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Honda e im Test: Kleiner Japaner mit viel Potenzial, kann er überzeugen?

Honda e Beitragsbild
Bild: TechnikNews
(Beitragsbild: © 2023 TechnikNews)

Der Honda e ist das erste und auch aktuell einzige Elektroauto vom japanischen Autohersteller Honda. Kann es im Alltag trotz ein paar verschenkter Möglichkeiten überzeugen? Wir haben es in diesem Test für Euch herausgefunden!

Mit dem Honda e bringt Honda im Jahr 2020 eine ehemalige Studie auf den deutschen Markt. Zuvor unter dem Namen „Honda Urban EV Concept“ bekannt, wurde der Name recht simpel abgeändert. Aber leider gibt es bereits vorab zwei größere Kritikpunkte, auf die wir aber später zu sprechen kommen. Der kleine Honda e wird mit einem Heckantrieb mit 113 kW, in alter Währung 154 PS, vorangetrieben. Der Akku hat 35,5 kWh, davon sind aber interessanterweise nur 28,5 kWh wirklich zum Fahren verfügbar.

tl;dr:

In unseren Augen bietet der Honda e das, was jeder in der Stadt braucht. Kein großes Auto, sondern ein kleines mit großem Innenraum. Für die städtischen Fahrten oder auch dem überländlichen Pendeln zur Arbeit sollte der Honda e in den meisten Fällen reichen. Wäre da nicht der ein oder andere Kritikpunkt, wie beispielsweise der Preis. Mit einem Startpreis von zirka 43.000 Euro (inkl. 19 Prozent Mehrwertsteuer) für die Advanced Edition (die wir auch getestet haben) ist er definitiv kein günstiger Stadtwagen. Dürfte somit bei den meisten als Zweitwagen oder Stadtfahrzeug zu teuer sein. Aber dennoch bietet der Honda e ein wunderbares Fahrerlebnis mit einem extrem kleinen Wendekreis. Ebenfalls einzigartig sind seine digitalen Außen- und Innenspiegel.

Design: Runde Augen und knuffiges Gesicht

Ungefähr so könnte man die Front vom Honda e beschreiben. Die Besonderheit hier, er sieht von vorne fast genau so aus wie von hinten. Die runden Voll-LED-Scheinwerfer befinden sich vorne an einem schwarzen Hochglanzoptikteil. Dies hat direkt mittig die Sensorik für die „Honda Sensing“ Assistenzsysteme. Die LED-Scheinwerfer sind nachts sehr hell und können auch ohne Fernlicht sehr weit leuchten. Das ist für einen Kleinwagen überaus gut gelungen. Das Fernlicht wird per Automatik dazugeschaltet. Achso, die Abmessungen sollten wir nicht außer Acht lassen. Der kleine Honda ist 3,9 Meter lang, x 1,8 Meter breit und 1,5 Meter hoch. Die Breitenangabe ist übrigens die gleiche wie ohne Spiegel, da er keine hat.

Der Ladeanschluss befindet sich direkt auf der „Motorhaube“, gut zentral erreichbar. Ob es im Winter zu Problemen kommen kann, bezüglich zugefrorener Ladeklappe, konnten wir nicht testen. Aber Wasser sollte hier das geringste Problem sein. Die Ladeklappe hat Ablaufrinnen rund um den Ladestecker. Das Heck vom Honda e, sieht weitestgehend identisch mit der Front des kleinen City-Flitzers aus. Das Tagfahrlicht bietet eine schöne Animation, wenn man sich dem Fahrzeug nähert. Übrigens schließt es sich auch auf Wunsch bei Annäherung auf. Eine Coming & Leaving Home Funktion gibt es ebenfalls, damit man in einer z.B. dunklen Einfahrt stets eine gute Sicht beibehält.

Innenraum: Wohnzimmer Feeling mit viel Platz

Was von außen nicht wirklich glaubwürdig klingt, schafft Honda mit dem Innenraum des Honda e, trotz der äußerlichen Maße, sehr gut. Ein Wohnzimmer Feeling dank reiner Elektroplattform. Definitiv mehr Platz als im Mini Cooper SE, welchen wir vor kurzem ebenfalls getestet haben.

