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Renault 5 E-Tech im Test: Retro-Charme trifft auf Alltagsheld

Renault 5 E-Tech Beitragsbild
Bild: TechnikNews
(Beitragsbild: © 2026 TechnikNews)

Hat Renault als europäischer Hersteller endlich verstanden, was die Leute wollen? Ein kompaktes Auto unter 4 Metern, fünf Türen, gute Software und starke Reichweite. Nach rund 1.500 Kilometern im Alltagstest schauen wir uns an, ob der elektrische Renault 5 E-Tech wirklich genial ist oder doch nur vom Retro-Design lebt.

tl;dr: Überzeugend in fast allen Bereichen

Der Renault 5 E-Tech überzeugt als hervorragendes, spaßiges Elektroauto für die Stadt und den Alltag, das besonders durch sein geniales Retro-Design mit cleveren Details wie der Ladeanzeige auf der Motorhaube punktet. Zu den großen Stärken zählen das extrem flüssige Google Automotive OS, bequeme und sportliche Vordersitze, ein sehr effizienter Verbrauch von rund 14 kWh/100 km sowie der tolle Sound des Harman Kardon Systems. Abstriche muss man jedoch beim Platzangebot machen: Die Rückbank und der 277-Liter-Kofferraum sind recht beengt, zudem kommt im Fond viel Hartplastik zum Einsatz. Weitere kleine Kritikpunkte sind das fehlende echte One-Pedal-Driving, starke Windgeräusche durch die großen Außenspiegel bei höheren Geschwindigkeiten und eine solide, aber nicht überragende DC-Ladeleistung von 100 kW. Wer jedoch nicht extrem viel Platz braucht, findet hier vor allem dank der starken Software und Effizienz eine geniale, günstigere Alternative zu kommenden Konkurrenten wie dem elektrischen VW ID. Polo.

Videobericht:

Design: Eine gelungene Hommage an die Vergangenheit

Von außen ist der R5 ein echter Hingucker. Renault hat die klassischen Linien perfekt in die Moderne übersetzt. Die Frontscheinwerfer mit angedeutetem Quadrat und kleinen Frankreich-Flaggen sehen richtig schick aus. Das absolute Highlight sitzt aber auf der Motorhaube: Wo früher die Ansaugung war, befindet sich nun eine beleuchtete Ladestandsanzeige, die beim Aufschließen coole Animationen zeigt.

Das Fahrzeug rollt auf 18-Zoll-Alufelgen und bietet am Heck 3D-Rückleuchten, die optisch stark an das Original erinnern (auch wenn sie echte Staubfänger sind). Eine nette Spielerei: Optional lassen sich sogar Retro-Aufkleber auf Türen oder Dach anbringen. Einziger technischer Wermutstropfen außen: Die großen Außenspiegel sehen zwar markant aus, sorgen auf der Autobahn aber für deutliche Windgeräusche.

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Innenraum: Vorne hui, hinten pfui?

Nimmt man auf dem Fahrersitz Platz, wird man von sehr bequemen Sitzen mit starkem Seitenhalt und toller Optik (Kunstleder mit gelben Ziernähten) empfangen. Die Materialien vorne sind für die Preisklasse völlig in Ordnung, auch wenn das Armaturenbrett oben aus Hartplastik besteht. Es gibt clevere Details wie einen optionalen Baguette-Korb oder 3D-gedruckte Einsätze für die Mittelkonsole. Für Technik-Fans: Vorne gibt es zwei USB-C-Anschlüsse und eine gummierte Ladeschale für Smartphones. Ein absoluter Pluspunkt ist die „My Safety“-Taste, mit der sich nervige Assistenzsysteme (wie das Tempolimit-Bimmeln) mit einem Doppelklick ausschalten lassen.

Geht es jedoch in den Fond, merkt man die kompakten Maße (unter 4 Meter) deutlich. Für Personen um die 1,80 Meter wird es bei Knie- und Kopffreiheit extrem eng. Auch die Materialien lassen hinten stark nach (viel Hartplastik), und auf eine Mittelarmlehne oder eigene USB-Anschlüsse muss man verzichten. Der Kofferraum schluckt überschaubare 277 Liter (umgeklappt ca. 1.000 Liter) – ein Raumwunder ist der Franzose also nicht. Immerhin: Im Fußraum hinten versteckt sich ein cooles Easter-Egg mit den Silhouetten alter R5-Modelle.

