Tesla Model Y Premium AWD (2025) im Test: Ist das Facelift gelungen?

Das Tesla Model Y zählt seit seiner Einführung zu den begehrtesten Elektrofahrzeugen weltweit. Das überarbeitete „Juniper“ Facelift erhält unter anderem durchgängige LED-Lichtbänder vorne und hinten im Cybertruck-Design, einen komplett neu gestalteten Innenraum mit hochwertigeren Materialien, Ambientebeleuchtung und ein zusätzliches 8-Zoll-Display für die Fondpassagiere. Darüber hinaus haben Sich die Namen der verschiedenen Varianten leicht geändert. Wir haben die Premium-Variante mit Allradantrieb intensiv für Euch getestet. Hier sind unsere Ergebnisse.
Das meisterverkaufteste Tesla Model mit dem Namen Y wurde erstmals 2017 angekündigt und im März 2019 der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Produktion startete im Januar 2020 im kalifornischen Werk Fremont, erste Auslieferungen in den USA erfolgten im März 2020. Seit Januar 2021 läuft das Modell auch in Shanghai vom Band, seit März 2022 in der Gigafactory Berlin-Brandenburg und später auch in Texas. In Europa wurden die ersten Model Y im August 2021 ausgeliefert, zunächst aus chinesischer Produktion. Das Model Y schrieb Automobilgeschichte, als es 2023 mit 1,23 Millionen verkauften Einheiten den Toyota Corolla als weltweit meistverkauftes Auto ablöste.
In Europa verzeichnete das Model Y 2024 mit 209.214 Neuzulassungen einen Rückgang von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr und fiel im Gesamtranking aller Antriebe von Platz eins auf Platz vier zurück, bleibt aber das meistverkaufte Elektroauto des Kontinents. In Deutschland zeigt sich ein dramatischeres Bild: Die Tesla-Zulassungen brachen 2024 um 41 Prozent ein auf nur noch 37.574 Fahrzeuge. Im Januar 2025 wurden nur noch 979 Model Y zugelassen, und das einst führende Elektro-SUV rutschte von Platz eins auf Platz zehn im deutschen E-Auto-Ranking. Die Gründe für den Absatzrückgang sind vielschichtig und reichen von verstärkter Konkurrenz über das veraltete Vorfacelift-Modell bis hin zu negativen Auswirkungen der kontroversen politischen Äußerungen von CEO Elon Musk. Das im Januar 2025 in Europa eingeführte Facelift „Juniper“ soll nun die Trendwende einleiten, wobei erste Signale aus Norwegen auf eine wieder steigende Nachfrage hindeuten.
Zum Abschnitt springen
- 1 Technische Daten Tesla Model Y Premium mit Allradantrieb
- 2 Fazit (tl;dr) Tesla Model Y Premium Allradantrieb: Gelungenes Facelift
- 3 Design und Exterieur des Tesla Model Y: Viele Neuerungen
- 4 Assistenzsysteme des Tesla Model Y: Nur mit Kameras in die Zukunft
- 5 Innenraum des Tesla Model Y: Viele Upgrades
- 6 Infotainment des Tesla Model Y: Immernoch führend
- 7 Antrieb des Tesla Model Y: Power und Effizienz vereint
- 8 Verbrauch und Reichweite des Tesla Model Y: Sehr gute Werte
- 9 Preis und Garantie des Tesla Model Y: Da kann man nichts gegen sagen
| Grundpreis | ab 52.990 Euro |
| Leistung | 324 kW (440 PS) |
| Beschleunigung 0-100 km/h | 4,8 Sekunden |
| Höchstgeschwindigkeit | 201 km/h |
| Reichweite WLTP | 600 km |
| Reichweite Real | 450 bis 500 km |
| Batteriekapazität | 82 kWh (netto) |
| Verbrauch WLTP | 15,3 kWh/100 km |
| Verbrauch real | 18 bis 19 kWh/100 km |
| Ladeleistung DC | max. 250 kW |
| Ladeleistung AC | max. 11 kW |
| Ladezeit 10-80% (Supercharger) | ca. 27-30 Min. |
| Länge/Breite/Höhe | 4.790 / 1.921 / 1.624 mm |
| Kofferraumvolumen | 854 Liter + 116 Liter Frunk |
| Leergewicht | ca. 2.075 kg |
| Anhängelast gebremst | 1.600 kg |
| Wendekreis | 12,1 m |
Mit dem Juniper-Facelift hat Tesla viele Kritikpunkte der Vorgängergeneration ausgemerzt und dabei die Kernstärken weiter ausgebaut. Mit seiner WLTP-Reichweite von 600 Kilometern und einer Alltagsreichweite von realistischen 450 bis 500 Kilometern demonstriert das Model Y, dass Elektromobilität heute keine Kompromisse mehr erfordert. Die kraftvollen 440 PS aus zwei Elektromotoren sorgen für einen Sprint auf 100 km/h in 4,8 Sekunden, wobei die Kraft jederzeit mühelos abrufbar ist. Besonders beeindruckend ist jedoch die Effizienz: Mit real gemessenen 18 bis 19 kWh auf 100 Kilometern liegt der Stromverbrauch im Alltag deutlich unter vielen Konkurrenten. Im Vergleich zur Konkurrenz schafft es Tesla einfach nach wie vor, mit weniger Batteriekapazität mehr Reichweite zu erzielen.
Was das Facelift auszeichnet, ist die spürbare Reife in allen Bereichen. Während frühere Tesla-Modelle mit harter Federung und spärlichem Interieur kämpften, zeigt das überarbeitete Model Y, dass der kalifornische Hersteller dazugelernt hat. Das Fahrwerk ist merklich komfortabler abgestimmt, ohne dass die direkte Rückmeldung verloren geht. Der Innenraum überzeugt mit hochwertigen Materialien und guter Verarbeitung. Die Geräuschdämmung dank Doppelverglasung und optimierter Materialien ist auch deutlich besser geworden und macht lange Autobahnfahrten deutlich angenehmer. Für 52.990 Euro erhält man ein vollwertiges SUV, das bei Platzangebot, Kofferraumvolumen und technischer Ausstattung die meisten Konkurrenten übertrifft. Das unschlagbare Supercharger-Netzwerk und die intuitive Software sind weitere Pluspunkte, die den Einstieg in die Elektromobilität deutlich vereinfachen. Wer bereit ist, auf den Allradantrieb zu verzichten, findet mit der Heckantrieb-Version für 49.990 Euro eine noch effizientere Alternative mit 622 Kilometern WLTP-Reichweite.
