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Asus ZenBook Pro 15 (i9-8950HK, 16GB) im Test: Das Multimedia-Notebook für alle?

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Knapp zwei Monate habe ich das Asus ZenBook Pro 15 täglich im Alltag genutzt. Es wird nun Zeit für ein Fazit: Kann das Multimedia-Notebook von Asus trotz des hohen Preises überzeugen? Mein Testbericht.

Auch wenn es Notebooks aktuell wie Sand am Meer gibt, ist es trotzdem nicht leicht, seinen Liebhaber zu finden. Manche wollen eher etwas kompaktes, dünnes und andere hingegen etwas mehr Leistung, oder auch die Möglichkeit für Gaming. Einen guten Mittelweg bietet hier das Asus ZenBook Pro 15. Mit einer GTX 1050 Ti, einem 4K-Display und einem sogenannten „ScreenPad“ für schnelleres Arbeiten scheint das ZenBook Pro 15 auf den ersten Blick sehr gut ausgestattet. Ob es auch außerhalb des Datenblatts überzeugt? Mein ausführlicher Test.

Unboxing: Alles drin

Aus der großen Box kommt einem beim Öffnen direkt das Notebook entgegen. Daneben gibt es noch ein Netzteil mit Netzstecker und einem Fixierband. Ansonsten gibt es wie gewohnt noch einen Quick Start Guide, Sicherheitshinweise und eine Garantiekarte in allen möglichen Sprachen. Recht viel mehr ist in der Verpackung tatsächlich nicht enthalten – andererseits: es fehlt ja nichts. Ansonsten ist die Verpackung nicht unnötig groß und enthält das wesentlichste. Zudem ist außen bereits zu erkennen, um welches Notebook es sich hier handelt.

Verarbeitung und Design: Luft nach oben

Das 1,88 kg schwere Notebook ist trotz seines Innenleben sehr dünn. Mit seinen Maßen von 18,9 x 36,5 x 25,1 cm passt es auch so ziemlich in jeden Rucksack und ist auch unterwegs ziemlich praktisch mitzunehmen. An der Verarbeitung des Unibody-Gehäuse gibt es grundsätzlich nichts auszusetzen, jedoch gibt es bei genauerem Betrachten und Testen ein paar Unstimmigkeiten. So fiel mir während des Tests der manchmal quietschende Lüfter sehr negativ auf (liest man auch bei anderen Testberichten zu diesem Modell), zudem das Touchpad bzw. „ScreenPad“ (dazu später mehr) etwas laut klackert und nicht ganz gerade im Gehäuse sitzt. Den Punkt bezüglich des quietschenden Lüfters habe ich bereits an Asus weitergeleitet und ich melde mich an dieser Stelle, sobald es dazu Neuigkeiten gibt.

Ansonsten ist das Display sehr stabil und wackelt auch nicht herum. Es lässt sich auch ausreichend nach hinten öffnen. Auch der Druckpunkt der Tastatur fiel während des Tests sehr positiv auf.

Display: 4K und gestochen scharf

Kommen wir zum Display – ein nicht unwesentlicher Punkt bei einem Notebook. Das 15,6 Zoll Display im 16:9-Format löst mit 3840 x 2160 Pixel (4K) auf und wirkt nicht nur auf dem Datenblatt gestochen scharf. Am ersten Blick erkennt man ein solch scharfes Display nicht, arbeitet man jedoch länger damit, war es für mich eine ziemliche Umgewöhnung, wieder auf einem Full-HD-Monitor zu arbeiten.

Da das Display auch als Touchscreen taugt, spiegelt es aufgrund dessen extrem. Sollte man draußen gemütlich in der Sonne arbeiten wollen, hat man hier definitiv das falsche Notebook. Dies ist aber bei allen Geräten mit Touchscreen gleich. Ansonsten sind alle Farben und Kontraste sehr ausgeglichen und somit eignet sich das Notebook auch perfekt zum Arbeiten in Photoshop und anderen Grafik-Anwendungen.

Ausstattung und Anschlüsse: Sehr gut, wenn nicht gedrosselt

Im Inneren kommt mein Testgerät des Asus ZenBook Pro 15 mit einem i9-8950HK Prozessor von Intel und 16 GB Arbeitsspeicher (angelötet) daher. Dazu gibt es noch eine SSD mit einer Kapazität von 1 TB. Die Samsung PM961 PCIe 3.0 M.2 SSD bietet hier eine ordentliche Seq-Leserate von etwa 2000 MB/s und eine -Schreibrate von knapp 1600 MB/s (gemessen mit der aktuellsten Version von CrystalDiskMark 5).

