Volvo EX30 (2025) im Test: Single Motor vs. Twin Motor Vergleich

Mit dem Volvo EX30 wagt sich der schwedische Traditionshersteller in das Segment der kompakten Elektro-SUVs vor. Ein Marktsegment, das bereits intensiv von Modellen wie dem Tesla Model Y, dem Hyundai Kona Electric oder dem VW ID.4 beackert wird. Der EX30 verkörpert auch Volvos ambitionierte Vision einer nachhaltigeren Mobilität. Als kleinster SUV der Marke und zugleich günstigster Stromer im Volvo-Portfolio soll er eine Brücke zwischen Premiumanspruch und Alltagstauglichkeit schlagen.
Die Entwicklungsgeschichte des EX30 ist eng mit Volvos Elektrifizierungsstrategie verknüpft, die das Unternehmen 2017 mit der Ankündigung eingeleitet hat, ab 2019 nur noch elektrifizierte Fahrzeuge anzubieten. Der 2023 präsentierte Volvo EX30 steht exemplarisch für diesen Wandel. Er basiert auf der SEA-Plattform (Sustainable Experience Architecture) des Geely-Konzerns und teilt sich diese mit Schwestermodellen wie dem Smart #1. Durch diese technische Verwandtschaft kann Volvo Skaleneffekte nutzen und den Volvo EX30 zu einem attraktiven Preis anbieten, ohne Kompromisse bei typischen Volvo-Tugenden wie Sicherheit und Verarbeitung einzugehen.
Besonders bemerkenswert am EX30 ist Volvos Bekenntnis zur Nachhaltigkeit, das sich durch das gesamte Fahrzeugkonzept zieht. Das kompakte Elektro-SUV soll über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg den kleinsten CO₂-Fußabdruck aller jemals von Volvo produzierten Fahrzeuge aufweisen. Dies wird unter anderem durch den Einsatz recycelter Materialien im Innenraum, eine optimierte Produktion und die kompakten Außenmaße erreicht. Mit einer Länge von 4,23 Metern positioniert sich der Volvo EX30 eine Klasse unter dem bereits etablierten Volvo EX40. Damit richtet er sich an urbane Zielgruppen, junge Familien und all jene, die einen günstigeren, aber dennoch geräumigen Alltagsbegleiter suchen.
Für unseren ausführlichen Test hatten wir zwei unterschiedliche Varianten zur Verfügung: den Volvo EX30 Single Motor Plus als effiziente Basisvariante mit Hinterradantrieb und den Volvo EX30 Cross Country (Twin Motor Performance) mit Allradantrieb, erhöhter Bodenfreiheit und robuster Offroad-Optik, der die Abenteuerlust wecken soll.
Zum Abschnitt springen
- 1 Technische Daten des Volvo EX30
- 2 Fazit (tl;dr) zum Volvo EX30: Radikal anders aber trotzdem gut
- 3 Design und Exterieur des Volvo EX30: Minimalistisch aber elegant
- 4 Innenraum des Volvo EX30: Skandinavischer Minimalismus
- 5 Infotainment des Volvo EX30: Google OS performt gut
- 6 Assistenzsysteme des Volvo EX30: Zuverlässig und umfangreich
- 7 Hinterrad vs. Allrad: Vergleich der Antriebe des Volvo EX30
- 8 Fahrdynamik des Volvo EX30: Sportwagenperformance im Schafspelz
- 9 Verbrauch des Volvo EX30: Kein Effizienzwunder aber solide
- 10 Preis des Volvo EX30: Preisleistungsverhältnis stimmt
Technische Daten des Volvo EX30
| Volvo EX30 Cross Country | Volvo EX30 Single Motor | |
| Motor | Twin Motor Performance AWD | Single Motor |
| Leistung | 315 kW (428 PS) | 200 kW (272 PS) |
| Drehmoment | 543 Nm | 343 Nm |
| Antrieb | Allradantrieb (vorne: 115 kW, hinten: 200 kW) | Hinterradantrieb |
| Beschleunigung 0-100 km/h | 3,6 Sekunden | 5,7 Sekunden |
| Höchstgeschwindigkeit | 180 km/h (elektronisch begrenzt) | 180 km/h (elektronisch begrenzt) |
| Batterie (brutto/netto) | Nickel-Cobalt-Mangan (69 kWh / 65 kWh) | Lithium-Eisenphosphat (51 kWh / 49 kWh) |
| Reichweite kombiniert (WLTP) | 436 Kilometer | 339 Kilometer |
| Reichweite kombiniert Sommer (Real) | 380 Kilometer | 300 Kilometer |
| Reichweite kombiniert Winter (Real) | 300 Kilometer | 240 Kilometer |
| Verbrauch kombiniert (WLTP) | 18,3 kWh/100 km | 17,2 kWh/100 km |
| Verbrauch kombiniert (Real) | 20 kWh/100 km | 18 kWh/100 km |
| Ladeleistung DC | max. 175 kW | max. 150 kW |
| Ladeleistung AC | 22 kW | 11 kW |
| DC-Ladezeit (10-80%) | ca. 26 Minuten | ca. 27 Minuten |
| Länge | 4,23 Meter | 4,23 Meter |
| Breite | 2,04 Meter (mit Spiegel) | 2,03 Meter (mit Spiegel) |
| Höhe | 1,57 Meter | 1,55 Meter |
| Radstand | 2,65 Meter | 2,65 Meter |
| Kofferraumvolumen | 318 bis 1.000Liter | 318 bis 1.000Liter |
| Leergewicht | 1.960 kg | 1.840 kg |
| Zul. Gesamtgewicht | 2.335 kg | 2.210 kg |
| Zuladung | 375 kg | 370 kg |
| Anhängelast gebremst 12% | 1.600 kg | 1000 kg |
| Anhängelast ungebremst | 750 kg | 750 kg |
| Stützlast | 100 kg | 100 kg |
| Bereifung | 19 Zoll (18 Zoll All-Terrain optional) | 18 Zoll |
| Preis | ab 57.290 Euro | ab 38.490 Euro |
Single Motor vs. Twin Motor
Die Single Motor Plus-Variante mit Hinterradantrieb erweist sich als der vernünftigere Allrounder für die meisten Einsatzzwecke. Sie bietet ausreichend Leistung für den Alltag, überzeugt mit besserem Verbrauch und niedrigeren Anschaffungskosten. Die Reichweite ist für ein Fahrzeug dieser Klasse absolut konkurrenzfähig, und die Fahrleistungen reichen vollkommen aus, um flott im Verkehr mitzuschwimmen. Für Fahrer, die primär in der Stadt und auf gut ausgebauten Straßen unterwegs sind, ist diese Variante die klare Empfehlung.
Der Cross Country mit dem Performance Paket und Twin Motor hingegen richtet sich an eine spezielle Klientel. Mit seinem Allradantrieb, der beeindruckenden Beschleunigung von 3,6 Sekunden auf 100 km/h, der erhöhten Bodenfreiheit und der robusten Optik spricht er jene an, die gelegentlich auch abseits befestigter Wege unterwegs sein möchten oder in Regionen mit anspruchsvollen Witterungsverhältnissen leben. Die zusätzlichen 19 Millimeter Bodenfreiheit und der Allradantrieb schaffen tatsächlich mehr Sicherheit bei schwierigen Bedingungen, allerdings gehen diese auch zulasten von Verbrauch und Effizienz.
Fazit (tl;dr) zum Volvo EX30: Radikal anders aber trotzdem gut
Beide Varianten des Volvo EX30 teilen sich die gleichen Stärken: einen nachhaltigen und hochwertigen Innenraum, ein aufgeräumtes Bedienkonzept über den zentralen Touchscreen, ein optional erhältliches Harman-Kardon-Soundsystem mit 1.040 Watt und ein Fahrerlebnis, das typisch skandinavisch-gelassen und souverän daherkommt. Die gute Smartphone-App, mit der sich viele Fahrzeugfunktionen auch aus der Ferne steuern lassen, unterstreicht Volvos Anspruch, zeitgemäße Technologie bereitzustellen. Die Twin-Motor-Varianten beeindrucken zudem mit ihrer starken Beschleunigung und dem guten Handling.
