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BMW CE 04 im Test: Mehr als nur ein Elektroroller

BMW CE04 Beitragsbild
Bild: TechnikNews
(Beitragsbild: © 2023 TechnikNews)

Dass BMW-Motorräder sich einer großen Beliebtheit erfreuen, ist nichts Neues. Weniger bekannt ist allerdings, dass es auch Elektroroller aus dem Hause BMW gibt. Einer davon ist der neue CE 04. Wie sich dieser auf der Straße macht und ob man mit ihm Spaß haben kann, erfahrt ihr in meinem Test.

Der CE 04 ist quasi die Weiterentwicklung des C evolution Rollers. Optisch haben sie aber nichts mehr miteinander zu tun. Das liegt unter anderem daran, dass der CE 04 auf einer komplett eigens für ihn erschaffenen Plattform aufbaut. Damit sieht der Roller nicht nur futuristisch aus, BMW hat sich dabei natürlich auch was gedacht. Dazu aber später mehr.

tl;dr: Ein gutes Beispiel für urbane Elektromobilität

BMW hat mit dem CE 04 sicherlich keinen günstigen Roller für jeden Geldbeutel konzipiert, ich sehe ihn aber dennoch als Vorbild für andere Hersteller und als einen Ausblick in die Zukunft. Die Technologie im CE 04 funktioniert tadellos und der Look zieht Blicke nur so an. Ob das gut oder schlecht ist, muss jeder selber entscheiden. Einer der wichtigsten Punkte für mich ist, dass ich mich auf einem „Zweirad“ sicher fühle und das tat ich sowohl bei Tag als auch bei Nacht, was man den sehr hellen Scheinwerfern mit optionalem Kurvenlicht zu verdanken hat. Der Elektroroller muss sich in einer Motorradgruppe nicht verstecken und ist dank der Griff- und Sitzheizung ganzjährig fahrbar. Hin und wieder wurde ich gefragt, ob das „Moped“ denn Apple CarPlay oder einen Tempomaten hätte, beides ist hier zu verneinen. Wer sich BMWs Weiterentwicklung vom C evolution leistet, hat sicherlich nichts falsch gemacht und wird Fahrspaß erleben. Dass manche die 12.950,00 Euro (inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer) für die Serienausstattung jedoch als zu teuer empfinden, kann ich ebenfalls gut verstehen.

Design: Futuristisch, futuristisch und nochmal futuristisch

Wenn man sich über den CE 04 informiert, wird man um dieses Adjektiv nicht herumkommen. Der lange, glatte Körper, der dann aber hier und da doch viele schnittige Kanten hat, ist wie aus einem wahr gewordenem Film. Er sorgt für sehr viele Blicke und Fragen von Erwachsenen, Kindern oder auch anderen Bikern. Der Roller ist in zwei verschiedenen Farben erhältlich: Magellangrau metallic und hellem Weiß. Gut durchdacht ist, dass auch bei dem Weiß alle Bauteile, die dreckig werden könnten, wie zum Beispiel die Front, die Radabdeckungen oder auch die Sitzbank und Trittfläche dunkel gehalten sind. Gut designt, BMW! Überall am Roller findet man kleine, aber feine Designelemente wie schnittige Dreiecke oder den Schriftzug „CE 04“.

Fahrverhalten: Stolzer Gegner für jede A2-Maschine

Trotz des langen Radstandes von 1.675 Millimeter, der locker den eines durchschnittlichen Motorrads übersteigt, lässt sich der CE 04 einfach um kurvige Straßen werfen. Dadurch, dass die Füße auch nicht wie bei einem „normalen“ Roller vor, sondern neben einem sind, lassen sich die Kurven mit angewinkelten Knien und gerade Landstraßen mit fast ausgestreckten Beinen gemütlich befahren. Aufgrund der im Boden eingebauten Batterie liegt der Schwerpunkt niedrig, was zu einem stabilen Fahrverhalten führt. Die Federung ab Werk ist etwas weicher und damit perfekt für die Stadt und kleine Straßenunebenheiten.

Beschleunigen kann der Roller in 2,6 Sekunden auf 50 Kilometer pro Stunde. Interessant ist, dass es in der für A1-Führerscheinbesitzer leistungsreduzierten Version auch nur 2,7 Sekunden sind. Hier sieht man den Vorteil vom Elektroantrieb, bei dem die Leistung eben direkt voll anliegt. Bei 120 Kilometer pro Stunde wird elektronisch abgeriegelt. Selber bremsen musste ich tatsächlich sehr selten. Hier reicht die Rekuperation vom Elektromotor in den meisten Fällen. Apropos bremsen: Wenn der Seitenständer ausgeklappt ist, hat man quasi eine Wegfahrsperre, was das Äquivalent zum eingelegten Gang bei einem Motorrad darstellt.

