VW Tayron eHybrid im Test: Überzeugt die neue Hybrid-Technik?

Tayron heißt der Nachfolger des Tiguan Allspace, also der größeren Tiguan Variante mit bis zu sieben Sitzen. Im Grunde tritt er damit auch in die Fußstapfen des beliebten VW Touran. Geblieben ist ein großzügiger Plug-in-Hybrid der neuesten Generation, allerdings nur noch mit maximal fünf Sitzen. Oder wie ich ihn liebevoll nenne: der Baby Touareg. Kann der neue Tayron im Alltagstest überzeugen? Wir finden, er hat auf jeden Fall eine Chance verdient. Auch wenn die allermeisten weiterhin zum neuen Tiguan tendieren dürften.
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- 1 tl;dr: Endlich eine brauchbare E-Reichweite?
- 2 Videobericht:
- 3 Design: Großer Bruder des Tiguan
- 4 Innenraum: Endlich wieder gute Qualität?
- 5 Infotainment: Nicht viel Neues, aber nützliche Details.
- 6 Fahreigenschaften: Unaufgeregter Alltags-SUV
- 7 Verbrauch: Gut, solange die Batterie geladen ist.
- 8 Akku-Management: Sinnvolle Verbesserung.
tl;dr: Endlich eine brauchbare E-Reichweite?
Der VW Tayron eHybrid ist mehr als nur der Nachfolger des Tiguan Allspace. Er punktet mit einer auffälligen Farbgebung, die ein wenig an die legendäre Fire&Ice x BOGNER des Golf 2 Edition erinnert, und einem Infotainmentsystem, das endlich schnell, stabil und wirklich nutzbar ist. Auch die Assistenzsysteme arbeiten unaufgeregt im Hintergrund, ohne zu nerven, und die Fahreigenschaften sind angenehm komfortabel. Dank DCC (VWs dynamisches Dämpfersystem) wird die Langstrecke besonders entspannt, und auch wenn das HUD kein AR System ist, lässt es sich sehr gut ablesen. Mit bis zu 100 Kilometern elektrischer Reichweite im Sommer, 11 kW AC Laden und 50 kW DC Schnellladen hebt er sich klar von bisherigen VW-Plug-in-Hybriden ab. Für Familien, denen der Tiguan zu klein geworden ist, bietet der Tayron damit eine moderne, geräumige und zukunftssichere Alternative. Denn wenn der Touareg nächstes Jahr eingestellt wird, bleibt der Tayron stand jetzt der größte Volkswagen.
Videobericht:
Design: Großer Bruder des Tiguan
Designtechnisch wirkt der Tayron wie der große Bruder des neuen Tiguan. Beide Modelle teilen die aktuelle VW Designsprache mit klaren Kanten, breiter Front und durchgehendem Leuchtenband am Heck. Beim Tayron wird Front und Heck-Logo beleuchtet. Während der Tiguan kompakter und etwas rundlicher daherkommt, streckt sich der Tayron mit muskulöseren Proportionen und wirkt dadurch erwachsener und präsenter. Besonders die auffällige Farbgebung erinnert an die Fire&Ice Sondermodelle und gibt ihm irgendwie einen eigenständigen Charakter. Insgesamt verbindet er Eleganz mit Sportlichkeit und positioniert sich sichtbar über dem Tiguan, fast wie ein Baby-Touareg. Aber er ist natürlich preislich und ausstattungstechnisch klar abgegrenzt vom Touareg, später dazu mehr.
- Bild: TechnikNews
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Innenraum: Endlich wieder gute Qualität?
Im Innenraum zeigt der Tayron erneut die typische VW Qualität, kombiniert mit einigen gelungenen Details. Besonders edel wirkt das echte Holz im Dashboard, das dem Cockpit eine warme und hochwertige Note verleiht. Die Ergo Active Sitze gehören zu den Highlights: Sie sind nicht nur bequem, sondern bieten auch Belüftung, Heizung und eine Massagefunktion. Zwar reicht die Massage nicht ganz an das erstklassige System des ID.7 heran, dennoch sorgt sie für zusätzlichen Komfort auf langen Fahrten. Praktisch: Sowohl Fahrer- als auch Beifahrersitz verfügen über Memory-Tasten. Ergänzt wird das Ambiente durch eine stimmige Ambientebeleuchtung. Auffällig ist die Aussparung auf der Beifahrerseite, hier hätte VW gut ein Beifahrerdisplay integrieren können. Stattdessen findet sich ein beleuchtetes Klavierlack-Inlay mit Tayron-Schriftzug, bei der R-Line-Version sogar ein leuchtendes R-Logo. Viele durchdachte Ablagefächer runden den gelungenen Gesamteindruck ab und machen den Tayron zu einem modernen, komfortablen Familien-SUV.
- Bild: TechnikNews
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Der neue Drehregler oder auch „Fahrerlebnisschalter“ genannt, ergänzt die Mittelkonsole ganz gut. Diesen gibt es fortan in mehreren VW Modellen. Mit ihm kann aktuell Lautstärke, Fahrmodi und Ambiente des Fahrzeugs schnell und physisch eingestellt werden. Das funktionierte während unseres Tests ziemlich gut.
Die echten Tasten sind zurück.
