Honor Magic V6 im Test: Dünnes Power-Foldable mit Mega-Akku setzt Maßstäbe

Mit dem Honor Magic V6 startet die mittlerweile sechste Falt-Generation des chinesischen Herstellers. Schon der Vorgänger gehörte zu den ausgereiftesten Foldables auf dem Markt, doch Honor legt noch einmal gewaltig nach: Mehr Akku, robustere Bauweise mit IP69-Zertifizierung und schärfere Displays. Wir haben es getestet.
Dünnes Gehäuse und exzellente Haptik
Foldables mussten lange Zeit rechtfertigen, warum sie so schwer, dick und kompromissbehaftet sind. Beim Honor Magic V6 stellt sich diese Frage im Alltag schlichtweg nicht mehr. Aufgeklappt misst das Gehäuse schmale 4,1 Millimeter abseits des Kamera-Moduls, zugeklappt bewegt es sich je nach Farbvariante zwischen 8,75 und 9,0 Millimetern. Das Gewicht liegt bei rund 224 Gramm, womit es vollkommen auf dem Niveau klassischer Flaggschiff-Smartphones liegt.

Zugeklappt ist das Honor Magic V6 kaum dicker als ein normales High-End-Smartphone (Bild: TechnikNews)
Besonders gelungen ist die rote Farbvariante mit ihrer samtig-weichen Kunstleder-Rückseite, die Fingerabdrücke effektiv verhindert und sich hervorragend anfühlt. Rahmen und Scharnier bestehen aus gebürstetem Aluminium beziehungsweise Edelstahl und wirken extrem hochwertig. Das Edelstahl-Scharnier soll laut Hersteller über 500.000 Faltvorgänge problemlos überstehen. Ein echter Meilenstein ist der Schutzstandard: Das Magic V6 ist nach IP68 und IP69 zertifiziert, womit es nicht nur gegen Staub und Untertauchen geschützt ist, sondern selbst Hochdruck-Wasserstrahlen standhält.
Zwei Top-OLEDs und Stifteingabe auf beiden Seiten
Beim vorderen Außendisplay verbaut Honor ein 6,52 Zoll großes LTPO-OLED-Panel mit einer Auflösung von 2.420 x 1.080 Pixeln und 120 Hertz. Die Displayränder betragen unter zwei Millimeter, wodurch sich das Smartphone geschlossen exakt wie ein gewöhnliches High-End-Gerät bedienen lässt. Aufgeklappt blickt man auf den knapp 8 Zoll großen OLED-Bildschirm 
Das 8 Zoll große Innendisplay bietet extrem flüssige 120 Hertz und Stifteingabe (Bild: TechnikNews)
Der Falz in der Mitte des biegsamen Displays ist im Alltag kaum noch zu sehen und beim Drüberstreichen mit den Fingern kaum spürbar. Zudem überzeugt das Display im Messlabor mit deutlich verbesserten Kontrastwerten bei starkem Umgebungslicht, was die Ablesbarkeit unter direkter Sonneneinstrahlung spürbar optimiert. Eine praktische Neuerung betrifft Produktivnutzer: Die Stifteingabe mit dem optionalen Magic Pen wird nun sowohl auf dem Innen- als auch auf dem Außendisplay voll unterstützt.
Brachiale Performance dank Snapdragon 8 Elite Gen 5
Unter der Haube werkelt Qualcomms aktuellster Top-Prozessor, der Snapdragon 8 Elite Gen 5, flankiert von satten 12 GB bis 16 GB Arbeitsspeicher und 512 GB internem Speicher. In synthetischen Leistungsmessungen wie auch im Alltagsgebrauch absolut zügig: Apps starten ohne Verzögerung, anspruchsvolle Gaming-Titel laufen auf höchsten Einstellungen butterweich und Multitasking stellt das Gerät vor keinerlei Hürden.
Trotz des schmalen Gehäuses leistet das überarbeitete Kühlsystem ganze Arbeit. Bei längerer Volllast drosselt das System deutlich weniger als vergleichbare Flaggschiffe im klassischen Barrenformat, die Hitzeentwicklung bleibt auf ein angenehmes Maß beschränkt.
Überragendes Akku-Monster im Foldable-Segment
Das eigentliche Highlight des Honor Magic V6 ist die enorme Akkukapazität. Dank moderner Silizium-Kohlenstoff-Anode bringt Honor einen gewaltigen 6.660-mAh-Akku im schlanken Faltgehäuse unter. Das ist ein drastischer Sprung gegenüber der Konkurrenz. Im Alltag hält das Magic V6 mühelos zwei Tage ohne Steckdose durch. Selbst intensive Nutzung bringt das Foldable nicht ins Schwitzen.
