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Maserati GranTurismo Folgore im Test: Wenn Luxus unter Strom steht

Maserati GT Folgore Beitragbild
Bild: TechnikNews
(Beitragsbild: © 2025 TechnikNews)

Mit dem Maserati GT Folgore bringt die italienische Sportwagen-Ikone seinen ersten Hochleistungs Elektro-Sportwagen auf den Markt. Wir durften eine Woche eintauchen in den einzigartigen und besonderen Traum einen GranTurismo im Alltag und auf Langstrecke rein elektrisch fahren zu dürfen. Hier sind unsere Erfahrungen und wieso wir finden, dass Maserati einen großen Schritt für diese besondere Klasse an Fahrzeugen hingelegt hat.

tl;dr: Blauer Traum auf vier Rädern

Der Maserati GranTurismo Folgore ist Maseratis erster großer Schritt ins Elektrozeitalter, und er tut es nicht halbherzig. Drei Motoren mit zusammen 761 PS, 1.350 Nm Drehmoment, 0–100 in 2,7 Sekunden und eine Spitze von 325 km/h machen ihn zum absoluten Leistungsträger an der Speerspitze der Elektroautos. Dazu kommen italienisches Design, ein edler und nachhaltiger Innenraum sowie 800-Volt-Technik mit bis zu 261 kW Ladeleistung. Die Reichweite? Bis zu 455 km nach WLTP, realistisch etwa 350–400 km. Mit über 200.000 Euro bleibt er ein Luxusobjekt für Wenige, aber eines, das die oft als fehlend bezeichneten Emotionen und den Elektroantrieb perfekt verbindet.

Design: Klassische Schönheit mit moderner Note

Viele Elektroautos wirken futuristisch, manche sogar ein bisschen zu sehr bemüht. Maserati geht beim GranTurismo Folgore einen anderen Weg: Er sieht aus wie ein klassischer Verbrenner GranTurismo, und das ist genau richtig so. Die Proportionen sind perfekt, wie es sich für einen echten GT gehört: lange Haube, muskulöse Flanken, coupéhafte Dachlinie. Er wirkt sportlich, aber niemals übertrieben. Vorne thront der große Kühlergrill mit dem Dreizack, dahinter schmale LED-Scheinwerfer. Ein Kunstwerk dürften die Italiener ihn selbst nennen vermutlich, dazu die von unserem Testwagen Ultramarine angehauchte blaue Lackierung mit schönem Schimmereffekt. Diese kostet übrigens schlappe 20.000 Euro extra, weil sie wohl streng limitiert ist.

Was eine interessante Entwicklung darstellt ist die als T-Bone Battery bekannte Hochvoltbatterie, die im Fahrzeug verbaut wurde. Diese ist, wie der Name schon sagt, wie ein „T“ aufgebaut und sorgt damit für ein gutes Gewichtsverhältnis und das wichtigste man sitzt genauso tief im GT Folgore wie im Schwestermodell mit V6-Motor.

Am Heck zieht sich mal zur Abwechslung kein filigranes LED-Band über die gesamte Breite, sondern zwei getrennte geschwungene Heckleuchten. Spannend finde ich, wie Maserati das Thema Aerodynamik löst: Der cw-Wert liegt bei 0,26, beachtlich für ein fast fünf Meter langes Coupé. Die Luftführung ist dezent, fast unsichtbar integriert. Nur kleine „Folgore“-Embleme verraten, dass es sich hier nicht um den V6, sondern um einen Stromer handelt.

Innenraum: Luxus auf Italienisch

Im Cockpit fühlt man sich sofort willkommen. Maserati setzt auf eine Mischung aus nachhaltiger Handwerkskunst und Hightech. Feines Kunst-Leder, ECONYL® und etwas Carbon, dazu klare Linien und rundherum edle Details. Es wirkt weniger kühl als bei manchen deutschen Premium-Marken, sondern hat diesen italienischen Charme: stilvoll, fast wohnlich. Das spiegelt auch die gut sichtbare Italien-Flagge im Dashboard wieder. Vor dem Fahrer liegt ein volldigitales Kombiinstrument, daneben ein großes Infotainment-System. Es basiert auf Android Automotive, läuft schnell und wirkt moderner als vieles, was Maserati früher angeboten hat. Darunter sitzt ein zweites Display für Klima und Komfortfunktionen, praktisch und optisch schön integriert.

