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Volvo XC60 T8 PHEV (2026) im Test: Kann der Bestseller überzeugen?

Volvo XC60 Beitragsbild
Bild: Volvo Deutschland
(Beitragsbild: © 2026 Volvo Deutschland)

Es gibt Autos, die kommen und gehen, ohne dass man sich an sie erinnert. Und dann gibt es den Volvo XC60. Seit seinem Debüt im Jahr 2008 hat dieses Premium-SUV nichts anderes getan, als die Schweden aus Göteborg in die obere Liga zu hieven. Die erste Generation, ein Wagnis im damals von BMW und Mercedes dominierten Segment der Mittelklasse-SUVs, verkaufte sich über eine Million Mal. Der XC60 etablierte ein neues Verständnis von skandinavischem Premium: weniger martialisch als die Modelle der deutschen Wettbewerber, dafür mit klarer Linie, herausragender Sicherheit und einem Hauch jener typisch nordischen Lässigkeit, die sich nicht aufzwingt.

2017 folgte die zweite Generation auf der gemeinsam mit dem Flaggschiff XC90 entwickelten SPA-Plattform. Sie ließ den Vorgänger optisch wie technisch alt aussehen und wurde prompt zum „Goldenen Lenkrad”-Sieger sowie zum „Europäischen Auto des Jahres”-Finalisten Seitdem ist der XC60 für Volvo das, was der 911 für Porsche ist: das tragende Modell, der Brot- und Butter-Bestseller, der jährlich rund 200.000 Mal weltweit verkauft wird und damit die Hälfte aller Volvo-Verkäufe ausmacht.

Nun sind wir im Jahr 2026 und schauen uns das aktuelle Modell an: ein nochmals geschärftes Facelift, das die Verbrennertechnik konsequent in die Elektroära überführt. Auf dem Prüfstand steht die Speerspitze: der XC60 T8 Plug-in-Hybrid in der Ausstattungslinie „Ultra Dark” mit 250 PS Benziner und einem 156 PS starken Hinterachs-Elektromotor sowie einer Lithium-Ionen-Batterie, die für ordentlich elektrische Reichweite gut sein soll. Das klingt nach einem Pflichtkauf für all jene Dienstwagenfahrer, die die 0,5-Prozent-Versteuerung mitnehmen wollen. Aber taugt der Schwede auch jenseits der Steuertabelle? Wir haben den Volvo zwei Wochen lang gefahren: im Berufsverkehr, auf der Autobahn und auf kurvigen Landstraßen. Hier sind unsere Ergebnisse.

Volvo XC60 vs XC90

Bild: Carsized.com

 

Fazit (TL;DR) zum Volvo XC60 T8 PHEV: Zurecht ein Bestseller

Der Volvo XC60 T8 Plug-in-Hybrid ist kein Sportgerät – und das will er auch gar nicht sein. Er ist ein souveränes, intelligentes und durchdachtes Familien- und Dienstwagen-SUV mit einem klaren Konzept: Wer regelmäßig lädt, kann im Alltag fast vollelektrisch fahren, hat auf der Langstrecke aber trotzdem die Reichweite und Souveränität eines starken Verbrenners. Mit dem neuen 18,8-kWh-Akku und einer realen elektrischen Reichweite von circa 75 Kilometern ist er endlich dort angekommen, wo Plug-in-Hybride hingehören.

Natürlich ist das fehlende DC-Schnellladen ein Wermutstropfen, die Aufpreisliste verlangt Disziplin und wer maximale Fahrdynamik sucht, ist mit dem BMW X3 wahrscheinlich besser beraten. Wer hingegen Komfort, Sicherheit, Hightech-Infotainment und eine solide elektrische Reichweite zum Pendeln sucht, findet im XC60 T8 einen der besten Plug-in-Hybride der Premium-Mittelklasse. Für Dienstwagenfahrer ist er dank 0,5-Prozent-Regelung ohnehin gesetzt. Meine klare Kaufempfehlung gilt der Variante mit Vier-C-Luftfahrwerk und Bowers-&-Wilkins-Soundsystem. Wer sich diese Konfiguration leistet, vergisst BMW, Mercedes und Audi schnell.

