Genesis GV60 2025 im Test: Edles Crossover-SUV mit Luxusanspruch
EIN TESTBERICHT
von Dominik Lux
am 04. Dezember 2025, 9:00
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Der Genesis GV60 erhält für das Modelljahr 2025 ein umfassendes Facelift, und bleibt dabei seiner Markenphilosophie treu: viel Luxus, viel Komfort und ein deutlich hochwertigerer Anspruch als bei den technisch verwandten Konzernmodellen. Genesis positioniert sich klar als edle Alternative im E-Segment, und genau das spiegelt sich im neuen GV60 wider. Die 2025er-Generation bringt nicht nur eine komplett überarbeitete Front, sondern auch ein modernisiertes Interieur samt verbesserter Software und neuer Assistenzfunktionen. Wir haben das frische Premium-Crossover auf Herz und Nieren getestet. Doch die große Frage bleibt: Ist das Update stark genug, um KIA EV6 und Hyundai IONIQ 5 hinter sich zu lassen?
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- 1 tl;dr: Ein gutes Auto, wird dank Facelift zum sehr guten Auto.
- 2 Videobericht:
- 3 Design: von Matrix-LED bis zur Kristallkugel.
- 4 Innenraum: Luxus trifft auf bewährte Technologie.
- 5 Software: Wirklich eine sehr gelungene Umsetzung.
- 6 Fahreindruck: Sehr gute Langstreckeneigenschaften.
- 7 Laden: Spitzenklasse und besser als der neue CLA
- 8 Persönliche Einschätzung des Autors: Chapeau! Genesis, ein wirklich sehr gelungenes Facelift.
tl;dr: Ein gutes Auto, wird dank Facelift zum sehr guten Auto.
Der überarbeitete Genesis GV60 überzeugt mit einem sehr gelungenen Facelift und startet bei 53.500 Euro (inkl. 19 Prozent MwSt.). Schon zuvor war er ein Geheimtipp unter den koreanischen Elektroautos, nun legt er bei Software, Innenraumqualität, Platzangebot und Assistenzsystemen spürbar zu. Auch das Fahrerlebnis kann sich sehen lassen: Das neue Tacho bietet viele Einstellmöglichkeiten und das B&O Soundsystem sorgt für exzellenten Klang. Wer bewährte Technik in einem edleren und auffälligeren Gewand sucht, bekommt mit dem GV60 eine besonders attraktive Wahl mit spürbarem Extra.
Videobericht:
Design: von Matrix-LED bis zur Kristallkugel.
Das überarbeitete Frontdesign gehört zu den auffälligsten Neuerungen. Die neue Lichtsignatur mit modernen Matrix LED Scheinwerfern unterstreicht den hochwertigen Anspruch des Fahrzeugs und sorgt zugleich für eine klare optische Abgrenzung innerhalb des Konzerns. Die Lichttechnik funktioniert hervorragend und bietet eine starke Ausleuchtung. Was uns jedoch gefehlt hat ist ein dynamisches Kurvenlicht, das vor allem in engen oder dunklen Bereichen zusätzliche Sicherheit bieten würde. Die Blinker am Heck sitzen weiterhin sehr weit unten an der Stoßstange. Das bleibt ein polarisierendes Detail, das je nach Geschmack gefällt oder irritiert.
Einen besonderen Akzent setzt die Mittelkonsole. Im Standby Zustand zeigt sich dort lediglich eine leuchtende Kristallkugel, die sehr edel wirkt. Sobald die Fahrbereitschaft aktiviert wird, dreht sich diese Kugel eindrucksvoll und verwandelt sich in das Gangwahlrad. Das sieht extrem cool aus und ist ein echtes Showelement, bleibt aber in erster Linie ein optischer Hingucker und weniger ein funktionaler Vorteil.
Innenraum: Luxus trifft auf bewährte Technologie.
Im Innenraum legt der GV60 im Modelljahr 2025 sichtbar zu. Die Materialien wirken spürbar edler, die Verarbeitung ist sauberer umgesetzt und das gesamte Raumgefühl fällt angenehm offen und großzügig aus. Auch im Fond steht reichlich Platz zur Verfügung, wodurch der hohe Komfortanspruch der Marke deutlich wird. Die Sitze bieten eine sehr gute Polsterung und sind bestens für lange Strecken geeignet. Insgesamt gehört das Interieur zu den größten Stärken des GV60 und hebt ihn klar von seinen Konzernmodellen ab.
Hartplastik ist kaum zu finden und auf Klavierlack wurde vollständig verzichtet. Für den Preis bietet Genesis eine der hochwertigsten Innenraumqualitäten, die ich bisher testen konnte. Die Farbgebung erinnert etwas an den NIO ET5, den wir ebenfalls bereits unter die Lupe genommen haben. Beide Innenräume lassen sich gut miteinander vergleichen, wobei der GV60 im direkten Vergleich zu vielen deutschen Herstellern überraschend deutlich punkten kann.
Software: Wirklich eine sehr gelungene Umsetzung.