Als Grafikeinheit kommt eine GTX 1050 Ti von Nvidia zum Einsatz. Jedoch fällt beim Zocken bereits nach wenigen Minuten auf, dass die Grafikkarte aufgrund mangelnder Kühlung (bei diesem dünnen Design) ziemlich rasch gedrosselt wird. Im 3DMark mit „FireStrike“ erreichte mein Testgerät eine Punktezahl von knapp 6700 Punkten. Werden aufgrund der Nutzung auf dem Notebook keine Games ausgeführt, übernimmt automatisch die stromsparendere Intel UHD Graphics 630 den Dienst.

Jedoch wurde das Notebook manchmal beim simplen Anschauen von YouTube-Videos oder anderen Multimedia-Inhalten schnell laut und drehte den Lüfter voll auf. Dieser lief dann oftmals noch eine Stunde nach. An anderen Tagen passierte das hingegen überhaupt nicht.

Auch der Hexa-Core Prozessor lässt sich mit seinem Maximaltakt von 4,8 Ghz nicht wirklich für längere Zeit nutzen. Bei Stresstests wird der Takt bereits nach wenigen Sekunden oder Minuten deutlich gedrosselt und macht somit den i9 unbrauchbar. Realistisch gesehen hätte hier auch ein anderes Modell ausgereicht, notwendig und sinnvoll ist der i9-8950HK – meiner Meinung nach – nicht wirklich.

Bei den Anschlüssen hat man nicht gespart und geht bei diesen auch mit der Zeit. So findet man auf der linken Seite neben einem Stromanschluss noch einen HDMI- und zwei Thunderbolt 3-Anschlüsse. Auf der rechten Seite findet man einen 3,5 mm Kombo-Klinkenanschluss, einen micro-SD-Leser und zwei USB 3.1-Anschlüsse. Ein SD-Karten-Leser fehlt hier definitiv, da er sicherlich Platz gehabt hätte.

Die Akkulaufzeit ist okay – viel sollte man hier aber dennoch nicht erwarten. Dreht man die Leistung in den Energieoptionen von Windows zurück, hält das Notebook aber um einiges länger durch.

Extras

Für die Wahl des perfekten Notebooks ist speziell der Workflow und die kleinen Extras im Alltag von Interesse. So teste ich alle Notebooks für mehrere Tage und Wochen in meinem Alltag und binde diese komplett in meine täglichen Aufgaben mit ein. Nur so gibt es – für mich gesehen – realistische Testergebnisse.

Das zweite Display: „ScreenPad“ ist gleichzeitig Touchpad

Anders wie bei den meisten anderen Notebooks kommt das Asus ZenBook Pro 15 gleich mit zwei Displays. So ist das zweite Display im 5,5-Zoll-Tochpad mit einer Auflösung von 1080p versteckt. Das ScreenPad bietet hier gleich vier Modi zur Auswahl an, welche man auf der Tastatur mit der F6-Taste wechseln kann. Im „ScreenPad-Modus“ bietet es einige praktische Funktionen, wie einen Taschenrechner, Spotify-Steuerung und Shortcuts in Office-Programmen von Microsoft. Somit kann man – während am Hauptbildschirm andere Programme geöffnet sind – unten am ScreenPad andere Aufgaben erleidigen. Dann gibt es noch den Modus „erweitertes Display“, mit welchem man eine zweite Displayfläche bekommt. Somit kann man Programme und andere Anwendungen nach unten „in“ das Touchpad schieben – wie bei einem zweiten Monitor.

Da das ScreenPad beim Arbeiten oder Zocken nervig werden kann und zudem während des Tests manchmal eingefroren ist (da softwaremäßig), kann man es mit dem „Touchpad-Modus“ komplett deaktivieren. Dann leuchtet das ScreenPad in schwarz und zeigt keine Inhalte mehr an. Auch ist es mit eingeschaltetem ScreenPad manchmal passiert, dass ich unabsichtlich das Menü heruntergezogen habe, und dann die Bedienung als Touchpad kurz nicht möglich war. Zu guter Letzt kann man mit „Touchpad aus“ die Bedienung über das Touchpad komplett deaktivieren. Dann lässt sich das Notebook nur noch über das Display mit dem Touchscreen oder der Tastatur bedienen.

Halten wir fest: Es gibt noch etwas Verbesserungsbedarf – Fehler wie ein eigefrorenes Touchpad, oder Probleme beim Wechseln auf den erweiterten Modus, da es softwareseitig gesteuert wird, dürfen einfach nicht passieren. Dennoch war es für mich eine nette Spielerei, die auch bei Freunden gut ankam (wie zB. Games auf dem Touchpad zocken). Für wirklich sinnvoll oder unbedingt notwendig empfinde ich das ScreenPad aktuell (noch) nicht. Trotzdem ist es, durch die Möglichkeit, es als zweites Display zu nutzen, nicht schlecht.