Ein echtes Highlight, VW bringt im Tayron endlich wieder richtige Tasten ans Lenkrad zurück. Mit klar erkennbarem Druckpunkt und Beleuchtung fühlen sie sich hochwertig an und sind deutlich intuitiver zu bedienen als die viel kritisierten Touchflächen. Für viele dürfte das der größte Fortschritt seit der Einführung der ID.Software 4.0 sein, auch wenn sie im Tayron offiziell anders bezeichnet wird, handelt es sich technisch um das gleiche System.
Infotainment: Nicht viel Neues, aber nützliche Details.
Das Infotainment-System im Tayron baut auf der bewährten VW ID. Software 4.0 auf, wie wir sie bereits aus den neueren ID.-Modellen kennen. Das heißt: klare Menüführung, flüssige Animationen und eine intuitive Bedienung über den großen Touchscreen. Ergänzend zu den bekannten Features wie Navigation, Mediensteuerung und Online-Diensten gibt es beim PHEV spezielle Kacheln, die den Fahrer über den aktuellen Verbrauch, die verbleibende E-Reichweite und die Ladestatusanzeige informieren. Besonders praktisch ist der Effizienz-Optimierer: Er gibt in Echtzeit Tipps, wie man noch sparsamer fahren und die elektrische Reichweite maximieren kann, etwa durch vorausschauendes Bremsen, effizientes Beschleunigen oder optimierte Klimasteuerung. So verbindet der Tayron Komfort mit smarter Unterstützung für ein energieeffizientes Fahrerlebnis.
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Wer kein 15 Zoll (ca. 38 cm) Infotainment Bildschirm gebrauchen kann, der kann ohne Aufpreis auch das 12,9 Zoll (ca. 33 cm) große Display im Tayron auswählen. Das reicht in der Regel auch mehr als aus.
Der Tayron eHybrid fährt sich insgesamt sehr unaufgeregt, gut und vermittelt stets ein souveränes, sicheres Gefühl. Das optionale DCC-Fahrwerk leistet hier hervorragende Arbeit, es reicht von äußerst komfortabel im Normalmodus bis hin zu spürbar straff im Sportmodus. Wer es noch individueller mag, findet im persönlichen Fahrprofil viele feine Einstellungsmöglichkeiten, um das Fahrerlebnis genau auf die eigenen Vorlieben abzustimmen. Auch die Assistenzsysteme sind top umgesetzt: Mit dem Travel Assist fährt der Tayron fast schon wie von selbst – ein klarer Tipp zur Bestellung, wie bei jedem Fahrzeug aus dem VW-Konzern.
HD-Matrix-Licht
Ein echtes Highlight ist die neueste Generation des herkömmlichen Matrix-LED Systems, nun nennt es sich HD-Matrix-Licht. Besonders praktisch hierbei ist das neue Baustellenlicht, das die Fahrzeugbreite inklusive Spiegel exakt ausleuchtet. So lässt sich viel besser einschätzen, wie man sich in engen Spuren hält. Auf der Autobahn zeigt die Technik ihre ganze Stärke. Die Gegenfahrspur wird komplett ausgeblendet, sodass keine Lichthupen mehr von LKW-Fahrern zurückkommen. Gleichzeitig wird die eigene Spur durch einen zusätzlichen Lichtteppich stärker hervorgehoben, wodurch die Sicht und Sicherheit spürbar steigen. Wir empfanden das bei nächtlichen Autobahnfahrten zumindest als Sicherheitsplus, andere Mitfahrer eher als „Spielerei“, was haltet ihr von dieser neuen Funktion? Schreibt es doch in die Kommentare unter diesem Bericht.
Verbrauch: Gut, solange die Batterie geladen ist.
Beim Fahren im Hybridmodus liegt der Verbrauch bei rund 3 Litern auf 100 km, was für die Fahrzeuggröße wirklich effizient ist. Sobald jedoch der Akku leer ist, steigt der Verbrauch deutlich an, dann genehmigt sich der Tayron schnell 9 bis 10 Liter auf 100 km. Im rein elektrischen Betrieb liegt der Verbrauch bei etwa 23 kWh / 100 km. Man muss sich bewusst sein: Ein Plug-in-Hybrid schleppt immer entweder einen leeren Akku oder den schweren Verbrenner mit, wenn gerade nicht beide Systeme optimal zusammenspielen. Deshalb lohnt sich die Anschaffung nur dann wirklich, wenn man regelmäßig beide Antriebsarten in Kombination nutzt und den Wagen auch konsequent lädt.
Akku-Management: Sinnvolle Verbesserung.
Einen Modus zum Aufladen des Akkus per Verbrennungsmotor hat VW bei den neuen PHEV-Modellen bewusst gestrichen. Dieser Modus war schon in der Vergangenheit energietechnisch wenig sinnvoll und brachte kaum echten Mehrwert. Umso konsequenter wirkt es, dass VW diesen Schritt gegangen ist, denn so werden vor allem Firmenwagenfahrer, die ihr Ladekabel bisher oft gar nicht erst ausgepackt haben, nun viel stärker dazu angehalten, den Wagen auch tatsächlich an der Ladesäule zu laden.