Über den ganzen Innenraum verteilt sieht man eine gleichbleibende „Holzoptik“ und ja dies ist kein Echtholz. Dennoch fühlt es sich nicht „billig“ an. Alle „vier“ Türen sind mit Stoff verkleidet und lassen kaum Plastik zum Vorschein kommen. Die Mittelkonsole beinhaltet ein paar Ablagefächer und sogar einen ausfahrbaren Getränkehalter. Das Lenkrad ist sehr groß geraten für so ein kleines Auto. Aber wie schon vorher erwähnt, der Komfort im Honda e ist wirklich sehr gut. Die Sitze sind bequem und gut für den Alltag zu gebrauchen.

Die fünf Displays an der Zahl könnten für den ein oder anderen zuerst etwas Überfrachtung bedeuten. Aber man gewöhnt sich relativ schnell daran. Die äußeren Displays sind die „Außenspiegel“, die über Kameras, die am äußeren Chassis befestigt sind, immer das Live-Bild ohne Verzögerung wiedergeben. Bis jetzt womöglich die beste Umsetzung von digitalen Außenspiegeln. Die Außenspiegel lassen sich auch klassisch verschieben (natürlich nur digital). Der typisch japanische Innenraum hat uns hier wirklich sehr gut gefallen. Man hat ausreichend Beinfreiheit und im Fond ist auch noch „etwas“ Platz für kleinere Personen.

Die Gangwahltasten sind übrigens direkt auf der Mittelkonsole platziert und können sehr einfach erreicht und bedient werden.

Infotainment: Hier kann Honda wirklich punkten

Im Honda e kommt auf den zwei Hauptdisplays ein Android-System zum Einsatz. Hier setzen sie zwar auf eine ältere, Open Source Android Version, immerhin läuft diese aber relativ flüssig, ohne merkbare Verzögerungen.

An der rechten und auch linken Seite der Bildschirme befinden sich die App-Launcher. Dort kann man verschiedene Apps auswählen und auf einem der beiden Bildschirme öffnen. Verschoben werden kann der Inhalt eines Bildschirms per Knopfdruck jeweils oben links oder oben rechts. Ein mögliches Szenario könnte sein, dass der Beifahrer im Navi ein Ziel eingeben möchte oder etwas auf der Karte suchen. So kann der Fahrer ihm das Navi „rüberschieben“ ohne dass der Beifahrer auf den linken Bildschirm gucken muss. Sehr intelligent von Honda an dieser Stelle gelöst.

Ebenfalls kann man auch den aktuellen Verbrauch mit einer netten Animation abrufen. Als Navi kommt im Honda e ein Garmin System zum Einsatz. Dieses kann auch Ladesäulen suchen und man sieht den Status sowie die Ladegeschwindigkeit darauf. Einen smarten Sprachassistenten bietet Honda per Abonnement an. Diesen konnten wir nicht testen, da unser Pressefahrzeug dieses Abo nicht aktiviert hatte. Ebenfalls kann über das EV-Menü, verschiedene BEV-spezifische Funktionen ausgewählt werden. Eine Ladebegrenzung haben wir allerdings nicht gefunden.

Im Energiefluss sieht man übrigens auch die Reichweite bei deaktivierter Klimanlage, nettes Feature, das bei der städtischen Reichweite des Honda e auch nötig sein wird. Kurzum können wir das Honda e Infotainment als sehr aufgeräumt und reaktionsfreudig, mit einigen Spielereien abstempeln. Man kann sogar ein virtuelles Aquarium anzeigen lassen, allerdings nur im Parkmodus. Die Fische kann man sogar füttern. Nettes Gadget. Allerdings finden wir das Infotainment vom Design her relativ altbacken. Eine Laderoutenplanung gibt es leider nicht.

Fahreigenschaften: Super wendig, aber kleine Reichweite

Der Honda e macht wirklich sehr viel Spaß zu fahren. Er ist super wendig, dies gilt natürlich auch für den Wendekreis. 9,2 Meter beträgt dieser. Ein weiterer Pluspunkt: Man findet fast überall einen Parkplatz. Dank des Heckantriebs im Honda e gibt er sich auf der Straße deutlich sportlicher als beispielhaft der Mini Cooper SE oder der Fiat 500e.

