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Smarte Netatmo-Wetterstation mit Regen- und Windmesser im Test

Bild: TechnikNews.NET
(Beitragsbild: © 2017 TechnikNews.NET)

Altmodisches wird smart. So auch Wetterstationen – bislang musste man immer zu Hause sein, um die Daten abzulesen. Die Netatmo-Wetterstation zeichnet die Wetterdaten im eigenen Zuhause auf und schickt diese auf die eigene App. Ich hatte die Möglichkeit, die Netatmo Wetterstation einige Wochen zu testen – hier ist mein Testbericht.

Wetterstationen – fast jeder hat sie im eigenen Zuhause. Die klassische Wetterstation lässt sich unterwegs aber nicht ablesen. Hier muss man wieder auf eine extra Wetter-App zurückgreifen. Netatmo schafft hier Abhilfe und macht die klassische Wetterstation smart, mit eigener App und Web-Oberfläche mit vielen Statistiken. Praktisch, aber lohnt sich eine smarte Wetterstation im Alltag wirklich? Mein Testbericht.

Einrichtung: ganz unkompliziert per App

Nach dem Auspacken geht es auch schon los. Zum Start muss das Innenmodul mittels Netzteil an die Stromversorgung angeschlossen werden sowie in das Außenmodul Batterien eingelegt werden. Für die anschließende Koppelung ist einmalig eine Bluetooth-Verbindung zwischen App und Innenmodul notwendig. Hier stellt man für das Innenmodul die Verbindung zum eigenen WLAN-Netzwerk her. Alle restlichen Module halten lediglich mit Innen Funkkontakt ohne direkter Verbindung zum Internet. Praktisch, wenn man im Garten kein WLAN hat.

Das Innenmodul frisst immer Strom. (Bild: TechnikNews.NET)

Danach legt man noch in den Regen- und Windmesser die mitgelieferten Batterien ein und klinkt diese dann auch noch ins Heimnetz ein. Der Hersteller verspricht übrigens eine Batterie-Laufzeit bis zu einem Jahr. Nachdem die Konfiguration abgeschlossen ist, muss noch ein geeigneter Platz für die Außensensoren gesucht werden. Das Außenmodul ist im Gegensatz zu Regen- und Windmodul nur spritzwassergeschützt und muss daher unter Dach aufgehängt oder -gestellt werden. Bei mir befinden sich die Module nicht in direkt nebenan, dennoch halten alle Außenmodule einen Funkkontakt, dessen Stärke mit drei von maximal fünf Strichen angegeben wird.

Dieses unauffällige Gadget misst den Wind. (Bild: TechnikNews.NET)

Aussehen und Verarbeitung

Die Innen- und Außensensoren sehen wirklich stylish aus. Durch das unauffällige und trotzdem moderne Design lassen sich diese perfekt in der eigenen Wohnung einbringen. Anders als bei der klassischen Wetterstation gibt es leider kein „analoges“ Display. Zum Ablesen wird die App benötigt – dazu später unten mehr. Auch in Punkto Verarbeitung gibt es nichts zu bemängeln. Der Regen- und Windmesser sind wie angegeben wasserdicht und hielten jedem Regen stand. Mit dem mitgelieferten Klettverschluss hielt mein Regenmesser auch starken Sturm stand.

Der Regenmesser für Draußen. (Bild: TechnikNews.NET)

Im Alltag: Aufzeichnen und Ablesen der Wetterdaten

Für das Sammeln der Daten ist das Innenmodul zuständig, welches ständig an der Steckdose hängt. Dieses schickt alle fünf Minuten die aktuellen Wetterdaten aller Module an die Netatmo-Server. Mittels App und Weboberfläche kann man dann auf die Aufzeichnungen der Netatmo Wetterstation zugreifen. Während die App nur die aktuellen Wetterdaten anzeigt, kann man sich in der Web-Oberfläche alle aufgezeichneten Daten der letzten Monate als detaillierte Statistik ansehen. So bekommt man die Wetterdaten also nicht direkt von der Station, sondern durchlaufen die Netatmo Server. Für einige durchaus bedenklich: so könnte man durch die Geräuschpegel- und der Kohlenstoffdioxidmessung durchaus erfahren, zu welchen Zeiten sich jemand im Haus befindet.

Das Abrufen der Daten in der App funktionierte im Test fast immer problemlos. Es gab selten Ausfälle, welche in der App durch den Hinweis „fehlende Wetterdaten“ angezeigt werden. Allerdings stimmen die Messungen des Windsensors nicht exakt. Möchte man den aktuellen Wind messen, so ist das nicht möglich, da man keine aktuelle Messung über die App anfordern kann. Somit stimmen auch die angezeigten Werte der maximalen Windgeschwindigkeit nicht genau, da dieser nur jede fünf Minuten misst.

Fazit: Eine kostspielige Spielerei

Kommen wir zum Fazit zur Netatmo Wetterstation. Anfangs habe ich alle paar Stunden in die App geschaut, um die aktuellen Wetterdaten zu checken. Mit der Zeit wurde dies jedoch weitgehend uninteressanter und ich nutzte wieder hauptsächlich meine Wetterapp. Diese liefert durch mehrere Messstationen im Ort trotzdem genauere Ergebnisse als die Wetterstation zu Hause. Das Hauptfeature einer Wetterapp, die Wetterprognosen, werden in der Netatmo-App letztendlich doch wieder vom Drittanbieter wetter.com abgerufen. Darüber hinaus hat mich der Fakt, dass ich die Wetterdaten nicht sofort abrufen kann, gestört.

Auch wenn die Statistiken in der App im Zeitverlauf interessant zu sehen sind, und man unterwegs die aktuellen Daten der Wohnung zu sehen bekommt, rechtfertigt dies hohen Preis nicht. Dieser liegt bei einer UVP von 169 Euro für Innen- und Außenmodul und jeweils mehr als 50 Euro für Regen- und Windmesser. Kauft man das Komplettpaket, so kostet das gesamt schlappe 340 Euro. Eine Premium-Version für eine Wetterapp kommt hier auf jeden Fall günstiger als die eigene Wetterstation zu Hause. Und um die aktuellen Daten von draußen zu sehen, kann man sich auch eine klassische Wetterstation kaufen.


An dieser Stelle danke an Netatmo, welche uns das Gerät für einige Wochen kostenfrei zur Verfügung gestellt haben.

Quellenangabe der Bilder: Alle in diesem Test verwendeten Bilder wurden unter Copyright von TechnikNews.NET fotografiert.

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David Wurm

David ist an der aktuellen Technik fasziniert und bloggt daher gerne über Spiele und alles was Smartphones, Tablets, Computer und Gadgets betrifft. Ist sonst in der Freizeit mit Fotografieren und Lernen beschäftigt.

David Wurm hat bereits 298 Artikel geschrieben und 160 Kommentare verfasst.

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Oliver
Gast

Eine sehr schöne Wetterstation! Teuer, aber meiner meinung nach eine gute investition.

Conny
Gast

Hi! Danke für den Ausführlichen Beitrag. Die Netatmo-Geräte sind halt schon tolle High-End Regenmesser/Windmesser und zeichnen sich auch durch ihr schickes Design aus (v.a. wichtig für Standgeräte…). LG Conny