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Chessnut Move im Test: Das Schachbrett der Zukunft

Chessnut Move Spielbereit
Bild: TechnikNews
(Beitragsbild: © 2026 TechnikNews)

Das digitale Zeitalter macht vor nichts halt. Auch nicht vor Erfindungen, welche im Ursprung schon Jahrtausende zurückliegen. Das wird anhand des Move-Schachbretts von Chessnut besonders deutlich. Figuren selber setzen oder gar selber aufstellen gehört nun der Vergangenheit an. In diesem Bericht zeige ich Euch was passiert, wenn man ein altes Brettspiel mit neuer Technik vereint.

tl;dr

Das Chessnut Move ist mehr als nur eine coole Spielerei. Für mich ist es die größte Revolution im Schach seit der Einführung von Zeituhren um 19. Jahrhundert – auch dazu hat Chessnut ein neues Produkt, welches wir Euch vielleicht auch noch vorstellen werden. Der Preis von aktuell mindestens $ 719,00 passt zum Gesamtbild. Die Figuren haben eine gute Qualität, das Schachbrett wird laufend mit Updates versorgt und schon das Auspacken vermittelt eine Premiumqualität. Die Kontraseiten in unserem Test waren eine leicht vom Move gelöste Seitenverkleidung und ein äußerst selten auftauchendes „Verfahren“ der Figuren. Softwareseitig würden wir uns noch wünschen die Spielfiguren auch händisch setzen zu können, wenn man online gegen Gegner oder Freunde rund um den Globus spielt und das die KI ganz banal auch gegen sich selbst spielen könnte. Quasi als magische Deko für zu Hause. Die Geräuschkulisse der fahrenden Bauern, Türmen, Läufern und Co. liegt bei circa 52 dB im Betrieb.

Unboxing

Mit dem ersten Blick kann ich wirklich sagen, die Verpackung ist einem Produkt dieser Preisklasse würdig. Auf der Vorderseite wird glänzend geschrieben worum es geht, darunter die wichtigsten Funktionen kurz erläutert und dezent im Hintergrund ein angedeutetes Schachbrett. Bei der Rückseite geht es minimalistischer mit der Inhaltsangabe weiter. Dazu zählen 34 Schachfiguren (2x Dame) mit 4 weiteren Bases und das dazugehörige Ladepad, das Schachbrett, zwei USB-C-Kabel, ein Schraubendreher und eine Kurzanleitung auf Englisch.

Figuren und Ladepad

Öffnen wir die zwei Siegel des Kartons, kommen zunächst die Schachfiguren zum Vorschein. Alle einzeln nach Farbe und Funktion verpackt. Die Figuren wiegen kaum was, geben aber ein gutes Gefühl beim Setzen. Sie bestehen immer aus zwei teilen: Die Holzfigur an sich und die daran angeschraubte Base, welche aufgeladen wird und sich dann mit ihren zwei Rädern bewegen kann. Letztere ist natürlich ein elektrisches Bauteil, welches früher oder später Verschleiß aufweisen wird. Für den Fall legt Chessnut vier weitere Bases bei, auf die die Figur mit drei Schrauben schnell und einfach befestigt werden kann. Dann braucht man die neue Base nur noch per App zu konfigurieren.

Das Ladepad, welches sich optisch dem Produkt super anfügt, liefert auch technisch ab. Es können alle 34 Schachfiguren simultan geladen werden. Für jeden einzelnen Slot zeigt eine LED farblich an, ob der Ladevorgang noch im Gange oder abgeschlossen ist. Ganz nebenbei bekommt man hin und wieder eine kleine „Lightshow“ zu sehen. Einziger kleiner Kritikpunkt ist die Schnittstelle zwischen Ladepad und Base der Figuren. Es ist kein wireless Laden in dem Sinne, dass man die Figur egal wie draufstellen kann. Es gibt nur eine richtige Position, die klar aber etwas fummelig ist, wenn man versucht die Figuren im Akkord draufzusetzen.

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Das Move-Schachbrett

Das Herzstück kommt unter einer weiteren Schutzschicht zum Vorschein, dessen Knöpfe zum Versand besonders geschützt sind. Vier Knöpfe sind es an der Zahl. Mit den beiden Linken kann das Brett und die Bluetoothverbindung an/aus geschaltet werden. Die Rechten haben da schon ein paar Funktionen mehr:

M-Knopf:

  • Wählt die zu spielende Seit aus (auch beide Seiten sind möglich)
  • Lässt die Bot-Stärke in 8 Stufen auswählen
  • Ein Spiel beenden
  • Das Schachbrett Symbol leuchtet, wenn ein Bot-Spiel gespielt wird

Konfigurations-Knopf:

  • Stellt alle Figuren in die Eröffnungsposition
  • Das Licht mit dem Bauern leuchtet Rot, wenn eine oder mehrere Figuren unter 20 % Ladestand haben

Das Spielfeld hat für jedes Feld eine Leuchte. Diese zeigt zu Beginn des Spiels die Seitenwahl und die Schwierigkeitsstufe an. Während des Spiels zeigen sie den Zug des Bot-Gegners oder den im Schach stehenden König. Das Brett ist insgesamt 63 cm x 52 cm groß und 2,5 cm hoch. Das reine Spielfeld ist 45,4 cm x 45,4 cm groß. Die restlichen Zentimeter füllen die Seiten mit Chessnut-Logo aus, auf die die Figuren fahren, wenn sie geschlagen werden. Das allgemeine Design vom Brett wirkt sehr hochwertig, bis auf eine Sache mit großem impact: Die Seitenverkleidung hat sich an einer Stelle in unserem Test bereits nach kurzer Zeit leicht gelöst. Hier muss unbedingt besserer Kleber verwendet werden.