 

Stärken und Schwächen des Volvo XC60 T8 PHEV:

 

Stärken:

  • Üppige elektrische Reichweite von realistisch bis zu 75 km dank 18,8-kWh-Batterie
  • Druckvoller Antrieb mit 407 PS und 4,9-Sekunden-Sprint auf 100 km/h
  • Erstklassige passive und aktive Sicherheit, Volvo-typisch
  • Komfortables Fahrwerk, besonders mit Vier-C-Luftfederung
  • Hochwertiger, warm gestalteter Innenraum mit Wohlfühlcharakter
  • Google-Infotainment mit unbegrenztem Datenvolumen für vier Jahre
  • 0,5-Prozent-Regelung für Dienstwagen dank EAER city über 80 km

 

Schwächen:

  • Kein DC-Schnellladen möglich
  • Onboard-Charger nur mit 6,4 kW AC, Konkurrenz teils stärker mit 11 kW AC
  • Lange Aufpreisliste, sehr gut ausgestattete Modelle schnell über 90.000 Euro
  • Hohes Leergewicht von 2,15 Tonnen spürt man in engen Kurven

 

Volvo XC60 Front

Bild: Volvo Deutschland

 

Design und Exterieur des Volvo XC60 T8 PHEV: Klassisch schwedisch und zeitlos schön

Optisch bleibt der XC60 seiner Linie treu, und das ist gut so. Während die deutsche Konkurrenz bei jedem Facelift expressivere Grills und aggressivere Lichtsignaturen hinzufügt, wirkt der Schwede nach fast acht Jahren auf dem Markt erstaunlich frisch. Die Proportionen stimmen einfach: lange Motorhaube, kurzer hinterer Überhang, eine Seitenlinie ohne unnötige Falten. In der Ultra-Dark-Ausstattung kommen schwarz lackierte Designelemente an Fensterumrandungen, Dachreling und Spiegelkappen hinzu, wodurch der Wagen eine sportlichere Note erhält, ohne in Tuner-Manier zu kippen. Auch die Black Edition des Schweden-SUV kann sich sehen lassen.

Vorn dominiert der neu gezeichnete Frontgrill im Volvo-Iron-Mark-Dark-Design, flankiert von den unverkennbaren LED-Scheinwerfern „Thors Hammer Active High Beam”, die in der Ultra-Linie serienmäßig mit adaptiver Leuchtweitenregulierung ausgestattet sind. Die Heckleuchten ziehen sich klassisch C-förmig die D-Säule entlang. Serienmäßig rollen 20-Zoll-Räder im 5-Y-Speichen-Design mit Diamantschnitt-Finish. Gegen saftige Aufpreise sind auch 21- oder 22-Zoll-Felgen erhältlich. Unser Testwagen trägt die 21-Zöller aus dem Premium-Paket. Damit sieht er erwachsen aus, allerdings gehen die größeren Felgen etwas zulasten des Komforts. Mit einer Länge von 4,71 Metern, einer Breite von 1,90 Metern ohne Spiegel und einer Höhe von 1,66 Metern positioniert sich der XC60 punktgenau zwischen dem BMW X3 und dem X5.

 

Platzangebot: Vorne fürstlich, hinten solide

Vorne profitieren auch Erwachsene jenseits der 1,85 Meter von guter Beinfreiheit. Der Radstand von 2,87 Metern sorgt dafür, dass selbst auf langen Etappen niemand klagt. Die Kopffreiheit ist ohne Panorama-Glasschiebedach üppig bemessen. Mit dem Glasdach des Testwagens schrumpft sie etwas, reicht für die meisten jedoch aus. In der Ultra-Variante gehört das Panorama-Glasschiebedach mit elektrischem Sonnenschutz zum Standard, ebenso die erweiterte Ambientebeleuchtung mit beleuchteten Türablagen, Ausstiegsleuchten und Fußraumbeleuchtung hinten.

Auf Kurzstrecken können drei Erwachsene auf der Rückbank sitzen. Auf längeren Reisen stellt jedoch der Mitteltunnel einen Schwachpunkt dar, da hier der Allradantrieb seinen Tribut fordert. Die hinteren Sitze lassen sich im Verhältnis 40/60 umklappen und verfügen in den höheren Ausstattungslinien über eine elektrische Absenkung der Kopfstützen. Es gibt drei ISOFIX-Aufnahmen für Kindersitze und optional integrierte Zwei-Stufen-Kindersitze im Fond – ein Detail, das besonders Familien zu schätzen wissen.

