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smart #1 Pro+ im Test: Vorab-Ersteindruck des Flitzers mit smarter Technik

smart #1 Pro+ Test
Bild: TechnikNews
(Beitragsbild: © 2023 TechnikNews)

Der smart #1 startet Ende dieses Jahres offiziell mit seiner Markteinführung in Österreich. Wir konnten den unscheinbaren Flitzer bereits vorab zwei Wochen lang täglich im Alltag begleiten. Hier kommt der TechnikNews Ersteindruck zum smart #1 Pro+.

In aller Kürze: Der smart #1 macht Spaß. Zugegeben, der smart wirkt von außen nicht unbedingt wie das sportlichste oder schnellste Auto – dennoch beschleunigt der Vollelektrische schneller, als die meisten anderen. Im Innenraum lässt der smart #1 mit Mercedes-Benz-Feeling auftrumpfen: Lüftungsschlitze, Mittelkonsole, Lenkrad und mehr. Hier erkennt man deutlich die Zusammengehörigkeit, auch wenn sie unter chinesischer Führung von Geely nicht mehr so wie früher gegeben ist. Der Teufel steckt dann im Detail – etwa diesen Designelementen, welche im Gegensatz zu Mercedes-Benz nicht ganz so hochwertig sind, teils knarzen und beim genaueren Hinsehen für diesen Preis etwas billig wirken. Ein positiver Lichtblick: Alle Mitfahrer während des Tests hätten aber nicht bemerkt, dass diese Teile aus Kunststoff sind, sondern sich von der metallähnlichen Oberfläche blenden lassen.

smart #1 Pro+ Test Seite

Bild: TechnikNews

Zugleich hat der „Hashtag One“ mit dem kompakten smart von früher nichts mehr zu tun – der Zweisitzer ist Geschichte. Gemessen am durchschnittlichen Platzangebot im Innenraum wirkt er sehr wuchtig und „bauchig“ – sowohl vorne als auch hinten. Schade um den Kompakt-SUV, welcher meiner Meinung nach ein perfekter, kompakter Stadtflitzer hätte werden können. Auch der Lenkeinschlag bzw. Wendekreis mit 11 Metern ist alles andere als perfekt, wendig ist er nicht. Obendrein hat der smart beim Entertainment-System vieles richtig gemacht, aber noch Aufholbedarf. Zudem ein Tempomat, welcher auf 130 km/h limitiert ist, für Länder wie Deutschland ärgerlich sein wird.

Der österreichische Startpreis von ab 43.400 Euro (inkl. 20 % MwSt, 0 % NoVA) ist mutig und es wird schwierig, die gewünschte, junge Zielgruppe mit knappem Budget zu erreichen. Das teuerste Modell, der smart #1 BRABUS (Performance-Modell) startet bei 49.900 Euro.

Vorab-Ersteindruck

Vielen Dank an smart, welche uns den smart #1 Pro+ noch vor dem offiziellen Marktstart für einen ersten Test zur Verfügung gestellt haben. Einige Dinge waren somit noch nicht in vollem Umfang während des Tests verfügbar, weswegen wir uns auf schon funktionierende, nach der Einführung nicht ändernde Dinge fokussieren werden. Beispielsweise konnte der smart #1 mangels App-Verfügbarkeit in Österreich nur im Gastmodus betrieben werden – zusätzliche Apps waren somit nicht installierbar. Ein App-Zwang zum Einrichten eines Autos: kritisierbar.

smart #1 Pro+ Test Autoschlüssel

Bild: TechnikNews

Exterieur: Der smart wird groß

Im Fazit oben bereits vorweggenommen – mit dem kompakten Zweisitzer-smart von früher ist der „Hashtag One“ nicht mehr vergleichbar. Die Breite (inkl. Außenspiegel) liegt bei 2,03 Meter, die Länge bei 4,27 Meter und die Höhe bei 1,64 Meter. Das Design ist wie üblich Geschmackssache, meinen persönlichen Stil trifft er nicht. Die Form des Kompakt-SUV ist für mich persönlich zu rundlich. Auffallen tut er aber definitiv, ein „Einheitsauto“ ist der smart #1 ganz sicher nicht. Bei den Rücklichtern hat man sich auch wieder von Mercedes-Benz inspirieren lassen.

