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Apple iPhone 12 Pro Max im Test: Ein Smartphone, mehr jedoch nicht

Apple iPhone 12 Pro Max Titelbild
Bild: TechnikNews/Kevin Özgün
(Beitragsbild: © 2021 TechnikNews/Kevin Özgün)

Mit dem Apple iPhone 12 Pro Max wagte sich der kalifornische Hersteller noch einen Schritt mehr in Richtung Riesen-Flaggschiff. Ich habe es für Euch getestet, das fiel mir auf.

Mit der iPhone 12 Serie hat Apple eine Design-Ära eingeleitet, welche für zukünftige Apple-Produkte ausschlaggebend sein wird. Erstmals bringt Apple den neuen Mobilfunkstandard 5G und ein kantigeres, jedoch modernes Design auf den Markt. Nach gut drei Monaten habe ich einen guten Eindruck vom iPhone 12 Pro Max im Alltag für Euch bekommen können.

Ein Design, welches Zukunft spricht

Wenn Apple ein neues Design auf den Markt bringt, kann man sich darauf verlassen, dass genau überlegt wurde, welche Akzente man für ein kommendes Portfolio setzt. So ist es auch mit der Einführung des iPhone 12 Pro Max. Wer sich erhofft hat, dass die Notch im Display verschwindet beziehungsweise verkleidet wird, der wurde leider enttäuscht. Denn die Ränder wirken im Vergleich zu den zwar Vorgängern kompakter und dünner, mehr Änderungen fallen jedoch nicht auf.

Ganz anders sieht es beim Blick auf das Gehäuse des iPhone 12 Pro Max aus. Während man bei den “normalen” iPhone-12-Modellen auf einen kantigen und griffigen Aluminiumrahmen setzt, umrundet ein glänzender Edelstahlrahmen das Pro-Modell. Auf der Rückseite findet man einen mattes Glas, welches Fingerabdrücken keine Chance gibt und wirklich griffiger in der Hand liegt. Das Design ist klar mit dem des iPad Pro 2020 verwandt und spricht die Sprache der Zukunft Apples. In meinen Augen wirkt das neue Design auch im Alltag einfach erfrischend, weil man nun genau weiß, welches iPhone man in der Hand hat.

Apple iPhone 12 Pro Max Design

Das iPhone 12 Pro Max setzt einen neuen Design-Standard für kommende Apple-Geräte. (Bild: TechnikNews/Kevin Özgün)

Ein Display mit 10-Bit-Farbtiefe: In einem Smartphone?

Durch das 6,7 Zoll große OLED-Panel, welches Apple als “Super Retina XDR” vermarktet und mit einer Auflösung von 2778 x 1284 Pixel bei 458 ppi kommt, möchte der wertvollste Konzern der Welt seine Konkurrenz stummschalten.

Alle Smartphone-Displays werden heute immer hochauflösender. Das trifft auch auf das Apple iPhone 12 Pro Max zu. Während die normalen iPhones nur mit 8-Bit-Farbtiefe die Ladentheke füllen, verabreicht man dem großen Bruder bessere 10 Bit, was im Grunde ein schärferes und detailreicheres Bild auf dem Display des 12 Pro Max bezwecken soll. Im Endeffekt ist dies ein Mehrwert für Profi-Fotografen, die bis ins letzte Detail alles “rattenscharf” auf einem Bildschirm erkennen wollen. Legt man als Otto Normalverbraucher jedoch ein iPhone 12 und das 12 Pro Max mit dem selben Bild nebeneinander, wird man keine großen Unterschiede mit bloßem Auge erkennen können.

Ohnehin wird jeder, der auf 10-Bit-Farbtiefe und Detailgenauigkeit Wert legt, zu einem großen Monitor oder Fernseher greifen, um in den Genuss dieser Technologie zu geraten. Auch Filme müssen leider mit 10-Bit Farbtiefe aufgenommen worden sein, um dieses Erlebnis auf dem Display wiedergeben zu können.  Das ist exakt dasselbe mit einem gestreamten Film, der in 4K oder 8K vorhanden ist, dieser kann ebenso nur auf einem gleichwertigen Monitor oder Fernseher in voller Auflösung dargestellt werden.