Schwächen offenbart der Volvo EX30 bei der Materialanmutung, da an einigen Stellen Hartplastik dominiert, sowie beim Bedienkonzept, das durch die radikale Touchscreen-Zentrierung nicht jeden Geschmack treffen dürfte. Auch die fehlende Instrumententafel vor dem Fahrer erfordert eine Umgewöhnung. Das Platzangebot für Passagiere auf den Rücksitzen könnte für größere Erwachsene bei längeren Fahrten außerdem grenzwertig werden.
Unterm Strich liefert Volvo mit dem Volvo EX30 ein überzeugendes Gesamtpaket ab, das sich vor der etablierten Konkurrenz nicht zu verstecken braucht. Wer mit den Kompromissen leben kann, die das kompakte Format und das reduzierte Bedienkonzept mit sich bringen, erhält ein sympathisches und durchdachtes Elektrofahrzeug mit echtem Volvo-Charakter. Der Volvo EX30 Single Motor Plus ist dabei für die meisten Käufer die vernünftigere Wahl, während der Cross Country mit Performance-Paket und Twin Motor seine Berechtigung als Nischenmodell für spezielle Anforderungen hat.
Stärken und Schwächen des Volvo EX30
✅ Stärken:
Hochwertiges, nachhaltiges Interieurkonzept mit durchdachter Materialwahl und recycelten Komponenten
Super Smartphone-App mit schönem Design und Fernsteuerungsmöglichkeiten
Sehr gute Sicherheitsausstattung mit zuverlässigen Assistenzsystemen
Agiles, präzises Fahrverhalten durch kompakte Abmessungen und gute Gewichtsverteilung
Reduziertes, aufgeräumtes Designkonzept innen und außen
Cross Country: 22 kW AC-Ladeleistung ermöglicht es schnell viel Reichweite über Wechselstrom nachzuladen
Cross Country: Spürbar erhöhte Traktion und Sicherheit bei schwierigen Bedingungen durch Allradantrieb
- Single Motor Plus: Konkurrenzfähige Reichweite bei moderatem Verbrauch
❌ Schwächen:
Radikale Touchscreen-Zentrierung mit fehlender Instrumententafel erfordert Umgewöhnung und lenkt potenziell ab
Fondplatz für größere Erwachsene bei längeren Strecken eingeschränkt
Kofferraumvolumen könnte für ein SUV dieser Klasse etwas größer sein
Cross Country: Deutlich höherer Verbrauch im Vergleich zur Single Motor-Variante
Design und Exterieur des Volvo EX30: Minimalistisch aber elegant
Der EX30 ist unverkennbar ein Volvo, auch wenn er deutlich kompakter ausfällt als die etablierten Modelle des schwedischen Herstellers. An der Front dominiert der für Volvo typische geschlossene Kühlergrill, der beim Elektroauto einen rein funktionalen Charakter hat und die Aerodynamik optimiert. Die markanten „Thor’s Hammer”-Scheinwerfer mit LED-Technik sind auch beim kleinsten Volvo präsent und verleihen dem EX30 einen unverwechselbaren Blick. Trotz der kompakten Länge von 4,23 Metern wirken die Proportionen stimmig und ausgewogen und der Volvo EX30 vermittelt eine gewisse Robustheit. Der relativ steil abfallende Dachverlauf könnte den Kopfraum im Fond beeinträchtigen, doch Volvo hat dies durch geschicktes Packaging gut kompensiert.
Optisch hebt sich die Cross-Country-Variante deutlich vom Standard-EX30 ab. Die schwarzen Kunststoffverkleidungen an den Radläufen, Schwellern und Stoßfängern sowie der markante Unterfahrschutz vorne und hinten verleihen ihm einen robusteren, abenteuerlicheren Look. Die um 19 Millimeter erhöhte Bodenfreiheit ist im direkten Vergleich auch sichtbar und unterstreicht den Offroad-Anspruch. Optional sind für den Cross Country 18-Zoll-All-Terrain-Reifen erhältlich, die das rustikale Erscheinungsbild weiter verstärken. Mit dem „Cross Country Experience“-Paket, das einen Dachträger und einen Dachkorb umfasst, wird das Outdoor-Konzept abgerundet und der Volvo EX30 Cross Country wird zum idealen Begleiter für eine aktive Freizeitgestaltung.
- Bild: TechnikNews
- Bild: TechnikNews
Die Single-Motor-Plus-Variante präsentiert sich mit lackierten Stoßfängern und wahlweise 18- oder 19-Zoll-Leichtmetallfelgen. Letztere wirken sportlicher, während die 18-Zoll-Felgen zurückhaltender sind. Die Farbpalette umfasst sowohl gedeckte als auch kräftige Töne. Einige Farben sind gegen Aufpreis erhältlich. Besonders die hellen Lacke, wie beispielsweise Crystal White oder Cloud Blue, betonen die skandinavische Designphilosophie. Die Verarbeitungsqualität der Karosserie ist durchweg überzeugend: Die Spaltmaße sind gleichmäßig und eng, die Lackierung makellos.
Insgesamt ist Volvo mit dem EX30 ein Design gelungen, das modern und eigenständig wirkt, ohne zu polarisieren. Der Wiedererkennungswert ist hoch, und die Proportionen sind stimmig. Der Cross Country bietet dabei eine optisch differenzierte Alternative für alle, die einen abenteuerlicheren Look bevorzugen. Die Single-Motor-Plus-Variante wirkt dagegen urbaner und minimalistischer. Beide Varianten vermitteln Wertigkeit und ein zeitgemäßes Design, ohne aufgesetzt oder übertrieben zu wirken.
- Bild: TechnikNews
- Bild: TechnikNews
Platzangebot: Kompakt gebaut – Clever gelöst
Trotz seiner kompakten Außenmaße von 4,23 Metern Länge, 1,84 Metern Breite und 1,55 Metern Höhe bietet der Volvo EX30 überraschend viel Platz im Innenraum. Volvo hat hier clever gearbeitet und die Vorteile der dedizierten Elektroplattform konsequent genutzt. Der fehlende Mitteltunnel und die kompakte Antriebstechnik schaffen Freiräume, die bei vergleichbaren SUVs mit Verbrennungsmotor nicht vorhanden sind. Vorne finden zwei Erwachsene problemlos Platz. Die Sitze bieten guten Seitenhalt und sind auch für längere Strecken komfortabel ausgelegt. Dank der relativ hohen Dachlinie ist die Kopffreiheit großzügig bemessen – selbst Passagiere jenseits von 1,90 Metern stoßen nicht an. Die Beinfreiheit fällt ebenfalls üppig aus, zudem ist die Pedalerie gut positioniert. Die Rundumsicht ist durch die verhältnismäßig großen Fensterflächen und die aufrechte Sitzposition gut. Allerdings könnte die B-Säule bei Schulterblicken etwas im Weg sein.
Im Fond wird es deutlich enger, was bei einem 4,23 Meter kurzen SUV jedoch wenig überraschend ist. Für Erwachsene bis etwa 1,80 Meter Körpergröße ist der Platz auf der Rückbank für mittellange Strecken durchaus akzeptabel. Die Beinfreiheit hängt stark von der Position der Vordersitze ab. Bei weit zurückgeschobenen Vordersitzen wird es eng. Die Kopffreiheit ist trotz des coupéhaft abfallenden Dachs überraschend gut. Positiv ist auch der fehlende Mitteltunnel, der mehr Beinfreiheit für den mittleren Passagier schafft und den Zugang erleichtert. Die im Verhältnis 60:40 geteilte und umklappbare Rücksitzlehne erweitert bei Bedarf das Ladevolumen. Allerdings entsteht dabei keine ebene Ladefläche, da eine Stufe zum Kofferraum verbleibt. Isofix-Halterungen für Kindersitze sind an den äußeren Sitzplätzen vorhanden. Die Türtaschen im Fond sind recht schmal und bieten nur begrenzt Platz für Trinkflaschen oder kleinere Gegenstände.
- Bild: Volvo
- Bild: Volvo
Kofferraum: Nicht der allergrößte
Mit einem Kofferraumvolumen von 318 Litern bei aufrechter Rücksitzbank bewegt sich der Volvo EX30 im unteren Mittelfeld seiner Klasse. Zum Vergleich: Ein VW ID.3 bietet 385 Liter, ein Hyundai Kona Electric 332 Liter. Die kompakten Außenmaße fordern hier ihren Tribut. Allerdings ist der Kofferraum gut geschnitten und relativ tief, sodass auch sperriges Gepäck problemlos verstaut werden kann. Die Ladekante liegt auf einer angenehmen Höhe, was das Be- und Entladen erleichtert. Unter dem Kofferraumboden befindet sich ein kleines Staufach für das Ladekabel und andere kleine Gegenstände.
