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Toyota Mirai 2 im Test: Wasserstoff gegen Elektro auf Langstrecke

Toyota Mirai Beitragsbild
Bild: TechnikNews
(Beitragsbild: © 2023 TechnikNews)

Woran denkt ihr inzwischen, wenn man euch erzählt, dass Wasserstoffautos besser sind als rein elektrische Autos? Lange Diskussionen? Oder doch eher an die Praxis: Wer ist schneller am Ziel? Das wollten wir für euch herausfinden. Daher haben wir unseren Alltagstest mit dem Toyota Mirai 2 direkt mit einer kleinen Challenge verbunden. Wir fahren gemeinsam mit einem Tesla Model Y Long Range in die Nähe von Stuttgart (ca. 450 km) und schauen, wer für diesen Roadtrip länger braucht. Das Ergebnis könnte euch überraschen.

tl;dr – Der Mirai 2 verspricht auf den ersten Blick sehr viel Stauraum und Platz im Fond, oder? So leid es mir tut, aber da muss ich sofort eure Hoffnung vernichten. Denn im Innenraum, vor allem im Fond ist gerade mal soviel Platz wie in einem VW Polo der aktuellen Generation. Wie das möglich ist? Nun ja. Irgendwo müssen die drei Wasserstofftanks ja untergebracht werden. Im Mirai 2 liegen die Tanks in der Mittelkonsole, unter der Rücksitzbank und auch noch unter dem Kofferraum. Darunter leidet nicht nur der Fond, sondern das gesamte Auto.

Es gibt keine Gewichtsersparnis im Vergleich zu Elektroautos. Nur den Nachteil, dass man viel weniger Platz auf sehr großem Raum hat. Der Kofferraum umfasst lediglich 321 Liter, man kann die Rücksitze nicht umklappen. Da bietet auch der VW Polo wieder einen größeren Kofferraum. Also ihr merkt schon, der Mirai 2 ist eher ein Konzeptauto, welches Straßentauglich gemacht wurde. Und das bei Abmessungen von 4,9 Metern in der Länge und (ohne Spiegel) 1,88 Metern in der Breite. Da bieten andere Limousinen dieses Kalibers, ob Elektro oder Verbrenner, deutlich mehr Platz in allen Gebieten.

Dennoch gleitet der Mirai 2 abgesehen von seinen Platzproblemen wirklich sehr gut über jeglichen Straßenbelag – dank eines Luftfahrwerkes, welches adaptiv angepasst wird. Der Elektromotor am Heck hat eine Leistung von gerade einmal 134 kW / 182 PS. Das reicht so gerade, um nicht zu langsam vom Fleck zu kommen. Um den sofortigen „Schub“ zu bekommen, den man von Elektromotoren gewöhnt ist, hat Toyota selbst noch eine kleine Hochvoltbatterie eingebaut. Diese umfasst ganze 2–3 kWh. Danach greift dann sofort die Brennstoffzelle mit Wasserstoff, um den Motor mit Strom zu versorgen. Die Technik dahinter ist auf jeden Fall sehr interessant. Dennoch ist sie dem reinen Elektroauto weit unterlegen.

Innenraum & Infotainment: Gut verarbeitet

Wenn wir den Innenraum des Mirai 2 betrachten, fällt direkt eine Sache auf: er ist durchaus gut verarbeitet. Definitiv besser als der Toyota bZ4X, den wir vorher im Test hatten. Man könnte sogar meinen, dass Toyota dieses Auto erst als Lexus eingeplant hatte, dann aber doch eher seinen eigenen Markennamen draufgeklebt hat.

Trotz der Tatsache, dass der Fahrersitz bequem ist, merkt man ganz klar, dass die breite Mittelkonsole sehr viel Platz raubt. Fahrer sowie Beifahrersitz sind elektrisch verstellbar. Es gibt sogar eine Massagefunktion. Vieles ist für den Preis an sich schon echt gut umgesetzt, auch das Infotainment wurde maßgeblich überarbeitet.

In älteren Modelljahren des Mirai 2 kam noch ein relativ altbackenes Infotainment daher. Nun haben wir das flüssige, womöglich auf Android basierende System, welches wir im bZ4X und im Subaru Solterra vorfinden konnten. Wer gerne mehr über dieses System lesen möchte, kann sich gerne beim bZ4X Testbericht einfinden.

Allerdings wirkt das Driverinfo Display weiterhin, vor allem im Vergleich mit dem restlichen Infotainment, etwas aus der Zeit gefallen. Es beinhaltet aber dennoch alle nötigen Informationen an Bord.

Fahrgefühl: Gediegen und entspannend

Gut bis sehr gut – so könnte man das Fahrgefühl mit dem Mirai 2 beschreiben. Wie oben bereits erwähnt, gleitet das Fahrzeug sehr angenehm über sämtlichen Straßenbelag, was auch auf Langstrecke ein sehr entspanntes Fahren bietet. Wäre da nicht der „Druck“ rechtzeitig vor dem nächsten Defekt zur Wasserstofftankstelle zu kommen.

