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HiBrew H13 im Test: Kompakt-Siebträger mit echtem Barista-Potenzial?

Bild: TechnikNews
(Beitragsbild: © 2026 TechnikNews)

Der chinesische Hersteller HiBrew ist bekannt dafür, den Markt in hoher Frequenz mit neuen Modellen zu fluten. Mit der HiBrew H13 möchte man nun eine Brücke zwischen preisbewussten Einsteigern und anspruchsvolleren Heimanwendern schlagen. Wir haben die Maschine intensiv unter die Lupe genommen.

Lieferumfang: Ein Paket, das fast keine Wünsche offen lässt

Schon beim Auspacken wird deutlich, dass HiBrew den Kunden ein rundum sorgloses Paket bieten möchte. Besonders hervorzuheben ist der mitgelieferte Tamper, der für diese Preisklasse ungewöhnlich hochwertig ausfällt. Er verfügt über ein ordentliches Eigengewicht und einen ergonomischen Echtholzgriff, was das Verdichten des Kaffeemehls spürbar erleichtert. Zusätzlich legt der Hersteller ein kleines Milchkännchen mit etwa 350 ml Fassungsvermögen bei. Dieses ist zwar solide verarbeitet, weist jedoch einen sehr flachen Ausguss auf, was das Gießen von komplexer Latte Art für Anfänger etwas erschweren könnte.

Bei den Sieben zeigt sich Licht und Schatten: Während das doppelwandige Sieb für echte Espresso-Liebhaber eher uninteressant ist, liegen erfreulicherweise auch ein klassisches Einersieb sowie ein Doppelsieb für etwa 18 Gramm Kaffeemehl bei. Ein interessantes Detail sind die zwei beigefügten Dampfdüsen-Aufsätze mit einem beziehungsweise drei Löchern, die dem Nutzer Flexibilität beim Milchaufschäumen bieten.

Design und Verarbeitung: Kompakter Leichtbau mit Stil

Optisch präsentiert sich die HiBrew H13 in einem modernen, fast schon verspielten Look, wahlweise in Cremeweiß oder Silber. Mit einer Breite von nur 16,5 Zentimetern ist sie ein wahres Platzwunder und findet selbst in der kleinsten Küche oder im Wohnmobil ihren Platz. Die Materialwahl ist jedoch dem Preis geschuldet: Das Gehäuse besteht fast komplett aus Kunststoff, was zu einem geringen Gesamtgewicht von lediglich 6,2 Kilogramm führt. Dies hat zur Folge, dass man die Maschine beim Einspannen des Siebträgers gut festhalten muss, damit sie nicht auf der Arbeitsfläche verrutscht.

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Ein haptischer Wermutstropfen ist der Griff des Siebträgers, der aus recht billig wirkendem Plastik gefertigt ist. Positiv zu erwähnen ist hingegen der Durchmesser von 58 Millimetern. Auch wenn das Bajonett leider nicht dem gängigen E61-Standard entspricht, lassen sich zumindest Standard-Präzisionssiebe in den vorhandenen Siebträger einsetzen, um die Extraktion zu optimieren.

Features: Moderne Technik mit Software-Tücken

Auf dem Papier liest sich die Ausstattungsliste der H13 beeindruckend. HiBrew wirbt mit einem Dual-Heizsystem, was theoretisch den gleichzeitigen Bezug von Espresso und Dampf ermöglichen sollte. In der Praxis stellt sich dies jedoch als geschicktes Marketing heraus: Ein paralleler Betrieb ist nicht möglich. Dennoch punktet das System durch eine enorme Geschwindigkeit; der Wechsel vom Brüh- in den Dampfmodus dauert kaum zehn Sekunden, was selbst teurere Einkreiser oft alt aussehen lässt.

Die Maschine bietet zudem eine PID-Steuerung zur Temperatureinstellung sowie eine sekundengenau programmierbare Pre-Infusion. Auch eine Volumetrik ist an Bord, die jedoch softwareseitig einige Fragen aufwirft. So startet die einstellbare Menge für einen doppelten Espresso erst bei 50 ml und reicht bis zu 100 ml. Für einen klassischen Espresso nach italienischem Vorbild ist das deutlich zu viel Wasser, weshalb man hier manuell eingreifen oder die Tastenbelegung kreativ umprogrammieren muss.

Praxis: Stärken beim Milchschaum, Schwächen bei der Temperatur

Im Alltagstest zeigt die HiBrew H13 zwei Gesichter. Die größte Schwachstelle ist die thermische Stabilität. Selbst wenn man die Maschine auf die maximale Temperatur von 95 Grad Celsius einstellt, erreichen im Siebträger lediglich etwa 89 bis 90 Grad das Kaffeemehl. Dies führt dazu, dass der Espresso oft eine Nuance zu kühl in die Tasse fließt und helle, fruchtige Röstungen ihre unangenehmen Säuren zu stark betonen. Liebhaber von klassischen, dunklen Röstungen kommen hingegen voll auf ihre Kosten, da diese bei den niedrigeren Temperaturen weniger zur Bitterkeit neigen und sehr schmackhafte Ergebnisse liefern.

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Eine echte Überraschung ist hingegen die Performance der Dampflanze. Unabhängig davon, ob man die Ein- oder Dreilochdüse verwendet, produziert die Maschine einen hervorragenden, feinporigen Mikroschaum, der sich perfekt für Flat White oder Cappuccino eignet. Die Power ist für eine Maschine dieser Größe beeindruckend und ermöglicht schnelles Arbeiten ohne lange Wartezeiten.

Fazit: Die ideale Zweitmaschine für dunkle Röstungen

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die HiBrew H13 eine solide Maschine mit ein paar ungenutzten Möglichkeiten ist. Sie punktet durch ihre extrem kompakte Bauweise, die schnelle Einsatzbereitschaft und eine erstklassige Dampfleistung, die in dieser Preisklasse ihresgleichen sucht. Wer vor allem klassisch italienische Espressi oder Milchgetränke genießt und eine platzsparende Lösung sucht, wird hier fündig.

Kritik muss sich die Maschine jedoch für die ungenaue Temperatursteuerung und die teils unlogische Programmierung der Wassermengen gefallen lassen. Mit einem Preis von rund 270 Euro ist sie zudem kein Schnäppchen mehr, wenn man bedenkt, dass für einen geringen Aufpreis bereits etabliertere Modelle auf dem europäischen Markt erhältlich sind. Dennoch ist sie aufgrund ihres geringen Gewichts und der schnellen Aufheizzeit eine hervorragende Wahl für den Einsatz auf Reisen oder im Büro.

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Nils Ahrensmeier

Nils ist seit 2019 bei TechnikNews und sehr an Smartphones, Lautsprechern, Smartwatches und Smart-Home interessiert. Neben seinem Jurastudium betreibt er seinen eigenen YouTube-Kanal und schreibt auch für das Portal "BASIC thinking"

Nils hat bereits 416 Artikel geschrieben und 33 Kommentare verfasst.

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