Klappt man die Rücksitzlehne um, erweitert sich das Ladevolumen auf bis zu 1.000 Liter. Die bereits erwähnte Stufe zur Ladefläche ist dabei nicht optimal, lässt sich aber mit etwas Geschick überbrücken. Der Volvo EX30 verfügt außerdem auch über einen sogenannten „Frunk” (vorderes Staufach) unter der Fronthaube. Dieser ist jedoch mit ca. 7 Litern sehr klein und dient hauptsächlich zur Aufbewahrung von Ladekabeln oder kleinen Gegenständen und nicht als großes Gepäckfach.
Es sind Verzurrösen vorhanden, um Gepäck zu sichern. Ein Trennnetz oder eine Gepäckraumabdeckung gehören allerdings nicht zur Serienausstattung. Für den Wocheneinkauf, Sporttaschen oder das Handgepäck von zwei Personen reicht der Platz allemal, für ausgedehnte Urlaubsreisen mit vier Personen könnte es jedoch eng werden. In diesem Fall sind ein Dachträger oder eine Dachbox, wie sie für den Cross Country im Experience-Paket angeboten werden, sinnvolle Ergänzungen. Wer regelmäßig Mountainbikes, Skier oder Campingausrüstung transportiert, wird diese Option zu schätzen wissen. Insgesamt bietet der Volvo EX30 ausreichend Stauraum für den Alltag. In puncto Kofferraumvolumen kann er jedoch nicht mit größeren SUVs mithalten.
- Bild: Volvo
- Bild: Volvo
Der Innenraum des EX30 ist von skandinavischem Minimalismus und dem Nachhaltigkeitsanspruch von Volvo geprägt. Auf den ersten Blick fällt die aufgeräumte, reduzierte Gestaltung auf. Physische Bedienelemente sind auf ein Minimum reduziert, die meisten Funktionen werden über den zentralen 12,3-Zoll-Touchscreen gesteuert. Eine klassische Instrumententafel vor dem Fahrer fehlt komplett. Stattdessen werden alle fahrrelevanten Informationen wie Geschwindigkeit, Reichweite und Navigationsdaten auf dem mittigen Display angezeigt. Diese Lösung ist gewöhnungsbedürftig und nicht jedermanns Sache, da der Blick zur Bildschirmmitte weiter vom Verkehrsgeschehen wegführt als bei klassischen Instrumenten.
Besonders erwähnenswert ist die Materialauswahl. Volvo setzt konsequent auf nachhaltige, recycelte Werkstoffe. Je nach Ausstattungslinie kommen verschiedene Materialien zum Einsatz. Während die Basisvariante recyceltes Polyester verwendet, bieten höhere Ausstattungsvarianten Wollmischgewebe aus recycelten PET-Flaschen oder veganes Kunstleder auf Basis nachwachsender Rohstoffe. Die Oberflächen fühlen sich angenehm an und wirken hochwertig. Allerdings trüben harte Kunststoffe an einigen Stellen den Premiumeindruck etwas. Insbesondere in den Türverkleidungen und im unteren Armaturenbereich dominiert Hartplastik. Das multifunktionale Lenkrad liegt gut in der Hand und ist mit allen wichtigen Bedienelementen ausgestattet. Unter dem Display befindet sich eine kleine Ablagefläche für zwei Smartphones, wobei nur eine davon kabelloses Laden bietet.
- Bild: TechnikNews
- Bild: Volvo
Die Türablagen sind ebenfalls kompakt, bieten aber ausreichend Platz für eine Trinkflasche. Weitere Ablagefächer sind rar gesät und ein klassisches Handschuhfach fehlt komplett. In der Mittelkonsole befindet sich stattdessen ein Mini Handschuhfach das zwar ungewöhnlich, aber durchaus praktisch ist. Die Sitze bieten guten Komfort und ausreichenden Seitenhalt. Sie sind auch für längere Strecken gut geeignet. Sitz- und Lenkradheizung sowie elektrisch verstellbare Vordersitze sind in höheren Ausstattungsvarianten verfügbar. Die Sitzposition ist angenehm hoch, sodass sich ein guter Überblick über das Verkehrsgeschehen ergibt. Die Rundumsicht ist ordentlich, könnte durch schlankere A-Säulen aber noch verbessert werden.
Das serienmäßige Panorama-Glasdach ist fest verbaut und nicht zu öffnen. Es schafft ein luftiges Raumgefühl und lässt viel Licht in den Innenraum, kann aber an heißen Sommertagen auch zur Aufheizung des Innenraums beitragen. Eine elektrische Verschattung ist nicht verfügbar, was bei direkter Sonneneinstrahlung unangenehm werden kann. Die Klimaautomatik arbeitet effizient und sorgt für angenehme Temperaturen. Allerdings ist die Bedienung über den Touchscreen nicht so intuitiv wie über klassische Drehregler. Während unserer Testfahrten konnten wir keine Klappergeräusche oder Quietschen feststellen. Eine Ambientebeleuchtung schafft besonders abends zudem eine angenehme Atmosphäre. Es gibt USB-C-Anschlüsse sowohl vorn als auch im Fond. Eine 12-Volt-Steckdose fehlt allerdings. Insgesamt hinterlässt der Innenraum des Volvo EX30 mit seinem aufgeräumten, nachhaltigen Konzept einen positiven Eindruck. Allerdings wird die Materialanmutung an manchen Stellen den Premium-Ansprüchen nicht ganz gerecht und man muss sich erst an das Bedienkonzept gewöhnen.
- Bild: Volvo
- Bild: Volvo
Komfort: Top Ausstattung
Die Sitze bieten wie bereits erwähnt guten Langstreckenkomfort, wenngleich eine ausziehbare Oberschenkelauflage fehlt. Die Sitzheizung und die Lenkradheizung arbeiten dagegen schnell und effektiv. Eine Sitzbelüftung ist leider nicht verfügbar. Die aufrechte Sitzposition ist grundsätzlich angenehm, für sehr große Menschen könnte die Oberschenkelauflage allerdings etwas knapp bemessen sein. Die Klimaanlage regelt die Temperatur zuverlässig und schafft auch bei extremen Außentemperaturen schnell angenehme Verhältnisse im Innenraum. Die Vorklimatisierung per App ist ein echter Komfortgewinn: Im Sommer steigt man in ein bereits heruntergekühltes und im Winter in ein vorgeheiztes Fahrzeug ein, ohne dabei Energie aus der Batterie zu verschwenden – vorausgesetzt, das Fahrzeug ist am Ladekabel angeschlossen. Während unseres Tests hat diese Funktion absolut zuverlässig funktioniert und gehört zu den echten Pluspunkten des Volvo EX30.
Die Geräuschisolierung ist solide, aber nicht überragend. Bei Stadtgeschwindigkeiten und moderatem Landstraßentempo ist der Volvo EX30 angenehm leise, wie man es von einem Elektrofahrzeug erwartet. Ab etwa 130 km/h auf der Autobahn werden jedoch Wind- und Abrollgeräusche zunehmend laut. Die Außenspiegel verursachen hörbare Windgeräusche und auch vom Unterboden dringt ein gewisses Rauschen ins Cockpit. Hier könnte Volvo mit einer besseren Dämmung nachbessern. Der Cross Country mit den optionalen Outdoor-Reifen und Dachkorb ist bei höheren Geschwindigkeiten auf Asphalt merklich lauter als der Single Motor Plus mit Straßenreifen. Insgesamt bietet der Volvo EX30 einen guten Komfort, der für die meisten Einsatzzwecke völlig ausreicht. Wer allerdings höchste Ansprüche an Laufruhe und Dämpfungskomfort hat, ist mit dem EX40 oder XC60 in der höheren Klasse besser bedient. Das Komfortniveau entspricht dem, was man in diesem Segment erwarten darf; es bewegt sich jedoch nicht an der Spitze der Klasse.
