KGM Torres EVX im Test: Schickes Offroad-Design mit Software-Heimweh

Aus der südkoreanischen Marke Ssangyong wurde KG Mobility, kurz KGM. Mit dem Torres EVX schicken die Koreaner ein Fahrzeug ins Rennen, das optisch ordentlich was hermacht und den robusten Offroad-Vibe voll ausspielt. Doch wie viel Technik steckt wirklich unter der Haube, und kann er mit der Konkurrenz im Jahr 2026 mithalten? Wir haben den Stromer im Alltag und auf der Langstrecke getestet.
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- 1 tl;dr: Eigentlich ganz solide, aber die Software…
- 2 Videobericht:
- 3 Design: Harte Schale, vertrauter Kern
- 4 Innenraum: Ein Ort der vertrauten Moderne
- 5 Technische Daten: Solide, aber schwächelt beim Laden.
- 6 Akku und Laden: Die Krux mit der Geschwindigkeit
- 7 Fahren: Komfortabel, aber mit Traktionsschwäche
- 8 Software und Assistenz: Licht und Schatten
tl;dr: Eigentlich ganz solide, aber die Software…
Der KGM Torres EVX punktet 2026 mit einem markanten Offroad-Design und einem hochwertigen Innenraum, der verblüffend stark an Hyundai erinnert. Die Assistenzsysteme sind absolute Spitzenklasse und arbeiten souverän. Massive Abzüge gibt es jedoch bei der Elektromobilitäts-Kernkompetenz: Die Ladeleistung ist mit maximal 120 kW (trotz Vorheizung) nicht mehr zeitgemäß, und das Fehlen einer Laderoutenplanung sowie einer App-Steuerung ist im Jahr 2026 ein echtes K.O.-Kriterium für Langstreckenfahrer. Ein schicker Lifestyle-SUV für den Alltag, aber technisch mit Nachholbedarf.
Videobericht:
Design: Harte Schale, vertrauter Kern
Optisch ist der Torres EVX ein echtes Statement. Das Offroad-Design mit den markanten Linien und der bulligen Front wirkt frisch und abenteuerlustig. Wer jedoch einsteigt, erlebt ein Déjà-vu. Der Innenraum, das Layout der Bildschirme und sogar viele Icons in den Anzeigen sowie die Logik der Bedienung erinnern verblüffend stark an aktuelle Hyundai-Modelle.
Interessanterweise gibt es laut KGM keine offizielle Verbindung zum Hyundai-Konzern. Man scheint sich hier schlichtweg an den Besten der Branche orientiert zu haben, was grundsätzlich nichts Schlechtes ist, da die Ergonomie dadurch sehr hoch ausfällt. Die Knöpfe auf dem Lenkrad sehen den in einem vergleichbaren Hyundai oder Kia, aber wirklich sehr ähnlich. Ob sich hier die Kompetenz intern vielleicht doch geteilt wird?
Innenraum: Ein Ort der vertrauten Moderne
Sobald man im KGM Torres EVX Platz nimmt, vergisst man schnell das kantige Äußere und findet sich in einer digitalen Welt wieder. Das Herzstück des Cockpits ist ein elegantes Panorama-Display, das zwei 12,3-Zoll-Bildschirme unter einer gemeinsamen Glasfläche vereint. Was hier sofort ins Auge springt, ist die verblüffende Ähnlichkeit zu den aktuellen Interieurs von Hyundai und Kia. Das Layout, die gewählten Schriftarten und vor allem die Gestaltung der Icons in den Menüs wirken wie eine 1:1-Kopie der großen koreanischen Mitbewerber. Auch wenn KGM offiziell keine Verbindung zum Hyundai-Konzern pflegt, fühlt sich die Bedienung, vom Wischen durch die Kacheln bis hin zur Logik der Untermenüs, fast identisch an.
- Bild: TechnikNews
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Die Mittelkonsole ist als „schwebendes“ Element ausgeführt, was nicht nur modern aussieht, sondern auch massig Stauraum im unteren Bereich für Taschen oder Ladekabel schafft. Die Fahrstufen werden über einen kleinen, haptisch ansprechenden Kippschalter gewählt, der ebenfalls an das minimalistische Design moderner EVs erinnert. Kupferfarbene Akzente und Ambientelicht-Leisten im Armaturenbrett verleihen dem Raum eine edle Note, die gut mit den robust wirkenden Kunstleder-Oberflächen harmoniert.
