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Ora 07 GT im Test: Der Preis ist heiß

GWM Ora 07 Purple
Bild: GWM Deutschland
(Beitragsbild: © 2025 GWM Deutschland)

Der GWM Ora 07 GT präsentiert sich als sportliche Elektrolimousine mit einem kraftvollen Allradantrieb, 408 PS und einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in nur 4,5 Sekunden. Zudem bringt er mit seinem auffälligen Design frischen Wind in die Landschaft der Elektroautos. Als Speerspitze des chinesischen Great-Wall-Motor-Konzerns (GWM) zielt die extravagante Fließhecklimousine also direkt ins Herz des hart umkämpften D-Segments für Elektrofahrzeuge. Dieser Testbericht zeigt, wie sich der Ora 07 im Alltag schlägt und für wen sich die sportliche Elektrolimousine wirklich lohnt.

Der GWM Ora 07 GT wurde 2021 erstmals als Konzeptfahrzeug vorgestellt und kam im Oktober 2022 unter dem Namen Ora Lightning Cat in China auf den Markt. Ende 2023 erfolgte die Umbenennung zu „GWM Ora 07” für den europäischen Markt. Seit Juni 2024 ist der Ora 07 GT, die sportliche, vollelektrische Topvariante der 07er-Reihe mit 408 PS und Allradantrieb, auch in Deutschland erhältlich. Bis heute positioniert er sich als auffallende und eigenständige Alternative zu etablierten Modellen wie dem Tesla Model 3, dem Hyundai Ioniq 6, dem Polestar 2 und den heimischen Rivalen BYD Seal. Auf der Shanghai Auto Show im April 2025 wurde zudem eine Kombivariante des Ora 07 präsentiert, wodurch sich die Modellpalette weiter vergrößert hat. Leider ist noch nicht bekannt, ob dieser Ora 07 Touring  auch nach Europa kommt.

 

tl;dr (Fazit): Design und Preis Top, Software und Ladeleistung Flop

Der GWM Ora 07 GT ist ein faszinierendes Elektroauto. Es macht mit seinem unverwechselbaren Design und beeindruckenden Fahrleistungen auf sich aufmerksam. Mit 408 PS und einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 4,5 Sekunden bietet er sportliche Leistungen zu einem attraktiven Preis von 53.490 Euro. Die chinesische Elektrolimousine überzeugt außerdem mit hochwertigen Materialien, einer umfangreichen Serienausstattung und einem großzügigen Raumgefühl.

Doch diese eigentlich gute Hardware wird durch eine noch nicht ausgereifte Software und ein fundamentales Manko ausgebremst. Die überfürsorglichen und oft nervenden Assistenzsysteme, die teils umständliche Bedienlogik des Infotainmentsystems und vor allem die nicht mehr zeitgemäße DC-Ladeleistung von maximal 88 kW machen ihn für Personen, die regelmäßig lange Strecken zurücklegen, zu einer Herausforderung. Dennoch ist der Ora 07 GT eine interessante Alternative für Fahrer, die Wert auf Individualität und sportliche Performance legen.

GWM Ora 07

Bild: TechnikNews

 

Stärken und Schwächen des Ora 07 GT

✅ Vorteile:

  • Einzigartiges, polarisierendes Design

  • Gute Fahrleistungen mit 408 PS Allradantrieb und 4,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h

  • Hochwertige Innenraumverarbeitung und Materialqualität

  • Komfortable Sitze mit Heizung, Belüftung und Massage
  • Umfangreiche Serienausstattung

  • Attraktiver Preis für die gebotene Leistung

 

❌ Nachteile:

  • Langsame DC-Schnellladeleistung von maximal 88 kW

  • Aufdringliche und schlecht abgestimmte Assistenzsysteme

  • Navigationssystem mit GPS-Problemen

  • Bei 180 km/h abgeriegelt

 