- Bild: TechnikNews
- Bild: TechnikNews
Infotainment des Volvo EX30: Google OS performt gut
Das Herzstück der Bedienung ist der zentrale 12,3-Zoll-Touchscreen im Hochformat, der sich in der Mitte des Armaturenbretts befindet. Über ihn lassen sich nahezu alle Funktionen bedienen, darunter Navigation, Klimasteuerung, Fahrzeugeinstellungen und Multimedia. Das System basiert auf Googles Android Automotive Betriebssystem, wodurch eine enge Integration von Google-Diensten möglich wird. So ist Google Maps als Navigationssystem vorinstalliert und bietet eine zuverlässige Routenführung mit aktuellen Verkehrsinformationen sowie speziellen Funktionen für Elektrofahrzeuge. Dazu gehört etwa die Anzeige von Ladestationen entlang der Route inklusive Verfügbarkeit und Ladegeschwindigkeit.
Der Google Assistant ermöglicht die Sprachsteuerung vieler Funktionen, von der Zielführung über Telefonanrufe bis hin zu Klimaeinstellungen. Die Spracherkennung funktioniert gut und versteht auch komplexere Befehle zuverlässig. Wer bereits ein Google-Konto nutzt, kann sich damit anmelden. Favoriten, Kontakte und weitere Einstellungen werden dann automatisch synchronisiert. Über den Google Play Store können zusätzliche Apps wie Spotify, YouTube Music oder Audible direkt auf das Fahrzeug heruntergeladen werden. Eine Kopplung mit dem Smartphone ist dafür nicht notwendig. Zudem soll bald auch Googles KI-Assistent Gemini in allen Volvo-Modellen verfügbar sein.
- Bild: TechnikNews
- Bild: TechnikNews
Die Benutzeroberfläche ist aufgeräumt und logisch strukturiert. Dennoch ist eine gewisse Eingewöhnungszeit erforderlich. Viele Funktionen sind in Untermenüs versteckt. Gerade während der Fahrt ist die Touch-Bedienung nicht immer ideal. Ein Nachteil im Alltag ist das Fehlen physischer Tasten für grundlegende Funktionen wie die Regelung der Fahrmodi oder Klimaeinstellungen. Hier muss man immer erst auf den Bildschirm schauen und das entsprechende Symbol treffen, was vom Verkehr ablenkt. Die Reaktionsgeschwindigkeit des Touchscreens ist gut, es kommt aber gelegentlich zu minimalen Verzögerungen.
Die Ladeplanung über das Navigationssystem berücksichtigt den aktuellen Ladestand, die Topografie der Route und die Verfügbarkeit von Ladesäulen. Bei längeren Strecken werden automatisch Ladestopps eingeplant, wobei das System darauf achtet, die Gesamtreisezeit zu minimieren. In der Praxis funktioniert das gut, auch wenn die vorgeschlagenen Ladestopps nicht immer optimal gewählt sind – hier lohnt sich ein manueller Check. Ein kleines Manko sind die teils sehr umfangreichen und entsprechend langen Software-Updates, die Over-the-Air erfolgen. Positiv ist jedoch, dass Volvo regelmäßig Updates bereitstellt, die neue Funktionen oder Verbesserungen bieten. Sowohl die Testvariante Single Motor Plus als auch die Testvariante Cross Country verfügen über das gleiche Infotainmentsystem. Insgesamt bietet der Volvo EX30 ein modernes und leistungsfähiges Infotainmentsystem. Aufgrund der radikalen Touchscreen-Zentrierung wird es allerdings nicht jeden Geschmack treffen.
- Bild: TechnikNews
- Bild: TechnikNews
Konnektivität: Umfassend und aktuell
Die Konnektivität des Volvo EX30 ist zeitgemäß und umfassend. Das Fahrzeug verfügt über eine integrierte eSIM mit LTE-Anbindung, die einen permanenten Internetzugang ermöglicht – auch ohne gekoppeltes Smartphone. Diese Konnektivität ist die Grundlage für zahlreiche smarte Funktionen: von Over-the-Air-Updates über Echtzeit-Verkehrsinformationen bis hin zur Remote-Steuerung per Smartphone-App. Die Smartphone-Integration ist nahtlos: Kontakte, Musik und Messaging-Apps werden übernommen. Die Telefonie per Bluetooth funktioniert einwandfrei, und die Freisprechanlage bietet eine gute Sprachqualität. Darüber hinaus sind Apple CarPlay und Android Auto auch kabellos verfügbar und funktionieren im Test einwandfrei.
Es gibt USB-C-Anschlüsse sowohl vorn als auch im Fond, sodass mehrere Geräte gleichzeitig geladen werden können. Die kabellose Smartphone-Ladestation in der Mittelkonsole arbeitet zuverlässig, allerdings ist die Ablagefläche etwas klein. Das Fahrzeug unterstützt auch die digitale Fahrzeugschlüssel-Funktion über das Smartphone. So kann das Fahrzeug auch ohne physischen Schlüssel geöffnet und gestartet werden. Das ist praktisch, wenn man den Schlüssel etwa an Familienmitglieder weitergeben möchte, ohne ihn physisch übergeben zu müssen. Insgesamt ist die Konnektivität auf einem sehr hohen Niveau und gehört zu den echten Stärken des Volvo EX30. Beide Testvarianten bieten die gleichen Konnektivitätsfunktionen.
- Bild: Volvo
- Bild: Volvo
Besonders erwähnenswert ist zudem die Volvo-App, denn sie funktioniert in der Praxis hervorragend und hat während unseres Tests durchweg zuverlässig gearbeitet. Über die App lassen sich nahezu alle relevanten Fahrzeugfunktionen aus der Ferne steuern und überwachen. So können der Ladezustand und die Reichweite abgerufen, der Ladevorgang gestartet oder gestoppt, die Klimaanlage vor der Abfahrt aktiviert, das Fahrzeug ver- und entriegelt sowie die Position des Fahrzeugs lokalisiert werden. Besonders praktisch sind die zeitgesteuerte Programmierung und die manuelle Aktivierung der Vorklimatisierung. So hat das Fahrzeug zur gewünschten Abfahrtszeit bereits die perfekte Temperatur.
Die App zeigt außerdem Statistiken zum Fahrverhalten, Verbrauchswerte und zurückgelegte Strecken in einem optionalen Fahrtenbuch an. Ladestationen in der Umgebung lassen sich ebenfalls über die App finden und als Ziel ans Fahrzeug senden. Die Benutzeroberfläche der App ist intuitiv gestaltet und reagiert schnell. Die Verbindung zwischen App und Fahrzeug wird zuverlässig hergestellt und Verzögerungen sind minimal. Gerade im Winter ist die Vorklimatisierungsfunktion Gold wert, da man sich das Eiskratzen spart und in ein Fahrzeug mit freien Scheiben einsteigt.
- Bild: TechnikNews
- Bild: TechnikNews
Sound: Harman Kardon ist ein muss
Die Soundqualität des Volvo EX30 hängt stark von der gewählten Ausstattung ab. Das Basis-Audiosystem mit acht Lautsprechern liefert einen ordentlichen Klang, der für die meisten Alltagssituationen ausreicht. Die Mitten sind klar und die Höhen sauber. Allerdings fehlt es etwas an Tiefbass und Volumen bei höherer Lautstärke. Für Gelegenheitshörer und Radio ist dieses System vollkommen in Ordnung. Wer höhere Ansprüche hat, sollte das optionale Harman-Kardon-Premium-Soundsystem mit neun Lautsprechern und Subwoofer wählen. Es bietet deutlich mehr Leistung und Klangqualität. Der Sound ist voluminöser, präziser und ausgeglichener über das gesamte Frequenzspektrum. Auch bei höheren Lautstärken bleibt der Klang klar und unverzerrt. Die räumliche Abbildung ist überzeugend, sodass auch auf den Rücksitzen ein guter Klang ankommt. Für Musikliebhaber ist dieses System eine lohnenswerte Investition.