 

Kofferraum: Praktisch, aber kein Rekordhalter

Der Gepäckraum fasst 468 Liter bei aufgestellter Rückbank, was im Vergleich zu den Mitbewerbern eher durchschnittlich ist. Ein BMW X3 schluckt etwas mehr, ein Audi Q5 ist ähnlich dimensioniert. Klappt man die Rückbank um, wächst das Volumen auf 1.528 Liter (gemessen nach VDA-Methode).

Die Ladekante liegt auf bequemen 61,6 Zentimetern über dem Boden. Eine elektrische Heckklappe ist ab der Core-Ausstattung serienmäßig vorhanden und lässt sich per Fußkick öffnen. Praktisch sind das Trennnetz, die klappbaren Verzurrösen und der Edelstahl-Ladekantenschutz, die es ab der Ausstattungsvariante Plus gibt.

 

Innenraum des Volvo XC60 T8 PHEV: Wohnzimmer mit Wohlfühlatmosphäre

Wer einsteigt, merkt sofort: Hier herrscht eine Wohlfühlatmosphäre. Die Armaturentafel ist im Ultra-Dark in Lederoptik mit Kontrastnähten bezogen, die Materialien sind durchweg hochwertig, die Spaltmaße akkurat. Die Designeinlage „Natural Driftwood”, eine fein gemaserte Echtholzapplikation, schafft eine warme Atmosphäre, wie sie in deutschen Premium-SUVs oft fehlt. Hier sitzt man nicht in einem Cockpit, sondern in einem skandinavisch eingerichteten Wohnzimmer auf Rädern.

Die Sitze sind ein klassischer Volvo-Triumph. Selbst die serienmäßigen Komfortsitze mit Nordico-Bezug aus einer Kombination von Vinyl und Ledernachbildung bieten exzellenten Halt und Langstreckenkomfort. Die optionalen Nappaleder-Komfortsitze mit aktiver Belüftung und Massagefunktion aus dem Premium-Paket sind ein Genuss. Der Schalthebel aus schwedischem Kristallglas von Orrefors ist nicht nur ein Hingucker, sondern auch haptisch fein und angenehm zu bedienen. Er ist in den höheren Ausstattungslinien serienmäßig dabei. Die digitale Instrumentierung der zweiten Generation mit 12,3-Zoll-Display und integrierter Navi-Anzeige ist gestochen scharf und der hochkant montierte 11,2-Zoll-Touchscreen ist zwar nicht mehr ganz so monumental wie zum Marktstart, aber ausreichend dimensioniert und reagiert flott.

 

Infotainment & Konnektivität: Der Vorteil, früh auf Android gesetzt zu haben

Volvo war einer der ersten Hersteller, der konsequent auf Google Automotive Services setzte, und dieser Schritt zahlt sich aus. Google Maps als Bordnavigation funktioniert ausgezeichnet, der Google Assistant versteht natürliche Sprachbefehle erstaunlich präzise, und über den Play Store lassen sich Apps wie Spotify, Waze oder YouTube Music direkt nachladen. Apple CarPlay und Android Auto sind serienmäßig ab Essential dabei und kabellos integriert.

Das Connect-Plus-Paket beinhaltet vier Jahre lang unbegrenztes Datenvolumen für Karten-Updates, App-Downloads und Streamingdienste, ein echtes Plus gegenüber Wettbewerbern, die bereits nach einem Jahr zusätzliche Kosten verlangen. Die Over-the-Air-Updates halten das System auf dem neuesten Stand und über die Volvo-Cars-App stehen alle Remote-Funktionen zur Verfügung – von der Ver- und Entriegelung über die Fahrzeugortung bis hin zum Fahrtenbuch. Vier USB-C-Anschlüsse, ein induktives Smartphone-Ladesystem in der Mittelkonsole und DAB+ runden das Paket ab. Ein kleiner Kritikpunkt ist die hochkantorientierte Bedienlogik, die eine Eingewöhnungsphase erfordert. Manche Funktionen sind tiefer im Menü versteckt als bei BMWs iDrive.