Funktionen

Zunächst sei gesagt, dass natürlich auch gespielt werden kann, wenn das Brett aus ist. Es ist nicht so, dass irgendwelche Magneten von den Spielfiguren ein normales Spiel verhindern würden. Anders als man vielleicht denken könnte, bewegen sich die Figuren nämlich nicht mit Magneten, sondern mit Rädern von denen jede Base zwei Stück hat. Wir wollen aber selbstverständlich die „Zauberei“ sehen und schalten das System ein. Dabei erkennt es sofort alle Figuren auf dem Feld und per Knopfdruck fahren sie alle innerhalb von ca. 48 bis 27 Sekunden (je nachdem wie man sie positioniert) in ihre richtige Startposition. Generell wird sich aber nur geradeaus bewegt, das heißt die Figuren fahren, bleiben stehen, drehen sich und fahren weiter. Kurven werden nicht gefahren. Ein Highlight gegenüber nicht „smarten“ Schachbrettern bietet außerdem das Setzen der Figuren per Stimme. Klar, Schach ist nicht gerade fordernd für die Muskeln und es damit noch bequemer zu machen grenzt an Arbeitsverweigerung – einfach G2 G3 zu sagen damit sich mein Bauer von selbst bewegt gibt aber irgendwie ein Gefühl von Macht ;). Die Sprachsteuerung funktioniert aktuell auf 32 Sprachen und solange man deutlich spricht auch zuverlässig.

Offline gegen Bot spielen

Es gibt mehrere Möglichkeiten zu spielen. Beim Spiel offline-Spiel gegen Bots wählt man seine Seite und die Schwierigkeitsstufe mit den Tasten am Brett, ganz ohne Handyverbindung. Dann beginnt die Runde und Weiß macht den ersten Zug. Innerhalb von 2 Sekunden nach dem Zug vom Menschen zieht die KI nach. Das hat auch nie Probleme gemacht, im Gegenteil. Selbst im niedrigsten Schwierigkeitsgrad hat die KI kaum Fehlzüge gemacht. Zwar wurden die Züge etwas schlechter, wie ein Mensch aber mal was zu übersehen, das macht die KI ungern.

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App

Präzisere Einstellungen und weitere Spielmodi lassen sich per App konfigurieren. Die Bluetoothverbindung gelingt in sekundenschnelle und mögliche Updates werden nach Teilen einer WLAN-Verbindung ebenfalls installiert. Das User-Interface ist sehr aufgeräumt: Alle Möglichkeiten der App sind in Kacheln gegliedert und schnell gefunden.

Spiel gegen Bot

Mit der obersten Kachel kann man sein Spiel gegen einen Bot folgendermaßen einstellen. Zunächst wählt man aus einer von drei Schach-Engines (Maia, Stockfish, Lc0), dann die Schach-Variante (Standard, Schach960, oder Brett-Editor, mit dem eine Runde in beliebiger Anfangsstellung gespielt werden kann). Außerdem kann man sich für eine Seite entscheiden oder zufällig eine zugeteilt bekommen und bei Bedarf Minuten pro Zug bzw. ein Inkrement festlegen. Bezüglich des Hauptthemas, der KI, lassen sich verschiedene ELO-Stufen auswählen und wie viele Züge im Voraus der Computer schon seinen nächsten Zug planen soll.

Online-Spiel

Natürlich können wir über Plattformen wie Lichess.org oder Chess.com auch online gegen Gegner (oder Freunde) auf der ganzen Welt spielen. Dabei müssen die Figuren für mich unverständlicherweise zwar weiterhin über das per Bluetooth verbundene Handy digital gesetzt werden, immerhin bewegen sich die Figuren daraufhin aber auch in echt.

Weitere Funktionen

Über die App lassen sich auch noch Analysen erstellen, vergangene Spiele ansehen und Zug für Zug analysieren und ein Uhrenspiel starten. Auch einen Karriere-Modus gibt es, in dem man das Ziel verfolgt, seine ELO in immer schwereren Matches gegen Bots zu steigern. Der interessanteste alternative Spielmodus war für mich jedoch der „Rätsel-Modus“. Dabei wird ein Brett erstellt, für das man dann den nächsten besten Zug für die gefragte Farbe finden muss. Feedback gibt die App dazu.

Spiel- und Ladedauer

Mit dem elektrischen Brett kann man bei voller Ladung ca. 12 Stunden spielen, zum Aufladen von 0 auf 100 Prozent braucht es 3 Stunden. Die Figuren brauchen mit dem Ladepad ca. 2,20 Stunden um vollzuladen und halten dann für etwa 17,5 Stunden reine Spielzeit durch. Diese wären am Ende nämlich auch das Bottleneck, da man das Move beim Spielen laden kann und die Spielfiguren nicht, auch wenn man sie dann natürlich noch händisch setzen kann.

Preis und Verfügbarkeit

Aktuell gibt es das Chessnut Move nur auf der offiziellen Chessnutech.com Website und das in zwei Versionen. Diese unterscheiden sich aber nur in Holz- oder Plastikfiguren und damit im Preis.

Vielen Dank an Chessnut für die Bereitstellung des Chessnut Move, um diesen zu testen. Dies hat unsere Meinung nicht beeinflusst!

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Benedikt Behrling

Benedikt ist 23 Jahre alt und auf Berichte im Bereich der Mobilität für TechnikNews spezialisiert. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um zwei- oder vierrädrige Fahrzeuge handelt. Zusätzlich widmet er sich technischen Produkten des täglichen Lebens und analysiert Trends und Innovationen über verschiedene Technikfelder hinweg.

Benedikt hat bereits 34 Artikel geschrieben und 1 Kommentare verfasst.

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