Musikstreaming ist über Bluetooth, USB oder direkt per App möglich. Dabei kann die LTE-Konnektivität zum Streamen von Spotify oder YouTube Music genutzt werden. Der Radio- und DAB+-Empfang funktioniert zuverlässig und die Sendersuche ist unkompliziert. Neben den fahrrelevanten Informationen zeigt das Display auch Albuminformationen und Cover-Artworks an, was die Bedienung angenehmer macht. Die Sprachqualität bei Telefonaten ist gut und das Freisprechsystem filtert Außengeräusche effektiv heraus. Bei den beiden Testvarianten Single Motor Plus und Cross Country stehen die gleichen Audio-Optionen zur Verfügung. Der einzige Unterschied sind die verschiedenen Reifen des Cross Country, die bei höheren Geschwindigkeiten auf Asphalt für mehr Abrollgeräusche sorgen und den Klang des Audiosystems somit etwas überlagern können. Insgesamt überzeugt der Volvo EX30 mit dem optionalen Harman-Kardon-System durch eine hervorragende Soundqualität, die den Premiumanspruch unterstreicht.
- Bild: TechnikNews
- Bild: Volvo
Assistenzsysteme des Volvo EX30: Zuverlässig und umfangreich
Bei Volvo hat Sicherheit traditionell oberste Priorität – eine Philosophie, die sich auch beim EX30 fortsetzt. Die Ausstattung mit Fahrerassistenzsystemen ist umfangreich und liegt auf hohem Niveau. Serienmäßig an Bord ist ein adaptiver Tempomat mit Stau-Assistent, der bis zum Stillstand regelt und auch das Wiederanfahren übernimmt. Das ist ein echter Komfortgewinn im dichten Verkehr und auf Autobahnen. Der Spurhalteassistent arbeitet präzise, greift sanft korrigierend ein und wird dabei nicht aufdringlich, wenn man die Fahrbahnmarkierung zu überfahren droht.Die Verkehrszeichenerkennung funktioniert auch zuverlässig und zeigt aktuelle Geschwindigkeitsbegrenzungen und Überholverbote im zentralen Display an.
Ein Head-up-Display (HUD), das diese Informationen direkt ins Sichtfeld des Fahrers projizieren würde, ist allerdings nicht vorhanden, sodass der Blick zum mittigen Touchscreen wandern muss. Der Totwinkelassistent warnt zuverlässig vor Fahrzeugen im toten Winkel, und LED-Leuchten in den Außenspiegeln machen auf Gefahr aufmerksam. Bei aktiviertem Blinker und erkanntem Fahrzeug im toten Winkel greift das System korrigierend ins Lenkrad ein. Der Notbremsassistent verfügt über eine Fußgänger-, Radfahrer- und Großtiererkennung. Während unserer Testfahrten reagierte das System stets prompt und zuverlässig. Die Kollisionswarnung erfolgt rechtzeitig, ohne nervös zu wirken. Bei drohender Kollision leitet das System automatisch eine Notbremsung ein, falls der Fahrer nicht reagiert. Das Ausweich-Unterstützungssystem hilft durch gezieltes Lenken, Hindernissen auszuweichen, wenn eine Kollision durch Bremsen allein nicht mehr zu vermeiden ist.
- Bild: TechnikNews
- Bild: TechnikNews
Der Parkassistent ist mit einer 360-Grad-Kamera mit guter Bildqualität und Hilfslinien ausgestattet. Einpark-Piepser vorn und hinten sowie eine akustische Warnung erleichtern das Rangieren in engen Parklücken. Gegen Aufpreis ist außerdem ein vollautomatischer Einparkassistent erhältlich, der eigenständig lenkt. Er funktioniert sowohl beim Längs- als auch beim Querparken zuverlässig. Der Querverkehrswarner hinten schützt beim Rückwärtsausparken vor herannahenden Fahrzeugen, Fußgängern oder Radfahrern und leitet bei Bedarf eine Notbremsung ein. Die Geschwindigkeitsregelanlage lässt sich komfortabel über Lenkradtasten bedienen und kann Geschwindigkeitslimits automatisch übernehmen. Der Verkehrsschildassistent erkennt nicht nur Tempolimits, sondern auch Einfahrt-Verboten-Schilder und warnt den Fahrer rechtzeitig.
Die Sensorik arbeitet insgesamt zuverlässig. Allerdings kommt es bei widrigen Witterungsbedingungen wie starkem Regen, Nebel oder tiefstehender Sonne gelegentlich zu Fehlmeldungen oder temporären Ausfällen einzelner Systeme. Das ist bei modernen Assistenzsystemen jedoch nicht ungewöhnlich. Die Systeme lassen sich individuell konfigurieren und in ihrer Eingriffsintensität anpassen. Insgesamt erfüllt der EX30 den hohen Volvo-Anspruch an Sicherheitstechnologie und bietet eine umfassende Ausstattung, die in dieser Fahrzeugklasse nicht unbedingt selbstverständlich ist.
- Bild: Volvo
- Bild: Volvo
Autonomes Fahren: Pilot Assist bietet Level 2
Volles autonomes Fahren im Sinne von SAE-Level 4 oder 5 bietet der Volvo EX30 noch nicht, was angesichts des aktuellen Stands der Technik nicht weiter verwunderlich ist, da diese Technologie selbst bei deutlich teureren Fahrzeugen noch nicht serienreif verfügbar ist. Der Volvo EX30 verfügt jedoch über ein gut funktionierendes Level-2-System, das dem Fahrer einen erheblichen Teil der Fahrarbeit abnehmen kann, ohne die Verantwortung vollständig zu übernehmen. Die Kombination aus adaptivem Tempomat und Spurhalteassistent, die Volvo „Pilot Assist” nennt, ermöglicht teilautomatisiertes Fahren auf Autobahnen und gut ausgebauten Landstraßen. Das System hält die Spur zuverlässig, passt die Geschwindigkeit dem vorausfahrenden Verkehr an und bremst bis zum Stillstand ab. Nach wenigen Sekunden fordert es durch leichten Druck aufs Gaspedal oder einen Impuls am Lenkrad ein Wiederanfahren. Die Lenkunterstützung arbeitet geschmeidig und natürlich, ohne dass das Gefühl entsteht, gegen das System ankämpfen zu müssen.
Wichtig: Der Fahrer muss das Lenkrad weiterhin halten und die Verkehrssituation aktiv überwachen. Über einen Lenkradmoment-Sensor erkennt das System, ob der Fahrer die Hände am Lenkrad hat. Ignoriert der Fahrer wiederholt die optischen und akustischen Signale, leitet das System eine kontrollierte Verzögerung ein, bringt das Fahrzeug zum Stillstand und aktiviert die Warnblinkanlage. In engen Kurven oder bei unklaren Fahrbahnmarkierungen stößt das System dann aber an seine Grenzen und gibt die Kontrolle an den Fahrer zurück. Spurwechsel können bei aktivierter Funktion automatisch durchgeführt werden, müssen jedoch manuell eingeleitet werden. Das System überwacht dabei den toten Winkel und warnt vor Fahrzeugen auf der Nebenspur. Insgesamt bietet der Volvo EX30 ein zeitgemäßes, teilautomatisiertes Fahrsystem, das den Komfort auf längeren Strecken erhöht. Sowohl die Single Motor Plus als auch die Cross Country Variante verfügen über die identische Technologie in diesem Bereich.
- Bild: Volvo
- Bild: Volvo
Sicherheit: Volvos Paradedisziplin
Der Euro-NCAP-Crashtest bescheinigte dem Volvo EX30 die Höchstwertung von fünf Sternen – ein Ergebnis, das angesichts seiner umfangreichen Sicherheitsausstattung wenig überraschend ist. Eine stabile Fahrgastzelle aus hochfesten Stählen, strategisch platzierte Knautschzonen sowie insgesamt zehn Airbags gewährleisten einen umfassenden passiven Insassenschutz. Die bereits beschriebenen Assistenzsysteme bilden das Rückgrat der aktiven Sicherheitstechnik und zielen darauf ab, Unfälle von vornherein zu vermeiden. Der City-Safety-Notbremsassistent mit Fußgänger-, Radfahrer- und Großtiererkennung ist dabei ein besonders wichtiger Baustein – gerade im urbanen Umfeld. Die Auffahrwarnung mit Distanzregelung verhindert zu dichtes Auffahren auf vorausfahrende Fahrzeuge.