Fingerabdrucksensor: Schutz vor neugierigen Augen

Ich möchte einen Fingerabdrucksensor auf einem Notebook echt nicht mehr missen wollen. Es gibt keine bessere Möglichkeit, in Bus und Bahn oder bei Freunden, ohne Angst vor dem Mitlesen des Passworts anderer, sich in sein Windows einloggen zu können. Zudem unterstützen Passwort-Manager, meist in ihren kostenpflichtigen Versionen, das Einsetzen von Passwörtern mittels Fingerabdrucksensor. In meinem Test hat dieser sehr rasch und zuverlässig funktioniert. Auch die Einrichtung war blitzschnell abgeschlossen.

Der Fingerabdrucksensor funktioniert sehr gut und schnell. (Bild: © 2019 TechnikNews)

Lautsprecher und Mikrofon: Ordentlicher Sound von Harman Kardon, gutes Mikrofon

Die Harman Kardon Lautsprecher im ZenBook Pro 15 machen schon was her. Ich würde behaupten, dass diese eine der besten Lautsprecher waren, die ich bei einem Notebook jemals gehört habe. Auch wenn man diese nicht mit einem „externen“ Lautsprecher vergleichen kann, hört man hier satte Bässe und angenehme Höhen. Sie übersteuern bei höherer Lautstärke – im Gegensatz zu anderen Notebooks – auch überhaupt nicht. Auch das Mikrofon des Asus-Flaggschiff ist verglichen mit anderen Geräten in dieser Preisklasse um einiges deutlicher und qualitativ hochwertiger.

Webcam: Nicht wirklich brauchbar

Während man die Lautsprecher und das Mikrofon des Asus ZenBook Pro 15 sehr loben kann, hat man hier bei der Webcam ziemlich versagt. Die Qualität lässt wirklich zu wünschen übrig. Andere Hersteller können das mit ihren Geräten für diesen Preis besser. Etwa zeigt Microsoft mit den Surface-Modellen, wie das auch anders geht. Für einfache Videokonferenzen brauchbar, Gesichtserkennung würde aber bei diesem Notebook wegen dem Pixelmatsch überhaupt nicht funktionieren. Hoffentlich bessert man hier noch nach – mit dem ordentlichen Lautsprecher und gutem Mikrofon ist man zumindest schon auf einem guten Weg.

Fazit: Gutes Multimedia-Paket für anspruchsvolle

Das Asus ZenBook Pro 15 ist ein wirklich spannendes Notebook. Speziell wo anderen Herstellern aktuell die Ideen fehlen, braucht es hier coole Innovationen, wie etwa das „ScreenPad“. Auch wenn es mich in ersten Erfahrungen noch nicht so überzeugen konnte, ist es für die Nutzung als zweiten Bildschirm praktisch und nützlich – wenn es nicht die Probleme mit der Software des ScreenPad geben würde. Oft frierte das ScreenPad komplett ein oder es wollte einfach nicht auf den erweiterten Modus wechseln – nur abmelden oder ein Neustart half bei diesem Problem.

Auch haben mich die Punkte wie der fehlende SD-Karten-Leser oder der quietschende Lüfter im Alltag gestört. Zudem drehte der Lüfter oftmals bei leichten Aufgaben, wie schauen von Videos und Fotos, schon ziemlich auf. Durch den Touchscreen am 4K-Display spiegelt das Display allerdings ziemlich und ist im Freien oder bei Sonneneinstrahlung nicht wirklich nutzbar.

Ansonsten bietet man mit dem Asus ZenBook Pro 15 ein gutes Multimedia-Paket, welches man mit modernen Anschlüssen und einer GTX 1050 Ti wirklich gut ausgestattet hat. Jedoch hat dies auch seinen stolzen Preis von knapp 2000 Euro. Vor dem Kauf sollte man allerdings überlegen, ob man eher mehr Gaming oder mehr Arbeiten möchte. Wenn ersteres zutrifft, ist das ZenBook Pro 15 trotz seiner Grafikkarte und starken Prozessor nicht die richtige Wahl. Es fehlt einfach die notwendige Kühlung, mit welcher die Grafikkarte viel länger ohne Drossel durchhalten würde.

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David Wurm

David hat TechnikNews im Februar 2015 gestartet. Er ist an der aktuellen Technik fasziniert und bloggt gerne über Technik bzw. alles was Smartphones, Tablets, Computer und Gadgets betrifft. Ist sonst in der Freizeit sonst oftmals mit Fotografie beschäftigt.

David hat bereits 409 Artikel geschrieben und 229 Kommentare verfasst.

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