Vivo V70 im Test: Gutes Smartphone mit wenigen Schwächen

Das Vivo V70 ist ein Smartphone, das auf den ersten Blick vieles richtig macht: schlankes Gehäuse, ZEISS-Kamera, starkes Display – und das alles für 599 Euro. Klingt gut, oder? Ich habe das V70 die vergangenen Wochen ausgiebig im Alltag genutzt und kann sagen: Es ist tatsächlich ein gutes Gerät, aber eben kein perfektes. Wo Vivo punktet, wo es schwächelt und ob sich der Kauf am Ende lohnt, erfährst du in meinem Testbericht.
Fazit zum Vivo V70
Das Vivo V70 ist ein solides Mittelklasse-Smartphone mit ein paar echten Stärken. Das Display ist hervorragend, die Hauptkamera mit ZEISS-Optik liefert gute Ergebnisse und das Design wirkt deutlich hochwertiger als in dieser Preisklasse üblich. Gleichzeitig gibt es aber auch echte Schwächen. Der Snapdragon 7 Gen 4 ist für den aufgerufenen Preis von 599 Euro zu schwach, die Ultraweitwinkel-Kamera enttäuscht und der Vibrationsmotor fühlt sich billig an. Wer ein gutes Alltagsgerät mit starker Kamera und schönem Display sucht und Performance nicht an erster Stelle setzt, bekommt hier ein empfehlenswertes Gerät – aber eben kein uneingeschränktes.
Design & Haptik
Wenn ich das Vivo V70 aus der Tasche hole, schauen die Leute meistens kurz hin. Und das sagt schon einiges. Mit gerade einmal 7,4 mm ist es erstaunlich dünn, und trotz des großen Akkus bringt es nur 187 Gramm auf die Waage. Das merkt man sofort beim Draufnehmen – es wirkt fast zu leicht für das, was drin steckt. Der Aluminiumrahmen ersetzt das Plastik des Vorgängers und das macht sich definitiv im Handling bemerkbar: kantig, fest, hochwertig.
- Bild: TechnikNews
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Die Rückseite besteht leider nach wie vor aus Kunststoff, ist aber sauber verarbeitet und hinterlässt keinen billigen Eindruck. Farblich stehen Dir Schwarz und Grau zur Auswahl – unaufgeregt, aber zeitlos. Das Gerät ist nach IP68 und IP69 zertifiziert, was in dieser Klasse keine Selbstverständlichkeit ist und im Alltag einfach beruhigt.
Display
Displays kann Vivo einfach – das ist keine neue Erkenntnis und das V70 bestätigt es erneut. Das 6,59-Zoll-AMOLED-Panel löst mit 1.260 × 2.750 Pixeln auf, was einer Pixeldichte von rund 459 ppi entspricht. Die 120-Hz-Bildwiederholrate sorgt für flüssige Animationen, auch wenn es sich technisch nur um ein LTPS-Panel handelt, das zwischen 60, 90 und 120 Hz umschaltet. Was mich aber am meisten beeindruckt hat, ist die Helligkeit. Im Auto-Modus sind Inhalte auf dem Bildschirm selbst bei direkter Sonneneinstrahlung noch problemlos ablesbar. Farben werden je nach gewähltem Modus schön natürlich wiedergegeben, was mir persönlich sehr gut gefällt.
Software
Mit dem V70 hält OriginOS 6 erstmals Einzug in Vivos internationale Mittelklasse – und das ist ein echter Schritt nach vorn. Die Animationen fühlen sich deutlich responsiver an als beim alten FuntouchOS, mit subtilen Bounce-Effekten und Bewegungen, die eng an die Gestengeschwindigkeit angepasst sind. Das klingt nach Marketing-Sprech, fällt im Alltag aber tatsächlich positiv auf. Vivo verspricht vier große Android-Updates sowie zusätzlich zwei Jahre Sicherheits-Updates – für die Mittelklasse kein Rekordwert, aber völlig in Ordnung. Vorinstallierte Apps gibt es leider einige, die sich nicht alle deinstallieren lassen. Das ist ein altbekanntes Ärgernis, das Vivo bis heute nicht abgestellt hat.
Performance
Unter der Haube werkelt der Snapdragon 7 Gen 4 aus dem Hause Qualcomm. Mit dazu bekommst Du 8 GB RAM und 256 GB internen Speicher. Im Alltag läuft das V70 flüssig und ohne spürbare Hänger. Apps öffnen schnell, Multitasking funktioniert problemlos. Unter hoher CPU-Last zeigt das Gerät kein thermisches Throttling – beim GPU-Stresstest verliert es hingegen einen spürbaren Teil seiner Grafikleistung. Das merkt man beim intensiven Gaming, im normalen Alltag aber kaum. Für den aufgerufenen Preis von 599 Euro hätte ich mir dennoch mehr gewünscht. Xiaomi, POCO und Redmi bieten in diesem Preisbereich teils deutlich mehr Rohleistung. Das ist ein echter Kritikpunkt, den ich nicht kleinreden möchte.
Akku
Die Akkulaufzeit gehört klar zu den Stärken des V70. Der 5.400-mAh-Akku lässt sich mit bis zu 90 Watt schnellladen – von 0 auf 70 Prozent in etwa 30 bis 35 Minuten, voll geladen in circa 60 bis 70 Minuten. Bei einer Screen-on-Time von durchschnittlich vier Stunden habe ich am Ende des Tages noch rund 65 Prozent Akku übrig. Das Netzteil liegt leider nicht im Lieferumfang – das ist bei einem 599-Euro-Gerät wirklich schwer zu rechtfertigen. Kabelloses Laden wird nicht unterstützt.
Kamera
Auf der Rückseite findet eine Triple-Kamera Platz, die folgendermaßen aufgestellt ist:
- 50 Megapixel Hauptkamera – f/1.9
- 8 Megapixel Ultraweitwinkel-Kamera – f/2.2
- 50 Megapixel Telekamera – f/2.7
Die Hauptkamera macht sehr gute Fotos, die mich in vielen Situationen wirklich überrascht haben. Guter Kontrast, verlässlicher Weißabgleich und dieser typische Vivo-Look mit einem angenehmen Farb-Pop, ohne dabei übertrieben zu wirken. Der Dreifach-Zoom ist für ein Mittelklassegerät bemerkenswert gut. Recht enttäuscht bin ich leider von der Ultraweitwinkel-Kamera. Bei guten Lichtbedingungen ist sie zwar hin und wieder zu gebrauchen, aber schon dann föllt eine geringe Schärfe sowie ein hohes Rauschlevel negativ auf. Sobald es dunkler wird, ist sie gar nicht mehr zu gebrauchen. Selfies sehen wiederum sehr ansprechend aus.
Sonstiges
Der Ultraschall-Fingerabdrucksensor ist ein echtes Highlight – diese Technologie war bislang meist Flaggschiffen vorbehalten und bietet schnelleres und zuverlässigeres Entsperren als optische Sensoren in dieser Preisklasse. Ich war angenehm überrascht, wie gut er auch mit feuchten Fingern funktioniert.
Die Lautsprecher klingen ordentlich und laut genug für den Alltag, missen aber spürbar die Tiefe im Bass – für Musik mit Substanz greife ich lieber zu Kopfhörern. Der Vibrationsmotor ist leider – wie immer bei Vivo in diesem Preisbereich – eine Enttäuschung. Das Feedback fühlt sich billig und wenig präzise an, was bei einem 600-Euro-Gerät einfach nicht sein darf. Hier ist die Konkurrenz von Xiaomi oder Google deutlich weiter.



