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Amazon Fire TV Stick mit der Alexa Sprachfernbedienung im Test

Bild: TechnikNews
(Beitragsbild: © 2018 TechnikNews)

Im Artikel, in dem es über meine Lieblingsapps auf meinem Smartphone geht, habe ich kurz erwähnt, dass ich angefangen habe, vermehrt Serien zu schauen. Damit ich nicht alle Serien am Smartphone oder am Laptop schauen muss, habe ich mir den Fire TV Stick mit der Sprachfernbedienung von Amazon zu Weihnachten gekauft. Mein Testbericht.

Aussehen

Der Fire TV Stick sieht, wie der Name schon vermuten lässt, wie ein wirklicher Stick aus. Auf der Oberseite befindet sich das Logo der Firma selbst, die Unterseite ist hingegen blank gehalten. Auf den Seiten befindet sich bis auf einen microUSB‐Anschluss für Strom nichts Weiteres. Der Fire TV Stick hat leider keinen verbauten Akku, er muss deshalb immer über den eben erwähnten Anschluss gemeinsam mit dem mitgelieferten Stromkabel und einer Steckdose verbunden sein.

Die Bauform des Sticks hatte in meinem Fall einen Nachteil: Mein HDMI‐Port, über den man das Gerät mit dem Fernseher verbindet, ist auf der Rückseite. Deshalb musste ich eine von Amazon mitgelieferte HDMI‐Verlängerung nutzen, um den Stick ohne Platzprobleme anstecken zu können.

Fernbedienung

Beim Fire TV Stick wird zur Verwendung eine Fernbedienung mitgeliefert. Das ist hier bei dieser Generation des Sticks die Alexa – Sprachfernbedienung. Um Alexa aufzurufen, muss man den Knopf oben an der Fernbedienung gedrückt halten. Dann kann man Dinge wie Apps, Filme oder Serien suchen. Über die Alexa App am Smartphone kann man aber auch Smarthome Produkte hinzufügen und diese über den Fernseher steuern. Ich konnte das nicht testen, da ich keine Produkte mit Alexa‐kompatiblen bei mir Zuhause habe. Leider. Die in der Fernbedingung eingebauten Mikrofone ließen bei mir keinen Wunsch offen, Alexa hat zu jedem Zeitpunkt meine Anweisungen ohne Probleme verstanden.

Das ist die Alexa – Sprachfernbedienung (Bild: © TechnikNews 2018)

Die Fernbedienung selbst liegt für mein Empfinden dank der rundlichen Bauform sehr gut in der Hand. Leider wurden die Tasten nicht so gut verarbeitet, was man vor allem daran merkt, dass sie sich beim Drücken nicht wirklich angenehm anfühlen. Einen Knopf für ein Multitasking‐Menü habe ich auch vermisst.

Um den Fire TV Stick zu Bedienen braucht man aber nicht unbedingt die Fernbedingung. Man kann Inhalte über die Cast Funktion auch bequem an den Stick schicken. Einzige Voraussetzung: Smartphone und Stick müssen mit dem gleichen WLAN verbunden sein. Mit der Prime Video App von Amazon selbst klappte das Ganze bei mir problemlos, vom Versuch, Serien über der Netflix App zu streamen, kann ich das in meinem Fall aber nicht behaupten.

Remote App

Mir geht es oft so, dass ich die Fernbedienung von meinem Fernseher einfach nicht mehr finden kann. Für dieses Problem schafft die Remote App von Amazon Abhilfe. Die App gibt es kostenlos im Play Store von Google und im AppStore von Apple. Beim ersten Öffnen sucht die App sofort nach Fire TV Sticks, die mit demselben WLAN‐Netzwerk verbunden sind.

Sobald sich beide Geräte gefunden haben dauert die Verbindung nur wenige Sekunden. Dann kann man seinen Fire TV Stick über sein Smartphone steuern. Eine zusätzliche Funktion gegenüber der normalen Fernbedienung hat die App: Man kann über einen Menüpunkt alle auf dem Stick installierten Apps direkt ohne Umwege durch Menüs starten. Das kam mir in meinem Testzeitraum einige Male zugute. Ebenfalls ist es möglich, die Tastatur des Smartphones über die App zu nutzen, um Text in Suchfelder oder in Passwortfelder einzugeben.

Innereien und Software

Im Fire TV Stick werkelt ein Mediatek 8127D mit einer Mali 450 GPU. Der interne Speicher, auf dem man Apps installieren kann, ist 8GB groß und kann nicht erweitert werden. Der RAM ist mit 1GB bestückt, also ziemlich klein. Bluetooth 4.1 wurde auch verbaut. Über dieses kann man zum Beispiel kabellose Kopfhörer verbinden. Beachten muss man hier aber, dass wenn man währenddessen mit einem 2,4Ghz WLAN verbunden ist, die Auflösung der Videos abnehmen kann. Umgehen kann man das aber, indem man den Stick mit einem 5Ghz WLAN verbindet.

Videos kann der Amazon Fire TV Stick bis zu einer Auflösung von 1080p wiedergeben. Für mich hat das vollkommen ausgereicht. Sollte man allerdings einen Fernseher besitzen, der eine höhere Auflösung unterstützt, soll man an eine Investition in den etwas neueren Fire TV denken, der 4K‐Wiedergabe unterstützt.