Die ausfahrbaren Türschnallen sind ein nettes Gimmick, welche den smart noch etwas moderner aussehen lassen. Ansonsten noch erwähnenswert: die Kofferraumklappe öffnet ziemlich niedrig. Eine Person mit einer Größe ab 1,80 Metern stößt sich mittig den Kopf – nicht ganz optimal.

Interieur: Mercedes-Benz-Feeling

Der Innenraum weiß zu überzeugen – nicht nur bei mir, sondern auch bei meinen Mitfahrern. Den meisten fällt sofort die Ähnlichkeit zu Mercedes-Benz auf – besonders eingefleischte Auto-Fans dürften die Lüftungsschlitze und Mittelkonsole sofort kennen. Zwar sind alle Elemente aus Kunststoff, welche aber durch die metallähnliche Oberfläche nicht als solche auffallen. Beim Draufdrücken knarzt’s dann doch da und dort – ein Premium-Fahrzeug ist der smart #1 einfach eben nicht. Ansonsten sind noch einige Dinge Serienausstattung, beispielsweise das elektrische Schiebedach oder die Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer. Die Ladeanschlüsse für Insassen sind auch modern – vorne und hinten – mit USB-C und USB-A ausgestattet.

Insgesamt haben fünf Personen im Fahrzeug Platz, auch auf den Rücksitzen wird es für durchschnittlich große Mitfahrer nicht eng. Ein Auto für den Familienurlaub mit viel Gepäck ist der smart #1 aber nicht, im Kofferraum ist auch einfach nicht der Platz dafür.

Infotainment: Verschachtelt verspielt

Im ersten Eindruck wirkt das Infotainment in der Mitte des Fahrzeugs am Bildschirm sehr aufgeräumt. Die App-Übersicht ist sehr modern und auch ein App Store ist vorhanden. Diesen konnten wir mangels App-Verfügbarkeit in Österreich aber noch nicht testen. Als externe App war Spotify installiert, welches sehr gut funktioniert hat. Ansonsten gibt es noch das Navi, welches noch ein paar Feinschliffe braucht, die Medien-App für Radio und Bluetooth und die Energie-App zur Anzeige des Verbrauchs und Einstellung des Ladelimits.

smart #1 Pro+ Test Infotainment

Bild: TechnikNews

Bei weiterer Betrachtung fallen allerdings ein paar Kritikpunkte auf. Die Einstellungen sind dermaßen verschachtelt, es gibt zahlreiche Untermenüs und verschiedene Einstellungsmenüs. Das könnte deutlich einfacher und übersichtlicher gestaltet werden. Beispielsweise lässt sich das E-Pedal nicht im üblichen Einstellungsmenü, sondern in einem separaten Menü einstellen – aber dort auch erst, nachdem der 10 Sekunden Countdown abgewartet wurde. Der Sprachassistent, abgebildet als Fuchs, ist auch ganz nett, lenkt aber ab. Dieser trinkt während des Fahrens aus einer Wasserschüssel, spielt mit seinem Ball oder sieht einen an, wenn man selbst zu ihm blickt. Wirklich jetzt? Ja, wirklich. Auch der Platz für die Startseite könnte deutlich sinnvoller genutzt werden, als in der Mitte eine große Erdkugel anzuzeigen.

