Das Blockieren von Werbung entzieht uns die Finanzierung!
Das Recherchieren und Verfassen von Artikeln kostet viel Zeit. Das Betreiben unserer Infrastruktur kostet Geld.
All das wird mit Werbeeinnahmen finanziert.
Wir mögen Werbung ebenso wenig – deswegen verzichten wir auf nervige Banner und Pop-Ups.
Bitte gib uns eine Chance und deaktiviere Deinen Adblocker!
Alternativ kannst Du uns hier freiwillig unterstützen.

Folgen:


TOGG T10X im Test: Viel Potenzial, trotz Software-Baustellen?

Togg T10X Beitragsbild
Bild: TechnikNews
(Beitragsbild: © 2025 TechnikNews)

tl;dr: Großes Potenzial trotz Softwarebugs?

Der Togg T10X ist das erste türkische Elektroauto und tritt in einer stark besetzten SUV-Klasse an. Unser Testwagen, ein AWD Long Range mit 88,5 kWh Akku, kostet 50.919 Euro. Er überzeugt mit einem einzigartigen Innenraumkonzept und viel serienmäßiger Ausstattung, muss aber im Bereich Software noch deutlich nachlegen. Das Fahrwerk ist straff, der Allradantrieb sorgt für ordentlich Power (435 PS, 0-100 km/h in 4,8s), und das Platzangebot ist großzügig.

Videobericht:

 

Design: Türkische Tulpen und italienische Linien

Das Design des T10X entstand in Zusammenarbeit mit der italienischen Designschmiede Pinin Farina. Die Front wird von einem Kühlergrill geprägt, dessen Muster die türkische Tulpe darstellt. Ein Element, das auf die Nationalblume der Türkei verweist. Am Heck findet sich ein durchgehendes Lichtband mit dynamischen Blinkern. Ein kleiner Kritikpunkt ist der Schlüssel, der sich wenig hochwertig anfühlt. Der Ladeanschluss befindet sich an einer eher ungewöhnlichen Stelle, vorne rechts am Kotflügel. Der Kofferraum bietet 441 Liter Volumen, das durch Umklappen der Rückbank auf rund 1.500 Liter erweitert werden kann, und verfügt über einen doppelten Boden sowie eine Hutablage, die sich hochwertig anfühlt.

Innenraum: Großzügig und überraschend hochwertig

Der Innenraum ist die größte Stärke des T10X und bietet für seinen Preis ein einmaliges Konzept. Das Gefühl für Materialqualität ist hoch, das Armaturenbrett ist beispielsweise beledert und unterschäumt. Hartplastik ist zwar vorhanden, erinnert jedoch an die Qualität älterer VW-Modelle. Die Sitze sind mit veganem Kunstleder bezogen und bieten guten Komfort, auch für lange Strecken. Die äußeren Rücksitze verfügen serienmäßig über eine Sitzheizung. Das serienmäßige, sehr große Panorama-Glasdach inklusive Rollo sorgt für ein helles, offenes Raumgefühl. Im Fond ist das Platzangebot mit einer Faustbreite Spielraum vor den Knien sehr gut.

Ein Wermutstropfen ist der in der Mittelkonsole platzierte mechanische Teil der Armlehne, der etwas „rustikal“ und wackelig wirkt. Die Türgriffe im Fond sind extrem fest ausgeführt, was Stabilität vermittelt. Ebenfalls positiv fällt das Meridian Soundsystem auf.

Software: Großes Display, große Baustelle

Die Software ist aktuell die größte Herausforderung des T10X. Der Innenraum wird von einem riesigen, durchgängigen Display dominiert, das etwa 28 Zoll misst. Der Beifahrer kann darauf während der Fahrt YouTube schauen. Das Infotainment-System befindet sich jedoch noch im Vorserien- bzw. Beta-Status. Es stürzt im Stand öfter ab und benötigt nach längerer Standzeit sehr lange zum Hochfahren – laut Autor länger als bei einem VW ID.3 von 2022.

Die Bedienung erfolgt hauptsächlich über den Touchscreen sowie ein Control-Display mit Handauflage in der Mitte. Über das Control-Display können verschiedene Apps wie eine Art Live-Wallpaper (Mode Art) oder der Kabinenmonitor (zur Überwachung des Fonds) auf das Hauptdisplay gezogen werden. Die berührungsempfindlichen Felder am Lenkrad sind jedoch sehr gewöhnungsbedürftig und im Alltag unpraktisch. Eine Lenkradheizung fehlt leider in der Ausstattung. Die Navigation läuft mit Here WeGo und kann automatisch Ladestopps hinzufügen. Eine Filterung nach Ladeanbietern konnte der Tester jedoch nicht finden. Die Spracheingabe, die über eine Taste am Lenkrad aktiviert wird, war im Test für die deutsche Sprache noch nicht funktionsfähig.

