BYD Dolphin Surf im Test: Elektro-Kleinwagen mit viel Potenzial

Mit dem BYD Dolphin Surf, möchte der chinesische Autobauer in Europa durchstarten, was die Absatzzahlen betrifft. Ob ihm das so einfach gelingen wird? Das und einiges mehr haben wir in unserem Alltagstest des Dolphin Surf für unter 25.000 Euro angesehen. Kann BYD das schaffen, was Volkswagen erst 2026/2027 mit dem ID.Polo vor hat?
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- 1 tl;dr: Günstigster BYD mit mehr Anspruch als ein reines Spar E-Auto
- 2 Videobericht:
- 3 Design: Unauffällig modern statt mutig experimentell
- 4 Innenraum: Modernes Layout mit klaren Sparmaßnahmen
- 5 Software: Viel Funktionsumfang, wenig Feinschliff
- 6 Fahrgefühl: Komfort steht klar im Fokus
- 7 Verbrauch und Laden: Alltagstauglich umgesetzt
- 8 Fazit: Günstig positioniert, nicht billig gemacht
tl;dr: Günstigster BYD mit mehr Anspruch als ein reines Spar E-Auto
Der BYD Dolphin Surf ist aktuell das günstigste Modell im europäischen BYD Portfolio und soll künftig sogar in Europa für den europäischen Markt produziert werden. Im Test zeigt er sich als alltagstauglicher Elektrokleinwagen mit ordentlicher Reichweite, guter Serienausstattung und einem insgesamt erwachsenen Fahreindruck. Im Vergleich zum Dacia Spring, dem bisher günstigsten neu erhältlichen Elektroauto, positioniert sich der Dolphin Surf klar eine Klasse darüber. Seine Schwächen liegen bei Software und Materialanmutung, insgesamt bietet er jedoch deutlich mehr Substanz als klassische minimal Lösungen.
Videobericht:
Design: Unauffällig modern statt mutig experimentell
Der BYD Dolphin Surf setzt optisch auf Zurückhaltung und genau das dürfte vielen Käufern gefallen. Das Design ist modern, freundlich und klar auf eine breite Zielgruppe ausgelegt. Kompakte Abmessungen, kurze Überhänge und sauber gezeichnete LED Leuchten machen ihn zum idealen Begleiter im urbanen Umfeld. Statt wie ein klassisches Sparmodell aufzutreten, wirkt der Dolphin Surf erstaunlich erwachsen und alltagstauglich. Im direkten Wettbewerbsumfeld positioniert er sich sichtbar über reinen Einstiegs Elektroautos, ohne dabei optisch in höhere Fahrzeugklassen vorzudringen. Schließlich ist der ehemalige Lamborghini und Audi Chefdesigner beim Dolphin Surf fürs Design verantwortlich.
- Bild: TechnikNews
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Praktisch zeigt sich auch der vorne links platzierte Ladeanschluss, der im Alltag gut erreichbar ist. Der Kofferraum fällt für diese Fahrzeugklasse ordentlich aus und reicht problemlos für Einkäufe oder kurze Wochenendtrips.
Innenraum: Modernes Layout mit klaren Sparmaßnahmen
Im Innenraum präsentiert sich der Dolphin Surf übersichtlich und zeitgemäß. Das zentrale, wie bei jedem BYD drehbare, Infotainment Display dominiert das Cockpit und sorgt für einen modernen Ersteindruck. Die Darstellung ist scharf und die grundlegende Bedienung schnell erlernbar. Bei den Materialien wird jedoch deutlich, dass BYD hier konsequent kostenoptimiert hat. Harte Kunststoffe sind nahezu überall zu finden, wirken aber sauber verarbeitet und solide montiert.
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Die Sitze bieten ausreichend Komfort für den täglichen Einsatz und auch im Fond überrascht das Platzangebot positiv. Gerade hier zeigt sich, dass der Dolphin Surf mehr sein will als nur ein günstiges Stadtauto und durchaus als kompakter Allrounder durchgeht.