Design und Exterieur: Ein Hauch von Porsche und Bentley

Man muss dem Designteam von GWM Mut attestieren. Der Ora 07 GT ist kein Auto, das in der Masse untergeht. Seine Designsprache zitiert ungeniert Ikonen wie den Porsche Panamera oder Bentley Modelle, formt daraus aber etwas Eigenständiges und Aufsehenerregendes. Die fließende, 4,87 Meter lange und nur 1,50 Meter hohe Fastback-Silhouette verleiht ihm eine beeindruckende Präsenz auf der Straße. Die runden LED-Scheinwerfer sind ein klares Markenzeichen der Ora-Familie und geben dem Fahrzeug ein freundliches, beinah niedliches Aussehen.

 

Die GT-Version schärft den sportlichen Charakter mit gezielten Details. Dazu gehören die markanten 19-Zoll-Leichtmetallfelgen mit Reifen der Größe 235/45 R19, rot lackierte Bremssättel und ein autoamtisch aus- und einfahrbarer Heckspoiler. Dieser ist nicht nur ein optisches Highlight, sondern verbessert auch die Aerodynamik bei höheren Geschwindigkeiten. Details wie die rahmenlosen Fensterscheiben und die bündig versenkbaren Türgriffe unterstreichen den Premium-Anspruch.

Diese starke visuelle Identität ist kein Zufall, sondern eine strategische Entscheidung. In einem Markt voller aerodynamisch optimierter, aber oft austauschbarer Elektro-Limousinen setzt GWM mit diesem Modell auf einen emotionalen Anker. Das Design soll eine sofortige Wahrnehmung von Wert und Prestige erzeugen und potenzielle Käufer anziehen, die weniger auf technische Daten wie Ladekurven achten, sondern sich von Stil und einem Gefühl von Luxus leiten lassen.

 

Platzangebot und Kofferraum: Klein aber fein

Der lange Radstand von 2,87 Metern sorgt für üppige Beinfreiheit im Fond. Die abfallende Dachlinie fordert jedoch ihren Tribut: Passagiere mit einer Körpergröße über 1,70 m stoßen schnell an ihre Grenzen, was die Kopffreiheit betrifft. Der größte praktische Nachteil ist jedoch der Kofferraum. Mit nur 333 Litern Ladevolumen ist er für eine fast 4,90 Meter lange Limousine extrem klein und schränkt die Alltagstauglichkeit erheblich ein. Bei umgeklappten Rücksitzen sid bis zu 1.045 Liter Ladevolumen möglich. Einen Frunk unter der Fronthaube gibt es nicht.

Diese Prioritätensetzung ist eindeutig: Der Ora 07 GT ist als „Personal Luxury Car“ konzipiert, bei dem das Erlebnis für Fahrer und Beifahrer im Vordergrund steht, während praktische Aspekte wie der Transport von Gepäck oder die komfortable Unterbringung von vier Erwachsenen eine untergeordnete Rolle spielen.

 

Innenraum des Ora 07 GT: Premium-Ambiente

Der „Wow-Effekt“ setzt sich im Innenraum nahtlos fort. Eine geschmackvolle Mischung aus hochwertiger Ledernachbildung, die serienmäßig in Schwarz oder optional ohne Aufpreis in Braun erhältlich ist, kühlen Metalloberflächen und weichen Materialien erzeugt eine Wohlfühl Oase, die man in dieser Preisklasse nicht erwartet. Die mehrfarbige und pulsierende Ambientebeleuchtung verstärkt diesen luxuriösen Eindruck zusätzlich. Die Verarbeitungsqualität wirkt solide und während der Testfahrten waren keine Knister- oder Knarzgeräusche zu vernehmen.

Bei der Ergonomie zeigt sich ein gemischtes Bild. Positiv hervorzuheben sind die physischen Schalter und die drei großen Drehregler auf der Mittelkonsole für Kernfunktionen wie die Klimatemperatur und die Fahrmodi. Sie sind intuitiv bedienbar und erinnern in ihrer Haptik an Bedienelemente aus dem Sportwagenbau. Gleichzeitig verlagert GWM jedoch viele andere Einstellungen tief in die Menüs des Touchscreens, was während der Fahrt ablenken kann.