Infotainment: Google zeigt, wie es geht

Der absolute Gamechanger in dieser Fahrzeugklasse ist das Infotainmentsystem. Renault setzt auf Google Automotive OS, mit zwei ca. 10 Zoll großen Displays. Das bedeutet: Google Maps ist nativ an Bord und läuft extrem flüssig, teils sogar besser und ruckelfreier als über Apple CarPlay, was natürlich kabellos trotzdem unterstützt wird.

Die Laderoutenplanung über Google Maps ist blitzschnell und plant Ladestopps zuverlässig ein, inklusive Vorkonditionierung des Akkus. Einzig der Filter für die Ladeanbieter arbeitet noch nicht ganz perfekt und fokussiert sich eher auf Zahlungsanbieter.

Der Renault-eigene Sprachassistent „Reno“ ist aktuell eher ein nettes Gimmick, das zwar Witze erzählen kann, aber noch nicht das Niveau anderer KI-Assistenten erreicht. Ein massives Highlight ist hingegen das aufpreispflichtige Harman Kardon Soundsystem (ca. 700 Euro) – der Bass drückt dank Subwoofer im kompakten Innenraum gewaltig!

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Fahren & Assistenz: Der kleine Kurvenräuber

Mit seinen 150 PS auf der Vorderachse macht der Renault 5 E-Tech richtig Spaß. Er schiebt souverän an, und das Fahrwerk liefert den perfekten Spagat zwischen Komfort und Sportlichkeit. Renault hat hier ein Auto gebaut, das auf der Landstraße echte „Kurvenräuber“-Qualitäten an den Tag legt.

Der Verbrauch ist dabei eine absolute Stärke: Im Alltagstest lag der Durchschnitt bei hervorragenden 14,1 kWh/100 km. Da verzeiht man auch, dass der Rekuperations-Modus („B-Modus“) leider kein echtes One-Pedal-Driving bis zum Stillstand erlaubt – hier darf Renault gerne per Software-Update nachbessern.

Die Assistenzsysteme arbeiten auf hohem Niveau. Der „Active Assist“ (adaptiver Tempomat + Lenkassistent) agiert ähnlich gut wie der Travel Assist von VW. Er erkennt Schilder per Kamera zuverlässig, drosselt die Geschwindigkeit sanft vor Kurven oder Ortsschildern und zentriert das Auto gut in der Spur.

Laden: Solider Durchschnitt, in der Preisklasse

Geladen wird der 52 kWh große NMC-Akku per CCS mit bis zu 100 kW (DC) und an der Wallbox mit 11 kW (AC). In der Spitze konnten wir im Test Ladeleistungen um die 70 bis 75 kW beobachten (bei über 60% SoC lag er bei 68 kW). Renault verspricht eine Ladezeit von 15 auf 80 % in knapp 30 Minuten. Das ist kein absoluter Bestwert, geht für diese Fahrzeug- und Preisklasse aber völlig in Ordnung. Besonders cool: Der R5 soll künftig Vehicle-to-Home und Vehicle-to-Grid über die AC-Wallbox unterstützen.

Meine Einschätzung

Renault hat mit dem 5 E-Tech ein fantastisches Elektroauto auf die Beine gestellt, das weit mehr ist als nur ein reines Retro-Design-Objekt. Besonders das grandiose Google-Betriebssystem, der effiziente Antrieb und das agile Fahrverhalten machen ihn zu einem perfekten Erst- oder Zweitwagen für den Alltag. Wer viel Platz im Fond oder Kofferraum sucht, wird hier nicht glücklich, wer aber ein charakterstarkes und fahrspaßorientiertes Auto mit exzellenter Software sucht, bekommt hier eine sehr starke Ansage, die sich vor kommenden Konkurrenten wie dem elektrischen VW Polo absolut nicht verstecken muss.

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Dominik Lux

Dominik ist 23 Jahre alt und sehr interessiert an neuer Hardware bei Smartphones, sowie im VR- und AR-Bereich. Er schreibt gerne Artikel über diese Themen. Er hat einen Fable für Smartphones und Gadgets, als auch für die Elektromobilität. Somit schreibt er momentan fleißig im Mobilitätsressort hier auf TechnikNews.

Dominik hat bereits 171 Artikel geschrieben und 9 Kommentare verfasst.

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