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Sonos Roam im Test: Das hätte eigentlich der Sonos Move sein sollen

Sonos Roam Beitragsbild
Bild: TechnikNews
(Beitragsbild: © 2021 TechnikNews)

Leser, die sich an meinen Test zum Sonos Move erinnern, wissen, dass ich von dem Ding nicht ganz angetan war. Nun wurde der Sonos Roam vorgestellt und ich konnte mir diesen anschauen. Warum mir dieser besser gefiel, lest ihr hier.

Der Sonos Roam ist ein Speaker für unterwegs. Er kommt mit Bluetooth, wodurch man sich auch unterwegs schnell und ohne Kabel verbinden kann. In den eigenen vier Wänden lässt er sich dann über WLAN mit der Sonos-App oder mit AirPlay 2 ansteuern.

Dieses Paket ähnelt dem Sonos Move, welchen der Hersteller im Rahmen der IFA 2019 präsentierte. Sonos vermarktet den Move mit dem Slogan „Überall Sound erleben“, womit ich nach meinem Test aber nicht so einverstanden war. Mein Fazit:

So perfekt ist die Welt dann leider auch wieder nicht, meiner Meinung nach hapert es nämlich noch ein wenig am Feinschliff. Gut, der Move soll portabel sein – dennoch würde ihn nicht weiter als bei mir in den Garten tragen. Schuld daran ist das hohe Gewicht. Zwar gibt es einen Griff, dennoch wird das Gerät dadurch nicht leichter. Noch dazu finde ich den Sound nicht immer perfekt.

Mir war der Move einfach zu schwer. Deshalb finde ich nach wie vor, dass dieses Produkt höchstens für die Verwendung im Garten oder auf dem Balkon geeignet ist.

Hier kommt auch schon der Roam ins Spiel, mit dem der Hersteller einen komplett anderen Weg geht. Er ist um eine ganze Ecke kompakter und auch viel leichter als das größere Geschwister. Warum mir dieser Ansatz für einen tragbaren Lautsprecher mehr zusagt, lest ihr nun in diesem Testbericht.

Unboxing und Ersteinrichtung

Doch bevor es mit der Verwendung losgeht, muss das Gerät erst ausgepackt und eingerichtet werden.

Die Verpackung ist überraschend klein, es handelt sich um einen hellen Karton mit einigen Bildern und Aufschriften. Im Grunde ist die Box kaum größer als der Lautsprecher selbst. Um an den Inhalt zu kommen, sind die Laschen auf der Unterseite zu entfernen. Sonos legte nur die notwendigsten Dinge bei, einmal den Speaker selbst in einem Stoffmantel, ein kompakter Quick-Start-Guide und Kleingedrucktes und ein USB-C-Kabel zum Laden des Roams.

Sonos Roam Unboxing

Das findet ihr in den beiden Boxen. (Bild: TechnikNews)

Für meinen Test bekam ich auch die separat zu erwerbende Ladestation. Die Schachtel von dieser sieht mehr oder weniger gleich wie die des Lautsprechers selbst aus, auch hier sind wieder die Siegel zu entfernen, um diese zu öffnen. Hier sind die Ladestation, ein Netzteil und noch ein USB-C-Kabel mit dabei. Hier haben wir dann auch schon den ersten Kritikpunkt: Warum wird ein Netzteil nicht auch beim Sonos Roam direkt mitgeliefert? Nicht jeder wird sich diese Ladestation kaufen, da wäre das schon praktisch gewesen. Die Firma bietet zwar eines im Onlineshop an, welches aber noch einmal 19 Euro kostet.

Die initiale Einrichtung findet in der App von Sonos statt, welches es für iOS, iPadOS, Android, Windows und macOS gibt. Wichtig ist, dass man die S2-App nimmt, da die andere nur mit älteren Modellen kompatibel ist. Der Prozess selbst ist sehr einfach und sollte nicht länger als 15 Minuten in Anspruch nehmen. Beim Öffnen der App sollte erscheint im Regelfall ein Pop-Up mit der Aufforderung zum Einrichten, sofern sich beide Geräte finden. Ansonsten lässt sich der Kopplungsprozess über die Einstellungen in der App starten. Danach spielt der Roam einen Sound für die Herstellung der Verbindung. Im Anschluss wird eine Verbindung zum heimischen WLAN hergestellt und etwaige Updates installiert. Ist das abgeschlossen, steht dem Musikgenuss nichts mehr im Weg.