Technische Daten: Solide, aber schwächelt beim Laden.
Technisch setzt KGM beim Torres EVX auf ein solides, wenn auch konservatives Fundament. Angetrieben wird das knapp 4,72 Meter lange SUV von einem Permanentmagnet-Synchronmotor an der Vorderachse. Dieser leistet 152 kW (207 PS) und liefert ein maximales Drehmoment von 339 Nm. Damit sprintet der Wagen in etwa 8,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h – ein ordentlicher Wert für ein Fahrzeug dieser Größenordnung, das leer bereits knapp 2 Tonnen auf die Waage bringt. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 175 km/h elektronisch abgeregelt. Besonders für Camper interessant: Der Torres EVX darf beachtliche 1,5 Tonnen ziehen (gebremst) und verfügt über eine Vehicle-to-Load (V2L) Funktion, mit der externe Geräte mit bis zu 3,3 kW versorgt werden können.
Platzangebot: Gut aber nichts besonderes.
In puncto Platzangebot spielt der Torres EVX seine SUV-Gene voll aus. Vorne sitzt man auf belüfteten und beheizten Sitzen äußerst bequem, während im Fond selbst bei großgewachsenen Passagieren keine Knie-Not aufkommt. Der Kofferraum ist mit einem Volumen von über 700 Litern ein echtes Ladewunder und lässt sich durch das Umklappen der Rücksitze auf fast 1.700 Liter erweitern, ideal für den aktiven Lifestyle. Trotz dieser physischen Stärken bleibt jedoch ein digitaler Wermutstropfen: Die Software wirkt zwar optisch „fertig“ und reagiert flüssig, lässt aber im Jahr 2026 essenzielle Komfortfunktionen vermissen. Es gibt keine Streamingdienste für Ladepausen, keine App-Steuerung für das Vorheizen aus der Ferne und das integrierte TomTom-Navigationssystem verweigert hartnäckig eine intelligente Laderoutenplanung. Wer längere Strecken fährt, muss hier also auf externe Smartphone-Apps zurückgreifen, da der Wagen zwar weiß, wo er hinwill, aber nicht, wo er dafür am besten Strom fasst.
Akku und Laden: Die Krux mit der Geschwindigkeit
Beim Energiespeicher vertraut KGM auf Expertise aus China: Verbaut ist eine 73,4 kWh (netto) LFP Blade Battery von BYD. Diese Zellchemie gilt als extrem langlebig und sicher, hat aber bekanntermaßen ihre Tücken bei Kälte. Zwar verfügt der Torres EVX über eine Vorheizfunktion, doch im Test enttäuschte diese. Selbst nach einer über 30-minütigen Vorheizphase am Weg zum Schnelllader kletterte die Ladeleistung nie über 110 kW. In einer Zeit, in der 200 kW+ der Standard sind, ist das 2026 schlicht zu wenig und macht Ladestopps unnötig lang.
- Bild: TechnikNews
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Fahren: Komfortabel, aber mit Traktionsschwäche
Das Fahrwerk ist sehr weich abgestimmt, was den Torres EVX zu einem gemütlichen Cruiser macht. Aber Vorsicht bei Regen: Das hohe Drehmoment in Kombination mit dem Frontantrieb sorgt bei nasser Straße oft für durchdrehende Reifen. Das Regelsystem greift hier deutlich grober ein als bei der Konkurrenz, was gerade für Elektro-Umsteiger gewöhnungsbedürftig sein kann.
Verbrauch und Reichweite
Sommer: 18–19 kWh / 100 km
Winter-Alltag: ca. 21 kWh / 100 km
Autobahn (120 km/h): ca. 23 kWh / 100 km
Reale Reichweite: ca. 340 – 350 km auf unseren Teststrecken.
Software und Assistenz: Licht und Schatten
Während die Assistenzsysteme (Lenkassistent, Abstandsregeltempomat) wie eine perfekte Kopie der exzellenten Hyundai-Systeme wirken und souverän mitlenken, ist das Infotainment eine Baustelle. Es gibt keine App-Steuerung, keine Streamingdienste und, das schlimmste ist aber das es keine Laderoutenplanung gibt. Das integrierte TomTom-Navi findet zwar Ziele, ignoriert aber den Ladestand des Akkus. Ein absolutes No-Go für ein Elektroauto im Jahr 2026. Hier muss KGM dringend nachbessern.