 

Soundsystem: Bowers & Wilkins macht den Unterschied

Wer Wert auf guten Klang legt, sollte beim XC60 nicht beim serienmäßigen High-Performance-Sound mit 220 Watt und zehn Lautsprechern bleiben. Das ab Plus-Ausstattung serienmäßige Audiosystem „Premium Sound by Harman Kardon” bietet mit 600 Watt, 14 Lautsprechern, Fresh-Air-Subwoofer und Dirac-Unison-Soundoptimierung einen klaren, ausgewogenen Klang.

Die wahre Klangoffenbarung ist jedoch das optional erhältliche Bowers-&-Wilkins-System mit 1.410 Watt, 15 Lautsprechern, doppellagigen Aluminium-Nautilus-Hochtönern, Continuum-Membran-Mitteltönern und vier wählbaren Room-Modes, darunter „Studio”, „Jazz Club” und „Gothenburg Concert Hall”. Diese Konfiguration ist im großen Premium-Paket enthalten und gehört zu dem Besten, was im Automobilbau verbaut wird. Die Mehrkosten von über 2.600 Euro sind zwar erheblich, doch Audiophile erhalten hier mehr als bei manchem zehnmal so teuren Wohnzimmer-Setup.

 

Assistenzsysteme des Volvo XC60 T8 PHEV: Viele Helfer, wenig Bevormundung

Volvo verspricht seit Jahren, dass niemand mehr in einem ihrer Fahrzeuge zu Tode kommen soll, und der XC60 unterstreicht diesen Anspruch mit einem dichten Sicherheitsnetz. Ab Werk ist das Safety-Assistance-Paket mit automatischem Notbremssystem an Bord, das Fahrzeuge, Fahrradfahrer, Fußgänger und Großtiere erkennt. Außerdem gehören ein Kreuzungsbremsassistent, ein Notbremsassistent bei Gegenverkehr, ein aktiver Spurhalteassistent, eine Oncoming Lane Mitigation mit Lenkeingriff, eine Road Edge Detection und eine Road Sign Information dazu. Hinzu kommen Advanced Driver Distraction Warning und ein Fahrer-Monitoring-System.

Ab der Ausstattungslinie Plus oder ab Core mit dem Fahrerassistenz-Paket für 1.000 Euro kommt Pilot Assist hinzu: ein Spurführungsassistent mit adaptiver Geschwindigkeitsregelanlage bis 130 km/h inklusive Emergency Stop Assist. Optional ist das Driver-Awareness-Paket mit BLIS-Totwinkelassistent, Cross Traffic Alert und Heckaufprallabschwächung erhältlich. In der Praxis arbeitet der Pilot Assist ruhig und vorhersehbar, hält den Wagen sicher in der Spur und regelt die Distanz harmonisch. Es reicht nicht an die Hands-off-Systeme von BMW oder Mercedes heran, ist aber verlässlich und bevormundet weniger als manche koreanische Konkurrenz.

 

Sicherheit: Volvos heiliges Versprechen

Beim Thema passive Sicherheit spielt Volvo in der obersten Liga mit. Zur Serienausstattung gehören sieben Airbags, ein zweistufiges Auslösesystem, ein Knieairbag für den Fahrer, das Schleudertrauma-Schutzsystem WHIPS mit Durchtauchschutz auf allen Sitzplätzen, energieabsorbierende Sitzpolsterungen sowie Run-off Road Protection mit automatischer Türentriegelung und Notruf über Volvo On Call.

Im Euro-NCAP-Crashtest erzielt der XC60 traditionell Bestwerte. Im Falle einer Kollision wird die Hochvoltbatterie automatisch deaktiviert. Das Acoustic Vehicle Alerting System sorgt dafür, dass Fußgänger und Radfahrer das leise schleichende SUV im Elektrobetrieb bis 20 km/h hören. Der Intelligent Speed Assist piept seit der EU-Vorgabe bei jeder echten oder vermeintlichen Tempoüberschreitung. Das lässt sich zum Glück einfach über das Lenkrad pro Fahrt deaktivieren, kehrt aber bei jedem Neustart zurück. Wer mit der Familie unterwegs ist, findet hier ingesamt eines der sichersten SUVs auf dem Markt.