Allerdings gibt es auch Schwachstellen. Die Wächter-Funktion, die das parkende Fahrzeug überwacht und bei Annäherung die Kameras aktiviert, verursacht einen messbaren Vampire Drain über Nacht. Wer das Fahrzeug mehrere Tage stehen lässt, kann mit einem Reichweitenverlust von mehreren Prozent rechnen. Außerdem setzt Tesla weiterhin auf ein etwas ablenkungsintensives Bediensystem über den zentralen Touchdisplay ohne jegliche physische Tasten und ohne Display in Fahrtrichtung bzw. HUD (Head-up-Display). Das optionale „Volles Potenzial für autonomes Fahren“ für 7.500 Euro lohnt sich in Deutschland aufgrund regulatorischer Beschränkungen auch leider kaum. Und ja, der CEO Elon Musk polarisiert – doch am Fahrzeug selbst gibt es objektiv relativ wenig auszusetzen.
Stärken und Schwächen des Tesla Model Y Facelift:
✅ Stärken:
Starkes Preis-/Leistungsverhältnis
Extrem starker dabei effizienter Antrieb mit 440 PS und 493 Nm
Hochwertiger, geräumiger Innenraum mit viel Platz
Supercharger-Ladenetzwerk und Einfachheit der Routenplanung
Deutliche Steigerung bei Verarbeitung und Fahrwerk im Vergleich zum Vor-Facelift
Großes Panorama-Glasdach serienmäßig
Handyschlüssel ermöglicht schlüsselloses Öffnen und Starten per Smartphone oder Apple Watch
Sehr gute Verbrauchswerte auch mit Heizung
97 Prozent Insassenschutz im Euro NCAP Crashtest
❌ Schwächen:
Vampire Drain über Nacht durch Wächter-Funktion – bis zu 7% Kapazitätsverlust bei aktiviertem Sentry Mode
Ablenkungsintensives Bediensystem ohne physische Tasten
Fehlendes Display hinter dem Lenkrad, kein Head-up-Display
Verarbeitung erreicht nicht immer Premiumniveau
Design und Exterieur des Tesla Model Y: Viele Neuerungen
Das Tesla Model Y Facelift mit dem Codenamen Juniper zeigt sich mit einem deutlich mutigeren und moderneren Erscheinungsbild. Die Front wirkt durch das durchgängige LED-Lichtband aggressiver und futuristischer – Tesla-Kenner sehen hier Anleihen beim Cybertruck. Die neu gestaltete Haube ist flacher, der Übergang zur Stoßstange präziser modelliert. Die Scheinwerfer fallen schmaler aus und verleihen dem Gesicht mehr Spannung. Bei Tagfahrlicht leuchtet die komplette Lichtleiste, was einen unverkennbaren Wiedererkennungswert schafft.Mit 4,79 Metern Länge ist das Model Y um vier Zentimeter gewachsen, die Breite legte sogar um sechs Zentimeter auf 1,92 Meter zu (2,13 Meter inklusive Außenspiegel). Die Höhe bleibt mit 1,62 Metern unverändert.
Die Lackqualität entspricht Tesla-Standard und lässt keine Wünsche offen. Neben den klassischen Farben Schwarz, Weiß, Silber, Blau und Grau bietet Tesla auch die neue exklusive Farbe Ultra Red an, die dem Facelift einen auffälligen und sportiven Touch verleiht. Unser Testwagen in Quicksilver kombiniert mit schwarzen Kunstleder-Interieur bietet aber auch eine sehr ansehliche Kombination. Eine weitere praktische Neuerung findet sich mittig an der Front. Eine zusätzliche, neunte Kamera wurde integriert, die den toten Winkel direkt vor dem Fahrzeug abdeckt. Diese Frontkamera ist nicht nur beheizbar, sondern verfügt auch über eine eigene Spritzdüse. Per Knopfdruck auf dem Touchscreen lässt sich die Linse reinigen – praktisch bei Matsch, Schnee oder Insekten.
- Bild: TechnikNews
- Bild: TechnikNews
In der Seitenansicht sind die Änderungen subtil – neue aerodynamisch optimierte Felgen und verfeinerte Details prägen das Bild. Der Luftwiderstandsbeiwert konnte von 0,23 auf beeindruckende 0,22 gesenkt werden, was das Model Y auf Augenhöhe mit dem BYD Seal, Porsche Taycan und Skoda Enyaq Coupé bringt. Das Heck wurde komplett neu gestaltet und wirkt nun massiver und muskulöser. Eine durchgehende LED-Lichtleiste verbindet die Rückleuchten, wobei es sich hier um indirekte Beleuchtung handelt – ein eleganter Effekt, besonders bei Dunkelheit. Die neue Spoilerlippe und der größere Diffusor vermitteln nicht nur sportliche Ambitionen, sondern tragen tatsächlich zur verbesserten Aerodynamik bei. Das überarbeitete Heck setzt das Model Y deutlicher vom Model 3 ab als bisher.
Die 19-Zoll Crossflow-Felgen sind serienmäßig und bieten eine gute Balance zwischen Komfort und Reichweite. Wer es sportlicher mag, kann auf 20-Zoll Helix 2.0-Felgen upgraden – allerdings geht das zu Lasten der Reichweite und des Fahrkomforts. Die neue Gigacasting-Technologie, bei der große Fahrzeugteile aus einem Guss gefertigt werden, sorgt für weniger Schweißnähte und eine stabilere Karosserie. Das Resultat ist ein leiseres Fahrerlebnis, da weniger Vibrationen in den Innenraum übertragen werden. Allerdings schwanken die Spaltmaße zwischen den Karosserieteilen nach wie vor deutlich, insbesondere im Heckbereich – hier gibt es noch Verbesserungspotenzial.
- Bild: TechnikNews
- Bild: TechnikNews
Platzangebot: Sehr geräumig
Mit einer Länge von 4,79 Meter, einer Breite von 1,92 Meter (ohne Spiegel) und einer Höhe von 1,62 Meter bewegt sich das Model Y in typischen Mittelklasse-SUV-Dimensionen. Das Fahrzeug ist damit vier Zentimeter länger und sechs Zentimeter breiter als der Vorgänger. Diese Größenzunahme kommt vor allem dem Innenraum und Kofferraum zugute. Der Radstand von 2,89 Meter sorgt für großzügige Platzverhältnisse und trägt gleichzeitig zum ruhigen Fahrverhalten auf der Autobahn bei. Die Kopffreiheit vorne ist trotz des abfallenden Dachs großzügig. Selbst großgewachsene Fahrer mit über 1,90 Meter Körpergröße finden ausreichend Platz. Das liegt auch daran, dass der Boden durch die flache Batterie im Unterboden nicht unnötig erhöht ist.