Fahrmodi: Für jede Situation ein Profil

Serienmäßig sind drei Fahrmodi zur Wahl: Eco, Rain und Road. Optional kann man sich den Dynamic Modus dazu konfigurieren, der dann mit ABS Pro kommt und mehr Sicherheit beim Bremsen in Schräglage bietet. Im Rain und Dynamic Modus hat man rund 15 Kilometer weniger Reichweite als im Eco und Road Modus. Außerdem zeichnen die Modi folgende Eigenschaften aus:

  • Eco-Modus für reichweitenoptimiertes Fahren: Starke Rekuperation, weniger starke Gasannahme
  • Rain-Modus für Fahren auf nasser Fahrbahn: Kaum Rekuperation, mittlere Gasannahme
  • Road-Modus für Fahren auf trockener Fahrbahn: Kaum Rekuperation, starke Gasannahme
  • Dynamic-Modus für dynamisches Fahren auf trockener Fahrbahn: Starke Rekuperation, sehr starke Gasannahme

Komfort: Sitzheizung und Rückenstütze

Die Sitzbank ist zwar schmal, das tut dem Sitzkomfort und aber keinen Abbruch. Durch die optionale Sitzheizung, den Heizgriffen und der Komfortsitzbank mit Rückenstütze sind auch Fahrten, bis der Akku leer ist, bequem möglich. Der Sozius hat ebenfalls genug Platz. Vorne ist die Karosserie deutlich breiter als am Rest des Rollers, was zu einem leicht verbesserten Windschutz führt. Wer hier aber viel Wert drauflegt, sollte trotzdem noch zu dem optionalen hohen Windschild greifen. Ich fand, dass die Komfortblinker, die nach Beschleunigung oder geschwindigkeitsabhängiger Wegstrecke automatisch ausgehen sollen, oft zu spät reagiert haben und ich sie dann doch eher meistens selber ausgemacht habe. Für Personen, die das jedoch gerne mal vergessen, ist die Funktion durchaus hilfreich.

BMW CE 04 hinten links

Bild: TechnikNews

Stauraum: Reicht für das tägliche Leben

Auf der linken Seite unter dem Lenker findet sich die erste elektrische Klappe. Hier passen auch größere Handys rein, wenn auch nicht ganz in die dafür vorgesehene Halterung, dafür kann man aber zum Beispiel noch AirPods mit hineinlegen. Das Fach wird ab einer Temperatur von 30 Grad Celsius auf 25 Grad runtergekühlt und verfügt über einen USB-C-Ladeanschluss. In der Mitte findet sich eine 12-Volt-Bordsteckdose. Rechtsseitig gibt es das Fach für den Ladeanschluss, was praktischerweise manuell aufgeht. Eine kleine LED, die anzeigt, dass grade geladen wird, hätte ich hier noch schön gefunden. Das zweite elektrische Fach ist unter dem Sitz. Hier passen ein Integralhelm, die Ladekabel oder auch ein paar Einkäufe hinein. Außerdem ist es beleuchtet, was grade bei Dunkelheit praktisch ist.

BMW Motorrad Connectivity: Das Zusammenspiel von TFT-Display und App

Das 10,25 Zoll große TFT-Display hat mir sehr gefallen. Es läuft flüssig und ist gut gestaltet. Durch Splitscreen kann man sich die Standardinformationen wie Geschwindigkeit und Reichweite anzeigen lassen und gleichzeitig beispielsweise die aktuelle Route oder Musik, die gerade spielt. Gesteuert wird das alles bekannterweise mit dem Multi-Controller und der Menütaste, was auch mit Handschuhen kein Problem darstellt. Die BMW Motorrad Connected App sorgt für weitere Funktionen im Zusammenspiel mit dem Roller. So braucht man die laufende App, um sich die aktuelle Geschwindigkeitsbegrenzung (kartengestützt) oder die Navigationskarte anzeigen zu lassen. Hierfür kann man in der App sogar einstellen, ob man denn eher eine schnelle, kurze, effiziente oder kurvenreiche Route wünscht. Außerdem werden in der App Daten wie die gefahrene Route mit Schräglagengrad, ABS-Auslösungen, Geschwindigkeiten und mehr aufgezeichnet, wenn man dies denn möchte. Der CE 04 lässt sich in den Einstellungen auch mit Fahrer- und Beifahrerhelm verbinden.

Laden und Reichweite: Für die Stadt top

Der CE 04 ist letztendlich ein Roller, der auf Ladesäulen angewiesen ist. Beides sind natürlich Indizien für eine Nutzung in der Stadt, was trotz der Länge aufgrund des Rückwärtsganges auch recht einfach und bequem vonstattengeht. Nichtsdestotrotz hat der Roller eine angegebene Reichweite von 130 Kilometer nach WMTC Norm. Wenn man stromsparend fährt, sind bei Stadt- und Überlandfahrten sogar 115 Kilometer realistisch. Bei dynamischer Fahrt kommt aber auch gerne mal ein vorübergehender Verbrauch von 9 kWh pro 100 Kilometer zustande. Geladen wird an der Haushaltssteckdose oder Wallbox mit 2,3 kW in knapp 3:30 Stunden von 0 Prozent auf 80 Prozent. Alternativ kann man sich das Schnellladegerät dazu konfigurieren und mit Typ 2 mit bis zu 6,9 kW in 65 Minuten von 0 Prozent auf 80 Prozent zu laden.

BMW CE 04 Laden

Bild: TechnikNews

Danke an BMW Deutschland für die Bereitstellung des CE 04 für 3 Wochen!

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Benedikt Behrling

Benedikt ist 21 Jahre alt und schreibt für TechnikNews vermehrt Testberichte im Bereich der E-Mobilität. Ob zwei- oder vierrädrig spielt dabei keine Rolle. Aber auch wenn es sich um technische Produkte des alltäglichen Lebens handelt, beschäftigt sich Benedikt gerne mit der Materie, egal um welchen Bereich es da genau geht.

Benedikt hat bereits 18 Artikel geschrieben und 0 Kommentare verfasst.

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