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Sony LinkBuds im Test: Ein Loch im Ohr?

Sony LinkBuds Titelbild
Bild: TechnikNews
(Beitragsbild: © 2022 TechnikNews)

Mit den Sony LinkBuds möchte Sony einen komplett neuen Ansatz im In-Ear Segment gehen. TechnikNews hat die TWS getestet. 

Lieferumfang

Der Lieferumfang der LinkBuds fällt positiv durch wenig Plastik auf. Der Lieferumfang ist fast ausschließlich aus Pappe gehalten, in welchem die Kopfhörer verpackt sind. Neben dem Case und den Kopfhörern liegen noch ein USB-A auf USB-C Kabel sowie Eartips mit dabei. Ein Unboxing findet ihr hier.

Design, Verarbeitung

Das Design der Sony LinkBuds ist einmalig. Denn nicht wie andere In-Ears haben sie ein Bestandteil, welches in den Gehörgang reicht, sondern sie haben einen Donut-Förmigen Lautsprecher, welcher im Ohr liegt. Dabei stellt sich dann die Frage: Wie sitzen die Kopfhörer dann im Ohr? Antwort: Durch einen austauschbaren Silikonflügel, welcher die Kopfhörer im Ohr hält. Der Vorteil in diesem Design liegt dann in der Umgebung. Denn statt auf Geräuschunterdrückung wie zum Beispiel sehr gut in den WF-1000XM4, welche mein Kollege David Haydl für euch getestet hat, setzen die LinkBuds auf bewusste Geräuschverstärkung. Somit kann während des Fahrradfahrens, in der U-Bahn oder im Büro auch noch gehört werden, was um sich herum passiert. Gerade bei mir war das ganz nett, denn ich muss im Home-Office gerne mal an die Tür gehen, wenn der Postbote klingelt, oder das Telefon geht. Die Verarbeitung der Kopfhörer hat mir auch gut gefallen.

Die Kopfhörer sowie das Case sind vor allem überraschend klein. Gerade im Vergleich mit den Nothing ear(1), den Galaxy Buds Live sowie den Soundcore Liberty 3 Pro wirkt das Case schon fast mickrig. Es passt also locker in jede Hosentasche und nimmt dort fast keinen Platz ein. Die Verarbeitung ist hochwertig, das erwarte ich aber auf für den Preis von 180 Euro UVP.

Tragekomfort

Beim Tragekomfort wirds schwierig. Denn der andere Aufbau sorgt für einen anderen Halt im Ohr als gewöhnlich. Ich habe viele der Silikonflügel ausprobiert und eine relativ gute Kombination für mich gefunden, doch so richtig sicher habe ich mich damit nicht gefühlt. Für den Sport sind die LinkBuds also eher nicht geeignet, beim Fahrrad fahren hat dies aber nicht gestört. Ein Tutorial auf der Verpackung sowie in der App veranschaulicht den Prozess zum Auswählen sowie einsetzen der Kopfhörer, dadurch war der Prozess deutlich verständlicher.

Sony LinkBuds Inear

Die LinkBuds halten nicht immer gut im Ohr (Bild: TechnikNews)

Insgesamt habe ich den Tragekomfort als angenehm empfunden und nach mehreren Stunden war das Tragen der TWS weiterhin kein Problem. Doch ich habe mich niemals so sicher gefühlt, wie mit anderen TWS, wie zum Beispiel den Nothing ear(1), oder den Liberty 3 Pro.

Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit wird von Sony mit 5 Stunden und 30 Minuten angegeben, durch das Case sollen noch ein wenig mehr als zwei weitere Ladedurchgänge möglich sein. Damit wäre man bei rechnerisch bei ca. 17h, was im Vergleich zu anderen TWS ein wenig gering ausfällt. Hier hat das kleine Case also auf dem Papier seine Nachteile im Vergleich zur Konkurrenz, welche teilweise bei deutlich über 20h liegt.

Die Akkulaufzeit muss ich leider bestätigen. An einem 4h Vormittag waren die TWS leer, nach drei Tagen Nutzung musste das Case wieder an das Ladekabel. QI-Laden ist enttäuschenderweise nicht möglich, auch das ist wohl dem kleinen Case geschuldet. Die Akkulaufzeit enttäuscht also, zumindest für diesen Preis.