 

Konnektivität und Komfort: Serienausstattung als Statement

Eines der stärksten Argumente für den Ora 07 GT ist seine umfangreiche Serienausstattung. GWM liefert das Fahrzeug in der GT-Version nahezu vollausgestattet aus. Features, für die deutsche Premiumhersteller oft lange und teure Aufpreislisten verlangen, sind hier serienmäßig an Bord:

  • Ein großes Panorama-Glasdach
  • Eine beheizbare Frontscheibe und ein beheizbares Lenkrad
  • Eine sensorgesteuerte, elektrische Heckklappe
  • Beheiz- und belüftbare Vordersitze mit Massagefunktion
  • Beheizbare äußere Rücksitze
  • Ein Head-up-Display
  • Induktive Smartphone-Ladefunktion
  • Sprachassistent „Hello Ora“

Die Komfortsitze sind bequem, bieten jedoch nur eingeschränkte Einstellmöglichkeiten. So fehlen eine Neigungsverstellung der Sitzfläche, eine ausziehbare Oberschenkelauflage und eine Höhenverstellung des Beifahrersitzes. Ein Kritikpunkt aus dem Praxistest: Die Massagefunktion ist zwar angenehm kräftig, ihre Aktivierung ist jedoch umständlich und erfordert mehrere Schritte durch Untermenüs im Infotainmentsystem. Dies ist ein Paradebeispiel dafür, wie gute Hardware durch eine schlecht durchdachte Software-Integration an Wert verliert.

Auch bei der Klimatisierung gibt es Anlass zur Kritik. Obwohl eine effiziente Wärmepumpe serienmäßig verbaut ist, wurde im Test beobachtet, dass der Innenraum trotz einer Einstellung auf 25 Grad Celsius nicht schell genug und nicht so richtig warm wird. Dies deutet entweder auf eine suboptimale Kalibrierung der Klimaautomatik oder auf eine zu schwach dimensionierte Heizleistung für kalte Witterungsbedingungen hin.

 

Infotainment und Sound: Zwischen Brillanz und Frustration

Die Hardware des Infotainmentsystems überzeugt auf ganzer Linie. Sowohl das zentrale 12,3-Zoll-Display als auch das 10,25-Zoll-Fahrerinformationsdisplay bieten eine brillante, gestochen scharfe Auflösung sowie flüssige Animationen. Das System reagiert zügig auf Eingaben und die Menüs laden schnell. Ein besonderes Lob verdient die Rückfahrkamera, deren Bildqualität und -flüssigkeit wirklich hervorragend sind. Die serienmäßige 360-Grad-Kamera mit „Transparent Chassis“-Ansicht ist ein weiteres Premium-Feature, das das Einparken erleichtert. Zudem wird der Fahrer beim Einsteigen von einer netten, aber typisch chinesisch verspielten Animation einer Katze und eines Kojs begrüßt.

Die Software ist jedoch eine große Frustquelle. Die Menüstruktur ist verschachtelt und nicht immer logisch aufgebaut, sodass die Suche nach bestimmten Funktionen zu einer Geduldsprobe wird. Das integrierte Navigationssystem kann mit modernen App-Lösungen wie Google Maps oder Waze in keiner Weise mithalten: Die Routenplanung ist oft unlogisch und die Kartendarstellung veraltet. Zum Glück ist aber Android Auto und Apple Car Play an Board, sodass dieses Manko akzeptierbar ist.

Es gibt auch eine GWM-App inklusive Smart-Key-System und Fernsteuerung für die Klimatisierung, die Fensterscheiben, das Laden, die Batterieheizung etc. Im Test funktionierte diese immer zuverlässig. Positiv zu vermerken ist außerdem das serienmäßige Premium-Soundsystem des HiFi-Herstellers Infinity mit elf Lautsprechern, das für einen klaren und kräftigen Klang sorgt.