Als Software wurde Fire OS 5 installiert. Dieses soll auf Android basieren, Dinge wie den Play Store gibt es aber nicht. Die UI ähnelt Android aus meiner Sicht aber auch kaum. Generell ist das Betriebssystem für meinen Geschmack am Anfang sehr unübersichtlich, man findet sich aber ziemlich schnell zurecht. Die Performance war für mein Empfinden in den meisten Situationen ausreichend okay. Apps und Videos starteten alle in einem angenehmen Tempo. Ziemlich oft sind mir Ruckler bei der Bedienung aufgefallen. Diese beeinträchtigten die Erfahrungen zwar nur wenig, unschön ist es trotzdem. Gaming ist mit dem Stick grundsätzlich möglich, größere Titel wie Asphalt 8 sollte man dann aber doch auf seinem Smartphone oder auf seinem Tablet spielen.

Apps

Ein großer Bestandteil von Fire OS sind Apps und Spiele. Die Entertainment Apps von Amazon, wie etwa Prime Video oder Music Unlimited, sind schon ab Werk installiert. Im Store findet man dann noch Dinge wie Spotify, Netflix, die PRO7 App, Zattoo und Spiele, wie zum Beipiel Hill Climb Racing oder Asphalt 8. Die YouTube App fehlt wegen dem Streit zwischen Google und Amazon leider, über den Firefox Browser oder über den Silk Browser kann man den Dienst aber nach wie vor erreichen. Trotzdem denke ich, dass die meisten, so wie auch ich, mit dieser Auswahl gut zurechtkommen werden.

Meinung und Fazit

Beginnen wir mit einer Kategorie, mit der man am ehesten anfängt, den Fire TV Stick zu bewerten: Video Streaming. Das kann der Stick aus meiner Sicht ziemlich gut. Wiedergabe von Videos klappte bei mir zu jedem Zeitpunkt ohne Verzögerungen oder Abstürze. Was die Videoqualität betrifft, so bekam ich immer die vollen 1080p zu Gesicht. Und das, obwohl mein WLAN ziemlich weit entfernt positioniert ist. Wie schon erwähnt nimmt die Qualität des Streams im Normalfall nur dann ab, wenn man Bluetooth Kopfhörer nutzt während man mit einem 2,4GHz WLAN verbunden ist.

An Apps für das Streaming mangelt es bei Fire OS auch nicht, hier ist man sogar etwas breiter aufgestellt als wie mit einem Chromecast – dieser unterstützt kein Prime Video. Für Leute, die sowieso nur Netflix nutzen ist das aber natürlich kein Problem. Das einzige was mich in der Kategorie Video‐Streaming wirklich gestört hat, ist, dass die Cast‐Funktion mit der Netflix App über mein Smartphone nicht klappte. Ob das jetzt am Stick oder an meinem Smartphone liegt kann ich nicht beurteilen.

Weiter zur nächsten Kategorie: Betriebssystem und Performance. Als ich mir den Fire TV Stick gekauft habe wusste ich nur so ungefähr, was mich beim Betriebssystem Fire OS erwartet. Mein erster richtiger Eindruck von dem OS war dann leider nicht wirklich der beste, da alles auf den ersten Blick ziemlich chaotisch wirkte. Doch mit der Zeit fand ich mich dann gut zurecht. Die Performance fand ich jetzt nur okay, da es ziemlich oft kleine Ruckler gab. Massiv wurde ich aber davon nicht beeinträchtigt.

Die vorletzte Kategorie, mit der ich den Stick bewerte, sind Apps. Von denen gibt es mehr als nur ausreichend, zumindest war es in meinem Fall so. Für das Streamen von Videos gibt es Apps von so ziemlich jedem Anbieter: Von Netflix bis Hulu über Kodi bis Plex, alles ist dabei. Spiele wie Hill Climb Racing oder Asphalt 8 gibt es auch, von Asphalt 8 würde ich aber die Finger lassen, da man es mit dem Fire TV Stick nicht anständig spielen kann. Mit Abstand am meisten hat mich aber gestört, dass es die YouTube App wegen dem Streit zwischen Google und Amazon nicht mehr für den Stick gibt. Dafür habe ich nun wirklich kein Verständnis.

Und nun zur letzten Kategorie: Zubehör. Dazu zähle ich die Fernbedingung und die dazugehörige Remote App. Mit der Fernbedingung und den eingebauten Mikrofonen für Alexa war ich bis auf die Verarbeitung der Tasten sehr zufrieden. Die Remote App habe ich auch sehr zu schätzen gelernt: einfache Einrichtung und einfache Handhabung, so sollte das am besten bei allen Apps gehen.

Preise, Verfügbarkeit und Alternativen

Der Amazon Fire TV Stick kostet in den meisten Fällen nur 40€, was meiner Meinung nach wirklich nicht viel für so ein Gerät ist. Kaufen kann man ihn bei Amazon direkt und in Elektronikgeschäften wie MediaMarkt und Saturn. Als Alternative gibt es den Chromecast von Google, dieser unterstützt allerdings, wie schon erwähnt, die Prime Video App nicht.

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David Haydl

David wohnt in Graz und ist nun schon seit einem Jahr bei TechnikNews. Technik hat ihn schon immer durch sein Leben begleitet, dies möchte er hier gerne schriftlich festhalten. Aktuell schreibt er Artikel zu diversen Neuigkeiten in der Technikwelt, Apptests und den TechnikNews Weekly, welcher seine Idee war. Hin und wieder erscheinen von ihm auch Testberichte und Kolumnen.

David hat bereits 191 Artikel geschrieben und 46 Kommentare verfasst.

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Christopher
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Christopher

Ich hab den Fire TV. Den finde ich besser, auch von der Performance her und kostet jetzt auch nicht recht viel mehr.