Die Fondpassagiere profitieren vom langen Radstand. Die Kniefreiheit ist auch hinter großgewachsenen Vorderpassagieren mehr als ausreichend. Drei Erwachsene finden auf der Rückbank Platz, wobei die Person in der Mitte mit einem leicht erhöhten Mitteltunnel und begrenzter Schulterfreiheit zurechtkommen muss. Optimal ist der Fond für zwei Personen, die dann fürstlich reisen. Die Kopffreiheit hinten ist trotz des abfallenden Dachs gut – ein Verdienst der intelligenten Dachkonstruktion und der versenkten Sitzmulden.
- Bild: Tesla
- Bild: Autofilou
Kofferraum: Beeindruckend viel Platz
Der Kofferraum ist ein echtes Highlight des Model Y. Mit 822 Litern Grundvolumen bei aufrechter Rückbank liegt er deutlich über dem Klassendurchschnitt. Die Ladekante ist niedrig, und die Kofferraumöffnung ist groß und rechteckig – ideal für Getränkekisten, Umzugskartons oder Reisegepäck. Der Boden ist eben, und unter ihm verbirgt sich ein weiterer 105 Liter großer Stauraum den man zum Beispiel für das Ladekabel und Kleinutensilien nutzen kann. Bei umgeklappter Rückbank wächst das Volumen auf beeindruckende 2.138 Liter. Das ist mehr als bei den meisten Konkurrenten und reicht für Fahrräder, Möbel oder den Inhalt ganzer Kofferräume. Die Ladefläche ist dann nahezu eben und bietet eine Länge von etwa 1,80 Meter – genug für fast alle Transportaufgaben. Die maximale Zuladung beträgt etwa 450 Kilogramm, was für die meisten Alltagsszenarien ausreichend ist.
Besonders praktisch ist der Frunk. Unter der vorderen Haube verbirgt sich ein zusätzlicher Stauraum von 116 Litern. Dieser ist als große Plastikwanne mit Abfluss ausgeführt und lässt sich problemlos auswaschen. Ideal für nasse Badekleidung, dreckige Wanderschuhe, Motorradhelme oder Lebensmittel, die man von der restlichen Ladung trennen möchte. Die Frunk-Klappe öffnet sich wie eine normale Motorhaube und muss manuell geschlossen werden – nicht ganz so komfortabel wie bei manchen Konkurrenten, aber völlig ausreichend.
- Bild: TechnikNews
- Bild: TechnikNews
Assistenzsysteme des Tesla Model Y: Nur mit Kameras in die Zukunft
Das Tesla Model Y setzt voll auf kamerabasierte Assistenzsysteme und verzichtet seit 2022 komplett auf Radar- und Ultraschallsensoren. Tesla nennt diese Technologie „Tesla Vision“ – ein rein visuelles System, das mit acht Kameras arbeitet und durch neuronale Netzwerke ausgewertet wird. Diese Kameras erfassen einen Rundumblick von 360 Grad und erkennen Fahrzeuge, Fußgänger, Radfahrer, Verkehrsschilder, Fahrbahnmarkierungen und Hindernisse. Die neunte Kamera an der Front wurde mit dem Juniper-Facelift hinzugefügt und deckt den toten Winkel direkt vor dem Fahrzeug ab. Tesla hat nun auch wieder den Blinkerhebel zurückgebracht, nachdem es viel Kritik an der auf den Lenkrad ausgelagerten Blinkknöpfen gab.
Problematisch ist nur die Verkehrszeichenerkennung. In unserem Test haperte es streckenweise an der automatischen Übernahme des geltenden Tempolimits. Teilweise wurden digitale Geschwindigkeitstafeln falsch ausgelesen oder das Tempolimit einer Autobahnabfahrt fälschlicherweise für die weiterführende Autobahn übernommen – was zu starken Bremsungen führte. Dies ist allerdings kein Tesla-spezifisches Problem, sondern betrifft aktuell nahezu alle Hersteller.
- Bild: TechnikNews
- Bild: TechnikNews
Autopilot: Alles top aber FSD lohnt sich noch nicht
Zur Serienausstattung gehört der „Basic Autopilot“, der zwei Kernfunktionen umfasst: den adaptiven Tempomat und den Spurhalteassistenten. Der adaptive Tempomat hält nicht nur die gewählte Geschwindigkeit, sondern passt sie automatisch an den Verkehr an. Das System erkennt vorausfahrende Fahrzeuge und hält einen einstellbaren Sicherheitsabstand. Die Abstufung lässt sich in sieben Stufen einstellen – von sportlich-knapp bis entspannt-defensiv. In der Praxis arbeitet der Tempomat zuverlässig und reagiert sanft auf Geschwindigkeitsänderungen des Vordermanns. Der Spurhalteassistent hält das Fahrzeug aktiv in der Spur und korrigiert sanft, wenn man ungewollt über die Fahrbahnmarkierung abdriftet. Das System funktioniert auf Autobahnen und gut markierten Landstraßen zuverlässig. Die Lenkeingriffe sind dezent und nicht zu dominant, sodass man das Gefühl behält, selbst zu fahren. Wichtig: Der Autopilot ist ein Assistenzsystem Level 2 und erfordert ständige Aufmerksamkeit. Das Fahrzeug überwacht die Hände am Lenkrad und fordert regelmäßig zur Bestätigung auf, dass man die Straße im Blick hat.
Gegen Aufpreis von 3.800 Euro kann der „Enhanced Autopilot“ gebucht werden. Dieser erweitert die Funktionen um automatische Spurwechsel, Navigate on Autopilot für Autobahnen, Autopark, Herbeirufen und Smart Summon. Der automatische Spurwechsel funktioniert nach Blinkersignal. Das Fahrzeug prüft selbstständig, ob die Nebenspur frei ist, und führt den Spurwechsel flüssig durch. Navigate on Autopilot plant die optimale Route auf Autobahnen inklusive Spurwechseln, Autobahnkreuzen und Ausfahrten. Das System schlägt Spurwechsel vor und führt sie nach Bestätigung aus.
Das „Full Self-Driving“ (FSD) Paket kostet 7.500 Euro zusätzlich und verspricht weitere Funktionen. In Europa ist FSD allerdings stark eingeschränkt, da die gesetzlichen Rahmenbedingungen autonomes Fahren noch nicht erlauben. Man erhält den Ampel- und Stoppschildassistenten, der Ampeln und Stoppschilder erkennt und das Fahrzeug automatisch anhält. Außerdem ist man bei zukünftigen FSD-Features prioritär dabei – wobei unklar ist, wann und welche Funktionen kommen. Aktuell lohnt sich FSD in Europa kaum, da die meisten Features nur in den USA verfügbar sind.
