Amazon arbeitet offenbar an einem neuen Smartphone

Zwölf Jahre nach dem massiven Scheitern des Fire Phone plant der Online-Riese Amazon offenbar eine Rückkehr auf den Smartphone-Markt. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf interne Quellen berichtet, entwickelt der Konzern unter dem Codenamen „Transformer“ ein neues Mobilgerät, das den Fokus radikal auf künstliche Intelligenz und die hauseigene Sprachassistenz Alexa legt.
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KI-Integration statt klassischer App-Stores
Das Projekt wird innerhalb der Sparte für Geräte und Dienste vorangetrieben und soll die Vision von Firmengründer Jeff Bezos eines allgegenwärtigen, sprachgesteuerten Assistenten im Stile von „Star Trek“ verwirklichen. Laut Reuters könnte das Gerät einen völlig neuen Weg einschlagen, indem es die Notwendigkeit klassischer App-Stores eliminiert.
Durch generative KI sollen Aufgaben direkt auf dem Gerät oder über die Cloud gelöst werden, was den Download und die Registrierung bei zahlreichen Einzelanwendungen überflüssig machen würde. Damit positioniert sich Amazon gegen das etablierte App-Modell von Apple und Google, scheitert aber potenziell an ähnlichen Hürden wie bereits die KI-Gadgets Rabbit R1 oder der Humane AI Pin.
Hardware-Konzepte zwischen High-End und Minimalismus
Die Entwicklung findet innerhalb einer spezialisierten Gruppe namens „ZeroOne“ statt, die von J Allard geleitet wird. Allard, ein ehemaliger Microsoft-Manager mit Erfahrung aus der Xbox- und Zune-Ära, untersteht Panos Panay, der nach seinem Wechsel von Microsoft nun die Hardware-Sparte bei Amazon profitabel machen soll. Reuters berichtet, dass das Team derzeit mit zwei verschiedenen Ansätzen experimentiert. Neben einem klassischen Smartphone wird auch die Entwicklung eines sogenannten „Dumbphones“ geprüft. Dieses minimalistische Gerät, inspiriert vom Light Phone, soll lediglich Grundfunktionen wie Navigation und Kalender bieten, um dem Trend der digitalen Entgiftung gerecht zu werden und als Zweitgerät neben einem iPhone oder Samsung-Galaxy zu fungieren.
Marktbedingungen könnten kaum schlechter sein
Der Zeitpunkt für einen Markteintritt ist jedoch denkbar schwierig. Laut einer Analyse der International Data Corporation (IDC) stehen die Smartphone-Auslieferungen im Jahr 2026 vor ihrem bisher stärksten Rückgang von etwa 13 Prozent, was primär auf die massiv gestiegenen Preise für Speicherchips zurückzuführen ist.
Zudem dominiert das Duo aus Apple und Samsung weiterhin rund 40 Prozent des Weltmarktes. Amazon muss zudem das Trauma des Fire Phone verarbeiten, das 2014 zu einer Abschreibung von 170 Millionen US-Dollar führte, weil das System damals kaum relevante Apps bot und die Hardware mit technischen Problemen wie Überhitzung zu kämpfen hatte.
Amazon Smartphone: Release noch unklar
Bisher gibt es keine konkreten Informationen zur Preisgestaltung oder einem geplanten Veröffentlichungsdatum. Das Projekt „Transformer“ befindet sich laut den Quellen von Reuters noch in einem Stadium, in dem es bei strategischen Änderungen oder finanziellen Bedenken jederzeit eingestellt werden könnte.
Amazon selbst gab gegenüber Reuters keinen Kommentar zu den laufenden Entwicklungen ab. Es bleibt zudem unklar, ob Amazon bereits Partner unter den Mobilfunkanbietern sucht, was für einen erfolgreichen Vertrieb eines klassischen Smartphones vor allem in den USA essenziell wäre.