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Ein Highlight ist das optionale Sonus faber Soundsystem mit 19 Lautsprechern und über 1.100 Watt. Der Klang ist grandios, detailreich, und er macht aus dem Innenraum fast schon einen Konzertsaal. Die Sitze sind sportlich geschnitten, aber gleichzeitig langstreckentauglich. Hinten gibt es immerhin zwei Sitze, doch für Erwachsene sind sie eher Notlösung als Dauerplatz. Der Kofferraum bietet 270 Liter – also genug für Wochenendgepäck, aber nicht viel mehr.

Antrieb & Leistung: Brutale Kraft, elegant verpackt

Das Herzstück des Maserati GT Folgore sind seine drei E-Motoren: einer vorne, zwei hinten. Zusammen leisten sie 560 kW, also 761 PS, und liefern bis zu 1.350 Nm Drehmoment.

Das Ergebnis: 0–100 km/h in 2,7 Sekunden. Wer das einmal erlebt, weiß: Hier gibt es keine Gedenksekunde, keine Schaltpause, nur pure, sofortige Beschleunigung. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei stolzen 325 km/h. ein Wert, den nur wenige Elektroautos erreichen, und den man noch weniger voll ausfahren kann auf deutschen Autobahnen. Noch spannender ist aber das Fahrgefühl. Durch die beiden Motoren an der Hinterachse kann Maserati das Drehmoment blitzschnell zwischen den Rädern verteilen. Das sogenannte Torque Vectoring sorgt dafür, dass der Wagen sich förmlich in Kurven hineinsaugt. Trotz seines hohen Gewichts von 2.335 kg wirkt er erstaunlich agil.

Natürlich spürt man die Masse, besonders bei abrupten Richtungswechseln. Aber Maserati hat das adaptive Luftfahrwerk so abgestimmt, dass man nie das Gefühl bekommt, mit einem unbeweglichen Koloss unterwegs zu sein. Stattdessen fährt er sich wie ein echter GranTurismo: souverän, sportlich, und selbst als E voll emotional.

Akku & Reichweite: Groß, aber nicht endlos

Die Batterie hat brutto 92,5 kWh, nutzbar sind 83 kWh. Das reicht laut WLTP für 455 km Reichweite. In der Praxis muss man realistisch bleiben: Wer gemächlich fährt, schafft 400 km. Wer die Leistung öfter abruft, wird eher bei 280–330 km landen.

Der Verbrauch liegt laut EV-Database bei 221 Wh/km im Normzyklus. Klar, mit 2,3 Tonnen Leergewicht und dieser Leistung ist das kein Sparmobil, aber verglichen mit einem Porsche Taycan oder Audi RS e-tron GT steht der Maserati nicht viel schlechter da.

Laden: Schnell wieder bereit

Maserati setzt auf eine 800-Volt-Architektur. Maximal sind 261 kW Ladeleistung möglich. Die 10–80 % Ladezeit beträgt gute 17 Minuten, was absolut langstreckentauglich ist. Im Alltag praktisch: AC-Laden geht serienmäßig mit bis zu 22 kW. Wer eine passende Wallbox zu Hause hat, kann den Akku also in knapp 5 Stunden vollmachen.

Einziger Haken: Die Ladeleistung hängt natürlich von der Infrastruktur ab. An modernen 350-kW-Säulen schöpft er sein Potenzial aus, an älteren Ladern oder 400-Volt-Systemen wird es deutlich langsamer. Aber das gilt für fast alle Fahrzeuge dieser Klasse. Eine serienmäßige Akku-Vorkonditionierung ist im Corsa Modus aktiv, sonst, nur wenn man einen Ladestopp mit dem Bordnavi einplant. Dieses ist ein Bauteil welches so auch in anderen Stellantis-Konzern Fahrzeugen verwendet wird. Zwar mit eigenen speziellen Maserati GT Folgore Grafiken und schönen Instrumenten, nur leider leidet das Navisystem vom Stellantis Fluch was Software angeht.

