Sandor Kovacs

Hi, ich besitze auch ein Aiways U5 seit einem Jahr bzw 27000km. Ich schließe mich ex Westfale an, bin sehr zufrieden. Der CCS Anschluss vorne Quer verbaut ist leicht erreichbar, selbst wenn man rechts von dem Säule parken muss. Das der Ladeanschluss unter dem Scheinwerfer und etwas nach hinten versetzt sich befindet hat ein riesigen Vorteil, und zwar kommt kein Regen und auch kein Schnee dazu…hab schon paar Leute gesehen die im Winter Schutz aus Pappe basteln um Morgens noch den Ladekabel aus dem Auto zu bekomen( andere Marken mit dem seitlichen Ladeanschluss).