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EU-Urteil: TikTok-Design macht süchtig und bricht EU-Recht

Das TikTok Logo
Bild: TechnikNews/Gemini
(Beitragsbild: © 2026 TechnikNews/Gemini)

Die Europäische Kommission hat offiziell festgestellt, dass das Design von TikTok gegen das Gesetz über digitale Dienste (DSA) verstößt. Im Fokus steht dabei vor allem die suchterzeugende Wirkung der App, die durch Funktionen wie unendliches Scrollen und extrem personalisierte Feeds entsteht.

Warum TikTok als Suchtfalle eingestuft wird

Laut der Kommission nutzt TikTok gezielte Merkmale wie das endlose Scrollen, Autoplay und ständige Push-Benachrichtigungen, um Nutzer so lange wie möglich in der App zu halten. Diese Funktionen belohnen das Gehirn kontinuierlich mit neuen Inhalten, was dazu führt, dass Nutzer in einen „Autopilot-Modus“ verfallen und die Selbstkontrolle über ihre Bildschirmzeit verlieren. Besonders kritisch sieht die EU, dass TikTok die Risiken für das körperliche und geistige Wohlbefinden von Minderjährigen nicht ausreichend geprüft hat. Wichtige Faktoren, wie etwa die häufige nächtliche Nutzung durch Jugendliche, wurden bei den internen Risikobewertungen der Plattform schlicht ignoriert.

Aktuelle Schutz-Tools sind laut EU wirkungslos

Ein zentraler Punkt der Untersuchung ist, dass die bisherigen Maßnahmen von TikTok – wie etwa das Zeitmanagement-Tool oder die elterliche Kontrolle – in der Praxis kaum funktionieren. Die EU stellt fest, dass diese Werkzeuge zu leicht zu ignorieren sind und Nutzer nicht wirksam dabei unterstützen, ihren Konsum tatsächlich zu reduzieren. Deshalb fordert die Kommission nun grundlegende Änderungen am Design der Plattform. Dazu gehören unter anderem die Einführung echter Bildschirmzeit-Unterbrechungen, insbesondere während der Nacht, sowie eine Anpassung des Algorithmus, um zwanghaftes Verhalten zu verhindern.

Mögliche Milliardenstrafe für ByteDance

Sollten die vorläufigen Ergebnisse bestätigt werden und TikTok sein Design nicht grundlegend ändern, drohen dem Mutterkonzern massive finanzielle Konsequenzen. Das Gesetz über digitale Dienste erlaubt in solchen Fällen Geldbußen von bis zu 6 % des weltweiten Jahresumsatzes. TikTok hat nun die Möglichkeit, sich zu den Vorwürfen zu äußern und die Untersuchungsakten einzusehen, bevor die Kommission eine endgültige Entscheidung trifft. Dieser Fall könnte wegweisend dafür sein, wie soziale Netzwerke ihre Benutzeroberflächen in Europa künftig gestalten müssen.

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Nils Ahrensmeier

Nils ist seit 2019 bei TechnikNews und sehr an Smartphones, Lautsprechern, Smartwatches und Smart-Home interessiert. Neben seinem Jurastudium betreibt er seinen eigenen YouTube-Kanal und schreibt auch für das Portal "BASIC thinking"

Nils hat bereits 415 Artikel geschrieben und 33 Kommentare verfasst.

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