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Lenovo Legion Go 2 im Test: Das OLED-Monster mit langen Atem

Lenovo Legion Go 2 Beitragsbild
Bild: TechnikNews
(Beitragsbild: © 2026 TechnikNews)

Als das erste Lenovo Legion Go vor gut zwei Jahren das Licht der Welt erblickte, war die Fachwelt gleichermaßen fasziniert wie skeptisch. Lenovo hatte den Mut, einen Handheld zu bauen, der eigentlich ein kleiner Computer war: riesiges Display, abnehmbare Controller und pure Windows-Power. Doch wie so oft bei Pionierarbeiten gab es Kinderkrankheiten. Die Software fühlte sich an wie ein Baustellengelände, die Akkulaufzeit war eher ein kurzer Sprint als ein Marathon und das Gewicht erforderte fast schon ein begleitendes Krafttraining.

Nun steht das Lenovo Legion Go 2, offiziell als Gen 2 geführt, vor uns und verspricht, all diese Scharten auszuwetzen. Lenovo hat nicht einfach nur die Komponenten aktualisiert, sondern das gesamte Konzept hinterfragt und an den richtigen Stellschrauben gedreht, um die Krone im mittlerweile hart umkämpften Markt der Gaming-Handhelds zurückzuerobern. In diesem ausführlichen Testbericht klären wir, ob das neue Flaggschiff den hohen Erwartungen gerecht wird und ob der stolze Preis am Ende des Tages durch die gebotene Leistung gerechtfertigt ist.

tl;dr: Das Wichtigste in Kürze

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das Lenovo Legion Go 2 das aktuell leistungsstärkste Gesamtpaket für Handheld-Enthusiasten schnürt. Die Kombination aus einem brillanten 8,8 Zoll OLED-Display mit variabler Bildrate und der brachialen Kraft des Ryzen Z2 Extreme bügelt fast alle Schwächen des Vorgängers aus. Besonders beeindruckend ist der massive Ausbau der Akkukapazität auf 74 Wattstunden, was das Gerät endlich langstreckentauglich macht. Wer mit dem hohen Gewicht von 920 Gramm und dem stolzen Einstiegspreis von 1.199 Euro (inkl. 19 % MwSt.) leben kann, erhält ein technisch fast makelloses Gaming-Monster, das die Konkurrenz in Sachen Immersion und Ausdauer derzeit hinter sich lässt.

Design und Ergonomie: Ein schwerer Brocken mit sanften Kurven

Wenn man das Legion Go 2 zum ersten Mal aus der mitgelieferten Transporttasche hebt, fällt sofort das massive Gewicht auf. Mit knapp 920 Gramm ist es kein Leichtgewicht und wiegt sogar spürbar mehr als ein Steam Deck oder das ROG Ally. Doch Lenovo hat hier einen interessanten Weg gewählt: Anstatt das Gerät krampfhaft abzuspecken, hat man sich darauf konzentriert, wie sich dieses Gewicht in den Händen anfühlt. Die TrueStrike-Controller wurden komplett überarbeitet. Wo beim Vorgänger noch scharfe Kanten unangenehm in die Handballen drückten, finden wir nun sanfte, ergonomische Rundungen, die das Halten über längere Zeiträume deutlich angenehmer machen. Die neue „Silk-Like“-Beschichtung des Gehäuses sorgt zudem für einen festen Griff und verhindert effektiv, dass das Gerät nach einer intensiven Gaming-Session wie ein Magnet für Fingerabdrücke wirkt.

Ein weiteres Highlight der Hardware ist der integrierte Fingerabdruck-Sensor im Power-Button. Was trivial klingen mag, ist im Alltag mit einem Windows-Gerät ein wahrer Segen. Man drückt den Knopf und ist sofort im System, ohne sich mit der fummeligen On-Screen-Tastatur für Passwörter herumschlagen zu müssen. Die abnehmbaren Controller sind natürlich wieder mit an Bord und fühlen sich in ihrer Arretierung nun deutlich stabiler und wertiger an. Der FPS-Modus, bei dem der rechte Controller als vertikale Maus genutzt wird, hat ebenfalls ein Update erhalten. Der optische Sensor an der Unterseite arbeitet nun präziser, was das Spielen von Strategiespielen oder Shootern am Tisch deutlich erleichtert. Es bleibt zwar eine Nischenfunktion, aber eine, die das Legion Go 2 weiterhin einzigartig auf dem Markt macht.