Zur Beschleunigung kann man eher gähnend sagen, dass sie „ok“ ist. Mehr nicht. 182 PS sind halt für ein knapp 2,5 Tonnen schweres Fahrzeug nicht unbedingt gerechtfertigt. Klar, es reicht auch noch zum Überholen auf der Landstraße. Dennoch muss man sich nicht wundern, wenn man von deutlich günstigeren E-Autos mit Leichtigkeit überholt wird. Selbst Matrix-LED Scheinwerfer wurden im Mirai 2 verbaut, diese funktionierten gut, aber blendeten deutlich zu spät ab in einigen Fällen, sodass es zu einigen „Lichthupen“ aus dem Gegenverkehr kam.

Immerhin kann man mit einem handlichen H₂O Knopf auf der linken Armaturentafel einen Showeffekt während der Fahrt „entweichen“ lassen. Damit wird der gesamte „Wasserrückstand“ welcher sich in einem Sammelbecken angesammelt hat, auf einen Streich nach draußen befördert.

Bei kühleren Außentemperaturen kommt somit eine größere Rauchwolke (nicht schädlichem) Wasserdampf hinter dem Fahrzeug hervor. Auch bei kürzeren Beschleunigungsattacken auf das Gaspedal wird eine Wolke an Wasserdampf hinter dem Fahrzeug erzeugt.

Vergleichstest: Wer gewinnt? Elektro gegen Wasserstoff

Wir konnten mit freundlicher Unterstützung der METALLsolar GmbH einen Vergleichstest starten: Tesla Model Y Long Range gegen den Toyota Mirai 2. Wer gewinnt auf einem spontanen Roadtrip nach Stuttgart, welcher rund 400 Kilometer ausmacht. Das Ergebnis hat auch mich sehr überrascht.

Gestartet sind beide Fahrzeuge, mit respektive 400 Kilometern Restreichweite prognostiziert. Den genauen Status und das Endergebnis könnt ihr auch in meinem Twitter / X Post nachverfolgen. Vom Fahrkomfort her würde ich den Mirai 2 vorziehen.

Dank des Luftfahrwerkes gleitet er deutlich sanfter als das Model Y beim Fahren. Auf der technischen Seite und vor allem dem Infotainment, sowie Laderoutenplanung gewinnt natürlich der Tesla. Beim Toyota fuhr ich einfach „drauflos“, da das System keine Routenplanung mit H₂O Tankstellen kann.

Um euch nicht zu lange auf die Folter zu spannen: Das Endergebnis bei 130 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit lautet, dass beide Fahrzeuge zur gleichen Zeit am Zielort waren. Dennoch gibt es einen großen Unterschied: Während der Tesla einmal auf der Strecke an einem Supercharger laden musste, konnte ich quasi durchfahren. Aber durch realitätsnahe Verkehrslagen kam es auch zu einem kurzen Stau, sodass der Zeitunterschied quasi marginal bis gar nicht vorhanden war.

Reichweitenangst? Beim Elektro nein, beim Wasserstoff, ja?

Außer man nimmt den psychologischen Ansatz, denn ich wusste weder, ob die Wasserstofftankstelle am Ziel funktionierte, noch wusste ich, ob sie überhaupt genug Wasserstoff im Tank hatte, damit ich überhaupt nach Hause komme. Während das Model Y ohne Probleme am Supercharger hing und nach gut 15-20min wieder voll war, hatte ich mit dem Wasserstofftanken zum Glück keine der oben genannten Probleme. Im späteren Zeitraum kam ich aber tatsächlich zu einer H2O-Tankstelle, die „leer“ war.

Aber von der reinen Einfachheit her übertrifft nichts den Ladevorgang eines vollwertigen Elektroautos. Es war eine sehr interessante Erfahrung für uns, trotzdem gibt es nach unseren Erfahrungen tatsächlich keinen einzigen Vorteil eines FCEV (Wasserstoffautos) im Alltag. Weder beim „tanken“, noch auf Langstrecke gibt es eindeutige Vorteile. Nach meiner persönlichen Meinung sehe ich keine Zukunft in Wasserstoff im Individualverkehr.

Auch bei LKWs wird die Luft immer dünner für wasserstoffbetriebene Alternativen, wenn schon die neuen Elektro-LKWs voll beladen 500 km am Stück fahren können. Natürlich muss hier die Infrastruktur auch noch etwas besser werden.

Danke an METALLsolar in 59581 Warstein / Sichtigvor für die Bereitstellung des Tesla Model Y Long Range für unseren Vergleichstest. Die Ladekosten wurden ebenfalls übernommen. Wasserstofftankkosten hat Toyota Deutschland übernommen, unsere Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst. 

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Dominik Lux

Dominik ist 21 Jahre alt und sehr interessiert an neuer Hardware bei Smartphones, sowie im VR- und AR-Bereich. Er schreibt gerne Artikel über diese Themen. Er hat einen Fable für Smartphones und Gadgets, als auch für die Elektromobilität. Somit schreibt er momentan fleißig im neuen Mobilitätsressort hier auf TechnikNews.

Dominik hat bereits 115 Artikel geschrieben und 7 Kommentare verfasst.

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