Der Insassenschutz wurde im Euro-NCAP-Test mit 88 Prozent bewertet – ein guter Wert. Auch die Bewertungen für den Schutz von Kindern (85 Prozent), gefährdeten Verkehrsteilnehmern (79 Prozent) und Sicherheitsassistenten (80 Prozent) liegen auf einem guten Niveau. Die stabile Struktur schützt die Insassen auch bei seitlichem Aufprall und Überschlag effektiv. Für die Sicherheit von Kindern ist ebenfalls gesorgt: Isofix-Befestigungen an den äußeren Fondsitzen ermöglichen die sichere Montage von Kindersitzen. Top-Tether-Verankerungen bieten zusätzliche Stabilität. Kindersicherungen an den Fondtüren sowie eine elektrische Fensterheber-Sicherung verhindern ein unbeabsichtigtes Öffnen.
Das Gurtsystem ist mit Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern ausgestattet, die bei einem Aufprall optimal wirken. Ein besonderes Augenmerk hat Volvo beim EX30 auf die Hochvolt-Batterie gelegt. Sie ist durch eine stabile Struktur im Unterboden geschützt und zusätzlich von Knautschzonen umgeben. Im Falle eines Unfalls wird das Hochvolt-System automatisch abgeschaltet, um die Gefahr eines Stromschlags für Rettungskräfte und Insassen zu minimieren. Ein robuster Unterboden schützt die Batterie zudem gegen Beschädigungen bei Unterbodenberührungen.
- Bild: Volvo
- Bild: Volvo
Hinterrad vs. Allrad: Vergleich der Antriebe des Volvo EX30
Der Volvo EX30 Single Motor Plus ist mit einem einzelnen Elektromotor an der Hinterachse ausgestattet. Dieser leistet 200 kW (272 PS) und erreicht ein maximales Drehmoment von 343 Nm. Diese Werte klingen zunächst moderat, im Alltag bietet der Antrieb jedoch mehr als ausreichend Leistung. Der Sprint von null auf 100 km/h gelingt in 5,7 Sekunden, was für ein Fahrzeug dieser Klasse und Preisregion ein sehr guter Wert ist. Die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 180 km/h begrenzt. Der Hinterradantrieb sorgt für ein sportlicheres Fahrgefühl, da das Heck bei starker Beschleunigung leicht nachdrückt, jedoch niemals auf unangenehme oder unkontrollierte Weise.
Der Volvo EX30 Cross Country hingegen setzt auf einen Dual-Motor-Allradantrieb mit einer Gesamtleistung von 315 kW (428 PS) und einem maximalen Drehmoment von 543 Nm. Der zusätzliche Motor an der Vorderachse macht sich deutlich bemerkbar. Der Sprint auf Tempo 100 gelingt in beeindruckenden 3,6 Sekunden – ein Wert, der in Richtung Sportwagen geht. Die Beschleunigung ist brutal und drückt spürbar in die Sitze. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 180 km/h begrenzt. Die Kraftübertragung erfolgt auf alle vier Räder, was besonders bei niedrigen Reibwerten für deutlich mehr Traktion sorgt.
Der Allradantrieb des Cross Country arbeitet intelligent und verteilt die Kraft je nach Bedarf zwischen Vorder- und Hinterachse. Bei normaler Fahrt auf trockener Straße erfolgt die Kraftübertragung hauptsächlich über die Hinterachse. Bei Schlupf oder starker Beschleunigung wird die Vorderachse zugeschaltet. Dieser Prozess erfolgt völlig unmerklich und sorgt für maximale Traktion in jeder Situation. Im Gelände oder bei winterlichen Bedingungen ist der Vorteil des Allrads deutlich spürbar.
- Bild: Volvo
- Bild: Volvo
Antrieb: One Pedal Driving at its best
Die Motorgeräusche halten sich in Grenzen. Bei der Beschleunigung ist ein leises Surren hörbar, das wir jedoch nicht als störend empfunden haben. Die Rekuperation, also die Energierückgewinnung beim Verzögern, lässt sich in mehreren Stufen einstellen: von einer sehr sanften Rekuperation, bei der das Fahrzeug ähnlich wie ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor ausrollt, bis hin zu einer starken Rekuperation bei Ein-Pedal-Fahrweise. Dabei tritt durch das Wegnehmen des Gases eine deutliche Verzögerung ein, sodass die mechanische Bremse nur noch selten benötigt wird. Das One-Pedal-Driving ermöglicht in den meisten Situationen tatsächlich das Fahren mit nur einem Pedal.
Sowohl die Variante mit Frontantrieb als auch die Allradantriebsvariante überzeugen durch die typische Elektro-Charakteristik mit spontaner Gasannahme und linearem Drehmomentaufbau. Das Anfahren erfolgt sanft und dosierbar, bei Bedarf aber auch mit voller Kraft. Die Leistungsentfaltung ist über den gesamten Drehzahlbereich gleichmäßig und nimmt bei höheren Geschwindigkeiten nicht ab. Insgesamt bieten somit beide Antriebsvarianten eine überzeugende Leistung. Der Single Motor Plus ist für die meisten Alltagssituationen mehr als ausreichend motorisiert und bietet ein gutes Verhältnis von Leistung und Effizienz. Der Cross Country mit seinem Dual-Motor-Allradantrieb ist die richtige Wahl für alle, die maximale Leistung, Traktion bei schwierigen Bedingungen und eine beeindruckende Beschleunigung wünschen. Dies geht allerdings zu Lasten von Verbrauch und Effizienz.
- Bild: Rodas & Motores
- Bild:TechnikNews
Batterie: Lieber die 69 kWh NMC-Batterie nehmen
Der Volvo EX30 Cross Country ist mit einer 69-kWh-Batterie (netto 65 kWh) ausgestattet. Sie ist im Unterboden des Fahrzeugs verbaut und sorgt so für einen niedrigen Schwerpunkt. Die NMC-Technologie (Nickel-Cobalt-Mangan) hat zwar eine höhere Energiedichte, ist aber weniger langlebig und sicher als NMC-Batterien.
Der Volvo EX30 Single Motor Plus hat dagegen eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie mit 51 kWh (brutto) bzw. 49 kWh (netto). Die LFP-Technologie (Lithium-Eisenphosphat) der Batteriezellen bietet Vorteile in puncto Langlebigkeit und Sicherheit, hat aber eine etwas geringere Energiedichte als NMC-Zellen.
Mit einer Batteriekapazität von 69 kWh liegt der Volvo EX30 Cross Country im Mittelfeld seiner Klasse. Größere SUVs bieten teilweise 80 kWh oder mehr, während kleinere Elektroautos mit 50 bis 60 kWh auskommen. Die gewählte Größe erscheint für den Volvo EX30 gut ausbalanciert, da sie eine ausreichende Reichweite für den Alltag und auch für längere Strecken bietet, ohne das Fahrzeug unnötig schwer und teuer zu machen. Das Gewicht der Batterie beträgt rund 440 Kilogramm, was zu einem Leergewicht von etwa 1.840 Kilogramm (Single Motor) bzw. 2.030 Kilogramm (Cross Country) führt. Der Ladezustand lässt sich jederzeit über das zentrale Display oder die Smartphone-App abrufen. Die Restreichweite wird basierend auf dem aktuellen Verbrauch berechnet und ist in der Regel recht präzise. Dabei berücksichtigt das System Topografie, Außentemperatur und Fahrstil.
Die Batteriekühlung erfolgt aktiv über ein Flüssigkeitskühlsystem. Dadurch werden gleichbleibende Ladegeschwindigkeiten auch bei mehreren aufeinanderfolgenden Schnellladevorgängen gewährleistet. Die Batterie-Vorkonditionierung, welche die Zellen auf eine optimale Ladetemperatur bringt, wird automatisch aktiviert, sobald eine Schnellladestation als Ziel im Navigationssystem eingegeben wird. So waren beim Erreichen der Station in unserem Test immer optimale Ladegeschwindigkeiten gewährleistet. Bei extremen Außentemperaturen reduziert das System automatisch die verfügbare Leistung, um die Batterie zu schützen. Bei sehr kalten Temperaturen ist die Reichweite außerdem geringer, da mehr Energie für die Heizung benötigt wird und die Zellchemie weniger effizient arbeitet.