 

Komfort: Wo der Schwede seinen stärksten Trumpf ausspielt

Komfort ist die Domäne des XC60, vor allem in Verbindung mit dem optionalen Vier-C-Luftfahrwerk aus dem großen Premium-Paket. Die kontinuierlich geregelte Dämpfung filtert Querfugen und Bodenwellen mit einer Souveränität, die selbst die Premiumkonkurrenz mit Adaptivfahrwerk neidisch macht. Ohne Luftfederung, also mit Stahlfedern, ist das Fahrwerk straffer und auf den 21-Zöllern unseres Testwagens spürbar holpriger. Es gibt auch eine Einstellung, bei der sich das Fahrzeug beim Verlassen über die Luftfederung absenkt, um das Ausladen von Gegenständen aus dem Kofferraum zu erleichtern.

Die Klimaautomatik regelt die Belüftung getrennt für Fahrer und Beifahrer und verfügt über zusätzliche Düsen im Fond. Über die Volvo-Cars-App lässt sich der Innenraum vorklimatisieren, was bei einem Plug-in-Hybrid besonders sinnvoll ist, da die Standheizung serienmäßig elektrisch betrieben wird. Im Sommer wie im Winter ein klarer Punkt für die Schweden. Die Akustikverglasung für die Seitenfenster, die bei unserem Testwagen für 990 Euro mit an Bord war, dämpft Wind- und Abrollgeräusche so wirkungsvoll, dass bei Geschwindigkeiten unter 130 km/h auf der Autobahn eine Bibliotheksstimmung herrscht.

 

Antrieb des Volvo XC60 T8 PHEV: 407 PS und One-Pedal-Driving

Hier kommt das Herzstück. Der T8 AWD kombiniert einen 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner mit 250 PS und 360 Nm auf der Vorderachse mit einem 156 PS und 309 Nm starken Elektromotor an der Hinterachse. Daraus resultiert ein elektronisch erzeugter Allradantrieb, der je nach Fahrmodus die Antriebsmomente variabel verteilt. Das SUV erreicht eine Systemleistung von 407 PS, die es in nur 4,9 Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigt. Damit unterbietet er die meisten Hybrid-Konkurrenten deutlich: Ein BMW X3 30e xDrive braucht über sechs Sekunden, ein Mercedes GLC 400e schafft 5,6 Sekunden. Nur der Range Rover Velar PHEV und der Porsche Cayenne E-Hybrid schlagen den Schweden auf dem Papier.

Leider ist die Höchstgeschwindigkeit elektronisch auf 180 km/h begrenzt. Rein elektrisch fährt der XC60 immerhin bis 140 km/h. Das Achtgang-Automatikgetriebe arbeitet im Hybridbetrieb harmonisch, die Übergänge zwischen Verbrennungsmotor und Elektromotor sind weich. Vier Fahrmodi stehen zur Wahl: Hybrid, Pure (rein elektrisch), Power (maximale Performance mit beiden Antrieben) und Off Road. Im Sportmodus (Power) reagiert das Setup mit echter Power. Im Hybridmodus fährt der Wagen überwiegend elektrisch, solange Strom vorhanden ist. Eine „One-Pedal-Drive”-Funktion lässt sich im Menü aktivieren, dann verzögert der Wagen beim Lupfen des Gaspedals bis zum Stillstand und rekuperiert kräftig Strom in die Batterie.

Volvo XC60 Antrieb

Bild: Volvo Deutschland

 

Batterie: Endlich groß genug für den Alltag

Das große Highlight des Facelifts ist die Lithium-Ionen-Hochvoltbatterie mit einer nominalen Kapazität von 18,8 kWh, wovon 14,7 kWh nutzbar sind. Das ist ein guter Wert im Wettbewerbsumfeld. Ein Mercedes GLC 300 e beispielsweise zieht seine Reichweite aus 31,2 kWh, ist aber auch deutlich teurer. Ein Audi Q5 TFSI e nutzt etwa 14,4 kWh und ein BMW X3 30e knapp 12 kWh. Die maximale Betriebsspannung des Volvo-Akkus beträgt 400 Volt.

Volvo gewährt acht Jahre oder 160.000 Kilometer Garantie auf die Batterie, je nachdem, was zuerst eintritt. Das entspricht dem Marktstandard und ist weder geizig noch übermäßig großzügig. Wichtig ist, dass die Restkapazität nicht unter 70 Prozent fällt, sonst greift die Garantie nicht. In der Praxis halten moderne Lithium-Ionen-Akkus erfahrungsgemäß deutlich länger, sofern sie nicht regelmäßig vollständig geladen und entladen werden.