Kommen wir zum Negativen bzw. der Reichweite. Diese ist wohl nur auf eine reine Stadtumgebung skaliert worden. Bei sommerlichen Temperaturen schafft man zirka 190 Kilometer realistisch. Dies auch nur im Innerstädtischen Verkehr. Daher eignet sich der kleine Honda e wohl nur für Pendler, die 50 bis 100 Kilometer zur Arbeit pendeln müssen und dort dann wieder aufladen können. Trotz der geringen Reichweite bietet der Honda e wirklich einmalige Fahreigenschaften in seinem Gebiet. Das sollte man definitiv nicht außer Acht lassen.

Wir kamen im Testzyklus auf einen realistischen Verbrauchswert von 20 – 23 kWh/100 Kilometer. Dies ist für so einen Kleinwagen definitiv viel zu viel. Effizient ist er also leider nicht. Dafür bietet der Honda e einen One-Pedal-Modus, der aber ungünstigerweise jedes Mal nach Aktivieren des Tempomaten manuell wieder aktiviert werden muss. Dies kann auf Dauer nervig sein. Über zwei Wippen hinter dem Lenkrad kann man eine leichtere Rekuperation einstellen. Auch die bleibt aber nicht dauerhaft aktiv.

Digitale Spiegel: Funktionieren sehr gut!

Zuerst waren wir bei dem Thema etwas skeptisch. Wie soll das gut funktionieren? Honda hat nun aber bewiesen: Digitale Spiegel funktionieren nahezu perfekt im Alltag. Auf beiden äußeren Seiten im Innenraum befinden sich zwei Displays mit der live Kameraansicht der jeweiligen Kameras am Äußeren des Fahrzeugs. Diese sind unterbrechungsfrei und haben vor allem eine sehr niedrige Latenz. Auch bei starken Regen sind sie meistens sauber, da die Linsen speziell Wasserabweisend gebaut worden sind. Dies kann man aber nicht von der Kamera für den Innenspiegel behaupten. Die hat eine (augenscheinlich) schlechtere Auflösung als die Außenspiegel und verschmiert bei Schlechtwetter öfter mal, obwohl man sie eigentlich mit dem Heckscheibenwischer freibekommen sollte.

Auch bei Nacht leisten die Außenspiegel einen guten Dienst. Naja, besser wäre es noch, wenn sie Nachtsicht beherrschen würden. Aber das wäre wahrscheinlich für diese Klasse von Fahrzeug etwas zu viel. Nun, dennoch eine gute Idee.

Ladeverhalten & Akkugröße: Leider nicht ausreichend.

Im Honda e ist ein 35,5 kWh großer Akku verbaut. Davon sind aber „nur“ 28,5 kWh zum Fahren nutzbar. Das ist so weit nichts Untypisches. Generell haben fast alle Elektroautos immer einen Puffer im Akku. Aber der Puffer im Honda e ist definitiv etwas zu groß geraten. Honda argumentiert diese Entscheidung mit der Batterie Degradation. Diese nimmt natürlich über die vielen Jahre eines Autolebens ab. Damit die Reichweite aber immer gleich bleibt, hat sich Honda für diesen größeren Puffer entschieden.

Nachladen geht per Typ 2 einphasig mit 7,3 kW. Dank des Schieflastgesetzes aber in Deutschland nur mit 3,2 kW. Schnelles Laden per CCS geht im Vergleich mit 50 kW schon relativ schnell, da der Akku ja nicht so groß ist. Dauert aber trotzdem noch zu lange. Hier sehen wir verschenkte Chancen, die Honda hätte nutzen können. Vielleicht sehen wir irgendwann nochmal ein Facelift mit 11 kW Typ 2 Ladefähigkeit und mehr als 50 kW Schnellladen.

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Dominik Lux

Dominik ist 21 Jahre alt und sehr interessiert an neuer Hardware bei Smartphones, sowie im VR- und AR-Bereich. Er schreibt gerne Artikel über diese Themen. Er hat einen Fable für Smartphones und Gadgets, als auch für die Elektromobilität. Somit schreibt er momentan fleißig im neuen Mobilitätsressort hier auf TechnikNews.

Dominik hat bereits 115 Artikel geschrieben und 7 Kommentare verfasst.

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