Design und Verarbeitung

Wie ihr zu diesem Zeitpunkt bestimmt schon bemerkt habt, haben wir hier einen sehr kleinen Lautsprecher. Der Roam ist nur 168 Millimeter hoch und 62 Millimeter breit, mit nur 430 Gramm ist er auch sehr leicht. Durch die ergonomische Form kann das Gerät sehr gut mit einer Hand getragen werden. Er passt auch in Taschen jeder Größe – der Transport gestaltet sich also in jedem Fall sehr angenehm, egal, wo und wie man das Teil mitnimmt. Ich erwischte mich oft auch dabei, wie ich das Ding in die Hosentasche steckte und dabei durchs Haus lief. Der Nachteil ist hier aber, dass kein Resonanzkörper vorhanden und der Sound dadurch minimal schlechter ist. Sonos bietet den Lautsprecher in zwei verschiedenen Farbvarianten an, einmal in Weiß, einmal in Schwarz.

Sonos Roam Formfaktor

Kompakt ist der Sonos Roam allemal. (Bild: TechnikNews)

Alle wichtigen Steuerungsmöglichkeiten wurden auf der Oberseite, welche aus Silikon besteht, platziert. Dort gibt es Buttons zum Starten und Stoppen der Wiedergabe und zum Regeln der Lautstärke. Weiters hat sich hier ein Knopf für einen Sprachassistenten versteckt, der Nutzer kann in der App zwischen dem Google Assistant und Amazon Alexa wählen. Der Druckpunkt der Tasten ist an sich sehr weich. Man muss allerdings etwas Kraft aufwenden, um diese auszulösen.

Ein Drittel der Seiten wird von dem Lautsprecher-Gitter eingenommen. Links sind vier Noppen angebracht, welche zum Hinstellen des Roams gedacht sind. Im Grunde ist man bei der Aufstellung des Zylinders aber rechts flexibel, da er auf allen Seiten gleich stabil steht. Die Silikon-Schicht auf der Unterseite versteckt die Spulen fürs kabellose Aufladen mit der Qi-Technologie. Entweder verwendet man hier das Accessoire von Sonos oder man greift auf Ladepads zurück, die den Standard unterstützen. Auf der Rückseite haben wir dann noch einen USB-C-Anschluss und den Powerbutton, der auch als Pairing-Knopf fungiert.

Meine Meinung zur Verarbeitung ist zweigeteilt. Im Grund macht der Sonos Roam einen robusten Eindruck. Er ist noch dazu gegen Stöße geschützt und wurde auch gegen das Eindringen von Wasser konzipiert, wobei wir es mit einer IP67-Zertifizierung zu tun haben. Der Lautsprecher soll es dank dieser 30 Minuten in ein Meter tiefem Wasser aushalten. So weit, so gut, bei der Ober- und Unterseite mit dem Silikon bin ich aber ein wenig skeptisch. Es schließt nicht bündig mit den Seiten des Roams ab und es ist ein kleiner Spalt zwischen der Silikon-Schicht und dem restlichen Gehäuse erkennbar. Ob diese Teile beim Auftreffen auf scharfkantige Oberflächen oder Elemente unversehrt bleiben, wage ich zu bezweifeln.

Verbindungsmöglichkeiten

An Verbindungsmöglichkeiten mit einem Smartphone, Tablet oder Computer mangelt es definitiv nicht. Für jede nur denkbare Situation ist die passende Option dabei.

Wie eingangs schon erwähnt, hat man für den Betrieb im Zuhause WLAN zur Verfügung. Damit ist dann einerseits die Steuerung über die Sonos-App möglich. Dort bekommt man Zugriff auf jeden nur vorstellbaren Musikdienst, man kann einfach und schnell Multiroom-Konfigurationen erstellen und den Klang über Equalizers regeln. Zusätzlich kann man das „SoundSwap“-Feature mit anderen in der App hinterlegten Sonos-Lautsprechern nutzen. „SoundSwap“ funktioniert so, dass man mit dem Roam zu einem anderen Lautsprecher geht, die Play/Pause-Taste drückt und die Wiedergabe automatisch an das jeweilige andere Produkt weitergegeben wird. Bei solchen Funktionen bin ich in der Regel skeptisch (looking at you, HomePod mini), aber hier wurde ich echt positiv überrascht, wie zuverlässig das Ganze funktioniert.