Das Soundsystem funktioniert im Vergleich zur Konkurrenz in diesem Bereich großartig und macht nach Anpassung des Bass im Equalizer richtig Wumms. Nur sollte die Lautstärke von über 80 % nicht überschritten werden, dann klingt der Sound ganz merkwürdig. Ein Head-up-Display gibt es in diesem Modell übrigens nicht, allerdings beim smart #1 BRABUS. Kabelloses Laden des Smartphones ist dem smart #1 Premium und aufwärts vorenthalten. Android Auto und Apple CarPlay gibt es bislang generell noch nicht, soll aber mit einem Update nachgeliefert werden.

Fahreindruck: Unauffällig sportlich

Zugegeben, der smart #1 sieht alles andere als sportlich aus. Dennoch kommt er mit einer Leistung von 200 kW (bzw. 272 PS bei 384 Nm) daher und zieht durch sein vergleichsweise geringes Gewicht von 1,8 Tonnen ordentlich davon. Den Sprint von 0 auf 100 km/h legt er in 6,7 Sekunden hin, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 180 km/h. Dies lässt sich durch Auswahl der Fahrmodi „Komfort“, „Sport“ und „ECO“ noch weiter anpassen – bei Sport erfolgt die Annahme am Gaspedal sofort und sensitiver, während er sich in den anderen zwei Modi etwas mehr Zeit lässt.

smart #1 Pro+ Test Rückbank

Bild: TechnikNews

Bei starker Beschleunigung in engeren Kurven im Komfort-Modus geht auch gerne mal das Heck auf trockenem Asphalt durch – das sollte nicht passieren. Auch hat mir der One-Pedal-Drive bzw. merkwürdig „E-Pedal“ genannt, nicht gefallen. Dieses rekuperiert immer unterschiedlich stark und nicht so, wie man es von anderen E-Fahrzeugen kennt. Beispielsweise rollt das Fahrzeug mit 5 km/h weiter und bremst nicht auf 0. Also eher so halb halb, als ganz funktionierend. Zugleich ist auch das „Auto Hold“ etwas zu sensitiv, sodass beim Vor- und Zurückfahren immer wieder die Bremse betätigt wird.

Oben habe ich auch schon den großen Wendekreis von 11 Meter erwähnt, was für ein kompaktes Auto echt auffallend ist. Der smart #1 sollte deutlich wendiger sein und einen besseren Lenkeinschlag haben – sonst wirkt er wie ein großer SUV.

Assistenzsysteme

  • Der Lenkassistent kommt gleichzeitig mit einer Fahrerüberwachungskamera, wodurch der smart #1 auch ohne Griff aufs Lenkrad erkennt, ob der Fahrer mit den Augen auf der Straße bleibt. Dieser lässt den Fahrer vergleichsweise lange ohne erneuten Lenkeingriff autonom fahren. Selbstverständlich muss der Fahrer jederzeit zum Eingreifen bereit sein, weil auch dieser Lenkassistent nicht immer einwandfrei funktioniert – und dies auch nur auf Autobahnen und Schnellstraßen.
  • Der Spurhalteassistent ist auch ohne eingeschalteten Tempomat aktiv und hält das Fahrzeug ziemlich stark in der Spur – manuelles „Lenken“, etwa in Baustellen ist sehr stark und das ruckelige Lenkmanöver fällt auch Mitfahrern auf. Hier sollte das System die Lenkung deutlich einfacher dem Fahrer überlassen.
  • Der adaptive Tempomat hält den Abstand sehr gut zum vorderen Fahrzeug, des Weiteren wird am Cockpit – wie bei Tesla bekannt – die Umgebung angezeigt. Der sogenannte „smart pilot assist“ kann den Abstand zwischen 1 und 4 Sekunden halten, bis zu einer Maximalgeschwindigkeit von 130 km/h. Geschwindigkeiten darüber hinaus können am Tempomat nicht eingestellt werden. In Ordnung, sollten die Systeme nicht weiter zugelassen sein – aber zumindest ein normaler Tempomat ohne Assistenten sollte bis zur Höchstgeschwindigkeit regelbar sein. Kritik gibt es auch beim Bremsen: Hier könnte sich der Tempomat durchaus mehr der Rekuperation bedienen, aktuell „drückt“ dieser wirklich physisch das Bremspedal hinunter, was gewöhnungsbedürftig ist.
  • Das Fernlicht blendet automatisch auf- und ab, je nach Gegenverkehr. Ein Matrix-LED-Licht gibt es hier nicht, welches nur den Gegenverkehr maskiert. Dieses gibt es dann ab dem smart #1 Premium und aufwärts. Ganz funktionieren tut dies aber noch nicht, manchmal wird nicht korrekt abgeblendet, teils etwas zu sensitiv, sogar bei parkenden Autos. Etwas weiter in den Straßenrand hätte es auch leuchten können, aber war in Ordnung. Merkwürdig ist auch, dass die Fernlichtautomatik auf extra Tasten etwas weiter unten, links neben dem Lenkrad aktiviert werden muss. Wird eine Lichthupe fällig oder muss das Fernlicht manuell einschalten, ist auch die Fernlichtautomatik deaktiviert und muss wieder separat mit Tastendruck aktiviert werden. Das ist störend.
  • Die Schilderkennung funktioniert momentan auch eher schlecht, als recht. Teils wird auf Autobahnen 80 km/h angezeigt, wo weit und breit kein so ein Schild vorhanden war. Was nervig sein kann: In den Einstellungen kann die Anpassung der Tempomat-Geschwindigkeit an das Verkehrsschild aktiviert werden. Dann stellt sich die Geschwindigkeit von 130 km/h plötzlich auf 80 km/h um.
smart #1 Pro+ Test Cockpit