- Bild: Volvo
- Bild: Volvo
Fahrdynamik des Volvo EX30: Sportwagenperformance im Schafspelz
Die Fahrdynamik des Volvo EX30 ist überraschend positiv. Trotz seines Gewichts von knapp zwei Tonnen fühlt sich der kompakte Stromer agil und handlich an. Der niedrige Schwerpunkt, der durch die im Unterboden verbaute Batterie entsteht, trägt erheblich zur Fahrstabilität bei. Wankbewegungen in Kurven werden effektiv unterbunden und das Fahrzeug liegt satt und neutral auf der Straße. Die Lenkung ist direkt und präzise, könnte aber etwas mehr Rückmeldung bieten. Die geschwindigkeitsabhängige Lenkunterstützung funktioniert gut, könnte bei sportlicher Fahrweise aber etwas straffer sein.
Der Single Motor Plus mit Hinterradantrieb zeigt ein leicht hecklastigeres Fahrverhalten, das bei dynamischer Kurvenfahrt für ein sportliches Gefühl sorgt. Bei kräftiger Beschleunigung aus engen Kurven neigt das Heck leicht zum Ausbrechen, bleibt aber jederzeit kontrollierbar. Das ESP greift bei Bedarf schnell und präzise ein, ohne aufdringlich zu wirken. Die Traktion auf trockener Straße ist gut. Bei nasser Fahrbahn oder Laub muss man mit Hinterradantrieb jedoch etwas aufpassen, da die hintere Achse schneller durchdreht als bei Fronttrieblern.
Der Cross Country mit Allradantrieb bietet deutlich mehr Traktion und Fahrsicherheit, besonders bei schwierigen Bedingungen. Die Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse erfolgt intelligent und sorgt jederzeit für optimalen Vortrieb. Bei sportlicher Fahrweise auf trockener Straße fühlt sich der Cross Country aufgrund seines höheren Gewichts etwas schwerfälliger an als der Single Motor Plus. Dafür bietet er deutlich mehr Sicherheit bei Regen, Schnee oder Matsch. Die erhöhte Bodenfreiheit von zusätzlichen 19 Millimetern macht sich bei der Straßenlage nur minimal bemerkbar.
- Bild: Volvo
- Bild: Volvo
Handling: Gut abgestimmtes Fahrwerk
Die Bremsen beider Varianten bieten eine gute Verzögerung und arbeiten zuverlässig. Die Dosierbarkeit ist gut, allerdings fühlt sich das Pedal in den oberen Bereichen, in denen hauptsächlich die Rekuperation wirkt, etwas synthetisch an – ein typisches Phänomen bei Elektrofahrzeugen mit Rekuperationssystem. Bei kräftigerem Bremsen greifen die mechanischen Scheibenbremsen zu und bieten eine kraftvolle Verzögerung ohne Fadingerscheinungen. Das Fahrwerk des Volvo EX30 ist, wie bereits erwähnt, straff abgestimmt. Das kommt der Fahrdynamik zugute, geht aber etwas zulasten des Komforts auf schlechten Straßen. Die Dämpfer sind gut abgestimmt und verhindern ein übermäßiges Nachschwingen der Karosserie. Bei schnellen Richtungswechseln reagiert der Volvo EX30 agil und präzise, Lastwechselreaktionen sind gut beherrschbar. Die kompakten Außenmaße machen sich im Stadtverkehr und auf engen Landstraßen positiv bemerkbar. Der Volvo EX30 ist insgesamt sehr wendig und lässt sich präzise platzieren.
Der Cross Country fährt sich aufgrund des strafferen Fahrwerks und der höheren Bodenfreiheit minimal anders als der Single Motor Plus, die Unterschiede sind aber gering. Die optionalen Outdoor-Reifen des Cross Country beeinflussen das Handling auf Asphalt negativ, da sie weniger Grip bieten als Straßenreifen und bei nasser Fahrbahn schneller zum Rutschen neigen. Hier muss man einen Kompromiss eingehen, wenn man die Geländetauglichkeit erhöhen möchte. Insgesamt bietet der Volvo EX30 eine überzeugende Fahrdynamik, die sicher ist und Spaß macht. Die Abstimmung ist gelungen und bietet einen guten Kompromiss zwischen Komfort und Sportlichkeit. Der Single Motor Plus ist die agilere, leichtfüßigere Wahl für die Straße, während der Cross Country mit Allradantrieb mehr Sicherheit bei widrigen Bedingungen bietet.
- Bild: Volvo
- Bild: Volvo
Verbrauch des Volvo EX30: Kein Effizienzwunder aber solide
Der Single Motor Plus erwies sich im Test als deutlich effizienter. Im gemischten Betrieb, bestehend aus Stadtfahrten, Landstraßen und Autobahnabschnitten, erreichten wir einen Durchschnittsverbrauch von etwa 18 kWh pro 100 Kilometer. Dieser Wert liegt leicht über der WLTP-Normangabe von 17,2 kWh pro 100 km, ist für ein Fahrzeug dieser Größe und Leistung jedoch durchaus respektabel. Im reinen Stadtverkehr sank der Verbrauch auf etwa 14,5 kWh pro 100 Kilometer. Dies ist auf die effektive Rekuperation und die niedrigen Geschwindigkeiten zurückzuführen. Bei konstanter Autobahnfahrt mit 120 km/h stieg der Verbrauch auf rund 20 kWh pro 100 Kilometer und bei 130 km/h auf etwa 22 kWh pro 100 Kilometer.
Der Cross Country mit Allradantrieb und deutlich höherer Leistung verbraucht natürlich auch mehr Energie. Im gemischten Betrieb haben wir einen Durchschnittsverbrauch von etwa 20,5 kWh pro 100 Kilometer erreicht. Das entspricht einem Mehrverbrauch von rund 16 Prozent. Die WLTP-Normangabe liegt bei 18,3 kWh pro 100 km. Im Stadtverkehr fiel der Unterschied mit 16,9 kWh pro 100 km geringer aus. Auf der Autobahn bei höheren Geschwindigkeiten wurde der Abstand größer. Bei 120 km/h lag der Verbrauch bei etwa 22 kWh pro 100 km und bei 130 km/h bei rund 24,5 kWh pro 100 km. Das zusätzliche Gewicht von etwa 200 Kilogramm und die zweite E-Maschine fordern ihren Tribut. Die optionalen Outdoor-Reifen des Cross Country verschlechtern den Verbrauch gegenüber den Straßenreifen nochmals um etwa 5 Prozent, da sie einen höheren Rollwiderstand aufweisen. Auf der Autobahn ist dieser Unterschied noch deutlicher spürbar.
Wie erwartet hat die Außentemperatur einen signifikanten Einfluss auf den Verbrauch. Bei winterlichen Temperaturen um den Gefrierpunkt stieg der Verbrauch bei beiden Varianten um etwa 20 Prozent, da mehr Energie für die Heizung benötigt wird und die Batterie weniger effizient arbeitet. Die serienmäßige Wärmepumpe hilft dabei, den Mehrverbrauch im Winter zu begrenzen, kann ihn aber nicht komplett verhindern. Die Rekuperation arbeitet effektiv und kann je nach Fahrstil einen erheblichen Teil der verbrauchten Energie zurückgewinnen. In der stärksten Rekuperationsstufe und bei vorausschauender Fahrweise lassen sich bis zu 25 Prozent der Energie zurückgewinnen. Die One-Pedal-Fahrweise ist nicht nur komfortabel, sondern bringt auch mehr Reichweite. Der Single Motor Plus ist die klare Empfehlung für alle, die Wert auf Effizienz legen, während der Cross Country den Komfort und die Sicherheit des Allrads mit einem spürbaren Verbrauchsnachteil erkauft.
- Volvo EX30 Single Motor Verbrauch im Winter – Bild: TechnikNews
- Volvo EX30 Cross Country Verbrauch im Winter – Bild: TechnikNews
Reichweite des Volvo EX30: Ausreichend für den Alltag
Bei der Reichweite zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den beiden Testfahrzeugen. Der Cross Country erreicht nach WLTP-Norm eine Reichweite von 436 Kilometern. In der Praxis lagen wir bei gemischter Fahrweise und Temperaturen bis zu 13 °C bei etwa 290 bis 325 Kilometern. Im Stadtverkehr sind etwa 360 Kilometer realistisch, auf der Autobahn bei 120 km/h etwa 240 Kilometer und bei 130 km/h rund 210 Kilometer. Mit den optionalen Outdoor-Reifen schrumpft die Reichweite nochmals um etwa fünf Prozent.