- Bild: Tesla
- Bild: TechnikNews
Sicherheit beim Tesla Model Y: Fünf Sterne Rating
Im Euro NCAP Crashtest erzielte das Model Y der Vorgängergeneration die Höchstwertung von fünf Sternen. Beim Insassenschutz erreichte es 97 Prozent für Erwachsene und 87 Prozent für Kinder. Der Fußgängerschutz lag bei 82 Prozent, und die Assistenzsysteme erhielten 98 Prozent – ein hervorragender Wert. Das neue Juniper-Facelift wurde noch nicht getestet, dürfte aber ähnlich gut abschneiden. Acht Airbags gehören zur Serienausstattung: Fahrer- und Beifahrer-Airbags, Seiten-Airbags vorne, Kopf-Airbags vorne und hinten sowie Knie-Airbag für den Fahrer. Zusätzlich gibt es Seitenaufprallschutz in den Türen und verstärkte B-Säulen.
Die elektronischen Assistenten sind umfangreich und arbeiten unauffällig im Hintergrund. Das elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) greift dezent und dosiert ein. Die Traktionskontrolle verhindert Durchdrehen der Räder. Der Bremsassistent verstärkt bei Notbremsungen automatisch den Pedaldruck. Die automatische Notbremsung greift in kritischen Situationen ein und kann Kollisionen verhindern oder deren Schwere reduzieren. Der Sentry Mode ist außerdem eine einzigartige Funktion von Tesla. Im geparkten Zustand überwachen die Kameras die Umgebung und zeichnen bei Annäherung Personen auf. Bei Erschütterungen oder Einbruchsversuchen schlägt das System Alarm und speichert die Videoaufnahmen auf einem USB-Stick. Das erhöht die Sicherheit auf öffentlichen Parkplätzen deutlich. Allerdings verursacht der Sentry Mode einen Vampire Drain von etwa drei bis fünf Prozent pro Tag, da die Kameras und Computer ständig aktiv sind.
Insgesamt bietet das Tesla Model Y ein sehr hohes Sicherheitsniveau. Die kamerabasierten Systeme funktionieren im Alltag zuverlässig, und die Assistenten machen Langstreckenfahrten entspannter. Der Basic Autopilot ist Serienausstattung und bietet bereits ein hohes Maß an Komfort. Wer mehr möchte, kann den Enhanced Autopilot nachbuchen – FSD lohnt sich in Europa derzeit nicht. Die Crashsicherheit ist hervorragend, und die umfangreichen aktiven Sicherheitssysteme tragen zur Unfallvermeidung bei.
- Bild: Tesla
- Bild: TechnikNews
Innenraum des Tesla Model Y: Viele Upgrades
Der Innenraum des Tesla Model Y hat mit dem Juniper-Facelift einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht und genügt nun endlich auch höheren Premiumansprüchen. Tesla hat die Kritik an der sterilen und billig wirkenden Ausstattung des Vorgängers ernst genommen und liefert nun ein Interieur ab, das nicht nur funktional, sondern auch emotional anspricht. Das erste, was beim Einsteigen auffällt, ist die deutlich hochwertigere Materialanmutung. Kunstleder, das nun weniger künstlich wirkt, bedeckt Türverkleidungen, Armaturenbrett und Sitze. Die Haptik ist angenehm, und die Verarbeitung macht einen soliden Eindruck. Besonders gelungen sind die neuen Textileinlagen, die sich über das Armaturenbrett ziehen und eine wohnliche Atmosphäre schaffen. Diese Stoffelemente brechen die Dominanz glatter Oberflächen und verleihen dem Interieur mehr Charakter.
Das Armaturenbrett ist minimalistisch gestaltet und frei von Knöpfen. In der Mitte thront der große 15,4-Zoll-Touchscreen, der für praktisch alle Funktionen zuständig ist. Links und rechts befinden sich Lüftungsdüsen, die sich über den Touchscreen steuern lassen. Die Düsen selbst haben keine mechanischen Verstellmöglichkeiten – alles läuft digital. Zudem lässt das Panorama-Glasdach viel Licht herein und öffnet den Innenraum optisch. Es erstreckt sich von der Frontscheibe bis weit nach hinten und gibt auch den Fondpassagieren einen freien Blick nach oben. Das Glas ist stark getönt und mit einer UV-reflektierenden Beschichtung versehen, sodass es selbst im Hochsommer nicht zu heiß wird. Ein textiler Sonnenschutz oder eine Öffnungsfunktion fehlt allerdings. Das Glasdach ist fest verbaut und lässt sich nicht öffnen. An heißen Sommertagen kann das trotz Tönung zu einem Hitzestau führen.
- Bild: TechnikNews
- Bild: TechnikNews
Facelift Neuerungen: Ambientelicht, Fonddisplay und Lenkrad
Die Gangwahl erfolgt beim Facelift über Wischgesten auf dem Touchscreen, es gibt also keinen physischen Hebel. Das klingt zunächst gewöhnungsbedürftig, geht in der Praxis aber überraschend schnell und intuitiv von der Hand. Optional schlägt das System sogar aus dem Parkmodus heraus vor, in welche Richtung geschaltet werden sollte, abhängig davon, wo der Weg frei ist. Das durchgehende Ambientelichtband ist eine weitere Neuheit. Es verläuft über das gesamte Armaturenbrett und setzt sich in den Türverkleidungen fort. Die Farbe lässt sich über das Display in verschiedenen Farbtönen anpassen und schafft je nach Stimmung eine unterschiedliche Atmosphäre. Besonders abends und nachts sorgt das Ambientelicht für eine hochwertige und entspannte Stimmung. Die Helligkeit lässt sich stufenlos dimmen, sodass es nicht blendet.