Volvo XC60 Batterie

Bild: Volvo Deutschland

 

Fahrdynamik und Handling: Schwer, aber erstaunlich agil

Mit einem Leergewicht von 2.150 Kilogramm ist der XC60 T8 kein Leichtgewicht. Doch der tiefe Schwerpunkt der Batterie im Mitteltunnel und die gute Achslastverteilung helfen ihm in Kurven. Mit dem Vier-C-Luftfahrwerk fährt der Volvo souverän, neigt sich kontrolliert und folgt Lenkbefehlen präziser, als man es einem so hohen SUV zutraut. Die Lenkung ist gefühlvoll abgestimmt, erreicht aber nicht ganz die Präzision eines BMW X3. Wer es sportlich mag, ist beim Bayern besser aufgehoben. Wer hingegen Komfort, Souveränität und entspanntes Reisen sucht, findet im XC60 einen treuen Begleiter.

Im Power-Modus arbeiten Verbrenner und E-Motor zusammen, was zu einem wuchtigen Antritt aus jeder Lebenslage führt. Die elektrische Hinterachse drückt aus dem Stand mit voller Kraft, während der Vierzylinder vorne im hohen Drehzahlbereich nahtlos übernimmt. Im Hybrid-Modus regelt die Elektronik klug, welcher Antrieb genutzt wird, und im reinen Elektromodus (Pure) ist das SUV bis 140 km/h flott unterwegs. Die maximale Anhängelast beträgt gebremst beachtliche 2.250 Kilogramm bei zwölf Prozent Steigung. Damit kann der XC60 mühelos einen Pferdeanhänger oder ein Wohnmobil ziehen. Hier reiht er sich an der Spitze der Plug-in-Hybride ein.

 

Verbrauch & Reichweite des Volvo XC60 T8 PHEV : Wer lädt, spart wirklich

Hier wird es wie immer bei Plug-in-Hybriden heikel. Volvo gibt den gewichteten WLTP-Verbrauch mit 1,6 bis 3,5 Litern Benzin und 12,5 bis 13,6 kWh Strom pro 100 Kilometer an. Diese Werte sind im Verbrauchszertifikat zwar traumhaft, in der Realität aber nur erreichbar, wenn die Batterie konsequent geladen wird. In unserem Test waren es bei vollem Akku im Hybridbetrieb eher 3,0 bis 4,0 Liter Benzin pro 100 Kilometer. Die CO₂-Emissionen liegen kombiniert bei 59 bis 80 g/km, die CO₂-Klasse ist B.

Mit entladener Batterie als reiner Verbrenner zeigt der WLTP-Test 6,5 bis 7,3 Liter pro 100 Kilometer. In unserem Test auf der Autobahn bei zügigen 140 bis 150 km/h pendelten wir uns bei etwa 7,3 bis 8,0 Litern ein und in der Stadt, wo wir häufig rekuperierten und die elektrische Unterstützung des leeren Akkus aus dem Generatorbetrieb des Verbrenners nutzten, bei rund 6,5 bis 7,0 Litern. Wer den XC60 also als reinen Verbrenner ohne Lademöglichkeit nutzt, fährt einen 2,15 Tonnen schweren SUV mit 407 PS, der zwischen sieben und acht Litern verlangt – ein Wert, den auch andere Plug-in-Hybride dieser Klasse aufweisen. Ehrlich gesagt: Wer keine Wallbox hat oder nicht regelmäßig lädt, sollte sich diese Antriebsform nicht antun. Sie taugt dann weder ökologisch noch ökonomisch.

Volvo XC60 Verbrauch

Bild: TechnikNews

 

Reichweite: 75 km elektrisch, und das realistisch

Mit voller Batterie sind die WLTP-Reichweiten von 77 bis 79 Kilometern im kombinierten Betrieb und 91 bis 96 Kilometern im innerstädtischen Betrieb nicht aus der Luft gegriffen. In unserem Praxistest erreichten wir im gemischten Stadt- und Überlandbetrieb bei moderaten Temperaturen von etwa 15 Grad realistische 65 bis 70 Kilometer im rein elektrischen Betrieb. Bei reinen Stadtfahrten waren bis zu 75 Kilometer drin.