Sonos Roam App

Screenshots: TechnikNews

Eine gute Alternative zur Sonos-App ist AirPlay 2. Hiermit hat man den großen Vorteil, dass das nativ in Apple-Geräten integriert ist und der Sound von jeder beliebigen App kommen kann. Zudem ist auch die Kopplung mit Produkten anderer Hersteller, die den Standard unterstützen, ebenfalls möglich. Negativ fiel mir häufiger auf, dass es hier und da noch zu einigen Kinderkrankheiten kommt. Beispielsweise passierte es öfters, dass nach einer kurzen Pause die Wiedergabe nur bei einem Glied der Verbindung fortgesetzt wird.

Sonos Roam AirPlay

Der Sonos Roam lässt sich auch über AirPlay 2 ansteuern. (Screenshots: TechnikNews)

Für die Situationen, wo es keine WLAN-Verbindung gibt, muss Bluetooth 5 herhalten. Ich glaube, hier besteht nicht viel Erklärungsbedarf, man koppelt das Smartphone oder ein anderes Gerät und startet die Wiedergabe. Der Roam und ein Wiedergabegerät fanden sich in meinem Test immer sehr zügig und es kam kein einziges Mal zu Abbrüchen. Etwas nervig ist nur der Wechsel von Bluetooth- auf WLAN-Betrieb. Der Roam erscheint nämlich nicht automatisch in der App oder für AirPlay, wenn er via Bluetooth verbunden ist. Man wird dazu gezwungen, entweder den Roam neu zu starten oder das Bluetooth am Wiedergabegerät zu deaktivieren.

Akkulaufzeit und Ladestation

Als mobiles Gerät benötigt der Sonos Roam einen Akku und der Hersteller gibt 10 Stunden als dessen Laufzeit an. Ich machte aber die Erfahrung, dass oft schon nach acht Stunden bei einer Lautstärke von ungefähr 50 Prozent Schluss war. Das ist doch eine größere Abweichung, die eigentlich nicht sein dürfte. Mit den immer noch anhaltenden (Teil-)Lockdowns und anderen Einschränkungen fiel das aber nicht so stark ins Gewicht. Nach zirka 1,5 Stunden ist der Sonos Roam dann wieder voll aufgeladen, wobei es mit kabellosem Laden etwas länger dauert.

Sonos Roam Ladestation

Bild: TechnikNews

Kommen wir nun endlich auf Sonos’ eigene Ladestation zurück. Wie schon erwähnt, wird diese getrennt verkauft, wobei ich finde, sie sollte ein Teil des Lieferumfangs für einen kleinen Aufpreis sein. Sie hat die Form des Roams und haftet magnetisch auf der Unterseite von diesem und ist perfekt für den Betrieb daheim geeignet. Man hat trotz Verwendung immer einen vollen Akku und das Ganze sieht auch eleganter als ein angestecktes Kabel aus.

Klang

Im Vorfeld war ich sehr auf den Sound gespannt. Wie man nämlich beim HomePod mini sah, kann der Klang ganz ordentlich sein, selbst wenn das Gehäuse, das die Treiber beherbergt, nicht so geräumig ist. Zudem ist der Roam mehr oder weniger doppelt so teuer, was die Erwartungen noch einmal anhebt.

Mein Eindruck von der Klangqualität ist hier auch ähnlich wie bei der Konkurrenz von Apple. Diese ist perfekt für die Größe, allerdings kann der Roam mit größeren Lautsprechern einfach nicht mithalten – und will das auch gar nicht. Trotzdem können kleinere Räume ohne Schwierigkeiten beschallt werden. Und: Er ist bei gleicher Lautstärke hörbar kräftiger als der Apple HomePod mini.