Das Lenkrad ist ebenfalls neu gestaltet. Es liegt gut in der Hand und ist mit weichem Kunstleder bezogen. Die Form ist sportlich mit abgeflachten Ober- und Unterseite. Am Lenkrad befinden sich zwei Scrollräder und mehrere Tasten für die wichtigsten Funktionen. Das linke Scrollrad steuert die Lautstärke, das rechte die Fahrfunktionen wie Autopilot und Sprachsteuerung. Die Bedienung ist intuitiv und funktioniert auch blind. Die Lenkradheizung ist serienmäßig und wärmt im Winter angenehm die Hände. Insgesamt hat Tesla mit dem Juniper-Facelift einen beeindruckenden Schritt nach vorne gemacht. Der Innenraum wirkt nun hochwertig, durchdacht und wohnlich. Die Verarbeitung ist solide, die Materialien sind ansprechend, und die Liebe zum Detail ist spürbar. Zwar gibt es noch Raum für Verbesserungen – etwa bei der Bedienung über physische Tasten oder einem Head-up-Display – aber das Gesamtpaket könnte nun auch anspruchsvolle Käufer überzeugen.
- Bild: TechnikNews
- Bild: Tesla
Die Sitze wurden komplett überarbeitet und bieten nun deutlich mehr Komfort als beim Vorgänger. Sitzhöhe, Lehnenneigung, Sitztiefe und Lordosenstütze lassen sich elektrisch justieren. Die Einstellungen sind feinfühlig und ermöglichen eine individuelle Sitzposition. Die Memory-Funktion speichert die Einstellungen für bis zu drei Fahrerprofile und stellt Sitz und Lenkrad automatisch ein, sobald man das Profil wechselt. Das ist besonders praktisch, wenn sich mehrere Personen ein Fahrzeug teilen. Eine Sitzheizung für alle fünf Sitzplätze gehört zur Serienausstattung . Die Heizung arbeitet schnell und effektiv und ist dreistufig regelbar. Bereits nach wenigen Minuten spürt man die Wärme. Optional ist eine Sitzbelüftung für die Vordersitze erhältlich, die im Sommer für zusätzlichen Komfort sorgt. Die Belüftung arbeitet leise und effektiv und verhindert das unangenehme Schwitzen bei langen Fahrten.
Die akustische Warnung beim Überschreiten des Tempolimits (seit Juli 2024 für alle Neufahrzeuge Pflicht in der EU) lässt sich durch Antippen des Tempolimit-Symbols auf dem Display schnell deaktivieren – eine pragmatische und praktische Lösung. Die Geräuschdämmung wurde mit dem Juniper-Facelift außerdem deutlich verbessert. Akustikverglasung rund um das Fahrzeug, zusätzliche Dämmmatten und optimierte Dichtungen sorgen für ein ruhigeres Fahrerlebnis. Bei Stadtgeschwindigkeiten ist es angenehm leise im Innenraum. Bei Autobahngeschwindigkeiten über 120 km/h sind Wind- und Abrollgeräusche zwar hörbar, aber auf einem akzeptablen Niveau. Deutsche Premiumhersteller sind hier noch einen Tick leiser, aber der Abstand ist deutlich kleiner geworden.
Für die Fondpassagiere gibt es einen zusätzlichen 8-Zoll-Touchscreen, der mit dem Juniper-Facelift eingeführt wurde. Er ist in der Mittelkonsole integriert und ermöglicht die Steuerung von Klima, Sitzheizung und Games sowie weiteren Medien. Die Rückbank-Passagiere können so unabhängig ihre eigene Temperatur einstellen oder Musik und Videos abspielen – perfekt für Familien mit Kindern
- Bild: TechnikNews
- Bild: TechnikNews
Infotainment des Tesla Model Y: Immernoch führend
Der zentrale 15,4-Zoll-Touchscreen ist das Herzstück der Bedienung. Das hochauflösende Display (2.200 x 1.300 Pixeln) zeigt alle relevanten Fahrinformationen, Navigationskarten, Musik, Fahrzeugeinstellungen und vieles mehr. Die Darstellung ist gestochen scharf, die Bedienung erfolgt intuitiv wie bei einem modernen Tablet. Die Menüstruktur ist logisch aufgebaut – wer ein Smartphone bedienen kann, kommt auch hier sofort zurecht. Selbst bei direkter Sonneneinstrahlung bleibt der Bildschirm gut ablesbar. Die Bedienung erfolgt ausschließlich über diesen Touchscreen. Eine klassische Instrumententafel hinter dem Lenkrad gibt es nicht. Alle Informationen wie Geschwindigkeit, Reichweite, Navigation und Assistenzsysteme werden auf dem zentralen Display angezeigt. Das erfordert zunächst Umgewöhnung, da man den Blick weiter vom Verkehr abwenden muss. Nach kurzer Eingewöhnungszeit funktioniert das System aber intuitiv, und die übersichtliche Darstellung macht es leicht, die gewünschten Informationen auf einen Blick zu erfassen.
Im unteren Bereich des zentralen Displays befinden sich die wichtigsten Schnellzugriffe: Klimasteuerung, Sitzheizung, Fahrzeugeinstellungen und Medien. Diese sind immer sichtbar und mit einem Fingertipp erreichbar. Darüber befindet sich der Hauptbereich, der je nach Situation unterschiedliche Inhalte wie z.B. Navigation, Medien, Dashcam oder Energieverbrauch zeigt. Streaming-Dienste wie Spotify, Netflix, YouTube und Twitch sind auch integriert. Bei stehendem Fahrzeug kann man Videos anschauen oder Spiele spielen. Die Rechenleistung des Bordcomputers ist beeindruckend – selbst aufwändige Spiele laufen flüssig. Für Kinder gibt es einen Zeichenmodus und diverse Unterhaltungsangebote
Das Navigationssystem ist eins der besten auf dem Markt. Es plant automatisch Ladestopps entlang der Route ein, berücksichtigt den aktuellen Ladestand, den Verbrauch und die Verfügbarkeit von Superchargern. In Echtzeit werden Verkehrsinformationen einbezogen und alternative Routen vorgeschlagen. Die Visualisierung ist klar und übersichtlich. Kritik gibt es an der grafischen Darstellung des Autopiloten: Die bunte Fahrbahn, die unter dem Auto pulsiert, empfinden viele Tester eher als Ablenkung denn als Hilfe. Eine schlichtere Darstellung wäre wünschenswert. Ansonsten ist die Informationsdichte auf dem Display gut dosiert, weder zu überladen noch zu minimalistisch.