Klangqualität

Die Klangqualität ist für den neuen Formfaktor total akzeptabel. Ich hatte die Angst, dass dieses Design für einen schlechten Klang sorgen wird, doch ich bin überrascht gewesen, wie gut das ganze funktioniert. Sehr angenehme und dennoch detaillierte Höhen überzeugen gerade bei hochqualitativer Audio. Auch schöne Stimmen sind möglich, genauso wie ein zumindest akzeptabler Bass. An eine Klangqualität der Liberty 3 Pro kommen die LinkBuds aber nicht ran, das ist durch den Baufaktor einfach nicht möglich, da kein Lautsprecher direkt ins Ohr geht. Von ANC wollen wir nicht sprechen, denn dies ist einfach unmöglich und auch nicht die Intention von Sony gewesen. Der Klang wird aber nur erreicht, wenn die Kopfhörer richtig sitzen und das war nicht immer der Fall. Deswegen ist es eigentlich so wichtig wie bei kaum anderen In-Ears die TWS vielleicht irgendwo mal anzutesten bzw. anprobieren zu können, um nicht letztendlich vom Klang enttäuscht zu werden.

Zur Klangqualität gehört für mich auch der Bereich der „Bluetooth Codecs“, hierbei wird leider auf LDAC verzichtet. SBC und AAC sind aber beide vorhanden, über Bluetooth 5.2 werden die Kopfhörer dann mit den jeweiligen Geräten verbunden. Kleine Faustregel zu den Codecs: AAC ist gut für Apple, SBC gut für Android-Geräte.

Headphones Connect App und smarte Features

Die Kopfhörer werden über die Headphones Connect App verbunden. Diese war bei dem von Sony für 10 Tage zur Verfügung gestellten Testmuster zwingen benötigt, eine normale Verbindung über Bluetooth war nicht möglich. Ihr ladet also die App herunter, möchtet dort ein neues Gerät einrichten und verbindet dann die Kopfhörer per NFC, welche dann eine Bluetooth-Verbindung herstellen. Die App von Sony ist dann aber wirklich gut. Es ist kein Account notwendig, auch wenn ich gerne einen nutze (wegen Cloud Synchronisierung von Einstellungen auf neuen Smartphones). In der App lassen sich dann die Kopfhörer komplett einstellen, sowie weitere Equalizer oder Einstellungen zur Steuerung von Musik. Die Soundoptimierung hat echt gut geklappt, auch die Verbindungsmodi (entweder stabile Verbindung oder besserer Sound) sind sinnvolle Optionen. Ein Update kam auch an, welches direkt auf den Kopfhörern installiert wurde.

Sony LinkBuds App

Die Sony LinkBuds haben eine App, welche im Test überzeugt (Bild: TechnikNews)

Apropos Steuerung, hierbei hat sich Sony was interessantes Einfallen lassen. Man könne nicht nur auf die Kopfhörer tippen, sondern auch auf einen Bereich daneben (zum Beispiel auf den Kopf), das Tippen soll dann auch erkannt werden. Das hat erstaunlich gut funktioniert, doch sieht natürlich in der Bahn ein wenig komisch aus. Das ganze kann man aber in der App ausschalten, wenn man diese Steuerung nicht möchte. Als weitere smarte Features hat Sony noch eine „Speak to Chat“ eingeführt, sobald man also selbst redet wird die Musik automatisch pausiert. Das ist wirklich sehr hilfreich und funktioniert gut, da man die Kopfhörer nicht kurz aus dem Ohr nehmen muss. Die Kopfhörer arbeiten auch mit Siri, dem Google Assistant oder Spotify, welches in der App eingerichtet werden kann.

Preise und Verfügbarkeit

Die Sonly LinkBuds sind für einen UVP von 179 € ab sofort in den Farben „Weiß“ und „Grau“ verfügbar. Der Straßenpreis liegt aber schon bei teilweise 130-140 €.

 Sony LinkBuds: Fazit

Die Sony LinkBuds sind eine innovative Idee, doch noch nicht komplett zu Ende gedacht. Das Experiment funktioniert aber überraschend gut. Trotz „Loch im Ohr“ liefern die Earbuds einen guten Sound, smarte Funktionen sowie einen WOW-Effekt. Doch sobald man die LinkBuds als „ganz normale Kopfhörer“ nutzen möchte, um sich von der Außenwelt abzuschotten, versagen die Kopfhörer komplett. Denn ANC etc. ist mit den TWS nicht möglich, was den Nutzerkreis erheblich eingrenzt. Für 180 € bzw. jetzt ca. 130–140 muss man sich also sehr sicher sein, dass man die LinkBuds und nicht irgendwelche anderen Kopfhörer mit Transparenzmodus will. An der Akkulaufzeit muss auch noch geschraubt werden, ein Pluspunkt ist aber die innovative Idee, die Kopfhörer auch mit der Haut zu kontrollieren, somit erspart man sich das nervige Tippen auf dem Earbud.

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Nils Ahrensmeier

Nils ist sehr interessiert in Mobile-Geräte wie Smartphones, Wearables und Kopfhörer. Er schreibt seit 2019 auf TechnikNews - vor allem News und Testberichte. In seiner Freizeit spielt er Schlagzeug und Klavier oder geht seinem Hobby, der Leichtathletik, nach.

Nils hat bereits 292 Artikel geschrieben und 32 Kommentare verfasst.

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