Der Single Motor Plus erreicht nach WLTP-Norm eine Reichweite von bis zu 337 Kilometern. In der Praxis konnten wir bei Temperaturen bis zu 13 °C und gemischter Fahrweise etwa 230 bis 255 Kilometer erreichen. Bei rein städtischer Nutzung mit niedrigen Geschwindigkeiten sind sogar 310 Kilometer möglich. Auf der Autobahn schrumpft die Reichweite bei konstant 120 km/h auf etwa 220 Kilometer und bei 130 km/h auf rund 200 Kilometer.
Den Single Motor Plus gibt es aber auch mit der 69-kWh-Batterie des Cross Country. Mit diesem Batterie-Upgrade hat er 16 WLTP-Kilometer mehr Reichweite als der Cross Country. Somit bietet der Single Motor Extended Range mit großer Batterie die größte Reichweite und ist für die meisten Nutzer die vernünftigere Wahl, wenn es um die maximale Alltagsreichweite geht. Im Winter müssen jedoch alle Varianten mit deutlichen Reichweiteneinbußen rechnen. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und aktivierter Heizung sank die Reichweite im Test um etwa 20 Prozent. Aus 400 Kilometern im Sommer wurden somit im Winter etwa 260 bis 300 Kilometer. Die Reichweitenanzeige im Fahrzeug arbeitet präzise und passt sich kontinuierlich dem Fahrstil an. Die „Guess-o-meter“-Problematik, die bei einigen Elektrofahrzeugen auftritt, ist beim Volvo EX30 nicht stark ausgeprägt. Man kann sich weitgehend auf die angezeigte Restreichweite verlassen. Die Smartphone-App zeigt ebenfalls den aktuellen Ladestand und die geschätzte Reichweite an, was die Routenplanung erleichtert.
- Bild: TechnikNews
- Bild: TechnikNews
Laden mit dem Volvo EX30: 22 kW AC-Laden als Trumpf
Neben der Reichweite ist das Ladeverhalten der zweite entscheidende Faktor für die Alltagstauglichkeit eines Elektrofahrzeugs. Der Volvo EX30 überzeugt mit soliden Ladeleistungen an AC- und DC-Ladesäulen. An der heimischen Wallbox oder an öffentlichen AC-Ladesäulen lädt er mit maximal 11 kW Wechselstrom. Das ist für ein modernes Elektrofahrzeug Standard und in der Praxis vollkommen ausreichend. Eine volle Ladung von 0 auf 100 Prozent dauert damit etwa 8 Stunden bei der großen und ca. 6 Stunden bei der kleinen Batterie. Über Nacht ist das Fahrzeug damit problemlos vollgeladen. Ein 22-kW-Onboard-Lader ist optional erhältlich, allerdings nur für die Variante mit der größeren 69-kWh-Batterie. Beim Cross Country ist dieser serienmäßig verbaut.
An DC-Schnellladesäulen ist der Volvo EX30 leider nicht der Schnellste, bewegt sich aber im Mittelfeld. Mit einer maximalen Ladeleistung von 150 kW (Single Motor Plus mit kleiner Batterie) bzw. 175 kW (Cross Country und Varianten mit großer Batterie) lädt die 69-kWh-Batterie etwas schneller als die kleinere 51-kWh-Batterie. Unter optimalen Bedingungen dauert es bei beiden Batterien in unserem Test etwa 25 bis 27 Minuten, um von 10 auf 80 Prozent Ladestand zu gelangen. Die gut abgestimmte Ladekurve hält die hohe Ladeleistung relativ lange aufrecht, bevor sie zum Schutz der Batterie im oberen Ladebereich abflacht. Die maximale Ladeleistung wird bei einem Ladestand zwischen 10 und 50 Prozent erreicht und fällt danach kontinuierlich ab.
Die Batterie-Vorkonditionierung, die aktiviert wird, sobald eine Schnellladestation als Ziel im Navigationssystem eingegeben wird, funktioniert gut. Sie sorgt dafür, dass die Batterie beim Erreichen der Ladestation die optimale Temperatur hat. Dadurch wird die Ladegeschwindigkeit maximiert und die Ladezeit verkürzt. Die Ladeklappe befindet sich auf der Fahrerseite im hinteren Bereich. Der Ladefortschritt lässt sich über das zentrale Display im Fahrzeug oder die Smartphone-App verfolgen.
- Bild: Volvo
- Bild: TechnikNews
Preis des Volvo EX30: Preisleistungsverhältnis stimmt
Der Volvo EX30 ist im unteren Premium-Segment positioniert und unterbietet dabei viele etablierte Konkurrenten. Der Einstiegspreis für die Variante „Single Motor Essential” liegt bei etwa 38.490 Euro. Damit rangiert Volvo deutlich unter Modellen wie dem Audi Q4 e-tron oder dem BMW iX1. Zur Serienausstattung gehören unter anderem LED-Scheinwerfer, Klimaautomatik, ein 12,3-Zoll-Touchscreen mit Android Automotive, umfangreiche Assistenzsysteme und Smartphone-Integration. Die höheren Ausstattungslinien „Plus” und „Ultra” und der optionale Allradantrieb treiben den Preis auf bis zu 55.290 Euro, bieten dafür aber auch mehr Komfort- und Design-Features wie bessere Sitze, ein Harman-Kardon-Soundsystem oder spezielle Farbkombinationen.
Der Cross Country startet bei etwa 57.290 Euro und liegt damit fast 20.000 Euro über dem Single Motor Essential. Dafür erhält man den Allradantrieb, die erhöhte Bodenfreiheit, die robustere Optik mit Unterfahrschutz und Kunststoffverkleidungen sowie die deutlich höhere Systemleistung von 428 PS. Das optional erhältliche „Cross Country Experience“-Paket mit Dachträger und Dachkorb sowie 18-Zoll-All-Terrain-Reifen ist für einen Aufpreis von 2.990 Euro verfügbar und treibt den Preis weiter in die Höhe. Vollausgestattet kostet der Cross Country dann 62.180 Euro.
Der Wertverlust von Elektrofahrzeugen ist derzeit noch schwer abzuschätzen, da der Gebrauchtmarkt noch relativ jung ist. Generell gilt jedoch: Volvo genießt einen guten Ruf in puncto Qualität und Zuverlässigkeit, was sich positiv auf den Restwert auswirken sollte. Die hohe Nachfrage nach kompakten Elektro-SUVs und die solide Verarbeitung sprechen für stabile Restwerte. Allerdings entwickelt sich die Elektromobilität rasant weiter, sodass neue Modelle mit besserer Technologie ältere Fahrzeuge schnell alt aussehen lassen können. (Alle Preise in diesem Artikel sind Stand Dezember 2025 und inklusive 19 % Mehrwertsteuer.)
Garantie des Volvo EX30: Nur Branchendurchschnitt
Die Garantieleistungen bewegen sich auf branchenüblichem Niveau. Volvo gewährt eine Fahrzeuggarantie von drei Jahren oder 100.000 Kilometern. Das ist zwar weniger als bei manchen koreanischen Herstellern, die sieben Jahre bieten, entspricht jedoch dem Standard im europäischen Premiumsegment. Die Lackgarantie beträgt ebenfalls drei Jahre, die Durchrostungsgarantie zwölf Jahre. Bei Elektrofahrzeugen ist besonders die Garantie für die Hochvolt-Batterie wichtig: Sie beträgt acht Jahre oder 160.000 Kilometer, wobei in diesem Zeitraum mindestens 70 Prozent der ursprünglichen Kapazität erhalten bleiben sollen. Dies entspricht dem branchenüblichen Standard und gibt Käufern Sicherheit bezüglich der teuersten Komponente des Fahrzeugs.
Zusammenfassend bietet der Volvo EX30 Single Motor Plus ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für einen Premium-Elektro-SUV. Man erhält viel Fahrzeug, moderne Technologie und typische Volvo-Qualität zu einem fairen Preis. Der Cross Country ist eine Nischenoption für diejenigen, die die zusätzliche Leistung, den Allradantrieb und die Offroad-Optik wünschen und bereit sind, dafür einen deutlichen Aufpreis zu zahlen. Für die meisten Käufer dürfte der Single Motor Plus mit der größeren Batterie die vernünftigere und wirtschaftlichere Wahl sein.



















