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Fahrverhalten: Maserati bleibt Maserati?

Egal ob gemütlich auf der Landstraße oder Vollgas auf der Autobahn, der Folgore fühlt sich wie ein echter Maserati an. Das liegt nicht nur an den Fahrleistungen, sondern auch an den kleinen Details. Im GT-Modus gleitet er leise dahin, fast schon unauffällig. Im Sport- oder Corsa-Modus wird er dann zum Biest: direktere Lenkung, strafferes Fahrwerk, brutalere Gasannahme. Da merkt man, dass Maserati nicht nur ein E-Auto bauen wollte, sondern ein echtes Fahrerauto mit einem gewissen Kick „Supersportwagen“. Man kann neben den Dämpfern auch das Fahrwerk einstellen, mit handlichen Drehschalter am Lenkrad gelangt man in die vier verschiedenen Fahrmodi. Eco, GT, Sport und Corsa. Letzterer deaktiviert alle Assistenten, optional auch das ESP, um direkt auf die Rennstrecke zu gehen.

Ein besonderes Detail ist der künstlich erzeugte Motorsound. Maserati wollte das typische V8/V6-Gefühl nicht komplett verschwinden lassen. Über Lautsprecher wird ein synthetischer Sound abgespielt, der den Fahrer auch bei hohen Geschwindigkeiten begleitet. Ob man das mag, ist Geschmackssache. Ich finde, es klingt besser als bei manch anderem Hersteller. Trotzdem würde ich den Electric Sports Sound von Porsche noch weiter nach oben setzen.

Infotainment: Schön, aber nicht durchdacht

Das Infotainment sieht auf den ersten Blick gut aus, ein großes Display mit flüssigen Animationen, kabelloses Apple CarPlay und Android Auto laufen stabil und sind angenehm integriert. Doch schnell merkt man die Schwächen. Das System selbst wirkt teils ruckelig, Eingaben brauchen spürbar länger als bei Tesla oder Porsche. Richtig ärgerlich wird es bei der Navigation: Ladeplanung? Fehlanzeige. Der Maserati zeigt nur Ladestationen in der direkten Umgebung an, aber keine auf der Route. Auf Langstrecken muss man deshalb zwingend mit CarPlay oder externen Apps planen, das geht besser. Aber ob die Zielgruppe dies dann machen wird? Das bezweifele ich stark.

Wirklich etwas Besonderes.

Der Maserati GranTurismo Folgore ist kein rationales Auto. Er ist schwer, teuer und nicht das effizienteste Elektroauto. Aber er ist eines der emotionalsten.

Maserati schafft es, die DNA des GranTurismo ins Elektrozeitalter zu übertragen. Elegantes Design, luxuriöser Innenraum, unfassbare Leistung und dieses Gefühl, etwas Besonderes zu fahren. Dazu kommt die alltagstaugliche Reichweite, schnelles Laden und modernste Technik.

Für die meisten bleibt er ein Traum auf vier Rädern. Aber genau das macht ihn so faszinierend: Er ist ein Maserati, und Maseratis waren nie für die breite Masse gedacht, sondern für die, die das Besondere suchen, und natürlich das nötige Kleingeld mitbringen. Wer es sich erlauben kann, der bekommt mit dem GT Folgore einen erstklassigen GT, der mit ein paar kleineren Kinderkrankheiten (Software) zu kämpfen hat. Aber für die allermeisten wird er den Traum vom Maserati mit brachialer Beschleunigung definitiv erfüllen können.

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Dominik Lux

Dominik ist 23 Jahre alt und sehr interessiert an neuer Hardware bei Smartphones, sowie im VR- und AR-Bereich. Er schreibt gerne Artikel über diese Themen. Er hat einen Fable für Smartphones und Gadgets, als auch für die Elektromobilität. Somit schreibt er momentan fleißig im Mobilitätsressort hier auf TechnikNews.

Dominik hat bereits 172 Artikel geschrieben und 9 Kommentare verfasst.

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