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Mercedes-Benz startet die Axialflussmotor Produktion

Axialflussmotor Mercedes Beitragsbild
Bild: Mercedes-Benz Deutschland
(Beitragsbild: © 2026 Mercedes-Benz Deutschland)

Mercedes-Benz hat im Werk Berlin-Marienfelde, dem ältesten produzierenden Standort des Unternehmens, gegründet im Jahr 1902, den Schalter umgelegt. Ab sofort laufen dort die neuen Axialfluss-Elektromotoren vom Band. Wir haben uns angeschaut, was genau hinter diesem Hype steckt und warum AMG bei der extrem kompakten Antriebseinheit völlig zurecht vom „V8 des Elektrozeitalters“ spricht.

tl;dr: In aller Kürze

  • Was ist passiert? Mercedes-Benz hat im traditionsreichen Werk Berlin-Marienfelde offiziell die Großserienproduktion des völlig neu entwickelten elektrischen Axialflussmotors gestartet.

  • Historischer Meilenstein: Dieser Technologiesprung ist ein massiver Paradigmenwechsel – absolut vergleichbar mit der Erfindung des Wankelmotors oder dem flächendeckenden Durchbruch der elektronischen Einspritzung im Jahr 1992.

  • Wo kommt er zum Einsatz? Premiere feiert er im neuen Mercedes-AMG GT 4-Türer Coupé, das dank der Motoren in 2,4 Sekunden auf 100 km/h sprintet.

  • Warum ist das ein Big Deal? Kompakte Maße von nur 8 bis 9 cm Breite treffen auf extreme Leistung. Für die Massenproduktion dieses Motors mussten 35 Prozesse weltweit komplett neu erfunden werden.

Ein historischer Sprung in der Motorengeschichte, oder wieso ist das überhaupt so relevant?

Um zu verstehen, wie wichtig dieser Produktionsstart für die Industrie ist, hilft ein kurzer Blick in die Geschichtsbücher. Die deutsche Ingenieurskunst hat im Autobau immer wieder Paradigmenwechsel erlebt. Als Felix Wankel in den 50ern und 60ern den Kreiskolbenmotor entwickelte, war das eine radikale Abkehr vom jahrzehntealten Hubkolbenprinzip. Ein weiterer massiver Meilenstein war das Jahr 1992: Damals schickte die voll-elektronische Einspritzung den mechanischen Vergaser endgültig in Rente und machte Motoren plötzlich „intelligent“.

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Genau in dieser Liga spielt der heutige Sprung hin zum Axialflussmotor. Es ist eine grundlegend neue Architektur, die das Potenzial hat, die Leistungsfähigkeit von Elektrofahrzeugen auf ein völlig neues Level zu heben.

Tradition trifft auf absolute Hightech-Fertigung

Auf satten 30.000 Quadratmetern und über sieben Fertigungslinien (aufgeteilt auf drei Hallen) passiert in Berlin gerade echte Industrie-Magie. Mercedes hatte 2021 den britischen E-Motor-Spezialisten YASA übernommen, die das Konzept zuvor für Kleinserien perfektioniert hatten. Die Kunst bestand nun in der fehlerfreien Automobil-Großserie. Das Resultat: Von 98 Prozessschritten kommen 65 erstmals bei Mercedes zum Einsatz, 35 sind sogar weltweit komplett neuartig.

Technik-Exkurs: Die wichtigsten Fachbegriffe kurz erklärt

  • Axialflussmotor: Beim „normalen“ Radialflussmotor verläuft der elektromagnetische Fluss sternförmig. Beim Axialflussmotor verläuft dieses Magnetfeld parallel zur Drehachse. Das revolutionäre Design verzichtet auf einen klassischen Stator-Rücken. Die Folge? Der Motor ist scheibenförmig, extrem flach, drastisch leichter und bietet Höchstleistung auf dem kleinstmöglichen Bauraum.

  • KI-gestützte Prozessführung: Bei der sogenannten „Hochzeit“ (dem Einfügen des Stators zwischen die beiden Rotorscheiben) wirken durch die Magnete brachiale Kräfte von bis zu 9 kN – das entspricht etwa 900 Kilogramm! Der Stator muss dabei auf weniger als 0,1 Millimeter genau in der Mitte gehalten werden. In der allerletzten halben Sekunde des Prozesses korrigiert ein intelligenter Regelungsalgorithmus die Position mit hochfrequenten Impulsen.

  • Laserschweißtechnik: Die Spulenpakete aus Kupferdraht müssen auf engstem Raum sicher verbunden werden. Ein Laser-Verfahren erledigt das mit einem extrem kurzen Energieeintrag, sodass benachbarte Bauteile keinerlei Hitzeschäden erleiden.

Wo landet das geballte Kraftpaket?

Diese Motoren feiern ihre Premiere im neuen, vollelektrischen Mercedes-AMG GT 4-Türer Coupé. Satte drei dieser Axialflussmotoren werden verbaut. Das Packaging ist dabei völlig absurd: Der Motor an der Vorderachse ist nur knapp 9 Zentimeter breit, die beiden an der Hinterachse sogar nur jeweils rund 8 Zentimeter.

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Das Resultat auf der Straße? Das Fahrzeug sprintet in aberwitzigen 2,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h und rennt bis zu 300 km/h in der Spitze. Der vordere Motor erreicht Drehzahlen von über 15.000 Umdrehungen pro Minute. Ein Technologieträger (das Concept AMG GT XX) hat mit diesen Motoren kürzlich erst im italienischen Nardò über 40.000 Kilometer im Hochgeschwindigkeits-Dauertest abgespult und dabei 25 Rekorde gebrochen.

Was bedeutet das für die Zukunft der Deutschen Autoindustrie?

Mit dem Startschuss in Berlin zeigt Mercedes-Benz eindrucksvoll, dass der Wandel der Elektromobilität und klassische Ingenieurskunst hervorragend zusammenpassen. Wenn das, was früher als viel zu komplex für die Großserie galt, nun am Fließband entsteht, stehen wir vor einem massiven Leistungssprung für sportliche E-Autos. Wir sind extrem gespannt darauf, diese Technologie bald live auf der Straße zu erleben!

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Dominik Lux

Dominik ist 23 Jahre alt und sehr interessiert an neuer Hardware bei Smartphones, sowie im VR- und AR-Bereich. Er schreibt gerne Artikel über diese Themen. Er hat einen Fable für Smartphones und Gadgets, als auch für die Elektromobilität. Somit schreibt er momentan fleißig im Mobilitätsressort hier auf TechnikNews.

Dominik hat bereits 170 Artikel geschrieben und 9 Kommentare verfasst.

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