- Bild: TechnikNews
- Bild: TechnikNews
Konnektivität: Ein rollender Computer mit Rädern
Das Tesla Model Y ist mehr als ein Fahrzeug – es ist ein rollender Computer mit Rädern. Die Vernetzung und digitale Integration erreichen ein Niveau, das in der Automobilbranche seinesgleichen sucht. Tesla hat früh erkannt, dass die Zukunft des Automobils in Software, Updates und Vernetzung liegt, und das Model Y zeigt eindrucksvoll, wie weit diese Vision bereits Realität ist. Im Zentrum der Konnektivität steht die Tesla-App. Sie ist für iOS und Android verfügbar und fungiert als Fernbedienung für das Fahrzeug. Noch bevor man am Auto angekommen ist, lässt sich praktisch jede Funktion steuern. Die Klimaanlage kann man aus der Ferne aktivieren, sodass das Fahrzeug im Sommer vorgekühlt oder im Winter vorgeheizt ist. Die Sitzheizung und Lenkradheizung lassen sich ebenfalls remote einschalten. An kalten Wintertagen steigt man so in ein mollig warmes Fahrzeug ein, ohne Energie beim Eiskratzen zu verschwenden.
Der Handyschlüssel ist die Standardmethode zum Ver- und Entriegeln. Das Smartphone in der Tasche genügt, um das Fahrzeug zu entsperren, sobald man sich nähert. Man muss nichts drücken, nichts aktivieren – das Auto erkennt das gekoppelte Smartphone via Bluetooth und entsperrt automatisch. Beim Entfernen verriegelt sich das Fahrzeug wieder selbstständig. Diese Lösung funktioniert so zuverlässig, dass man den Kartenschlüssel getrost zu Hause lassen kann. Sollte das Smartphone-Akku leer sein oder das Handy vergessen werden, gibt es die Kartenschlüssel als Backup. Diese NFC-Karten sind kaum größer als eine Kreditkarte und lassen sich in der Geldbörse mitführen. Zum Entsperren hält man die Karte an die B-Säule, zum Starten legt man sie auf die Mittelkonsole. Zusätzlich lässt sich über die App ein Passwort einrichten, mit dem man das Fahrzeug auch ohne Schlüssel starten kann – perfekt, wenn man das Auto mit Freunden oder Familie teilen möchte.
Das Model Y verfügt über LTE-Konnektivität. Die Internetverbindung ist in den ersten acht Jahren kostenlos und ermöglicht Live-Verkehrsdaten, Satellitenbilder in der Navigation, Musik-Streaming über Spotify und Tidal, Video-Streaming über YouTube und Netflix sowie Browser-Nutzung. Nach Ablauf der kostenlosen Phase kann man die Konnektivität für 9,99 Euro monatlich verlängern. Alternativ lässt sich auch ein Smartphone-Hotspot nutzen. Over-the-Air-Updates sind das Herzstück von Teslas Software-Philosophie. Regelmäßig – oft mehrmals im Jahr – werden neue Funktionen, Verbesserungen und Bugfixes per Software-Update eingespielt. Das Fahrzeug lädt die Updates automatisch herunter und installiert sie meist nachts, wenn es geparkt ist. Am nächsten Morgen hat man ein verbessertes Auto mit neuen Features. Diese Updates umfassen alles von neuen Spielen über verbesserte Autopilot-Funktionen bis hin zu Leistungssteigerungen oder neuen Komfortfunktionen. Laut Bloomberg arbeitet Tesla sogar daran Apple Car Play in seine Modelle zu integrieren.
- Bild: TechnikNews
- Bild: TechnikNews
Das Soundsystem ist ein Highlight. Tesla verbaut ein Premium-Audiosystem mit 13 Lautsprechern, einem Subwoofer und einem Verstärker. Die Lautsprecher sind strategisch im gesamten Innenraum verteilt: in den Türen, im Armaturenbrett, in der Hutablage und sogar in den Kopfstützen der Vordersitze. Der Subwoofer sitzt im Kofferraum und sorgt für kräftige Bässe. Die Soundeinstellungen lassen sich über den Touchscreen anpassen. Equalizer-Einstellungen ermöglichen individuelle Klangabstimmung. Man kann zwischen verschiedenen Soundprofilen wählen oder manuelle Anpassungen vornehmen. Die Balance und Fader-Funktion erlaubt es, den Klang auf bestimmte Bereiche des Fahrzeugs zu fokussieren.
Die Klangqualität ist exzellent. Das System bietet einen klaren, detailreichen Sound mit guter Räumlichkeit. Die Höhen sind präzise ohne zu hart zu klingen, die Mitten sind transparent, und die Bässe sind druckvoll ohne zu übertreiben. Die Abstimmung ist ausgewogen und eignet sich für alle Musikgenres. Selbst bei hoher Lautstärke bleibt der Klang sauber und verzerrungsfrei. Der Verstärker liefert ordentlich Leistung und füllt den Innenraum mühelos mit Klang. Das System ist laut genug, um auch auf der Autobahn bei höheren Geschwindigkeiten gut hörbar zu sein. Die Geräuschdämmung des Fahrzeugs trägt zur guten Akustik bei und reduziert störende Außengeräusche.
- Bild: Tesla
- Bild: Tesla
Antrieb des Tesla Model Y: Power und Effizienz vereint
Das Tesla Model Y Premium Maximale Reichweite mit Allradantrieb setzt auf einen Dual-Motor-Antrieb, der die Vorzüge zweier unterschiedlicher Elektromotoren-Technologien vereint. An der Hinterachse arbeitet ein permanenterregter Synchronmotor (PSM) mit Reluktanzeffekt, während an der Vorderachse ein Asynchronmotor (ASM) die Antriebsaufgaben übernimmt. Diese Kombination ist kein Zufall, sondern das Ergebnis jahrelanger Optimierung durch Tesla-Ingenieure. Die Systemleistung beträgt 440PS (324 kW), das maximale Drehmoment liegt bei 493 Newtonmetern. Diese Werte sind bereits ab dem ersten Moment verfügbar – ein typisches Charakteristikum von Elektroantrieben. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h erledigt das Model Y in 4,8 Sekunden. Das klingt nach weniger als bei manchen Konkurrenten, aber im Alltag fühlt sich das Model Y deutlich schneller an, als es die Zahlen vermuten lassen. Der Grund ist das sofortige Ansprechen ohne jegliche Verzögerung.
Drückt man das Strompedal durch, erfolgt ein gewaltiger Schub, der einen in die Sitze presst. Der Antritt ist dabei vollkommen linear ohne Schaltunterbrechungen oder Leistungslöcher. Von Stillstand bis zur Höchstgeschwindigkeit von 201 km/h zieht das Model Y kraftvoll durch. Zwischenspurts von 80 auf 120 km/h erledigt das SUV in wenigen Sekunden – perfekt für Überholmanöver auf Landstraßen und Autobahnen. Der Akku ist wahrscheinlich ein Lithium-Nickel-Mangan-Cobalt-Paket mit 82 kWh nutzbarer Kapazität (brutto vermutlich rund 85 kWh). Tesla selbst schweigt sich über die genaue Batterietechnologie aus, verbaut aber nach wie vor Zellen im Format 2170 von verschiedenen Lieferanten. Die Batterie ist im Fahrzeugboden integriert, was für einen niedrigen Schwerpunkt und ausgewogene Gewichtsverteilung sorgt. Das Leergewicht des Fahrzeugs liegt bei etwa 2.072 kg – für ein Elektro-SUV dieser Größe ein moderater Wert.