Ich habe in meinem Testzeitraum gelegentlich einmal einen Film oder eine Serie über das iPhone 12 Pro Max geschaut, jedoch keinen der 10-Bit Farbtiefe supportet. Somit ist dieses Feature eher Nice-to-Know statt ein Must-Have.

Drei Kameras und ein LiDAR-Sensor

Die Schlacht der Kameralinsen gibt es mittlerweile seit Jahren auf dem Smartphone-Markt. Während der ein oder andere Hersteller seine eigenen Produkte übertrumpft, setzt Apple auf bewährte Technik und frischt diese gekonnt auf. Das Kamera-Modul wird durch einen kleinen Mechanismus, der sich Sensor-Shift nennt,unterstützt, der die Linsen zu wackelfreien Aufnahmen ermöglicht. Für Hobbyfotografen oder Content-Creater, kann das sicherlich für Social Media ziemlich nützlich sein.

Erstmals upgradet Apple seinen digitalen Zoom von 2-fachen Zoom auf 2,5-fachen verlustfreien Zoom. Dieser wird optisch durch eine Linse ermöglicht und benötigt somit keinen digitalen “künstlichen” Zoom. Das kommt Hobbyfotografen zu Gute, die Wert auf das Detail legen, da man durch die vorhandene Linse das Foto unbehandelt auf die Linse bekommt. Auch das Teleobjektiv macht bei großflächigen Aufnahmen Spaß. Der 0,5-fache Zoom des Teleobjektivs unterstützt HDR, wodurch die Farbdynamik verbessert. Dies hat sich im Test als sehr nützlich erwiesen, denn die Bilder haben mehr Farbe und Kontraste erhalten, was wirklich sehr ansehnlich war: Fotos können zudem erstmals mit Apple ProRAW aufgenommen werden. Dies ist ein neuer RAW-Standard Apples, der zusätzlich zum bekannten RAW-Format zur Verfügung steht. Das kann das iPhone 12 Pro Max wirklich gut. Denn hierbei wird Fotografen bei der Bildnachbearbeitung viel Spielraum gegeben. Dazu benötigt man nicht zwingend eine DSLR- oder DSLM-Kamera.

Apple iPhone 12 Pro Max ProRAW

Dank Apple ProRAW werden nun mehr Bildinformationen zum Bearbeiten der Bilder verwendet. (Bild: TechnikNews/Kevin Özgün)

Was ist dieses “komische” LiDAR überhaupt?

LiDAR wurde ursprünglich in der Automobilbranche verwendet, um Objekte zu erkennen und autonomes Fahren zu verbessern. Apple hat diesen Schritt ganz bewusst gewagt und den LiDAR-Sensor im Kamera-Modul des iPhone 12 Pro Max verbaut. Momentan gibt es leider noch wenige Apps für eine sinnvolle Verwendung des Sensors, allerdings verbessert es erheblich die Qualität des Bokeh-Effekts bei Bildern. Außerdem erkennt er in bestehenden AR-Apps Objekte viel schneller, wodurch die Darstellung der Grafiken in Augumented Reality viel schneller nachjustiert werden kann.

Man kann mit LiDAR durch bestimmte Anwendungen auch Räume vermessen und bekommt, soweit es die Software zulässt, auch präzise Berechnungen von Räumlichkeiten oder Möbeln. Seid gespannt auf das, was in Zukunft noch von Apple in der Branche noch kommt.

Apple iPhone 12 Pro Max LiDAR

LiDAR war vor dem Verbau im iPhone bereits in der Automobilindustrie für die präsize Abstandsmessung zuständig. Zudem verbessert es Fotos mit Bokeh-Effekt. (Bild: TechnikNews/Kevin Özgün)

MagSafe wurde wiederbelebt

MagSafe kennen die meisten noch von den damaligen Macs. Diesmal hat Apple den MagSafe-Anschluss erneuert und modernisiert. Statt den Lightning-Anschluss zu entsorgen und einen neuen proprietären Anschluss zu erschaffen, baute Apple den Standard ein wenig um. Die Rückseite aller neuen iPhone-12-Modelle beherbergt nun eine Magnetspule, die es ermöglicht, kompatibles Zubehör anzuheften. Besonders praktisch ist das beim Wireless-Charging, da man sich nicht um das Finden der perfekten Position für den Vorgang kümmern muss. Es gibt aber noch eine Menge an anderem Zubehör. Ich fand großen Gefallen am Leder Wallet von Apple, das bis zu 3 Karten verstauen kann.