 

Antrieb des Ora 07 GT: Gewaltige Kraft, souverän entfaltet

Unter der eleganten Karosserie des Ora 07 GT steckt ein potenter Antriebsstrang, der für beeindruckende Fahrleistungen sorgt. Die technischen Daten sprechen für sich:

  • Systemleistung: 300 kW (408 PS)
  • Maximales Drehmoment: 680 Nm
  • Antrieb: Allradantrieb durch zwei permanenterregte Synchronmotoren, Front: 150 kW (204 PS) / Heck: 150 kW (204 PS)
  • Batterie: Ternäre Lithium-Batterie (NCM) mit 86 kWh Brutto- und 83,5 kWh Netto-Kapazität

Diese Zahlen übersetzen sich in eine mühelose und vehemente Kraftentfaltung. Das sofort anliegende Drehmoment katapultiert die Limousine bei jedem Tritt aufs Fahrpedal nach vorne. Verschiedene Fahrmodi von „Eco” bis „Sport” ermöglichen es dem Fahrer, das Ansprechverhalten des Antriebs an seine Wünsche anzupassen. Ein Motorsound-Simulator mit den Modi „Rennwagen”, „Mehrzylinder” und „Sport+” für den Innenraum sorgt für zusätzlichen Fahrspaß. Allerdings könnte er etwas lauter sein und besser klingen.

Über die rote Taste am Lenkrad lässt sich dann noch der zusätzliche Sport+-Modus aktivieren, der für einen zeitlich begrenzten Extra-Schub sorgt. Für den maximalen Nervenkitzel gibt es sogar einen „Launch-Control-Modus“, der die volle Leistung für einen perfekten Start aus dem Stand bündelt. Leider verfügt die GT-Version nicht über eine One-Pedal-Driving-Funktion. Interessanterweise haben die günstigeren, hinterradbetriebenen Versionen „Pure” und „Pro” diese Funktion verbaut. Im GT kann man die Rekuperationsstärke dafür aber über das Menü auf die Einstellungen „Niedrig“, „Mittel“ oder „Hoch“ anpassen.

 

Fahrdynamik und Handling: Sportlimousine im Realitätscheck

Die Beschleunigungswerte des Ora 07 GT liegen auf dem Niveau von Hochleistungslimousinen. Der Sprint von 0 auf 100 km/h ist in nur 4,5 Sekunden erledigt. Die Höchstgeschwindigkeit wird hingegen leider schon bei 180 km/h elektronisch abgeregelt – ein Kompromiss, um die Reichweite bei hohen Geschwindigkeiten nicht übermäßig zu beeinträchtigen. Das Fahrwerk mit McPherson-Federbeinen vorne und einer Mehrlenkerachse hinten ist straff, aber nicht unkomfortabel abgestimmt. Es erlaubt schnelle Kurvenfahrten mit jederzeit berechenbarem Verhalten, neigt aber insgesamt eher zum Komfort.

Die direkt ansprechende Lenkung bietet eine gute Rückmeldung und lässt sich in drei Stufen („Leicht”, „Komfort”, „Sport”) anpassen. Das hohe Leergewicht von 2210 kg ist in engen Kehren deutlich spürbar und auch die Scheibenbremsen könnten etwas mehr packen für so ein sportliches Auto. Auf der Autobahn und auf langgezogenen Landstraßen sorgt es jedoch in Kombination mit der exzellenten Geräuschdämmung für eine souveräne und gelassene Fahrt. Der Ora 07 GT ist somit weniger eine messerscharfe Sportlimousine als vielmehr ein äußerst potenter und komfortabler Gran Turismo.