Die Rekuperation ist standardmäßig auf maximales Ein-Pedal-Fahren eingestellt. Nimmt man den Fuß vom Strompedal, verzögert das Model Y spürbar. Die Elektromotoren arbeiten dann als Generatoren und speisen die Bewegungsenergie zurück in die Batterie. Diese Rekuperation ist so kräftig, dass man im Stadtverkehr und auf Landstraßen kaum das Bremspedal benötigt. Mit vorausschauender Fahrweise lässt sich so erheblich Energie zurückgewinnen. Die Stärke der Rekuperation lässt sich über das Display in Stufen einstellen. Wer sanfteres Auslaufverhalten bevorzugt, muss sich etwas umgewöhnen oder das Strompedal vorsichtig modulieren. Die meisten Fahrer gewöhnen sich jedoch schnell an das Ein-Pedal-Fahren und möchten es nicht mehr missen.
- Bild: Tesla
- Bild: Tesla
Fahrdynamik und Handling: Deutliche Verbesserung beim Fahrwerk
Hier zeigt das Tesla Model Y seine vielleicht größte Überraschung: Es fährt sich deutlich besser, als man es einem knapp zwei Tonnen schweren SUV zutrauen würde. Der tiefe Schwerpunkt durch die im Boden verbaute Batterie macht sich in jeder Kurve bemerkbar. Das Model Y liegt satt auf der Straße, Wankbewegungen sind minimal. Selbst bei flotter Kurvenfahrt bleibt die Karosserie erstaunlich neutral. Die Lenkung arbeitet präzise und vermittelt ausreichend Rückmeldung. Die Lenkunterstützung passt sich der Geschwindigkeit an – bei niedrigem Tempo leichtgängig für einfaches Manövrieren, bei höheren Geschwindigkeiten strammer für mehr Stabilität.
Das Fahrwerk hat mit dem Facelift einen deutlichen Sprung nach vorne gemacht. Die frequenzselektiven Dämpfer arbeiten jetzt spürbar feiner und komfortabler als beim Vorgänger. Auf glatten Autobahnen gleitet das Model Y geschmeidig dahin, auf holprigen Landstraßen werden Unebenheiten ordentlich gefiltert. Die Abstimmung bleibt sportlich-straff, ist aber nicht mehr so kompromisslos hart wie bei früheren Versionen. Langwellen werden souverän weggebügelt, nur bei kurzen, scharfkantigen Schlägen merkt man, dass die Dämpfer noch Potential nach oben haben. Die Bremsanlage arbeitet ausßerdem auch kräftig und dosierbar. Die Verzögerung ist linear aufgebaut, der Druckpunkt klar definiert. Durch die Rekuperation muss man die mechanische Bremse ohnehin seltener nutzen, was deren Verschleiß minimiert. Viele Tesla-Fahrer berichten, dass sie die Bremsbeläge auch nach Jahren noch nicht wechseln mussten.
Bei höheren Geschwindigkeiten auf der Autobahn zeigt sich das Model Y von seiner besten Seite. Es liegt stabil und spurtreu, Seitenwind stört kaum. Die Geräuschdämmung ist sehr gut, Windgeräusche sind gut gedämmt, Abrollgeräusche bleiben moderat. Selbst bei 160 km/h kann man sich noch entspannt unterhalten. Was dem Model Y fehlt, ist eine Hinterachslenkung. Mit einem Wendekreis von 12,1 Metern fällt das Rangieren in engen Parkhäusern oder Innenstädten schwerer als bei Konkurrenten. Der VW ID.4 etwa kommt mit 10,2 Metern aus, der Kia EV6 mit 11,6 Metern.
- Bild: Tesla
- Bild: TechnikNews
Verbrauch und Reichweite des Tesla Model Y: Sehr gute Werte
Hier spielt das Tesla Model Y eine seiner größten Stärken aus: die Effizienz. Mit einer WLTP-Reichweite von 600 Kilometern und einem WLTP-Verbrauch von 15,3 kWh pro 100 Kilometer setzt das Allradmodell Maßstäbe in seiner Klasse. In der Praxis haben wir bei gemischter Fahrweise mit Autobahn-, Landstraßen- und Stadtanteilen einen Durchschnittsverbrauch von 17,0 bis 18,0 kWh auf 100 Kilometer gemessen. Bei reiner Autobahnfahrt mit konstant 120 km/h liegt der Verbrauch bei etwa 19 bis 20 kWh/100 km – ein exzellenter Wert für ein SUV mit knapp zwei Tonnen Gewicht. Bei Richtgeschwindigkeit 130 km/h steigt der Verbrauch auf rund 21 bis 22 kWh/100 km, bei 150 km/h auf etwa 27 kWh/100 km. Wer es gemütlich angeht und überwiegend Landstraßen und Stadtverkehr fährt, kommt problemlos mit 15 bis 16 kWh/100 km aus.
In der Praxis spielt auch der sogenannte Vampire Drain eine Rolle: der Akkuverlust im Standby-Modus. Insbesondere die Wächterfunktion, die das geparkte Fahrzeug überwacht, führt dazu, dass über Nacht einige Prozentpunkte Reichweite verloren gehen. Wer das Auto über einen längeren Zeitraum stehen lässt, sollte den Sentry-Modus deaktivieren. In unserem Test verlor das Fahrzeug mit aktiviertem Wächtermodus über Nacht etwa 3 bis 5, manchmal sogar 7 Prozent seiner Akkukapazität. Bei einem Akku mit 83 kWh entspricht das rund 2,5 bis 4 kWh oder 20 bis 30 Kilometern Reichweite.