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Das Display: Die Rückkehr des Königs dank OLED

Lenovo hat auf die Kritik der Community gehört und beim Bildschirm keine Gefangenen gemacht. Der Wechsel von IPS zu OLED ist bei einem Handheld dieser Größe ein regelrechter Gamechanger. Das 8,8 Zoll große Panel liefert dank der VESA True Black 1000 Zertifizierung Kontrastwerte, die man gesehen haben muss, um sie zu glauben. Wenn in einem Spiel wie Alan Wake 2 die Taschenlampe durch die Dunkelheit schneidet, bleibt der Rest des Bildschirms wirklich pechschwarz, ohne das typische graue Leuchten älterer LCD-Panels. Die Farben wirken ungemein lebendig, ohne dabei unnatürlich übersättigt zu sein.

Besonders klug war die Entscheidung, die native Auflösung von den teilweise übertriebenen 1600p des Vorgängers auf native 1200p zu senken. Auf den ersten Blick mag das für Technik-Enthusiasten wie ein Rückschritt wirken, doch in der Praxis ist das Gegenteil der Fall. Bei einer Pixeldichte von immer noch über 250 ppi ist das Bild auf dieser Diagonale knackscharf, aber die Hardware muss deutlich weniger Pixel berechnen. Das führt dazu, dass moderne Spiele nativ viel flüssiger laufen, ohne dass man zwingend auf aggressive Upscaling-Technologien angewiesen ist. Gepaart mit der variablen Bildwiederholrate von bis zu 144 Hz ergibt sich ein extrem ruhiges Bild. Selbst wenn die Framerate einmal unter die 60-FPS-Marke rutscht, fängt die VRR-Technik die Ruckler so geschickt ab, dass das Spielerlebnis butterweich bleibt.

Performance und Kühlung: Wenn der Z2 Extreme die Muskeln spielen lässt

Unter der Haube werkelt der neue AMD Ryzen Z2 Extreme. Dieser Chip ist speziell für mobile Handhelds optimiert und zeigt im Test eindrucksvoll, was derzeit möglich ist. In Kombination mit den 32 GB LPDDR5X Arbeitsspeicher, die mit rasanten 8000 MHz takten, lässt das Gerät seine Muskeln spielen. In unseren Benchmarks konnte das Go 2 moderne AAA-Titel wie Resident Evil 4 Remake oder Resident Evil 9: Requiem bei mittleren bis hohen Einstellungen in der nativen 1200p-Auflösung mit stabilen Bildraten zwischen 55 und 65 Bildern pro Sekunde darstellen. Das ist eine Leistung, die vor wenigen Jahren noch klobigen Gaming-Laptops vorbehalten war.

Die technischen Daten im Vergleich:

KomponenteSpezifikation des Testgeräts
ProzessorAMD Ryzen Z2 Extreme (8 Kerne / 16 Threads)
GrafikeinheitIntegrierte Radeon Grafik (RDNA 3.5 Architektur)
Arbeitsspeicher32 GB LPDDR5X mit 8000 MHz
Speicherplatz1 TB M.2 2242 SSD (erweiterbar via MicroSD)
Display8,8″ OLED, 144 Hz, VRR, 1920 x 1200 Pixel
Akku74 Wh mit Super Rapid Charge

Besonders hervorzuheben ist das überarbeitete Kühlsystem namens Legion ColdFront. Während der Vorgänger unter Last oft wie ein kleiner Föhn klang und ein unangenehmes, hochfrequentes Pfeifen von sich gab, verhält sich das Gen 2 Modell deutlich zivilisierter. Die Lüfter produzieren nun ein eher tiefschweres Rauschen, das selbst ohne Kopfhörer kaum störend wirkt. Die Temperaturen blieben im Test auch nach zwei Stunden Dauerzocken im absolut grünen Bereich, wobei die Rückseite des Geräts zwar spürbar warm, aber nie unangenehm heiß wurde. Lenovo hat hier offensichtlich viel Arbeit in den Luftstrom und die Platzierung der Heatpipes gesteckt.