Auf der Autobahn bei Tempo 130 schrumpft die Reichweite auf 45 bis 50 Kilometer. Dies ist den physikalischen Gesetzen der zunehmenden Luftreibung geschuldet. Wenn der Tank und die Batterie beide bis zum Anschlag voll sind, sollte eine Gesamtreichweite von über 900 Kilometern kein Problem sein.

Volvo XC60 Reichweite

Bild: TechnikNews

 

Laden: Zuhause gut, unterwegs ausbaufähig

An der heimischen Wallbox oder der städtischen Ladesäule mit 11 kW lädt der XC60 T8 in rund drei Stunden mit maximal 6,4 kW von null auf voll; an einer haushaltsüblichen Schuko-Steckdose mit 6 Ampere oder 10 Ampere dauert es entsprechend länger, etwa sieben Stunden. Das mitgelieferte Mode-3-Ladekabel ist sechs Meter lang und arbeitet dreiphasig mit 16 Ampere.

DC-Schnellladen ist nicht vorgesehen, was am öffentlichen Ladepunkt ein echter Nachteil ist. Andere Hersteller wie Mercedes mit dem GLC 300 e oder Range Rover Velar bieten mittlerweile bis zu 60 kW Gleichstromladung an, was unterwegs an Schnellladern in 20 Minuten den Akku füllt. Volvo bietet als Zubehör eigene Wallboxen mit 22 kW Leistung an, sowohl mit fest installiertem Kabel als auch mit Buchse, jeweils inklusive Konnektivität zur Volvo-Cars-App. Wer ein Recharge-Paket bestellt, erhält zusätzlich einen Load Balancer für den Lastausgleich im Haus.

Volvo XC60 Ladend

Bild. Volvo Deutschland

 

Preis & Garantie des Volvo XC60 T8 PHEV: Premiumfeatures sind aufpreispflichtig

Volvo bietet den XC60 mit T8 Allradantrieb ausschließlich in den höheren Ausstattungslinien an. Die Black Edition Plus bildet mit einem Preis von 74.490 Euro die Basis, gefolgt von der Plus Bright oder der Plus Dark für 78.690 Euro. Die Black Edition Ultra kostet 79.490 Euro und der von uns getestete Ultra Dark bzw. Ultra Bright 83.290 Euro. Wer das volle Premium-Paket mit Luftfahrwerk, Bowers-and-Wilkins-Soundsystem und Massagesitzen ordert, kommt schnell auf 92.000 bis 93.000 Euro. Das ist viel Geld, aber im Wettbewerbsvergleich nicht außergewöhnlich hoch. Ein vergleichbar ausgestatteter BMW X3 30e xDrive erreicht ähnliche Werte, ein Mercedes GLC 400 e in der Vollausstattung sogar deutlich über 90.000 Euro. (Alle Preise in diesem Artikel sind Stand Mai 2026 und inklusive 19 % Mehrwertsteuer.)

Volvo gewährt zwei Jahre Werksgarantie ohne Kilometerbegrenzung, acht Jahre Garantie auf die Hochvoltbatterie, zwölf Jahre Durchrostungsgarantie und zwei Jahre Lackgarantie. Wer den Schutz erweitern möchte, kann die Volvo Schweden Garantie mit Reparaturkostenversicherung abschließen, die ab 459 Euro für ein Jahr erhältlich ist.

Der T8 erfüllt die Bedingungen für die 0,5-Prozent-Dienstwagenregelung, da die elektrische Reichweite innerorts mit 91 bis 96 Kilometern deutlich über der Schwelle von 80 Kilometern liegt, was ihn steuerlich besonders attraktiv macht. Das ist für Selbstständige und Geschäftsführer ein gewichtiges Argument.

Volvo XC60 Alt und Neu

Bild: Volvo Deutschland

Vielen Dank an Volvo Deutschland für die Bereitstellung des Volvo XC60 T8 PHEV für diesen Testbericht.

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Kasimir Hupe

Kasimir ist 29 Jahre alt und studierte nach seinem Bachelor in Technikjournalismus im Master Digitale Kommunikation und Medieninnovation. Er begeistert sich sehr für Smartphones, Wearables und das Thema Mobilität. Hier bei Techniknews testet er besonders gerne die neuesten Elektroautos, Plug-in-Hybride und Verbrenner für euch.

Kasimir hat bereits 32 Artikel geschrieben und 1 Kommentare verfasst.

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