Für Testzwecke hörte ich wieder einmal bei einigen Liedern ein wenig genauer hin. Folgende Erkenntnisse konnte ich dabei gewinnen:

  • Teeth von 5 Seconds of Summer (Pop): Hier ist der Bass sehr kräftig und zugleich zurückhaltend. Dreht man ganz laut auf, fängt er aber ein wenig zu übersteuern an. Selbst die leisesten Gitarrentöne kommen schön rüber und die Stimmen klingen in Ordnung.
  • Dead To Me von Whales und Fraxo (EDM): Dieser Song zeichnet sich durch die verschiedenen Lautstärken in verschiedenen Abschnitten aus. Diese Unterschiede sind immer bemerkbar, laute und auch leise Stellen sind sehr klar und natürlich. Bei größeren Speakern reißt einen das Lied immer noch mehr mit, wenn man die Größe im Hinterkopf behält, kann man hier aber auch mit dem Roam zufrieden sein.
  • Turn Around von Alltta (Rap): Auch hier passte alles. Der Bass hämmert ordentlich, dennoch verzerren die Stimmen und die höheren Töne nicht. Zusätzlich kommen kleine Details im Hintergrund gut zur Geltung.

Was auf jeden Fall noch toll gewesen wäre, ist 360-Grad-Sound. Grund dafür ist, dass man unterwegs den Lautsprecher zum Beispiel nicht optimal hinstellt oder dass man sich im Garten ständig bewegt. Da wäre es trotzdem toll, wenn man direkt von der Musik beschallt wird. Alles in allem muss sich der Sonos Roam überhaupt nicht verstecken, trotz des kompakten Formfaktors werden herausragende Töne produziert.

Preise und Verfügbarkeit

Der Roam ist bei Sonos direkt, bei Amazon, bei MediaMarkt und an einigen weiteren Orten erhältlich. Die UVP für den Lautsprecher liegt bei 179 Euro. Ein separates Netzteil ist für 19 Euro zu haben, für die Ladestation müsst ihr 49 Euro auf den Tisch legen.

Sonos Roam: Fazit

Die Vermarktung des Sonos Move passt in meinen Augen eher zum Sonos Roam. Versteht mich nicht falsch, ich finde es gut, dass man auch mit dem Move nicht auf eine Steckdose und WLAN angewiesen ist, aber ich würde den Lautsprecher einfach auch nicht mitnehmen. Der Roam ist hingegen klein und leicht und kann somit selbst in der Hand transportiert werden. Dabei hat man sogar bis zu acht Stunden Wiedergabezeit, bevor er wieder an die Steckdose oder an die Powerbank muss.

Der kleine Lautsprecher bringt einige Dinge mit, die mir sehr gut gefielen. Darunter die Ladestation für daheim, die Vielzahl an Verbindungsmöglichkeiten, der hervorragende Klang im Hinblick auf den komprimierten Platz im Gehäuse und „SoundSwap“. Eine kleine Liste an Kritikpunkten habe ich auch. Auf dieser stehen unter anderem die Zubehör- und Lieferumfang-Politik, die Verarbeitung der Silikonoberflächen und die Überschätzung der Akkulaufzeit.

Insgesamt ist der Sonos Roam ein treuer Begleiter für unterwegs und ein guter Zusatz für ein bereits bestehendes Sonos-System.

Wir bedanken uns für die Bereitstellung des Sonos Roam, des Sonos One und der Ladestation für den Roam.

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David Haydl

David wohnt in Graz und ist nun schon seit mehr als drei Jahren bei TechnikNews. Seit Kurzem trägt er auch den Titel des Chefredakteurs, worauf er total stolz ist. Er versorgt die Seite regelmäßig mit News, Testberichten und dem TechnikNews Weekly, dessen Einführung seine Idee war. In seiner Freizeit liest er gelegentlich, hört viel (und eindeutig zu laut) Musik und einige Podcasts zu allen möglichen Themen zwischendurch und geht gerne Laufen. Die restliche Zeit, die dann noch übrig bleibt, genießt er mit seiner bezaubernden Freundin oder vor der laufenden Glotze.

David hat bereits 959 Artikel geschrieben und 102 Kommentare verfasst.

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