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Software und Akkulaufzeit: Der Befreiungsschlag für Pendler

Die Achillesferse fast aller Windows-Handhelds ist die Software. Windows 11 ist schlichtweg nicht für die Bedienung mit dem Daumen auf einem kleinen Touchscreen konzipiert. Lenovo versucht diesen Umstand mit der hauseigenen Software Legion Space zu kaschieren. In der neuesten Version wirkt diese Oberfläche deutlich aufgeräumter, reagiert schneller auf Eingaben und bündelt alle Spielebibliotheken von Steam über Epic bis hin zum Xbox Game Pass an einem zentralen Ort. Es gibt zwar immer noch Momente, in denen man plötzlich auf dem Windows-Desktop landet und mit dem kleinen Trackpad hantieren muss, aber diese Brüche im Bedienkonzept sind seltener geworden.

Der wohl wichtigste Fortschritt betrifft jedoch die Ausdauer. Der Akku wurde von 49 Wattstunden auf beeindruckende 74 Wattstunden vergrößert. Das hat zur Folge, dass das Gerät bei voller Leistung nun etwa zweieinhalb Stunden durchhält – ein Wert, der beim Vorgänger oft nicht einmal die 90-Minuten-Marke erreichte. Reduziert man die TDP auf etwa 15 Watt für weniger anspruchsvolle Titel oder Indie-Spiele, sind problemlos vier bis fünf Stunden Spielzeit möglich. Beim reinen Videostreaming oder bei leichten Büroarbeiten schafft das Legion Go 2 sogar über sieben Stunden. Dank der Schnellladefunktion ist der riesige Akku zudem in knapp einer Stunde wieder zu 80 Prozent gefüllt, was die tatsächliche Mobilität im Alltag massiv erhöht.

Fazit: Das ultimative Handheld für Enthusiasten

Das Lenovo Legion Go 2 ist kein Gerät für jedermann. Es ist groß, schwer und mit einem Webpreis von 1.600 Euro (inkl. 19% MwSt.) auch eine kostspielige Investition, für die man bereits sehr ordentliche Gaming-Laptops bekommt. Aber es bietet aktuell das beste Display auf dem Markt, eine brachiale Performance und endlich eine Akkulaufzeit, die diesen Namen auch verdient. Lenovo hat nahezu jeden Kritikpunkt des Vorgängers erfolgreich adressiert und ein Produkt geschaffen, das nun endlich ausgereift wirkt.

Wer ein mobiles Gaming-Kraftpaket sucht und wem das Steam Deck zu schwach oder das ROG Ally X zu klein ist, kommt am Legion Go 2 nicht vorbei. Es ist die konsequente Vollendung einer Vision, die vor zwei Jahren noch etwas stolperte, nun aber mit festem Schritt vorangeht. Wer das nötige Kleingeld besitzt und den derzeit besten Windows-Handheld sucht, wird hier fündig.

Wer noch ein bisschen warten kann, der kann sich die SteamOS Version holen, diese dürfte nochmal etwas längere Akkulaufzeit und wohlmöglich auch bessere Gesamtleistung in den meisten Spielen erzielen.

Pro & Contra im Überblick

Was uns gefälltWas uns weniger gefällt
Atemberaubendes 8,8″ OLED mit VRR-UnterstützungMit 920g ein sehr hohes Eigengewicht
Enorme Systemleistung durch Ryzen Z2 ExtremeHoher Einstiegspreis 
Massive Verbesserung der Akkulaufzeit (74 Wh)Windows 11 teils immer noch umständlich
Innovative und ergonomisch verbesserte ControllerAbmessungen für kleine Hände grenzwertig
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Dominik Lux

Dominik ist 23 Jahre alt und sehr interessiert an neuer Hardware bei Smartphones, sowie im VR- und AR-Bereich. Er schreibt gerne Artikel über diese Themen. Er hat einen Fable für Smartphones und Gadgets, als auch für die Elektromobilität. Somit schreibt er momentan fleißig im Mobilitätsressort hier auf TechnikNews.

Dominik hat bereits 172 Artikel geschrieben und 9 Kommentare verfasst.

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