 

Verbrauch und Reichweite des Ora 07 GT: Die Kluft zwischen WLTP und Alltag

Der offizielle WLTP-Verbrauch von 17,5 kWh/100 km und die daraus resultierende Reichweite von 520 km sind, wie so oft, optimistische Laborwerte. Die Realität auf der Straße, insbesondere auf der deutschen Autobahn, zeichnet ein anderes Bild. Ein in unserem Test ermittelter Verbauch von 23 kWh/100 km bei einer konstanten Geschwindigkeit von 130 km/h ist ein realistischer Anhaltspunkt. Weitere Tests ergaben einen Verbrauch von 21,4 kWh/100 km bei 110 km/h bei milden Temperaturen und bis zu 27,4 kWh/100 km im Winter. Der kombinierte Verbrauch bei verschiedenen Geschwindigkeiten und Umgebungen lag im Test bei ca. 18 kWh/100 km, was ziemlich genau dem WLTP-Wert entspricht.

Aus diesen Werten ergibt sich eine realistische Reichweite von 350 bis 400 Kilometer bei sommerlichen Bedingungen. Im Winter dürfte die Reichweite auf rund 300 bis 320 Kilometer sinken. Diese erhebliche Abweichung vom WLTP-Wert, kombiniert mit der langsamen Ladegeschwindigkeit, stellt die Bezeichnung „GT” (Gran Turismo) infrage. Ein echter Gran Turismo zeichnet sich schließlich dadurch aus, dass er lange Distanzen schnell und komfortabel überbrücken kann. Der Ora 07 GT bietet zwar den entsprechenden Komfort und die Geschwindigkeit, doch die Notwendigkeit häufiger und langer Ladestopps macht ihn für diese Disziplin ungeeignet. Das „GT“-Kürzel ist hier eher eine Bezeichnung für die Top-Ausstattungslinie als ein Versprechen für Langstreckentauglichkeit.

 

Laden: Die Achillesferse für die Langstrecke

Hier offenbart der GWM Ora 07 GT seine größte und entscheidendste Schwäche. Seine maximale DC-Ladeleistung beträgt lediglich 88 kW. In einer Zeit, in der Konkurrenten Ladeleistungen von 150 kW bis über 250 kW bieten, ist dieser Wert nicht mehr konkurrenzfähig. Die offizielle Ladezeit von 10 % auf 80 % beträgt 43 Minuten. Das ist mehr als doppelt so lange wie bei einem Hyundai Ioniq 6, der dank seiner 800-Volt-Architektur den gleichen Ladevorgang in unter 20 Minuten abschließt. Ein kleiner Trost ist die  sehr stabile Ladekurve, die die maximale Leistung über einen langen Zeitraum halten kann. Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass Langstreckenfahrten durch das langsame Nachladen zu einer Geduldsprobe werden.

Für das Laden zu Hause oder an öffentlichen AC-Säulen ist der Ora 07 GT mit einem 11-kW-Onboard-Lader (3-phasig) ausgestattet. Ein kompletter Ladevorgang von 0 auf 100 % dauert hier rund 8,6 Stunden, was für das nächtliche Aufladen vollkommen ausreichend ist. Der Ora 07 hat seinen Ladeport übrigens vorne auf der rechten Seite.

 

Assistenzsysteme: Übereifrig und Bevormundend

Der Ora 07 GT ist mit einer umfassenden Palette moderner Fahrassistenzsysteme ausgestattet. Diese ermöglichen teilautomatisiertes Fahren nach Level 2 und umfassen unter anderem einen Autobahn- und einen Stauassistenten, eine adaptive Geschwindigkeitsregelung, einen Spurhalteassistenten, einen Totwinkelwarner und viele weitere Systeme. Die Kalibrierung dieser Systeme ist jedoch eine weitere Quelle für Kritik. Sie waren im Test durchweg bevormundend und nervig, weshalb sie meistens vor Fahrtantritt ausgeschaltet wurden.