- Bild: TechnikNews
- Bild: TechnikNews
Reichweite des Tesla Model Y: Langstrecke ist kein Problem
Als WLTP-Reichweite gibt Tesla das Model Y mit 600 Kilometern Reichweite an. Die realistische Alltagsreichweite liegt aber eher bei 450 Kilometern unter gemischten Bedingungen. Bei reiner Autobahnfahrt mit höherem Tempo reduziert sich die Reichweite auf etwa 320 bis 350 Kilometer. Im Stadtverkehr mit vorausschauender Fahrweise und optimaler Rekuperation sind durchaus 500 Kilometer und mehr drin. Im Wettbewerbsvergleich schlägt sich das Model Y hervorragend. Der Kia EV6 AWD mit 77,4 kWh Batterie kommt auf 546 Kilometer WLTP-Reichweite bei ähnlicher Leistung, der Hyundai Ioniq 5 AWD mit 77,4 kWh Batterie auf 505 Kilometer. Der VW ID.4 GTX mit 77 kWh Batterie schafft 497 Kilometer. Das Model Y setzt sich damit deutlich an die Spitze seiner Klasse.
Im Winter sinkt die Reichweite erwartungsgemäß. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und aktivierter Heizung muss man mit einem Mehrverbrauch von 20 bis 30 Prozent rechnen. Die serienmäßige Wärmepumpe hilft dabei, den Verbrauchsanstieg zu begrenzen. Auf winterlichen Autobahnfahrten sollte man realistisch aber nur mit etwa 300 Kilometern Reichweite kalkulieren.
- Bild: Tesla
- Bild: TechnikNews
Laden mit dem Tesla Model Y: Mit 250 kW Peak Ladeleistung ins Mittelfeld
Das Laden ist einer der Bereiche, in denen Tesla nach wie vor gut performt– nicht wegen der technischen Spezifikationen, sondern dank der Infrastruktur. Das Model Y lädt mit maximal 250 kW DC-Leistung an Schnellladesäulen. Das ist nicht die absolute Spitze – Konkurrenten mit 800-Volt-Technik wie Kia EV6 oder Hyundai Ioniq 5 schaffen bis zu 350 kW, Der Xpeng G6 sogar bis zu 451 kW. Der entscheidende Vorteil liegt im Supercharger-Netzwerk. Mit über 1.100 Standorten in Europa und mehr als 12.000 Ladepunkten ist es das dichteste und zuverlässigste Schnellladenetz. Die Navigation plant Ladestopps automatisch ein, zeigt verfügbare Ladeplätze in Echtzeit an und reserviert bei neueren Stationen sogar einen Platz. Das Bezahlsystem funktioniert vollautomatisch – einfach einstöpseln, fertig. Keine Apps, keine RFID-Karten, keine Fummelei mit verschiedenen Bezahlmethoden.
An einem Tesla Supercharger mit optimalen Bedingungen lädt das Model Y von 10 auf 80 Prozent in etwa 27 bis 30 Minuten. Die Ladekurve ist gut optimiert und hält die hohe Leistung relativ lange. Von 10 auf 50 Prozent sind es nur etwa 15 Minuten – ideal für einen kurzen Kaffee-Stopp auf langen Strecken. Die letzten 20 Prozent bis auf 100 Prozent dauern deutlich länger, da die Ladeleistung zum Schutz der Batterie stark gedrosselt wird. Die Vorkonditionierung der Batterie funktioniert ausgezeichnet. Navigiert man zu einem Supercharger, wird die Batterie automatisch auf optimale Ladetemperatur gebracht. Das verkürzt die Ladezeit spürbar und schont gleichzeitig die Batterie. Im Winter ist diese Funktion besonders wertvoll.
Das AC-Laden mit Wechselstrom erfolgt serienmäßig mit 11 kW. Eine Wallbox mit dieser Leistung lädt den leeren Akku in etwa 7 bis 8 Stunden voll – ideal für das nächtliche Laden zu Hause. An einer normalen Haushaltssteckdose mit 2,3 kW würde eine Vollladung über 35 Stunden dauern – das ist nur als Notlösung praktikabel. Wer regelmäßig zu Hause laden möchte, sollte in eine Wallbox investieren. Ein kleines Manko: Der Ladeanschluss befindet sich hinten links – an manchen Ladesäulen mit kurzen Kabeln kann das umständlich werden. Die meisten Supercharger sind jedoch so konzipiert, dass die Kabel lang genug sind.
- Bild: Tesla
- Bild: TechnikNews
Preis und Garantie des Tesla Model Y: Da kann man nichts gegen sagen
Das Tesla Model Y Maximale Reichweite mit Allradantrieb kostet aktuell 52.990 Euro. Für diesen Preis erhält man ein vollausgestattetes Fahrzeug mit umfangreicher Serienausstattung: Allradantrieb, Panorama-Glasdach, Premium-Audio, beheizte Sitze vorne und hinten, beheiztes Lenkrad, elektrische Heckklappe, LED-Beleuchtung rundum, 19-Zoll-Räder, Zweifach-Akustikverglasung, Wärmepumpe und das komplette Autopilot-Basispaket. Wer eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h von 3,5 Sekunden u nd 21 Zoll Felgen will muss 61.900€ für die Performance Variante zahlen.
Die günstigere Premium Heckantrieb-Variante startet bei 49.990 Euro und bietet mit 622 Kilometern WLTP-Reichweite sogar noch mehr Reichweite, verzichtet aber auf den zweiten Motor und damit auf Allradantrieb und die sportlichere Beschleunigung. Für die meisten Käufer dürfte diese Version vollkommen ausreichend sein. Seit neustem gibt es noch die sehr abgepeckte Standard Variante des Model Y für für 39.990€. Hier bekommt man aber „nur“ 534 Kilometer WLTP-Reichweite und deutlich weniger Features.
Kostenpflichtige Optionen sind überschaubar: Weißer Kunstleder-Innenraum kostet 1.200 Euro Aufpreis, schwarzer ist serienmäßig. Metallic-Lackierungen schlagen mit 1.000 bis 2.000 Euro zu Buche, die exklusive Farbe Ultra Red mit 3.000 Euro. 20-Zoll-Felgen kosten 2.500 Euro, die Anhängerkupplung 1.350 Euro. Das Enhanced-Autopilot-Paket liegt bei 3.800 Euro, das Full-Self-Driving-Paket bei 7.500 Euro.
Die Garantiebedingungen sind branchenüblich: Zwei Jahre Neuwagengarantie ohne Kilometerbegrenzung, acht Jahre oder 192.000 Kilometer auf die Batterie mit Garantie auf mindestens 70 Prozent Restkapazität. Die Lackgarantie beträgt drei Jahre, die Durchrostungsgarantie zwölf Jahre. Die Premium-Konnektivität ist für die ersten acht Jahre inklusive. (Alle Preise in diesem Artikel sind Stand November 2025 und inklusive 19 % Mehrwertsteuer.)






