Auch bei den Ladezeiten setzt Honor Benchmarks im Foldable-Bereich: Kabelgebunden lädt das Smartphone mit bis zu 80 Watt auf. Nach nur knapp 19 Minuten ist der Akku bereits wieder zur Hälfte gefüllt, eine vollständige Ladung benötigt etwa 53 Minuten. Kabellos lässt sich das V6 mit beachtlichen 66 Watt schnellladen.
Starke Hauptkamera, aber Abstriche im Ultraweitwinkel
Das rückseitige Kamera-Trio sitzt in einer markanten, kreisrunden Aussparung, die etwa 5,5 Millimeter aus dem Gehäuse herausragt. Honor setzt hier auf eine durchweg hochauflösende Bestückung:
Hauptkamera: 50 Megapixel, f/1.6, OIS
Ultraweitwinkel: 50 Megapixel, f/2.2
Periskop-Telekamera: 64 Megapixel, f/2.5, OIS, 3-fach optischer Zoom
Selfie-Kameras: Zweimal 20 Megapixel (innen und außen)
Die Hauptkamera liefert knackscharfe Aufnahmen mit hervorragender Detailzeichnung und hoher Dynamik. Auch bei Nacht und schwierigen Lichtverhältnissen hält der Sensor das Rauschen auf einem sehr niedrigen Niveau und fängt viel Licht ein. Das 64-Megapixel-Periskop-Tele mit dreifacher optischer Vergrößerung überzeugt tagsüber ebenfalls auf ganzer Linie mit exzellenter Schärfe und ausgewogenen Farben.
Eine große Auswahl an Fotos mit dem Honor Magic V6 findet ihr hier.
Fällt das Licht jedoch ab, nimmt die Detailtreue des Tele-Objektivs spürbar ab. Enttäuschend bleibt die Ultraweitwinkel-Kamera: Trotz der Nominalladung von 50 Megapixeln wirken die Aufnahmen an den Rändern unscharf, teils leicht überbelichtet und lassen feine Details vermissen.
Software: MagicOS 10 mit Apple-Verknüpfung und Multitasking
Auf dem Magic V6 läuft MagicOS 10 auf Basis von Android 16. Honor verspricht vorbildliche sieben Jahre lang Android-OS-Updates sowie sieben Jahre Sicherheits-Patches. Die Software bietet mächtige Multitasking-Funktionen wie Multi-Flex, mit dem sich Anwendungen frei in der Größe anpassen und verschieben lassen, oder Fast-Flex für schnelle Split-Screen-Ansichten. Allerdings verweigern vereinzelte Apps wie Google Chrome noch die Zusammenarbeit im automatischen Split-Screen.
Neben den üblichen KI-Tools rund um Google Gemini, Anrufübersetzungen und Deepfake-Erkennung sticht Honors Brücke ins Apple-Ökosystem hervor: Das Magic V6 unterstützt Mac-Bildschirmfreigabe, Dateitransfers mit iPhones und MacBooks sowie die Benachrichtigungssynchronisation mit der Apple Watch.
Das Samsung Galaxy Z Fold8 Ultra im Vergleich
In der absoluten Smartphone-Oberklasse muss sich das Magic V6 dem direkten Duell mit dem neuen Samsung Galaxy Z Fold8 Ultra stellen. Das Samsung-Modell punktet im direkten Vergleich mit einem noch minimal dünneren Profil und liegt durch eine etwas leichtere Bauweise exzellent in der Hand. Zudem zeigt sich Samsungs One UI bei komplexem Multitasking und App-Anpassungen im Falt-Betrieb nach wie vor ein Stück ausgereifter und konsistenter als MagicOS.
Wer jedoch das Hauptaugenmerk auf die Hardware-Kernkompetenzen legt, muss beim Fold8 Ultra Kompromisse eingehen: Sowohl bei der reinen Akkulaufzeit als auch bei den Ladegeschwindigkeiten hinkt Samsung dem Honor-Modell deutlich hinterher. Auch das Kamerasystem des Magic V6 – allen voran die lichtstarke Hauptkamera und das detailreiche Periskop-Tele – liefert in Summe das stärkere Gesamtpaket ab.
Preise und Verfügbarkeit
Das Honor Magic V6 startet in den Farben Schwarz, Gold und Rot mit einer UVP von 2.300 Euro für die Variante mit 16 GB RAM und 512 GB Speicher. Im freien Handel ist das Falt-Smartphone bereits bei diversen Händlern gelistet und deutlich günstiger verfügbar.
Fazit
Das Honor Magic V6 ist das derzeit ausgereifteste und technisch imposanteste Power-Foldable auf dem Markt. Wer absolute Priorität auf maximalen Akku, extrem schnelles Laden, fantastische Displays und eine erstklassige Hauptkamera legt, greift ohne Zögern zum Honor Magic V6. Wer hingegen den Fokus primär auf eine bis ins letzte Detail ausgereifte Software-Erfahrung, eine noch schlankere Silhouette und ein eingespieltes Ökosystem legt, dürfte beim Samsung Galaxy Z Fold8 Ultra besser aufgehoben sein.