Offenbar sind die Systeme für den chinesischen Markt und nicht für europäische Fahrgewohnheiten abgestimmt. Sie reagieren mit häufigen und lauten akustischen Warnungen auf kleinste Spurabweichungen oder minimale Geschwindigkeitsüberschreitungen. Besonders frustrierend ist, dass sich bestimmte Warnungen nicht dauerhaft deaktivieren lassen. Selbst wenn die Verkehrszeichenwarnung im Menü deaktiviert ist, ertönt eine Warnung, sobald man auch nur minimal zu schnell fährt.

 

Preis und Garantie des Ora 07 GT: Der Joker

Bei all der Kritik an Software und Ladeleistung hat der GWM Ora 07 GT einen entscheidenden Trumpf im Ärmel: den Preis. Für 53.490 Euro erhält man ein Allrad-Elektroauto mit 408 PS und einer Ausstattung, für die man bei der Konkurrenz oft tief in die Tasche greifen muss. Dieses Preis-Leistungs-Verhältnis ist sein stärkstes Verkaufsargument.  Das günstigste Modell mit dem Name „Pure“ kostet 42.000 Euro, den „Pro“ gibt es ab 44.000 Euro. Die Ausstattung ist bereits in der Basisversion sehr umfangreich, lediglich zwei Metallic-Lackierungen kosten jeweils 790 Euro Aufpreis.

Gebraucht gibt es den Ora 07 GT sogar schon ab 36.990 Euro mit wenigen Kilometern. Ein echter Schnapper!

Zusätzlich untermauert GWM den Preis mit einem starken Garantiepaket, das potenziellen Käufern die Sorge vor einer neuen Marke nehmen soll.

  • 5 Jahre Fahrzeuggarantie ohne Kilometerbegrenzung
  • 8 Jahre Garantie auf die Hochspannungsbatterie (oder bis 160.000 km)
  • 5 Jahre Lackgarantie
  • 12 Jahre Garantie gegen Durchrostung

 

Wettbewerbsvergleich GWM Ora 07 GT

 

GWM Ora 07 GTTesla Model 3 LR AWDHyundai Ioniq 6 AWDBYD Seal AWD
Preis (ca.)53.490 €52.670 €61.200 €50.990 €
Leistung300 kW / 408 PS366 kW / 498 PS239 kW / 325 PS390 kW / 530 PS
0-100 km/h4,5 s4,4 s5,1 s3,8 s
Reichweite (WLTP)520 km660 km583 km520 km
Max. DC-Ladeleistung88 kW250 kW233 kW150 kW

 

Der Vergleich macht das Wertversprechen und die Achillesferse des Ora 07 GT unmissverständlich deutlich. In Bezug auf Preis, Leistung und Reichweite ist er absolut konkurrenzfähig, insbesondere im Vergleich zum teureren Ioniq 6, bei der Ladeleistung verliert er jedoch kläglich. Die Botschaft ist klar: Man bekommt extrem viel Auto für sein Geld, muss aber einen massiven Kompromiss bei der Langstreckentauglichkeit eingehen. (Alle Preise in diesem Artikel sind Stand September 2025 und inklusive 19 % Mehrwertsteuer.)

GWM Ora 07 Spoiler

Bild: TechnikNews

Vielen Dank an GWM Deutschland für die Bereitstellung des ORA 07 GT für diesen Testbericht

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Kasimir Hupe

Kasimir ist 29 Jahre alt und studierte nach seinem Bachelor in Technikjournalismus im Master Digitale Kommunikation und Medieninnovation. Er begeistert sich sehr für Smartphones, Wearables und das Thema Mobilität. Hier bei Techniknews testet er besonders gerne die neuesten Elektroautos, Plug-in-Hybride und Verbrenner für euch.

Kasimir hat bereits 30 Artikel geschrieben und 1 Kommentare verfasst.

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2 Kommentare
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Lotte

Wie findest du den Tacho? Kann mir die drei Kreise ultra nervig vorstellen