Software: Viel Funktionsumfang, wenig Feinschliff
Die größte Schwäche des Dolphin Surf bleibt die Software. Das Infotainment System bietet zahlreiche Funktionen, wirkt dabei aber nicht immer ausgereift. Menüstrukturen sind teils unnötig verschachtelt und die Reaktionszeiten könnten spürbar schneller sein. Over the Air Updates sind grundsätzlich vorgesehen, aktuell wirkt die Weiterentwicklung jedoch noch etwas zurückhaltend.
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Im Vergleich zu sehr einfachen Systemen wie etwa im Dacia Spring bietet BYD deutlich mehr Komfort und Technik, bezahlt diesen Vorsprung aber mit höherer Komplexität und sichtbarem Optimierungsbedarf im Detail. Apple CarPlay und Android Auto sind serienmäßig kabellos und funktionieren ziemlich zufriedenstellend.
Fahrgefühl: Komfort steht klar im Fokus
Auf der Straße zeigt sich der BYD Dolphin Surf angenehm entspannt. Das Fahrwerk ist komfortabel abgestimmt und passt hervorragend zum Stadtverkehr sowie zu Pendelstrecken. Die Lenkung ist leichtgängig und erleichtert das Rangieren, bietet bei höheren Geschwindigkeiten jedoch wenig Rückmeldung.
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Die getestete Boost Version verfügt über einen Elektromotor mit 65 kW (88 PS) Leistung und 175 Nm Drehmoment. Damit beschleunigt der Dolphin Surf in rund 12 Sekunden von 0 auf 100 km/h und fühlt sich im Alltag deutlich souveräner an als klassische Einstiegsmodelle wie der Dacia Spring 45. Auch auf Landstraße und Autobahn kommt man entspannt voran, solange man keine sportlichen Ambitionen hat. Abgeriegelt wird bei 150 km/h, mehr als ausreichend für diese Fahrzeugklasse.
Im Stadtverkehr punktet der Dolphin Surf mit niedrigen Verbrauchswerten und guter Effizienz. Auf der Landstraße bei winterlichen Temperaturen genehmigt sich der Surf allerdings schon 17 bis 18 kWh / 100 km. Dies ist schon ein hoher Wert für das Gewicht und die Größe des Fahrzeugs. Ein ID.3 liefert mit deutlich mehr Gewicht und mehr Leistung einen ähnlichen Durchschnittsverbrauch. Die Blade Batterie mit rund 44 kWh Kapazität ermöglicht eine WLTP Reichweite von bis zu 427 km, im realistischen Mix sind je nach Fahrweise etwa 300 bis 350 km gut erreichbar. Auf der Autobahn steigt der Verbrauch erwartungsgemäß an, bleibt aber im Klassenvergleich im Rahmen. Wir haben hier 20 kWh / 100 km gemessen bei 120 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit.
Beim Laden zeigt sich der Dolphin Surf praxisnah. AC Laden erfolgt mit bis zu 11 kW, DC Schnellladen mit bis zu 85 kW. Damit sind auch längere Strecken möglich, ohne dass die Ladepausen überhandnehmen. Dennoch ist der Dolphin Surf eher ein Stadt / Land Auto. Anstatt ein Langstreckenfahrzeug.
Fazit: Günstig positioniert, nicht billig gemacht
Der BYD Dolphin Surf ist ein bewusst preislich sehr attraktiv positioniertes Elektroauto, das dennoch den Anspruch eines vollwertigen Fahrzeugs erfüllt. Er bietet spürbar mehr Komfort, Sicherheit und Leistung als zum Beispiel ein Dacia Spring es tut und richtet sich an Käufer, die günstig elektrisch fahren wollen, ohne auf moderne Technik komplett zu verzichten. Deshalb sind auch Systeme wie ACC (Abstandstempomat) und LCC (Lenkassistent) bereits beim günstigsten Modell Serie.
Im direkten Vergleich zum Dacia Spring wird die Marktposition klar. Der Dolphin Surf ist nicht das billigste Elektroauto, bietet dafür aber deutlich mehr Alltagstauglichkeit, Leistung und Ausstattung. Wer ein modernes, effizientes Elektroauto für Stadt und Pendelverkehr sucht und mit Abstrichen bei Software und Materialqualität leben kann, erhält hier ein insgesamt sehr stimmiges Gesamtpaket, welches sich auch ziemlich gut fährt und ein Gefühl von Sicherheit verkörpert.



