Bild: TechnikNews

Reichweite & Verbrauch: sparsam

  • Die Reichweite laut WLTP liegt bei 420 km, der realistisch erreichbare Wert in unserem Test bei rund 330 – 360 km.
  • Der Verbrauch liegt bei einem Durchschnittswert von 19,4 kWh/100 km (Autobahn ~23 kWh/100 km, Stadt ~15 kWh/100 km) in unserem Testmix auf Autobahn, Landstraße und Stadtgebiet. Laut WLTP liegt dieser Wert bei 17,4 kWh/100 km. Die nutzbare Batteriekapazität liegt bei 62 kW netto (66 kW brutto).
  • Geladen wird AC an der Wallbox 3-phasig mit bis zu maximal 22 kW (0 bis 100 Prozent in rund 3 Stunden), bei der Schnellladestation unterwegs DC mit bis zu 150 kW. Letzteren Maximalwert hält er bis zu einem Ladestand von rund 30 Prozent und schafft es tatsächlich von 0 bis 80 Prozent in rund 40 Minuten bzw. 10 bis 80 Prozent in 30 Minuten. Auf Reisen unterwegs sehr praktisch. Hut ab.

Preise und Modelle

Der smart #1 kommt Ende dieses Jahres offiziell nach Österreich, voraussichtlich im November/Dezember 2023. Dann ist dieser in drei Modellen verfügbar: der smart #1 Pro+ zu einem Preis von ab 43.400 Euro, der smart #1 Premium für ab 45.900 Euro und der smart #1 BRABUS ab 49.900 Euro. Zum Schluss gibt es noch den smart #1 Launch Edition. Europaweit gibt es davon nur 1000 Exemplare – für ein besonders exklusives Fahrerlebnis zu einem Preis von ab 47.200 Euro. Jeweils inklusive 20 % MwSt und 0 % NoVA.

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David Wurm

Macht das TechnikNews-Ding gemeinsam mit einem tollen Team schon seit 2015. Werkelt im Hintergrund an der Server-Infrastruktur und ist auch für alles Redaktionelle zuständig. Ist an der aktuellen Technik fasziniert und bloggt gerne über alles Digitale. In der Freizeit oftmals beim Webentwickeln, Fotografieren oder Radiomachen anzutreffen.

David hat bereits 963 Artikel geschrieben und 382 Kommentare verfasst.

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