Apple Leder Wallet MagSafe

Das Leder Wallet ist eine nette Ergänzung, die man flexibel an alle neuen iPhone 12 Modelle per verbautem Magnet immer und überall dabei haben kann. (Bild: TechnikNews/Kevin Özgün)

iOS 14 wirkt innovativ und vergeudet zugleich

Wer Apple-Devices seit Jahren verwendet, der wird sich in iOS 14 sorglos auskennen. Neuerdings sind allerdings Widgets dazugekommen, die man so von Android kennt – allerdings sind diese leider nicht interaktiv. So gut ich iOS 14 auch finde, kommt es nicht ganz ohne Kritik davon. Denn Apple hat aus den vergangenen Jahren meines Erachtens kaum dazu gelernt. iPhones werden mit der Zeit immer größer, aber die Software wird kaum verbessert und an die unterschiedlichen Gerätegrößen angepasst. Es wird auf dem Homescreen teils unnötig Platz vergeudet und man lässt Lücken, statt die Icons besser zu platzieren. Und Multi-Window-Unterstützung bietet iOS 14 immer noch nicht. Das sollte Apple unbedingt die Jahre nachholen und sich eine Scheibe bei Android abschneiden.

Specs

Erstmals verbaut Apple den A14 Bionic in einem Smartphone, der im 5-Nanometer-Verfahren gefertigt wurde und somit effizienter effizienter arbeitet. Deswegen hat sich Apple dazu entschieden, das Gehäuse und den Akku zu verkleinern. Das hat mich im Alltag allerdings nie wirklich eingeschränkt. Ich bin immer über einen Tag bei herkömmlicher Verwendung gekommen. Und wenn es während der Lockdowns einmal länger zur Verwendung gekommen ist, dann habe ich am Abend immer noch 20 Prozenz Akku übrig gehabt. Auch der Wegfall des Netzteils ist für mich als früherer iPhone-Besitzer kein wirklicher Nachteil, da ich einige Netzteile besitze.

Apple iPhone 12 Pro Max: Fazit

Nun sind wir im Jahr 2021 und das iPhone 12 Pro Max ist das Top-Smartphone der Kalifornier aus Cupertino. Es hat hier und da öfters einmal einen kleinen optischen und technischen Feinschliff der iPhones gegeben. Doch weder die Prozessoren, noch die Kameras haben die vergangen zwei bis drei Jahre einen so gravierenden Sprung gemacht, dass die neuen Geräte ältere Modelle so alt aussehen lassen, dass man zwingend umsteigen müsste, um noch an der digitalen Welt teilnehmen zu können.

Ein iPhone 12 Pro Max ist ein Smartphone, welches mit neustem Schnickschnack ausgestattet ist. Die wenigstens Anwender werden jedoch einen gravierenden Unterschied merken und die darin verbauten Features wirklich im Alltag benötigen. WhatsApp, YouTube in 4K, Netflix oder Amazon Prime – Dinge, die man eben so im Alltag braucht – laufen auf diesem iPhone nicht besser oder schlechter. Und dafür müsste man dennoch rund 1.300 Euro bezahlen.

Wer das iPhone 12 Pro Max wegen des neuen Designs und der Langlebigkeit sowie 5G (für die Zukunft) in Erwägung zieht, weil er von einem drei bis vier Jahre alten Smartphone kommt, der kann sich gerne für die kommenden Jahre dieses iPhone 12 Pro Max kaufen. Ansonsten verpasst man hier nicht die Welt.

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Kevin Özgün

Wenn Kevin Technik hört werden seine Ohren groß, denn er liebt alles was mit Technik zu tun hat. Er ist ein Fan von Smartphones, Watches, Tablets, Laptops, Kopfhörer und vieles mehr. Er hat Spaß am Testen und Nutzen mobiler Technik, berichtet gerne darüber und bewertet diese neutral und ehrlich, um Euch bestmöglich realitätsnahe Erfahrungsberichte zu liefern.

Kevin hat bereits 37 Artikel geschrieben und 5 Kommentare verfasst.

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