Fahreindruck: Sportlich, straff und laute Pieptöne

Der T10X fährt sich gut, aber straff. Die von uns getestete Allradversion (AWD) bietet 435 PS und 700 Nm Drehmoment, was für einen sehr zügigen Antritt sorgt (0-100 km/h in 4,8s). Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 185 km/h begrenzt.

Das Fahrwerk ist sehr straff abgestimmt und lässt wenig Spielraum auf holprigen Strecken, was zu spürbarem Durchschütteln führen kann. Die Geräuschdämmung ist bis etwa 100 km/h gut, ab 130 km/h wird es im Innenraum etwas lauter.

Der Lenkassistent arbeitet zuverlässig und ist mit dem VW Travel Assist vergleichbar. Die Bedienung des Tempomaten über einen separaten Lenkstockhebel ist intuitiv. Die automatische Übernahme von Geschwindigkeitsschildern funktioniert, allerdings nicht prädiktiv. Im Winter warnt der Tester davor, dass die Radarsensoren bei Schnee einfrieren können, da eine Heizung wahrscheinlich eingespart wurde. Die Rekuperation und das Ein-Pedal-Fahren (One-Pedal Mode) funktionieren sehr gut. Die Stärke lässt sich intuitiv über zwei Knöpfe an der Handauflage steuern. Auch die Fahrmodi können über das gleichzeitige Drücken beider Rekuperations-Paddel schnell gewechselt werden.

Weiterlesen:  Huawei P20 Pro: Unboxing, erster Eindruck und Einrichtung

Ein massiver Kritikpunkt ist, dass das Auto bei jedem Start extrem viele (nervige) Hinweis- und Warntöne von sich gibt, insbesondere wenn es um die Aktivierung der Assistenzsysteme geht. Zum Glück lassen sich das EU-Tempolimit-Gebimmel und der Spurhalteassistent mit wenigen, einfachen Handgriffen deaktivieren.

Verbrauch und Laden: Solide Effizienz, aber hoher Kurzstreckenhunger

Der Overall-Verbrauch über 760 Test-Kilometer lag bei 23,4 kWh/100 km, was für die Fahrzeuggröße in Ordnung ist und mit einem Škoda Enyaq vergleichbar wäre. Stark kritisiert wird jedoch der hohe Kurzstreckenverbrauch im Winter, der in der Anzeige Werte von bis zu 38 kWh/100 km erreichte. Die Heizung wird zwar schnell warm, scheint aber nicht sehr effizient zu arbeiten; es ist unklar, ob eine Wärmepumpe verbaut ist. Vom Verbrauch erinnert er sehr an die erste Audi e-tron Generation.

Der T10X lädt DC mit bis zu 180 kW. Im Test dauerte der Ladevorgang von 10 % auf 80 % rund 31 Minuten. Dies ist ein solider Wert für das erste Auto einer jungen Marke, allerdings liegt er damit hinter einigen etablierten Konkurrenten.

Persönliche Einschätzung des Autors: Gutes Auto, wenn die Software reift

Der Togg T10X ist ein mutiger und guter erster Versuch für ein türkisches Elektroauto. Er punktet mit einem hochwertigen, einzigartigen Interieur und durchdachten Bedienelementen, wie der Rekuperationssteuerung. Mit einem Preis von 50.919 Euro (AWD Long Range) bietet er viel Auto für das Geld.

Das massive Manko ist jedoch die unausgereifte Software, die abstürzt und sehr langsam hochfährt. Wer diesen Preis zahlt, muss wissen, dass er aktuell noch mit Beta-Problemen zu kämpfen hat. Sollten die Softwareprobleme durch Over-the-Air-Updates behoben werden, wäre der T10X eine sehr interessante und eigenständige Option in der Klasse der E-SUVs. Die Türken haben gute Ideen bewiesen; nun bleibt abzuwarten, wie schnell die Software in den Griff zu bekommen ist.

>> Die besten Amazon-Deals <<

Dominik Lux

Dominik ist 23 Jahre alt und sehr interessiert an neuer Hardware bei Smartphones, sowie im VR- und AR-Bereich. Er schreibt gerne Artikel über diese Themen. Er hat einen Fable für Smartphones und Gadgets, als auch für die Elektromobilität. Somit schreibt er momentan fleißig im Mobilitätsressort hier auf TechnikNews.

Dominik hat bereits 172 Artikel geschrieben und 9 Kommentare verfasst.

Web | X (Twitter) | Insta | YouTube | Paypal-Kaffeespende | Custom Desktop RTX 2070 Super, AIO Wakü | iPhone 17 Pro Max
Benachrichtigungseinstellungen
Benachrichtigungen über
guest
Dein Name, der öffentlich angezeigt wird.
Wir werden Deine Mailadresse nicht veröffentlichen.

0 Kommentare
neueste
älteste beste