Die neue Software stellt für uns den größten Fortschritt dar. Sie ist die beste Lösung, die wir bisher im Hyundai Kia Konzern erlebt haben. Besonders die Vielfalt an Einstellmöglichkeiten für das digitale Cockpit überzeugt. Hinzu kommt eine sehr nutzerfreundliche Bedienung im Alltag. Ein gutes Beispiel ist das bekannte EU Tempolimit Gebimmel. Genesis erlaubt es, dieses direkt zu Fahrtbeginn mit einem langen Druck auf die Lautstärkewalze auszuschalten. Das ist durchdacht und vor allem intuitiv. Ebenso Apple CarPlay und Android Auto sind kabellos auf dem ganzen Bildschirm aktiv und sind schnell nach Fahrzeugstart verfügbar.
Die Bedienelemente am Lenkrad fühlen sich hochwertig an und lassen sich sehr gut blind bedienen. Der von BMW inspirierte Drehdrücksteller in der Mittelkonsole ist eine ebenso gelungene Ergänzung. Damit lassen sich Menüs sicher und ohne Touch Eingaben steuern. Ein kleines Manko bleibt allerdings. Die Position direkt über dem Gangwahlrad führt gelegentlich zu Verwechslungen, wenn man nicht exakt hinschaut. Trotzdem ist es eine wertvolle Eingabemöglichkeit für alle, die während der Fahrt nicht ständig auf dem Display wischen möchten.
Gesichtsentsperrung zum Fahren?
Erstmalig bietet der neue GV60 im Modelljahr 2025 eine Besonderheit, die man bisher in keinem anderen Elektroauto dieser Klasse findet. In der B Säule auf der Fahrerseite sitzt eine Infrarot Kamera zur Gesichtserkennung. Diese ermöglicht es dem Hauptnutzer das Fahrzeug komplett ohne klassischen Schlüssel und auch ohne den optionalen Smartphone Schlüssel zu öffnen und zu starten. Zum Fahren wird lediglich der zuvor hinterlegte Fingerabdruck als zweite Sicherheitsstufe benötigt. Diese Kombination aus Gesichtserkennung und Fingerabdrucksensor wirkt sehr modern und ist ein spannender Schritt in Richtung schlüsselloser Zukunft. Leider konnten wir die Funktion nicht vollständig testen, da für die erstmalige Registrierung ein zweiter physischer Fahrzeugschlüssel erforderlich ist, der uns nicht zur Verfügung stand.
Fahreindruck: Sehr gute Langstreckeneigenschaften.
Der GV60 fährt sich im neuen Modelljahr deutlich geschmeidiger und zugleich kräftiger. Der optimierte Antrieb verleiht dem Fahrzeug ein sehr souveränes und ausgewogenes Fahrgefühl, das hervorragend zum hohen Komfortniveau passt. Die Lenkung wirkt präzise ohne einen sportlichen Anspruch erzwingen zu wollen und die Geräuschdämmung bewegt sich auf einem beeindruckend hohen Niveau.
Auch beim Verbrauch zeigt der GV60 eine erfreuliche Effizienz. Im Alltag waren bei rund vierzehn Grad Außentemperatur Verbrauchswerte zwischen fünfzehn und siebzehn Kilowattstunden pro einhundert Kilometer problemlos erreichbar. Auf unserer Langstrecke mit Tempomat bei einhundertdreißig Stundenkilometern und einer realen Durchschnittsgeschwindigkeit von einhundertfünfzehn Stundenkilometern lagen wir bei etwa zweiundzwanzig Kilowattstunden pro einhundert Kilometer, was ein guter und realistischer Wert für ein Fahrzeug dieser Größe ist. Daraus ergibt sich eine Autobahnreichweite von ungefähr dreihundertzwanzig Kilometern bei niedrigen Temperaturen.
Der Antritt ist bei dem von uns getesteten Heckantrieb Modell nun ja nicht wirklich beeindruckend. Aber es reicht im Alltag völlig aus, um auch mal schnell von der Ampel wegzukommen. Wer mehr Power bevorzugt, der kann entweder zum Allrad Sport Modell greifen, oder noch etwas länger warten. Denn Genesis kocht da etwas Gewaltiges.
Beeindruckend ist zudem die Ladeperformance. Wir haben bei zehn Prozent Restkapazität angesteckt und sofort etwa zweihundertachtzig Kilowatt Ladeleistung erhalten. Diese hohe Leistung hielt der GV60 erstaunlich konstant bis circa fünfzig Prozent. Bis achtzig Prozent dauerte der Ladevorgang wie angegeben nur rund achtzehn Minuten. Die neuen Möglichkeiten zur Vorkonditionierung des Hochvoltakkus, wahlweise direkt im Fahrzeug oder per App, tragen hier erheblich zur Ladegeschwindigkeit bei und machen den GV60 noch alltagstauglicher.
Insgesamt zeigt sich der neue GV60 auch auf langen Strecken von seiner besten Seite. Dank hoher Effizienz, starker Ladeleistung, ruhigem Fahrverhalten und sehr hohem Komfort erhält er in dieser Disziplin die volle Punktzahl.
Soundsystem von B und O
Das Soundsystem von Bang und Olufsen ist ein echtes Highlight. Es liefert klaren Klang, kräftige Bässe und beeindruckende Räumlichkeit. Besonders erfreulich ist die Unterstützung von Dolby Atmos, die dem Klangbild nochmals eine neue Dimension verleiht. Insgesamt zählt dieses System zu den besten Lösungen, die aktuell in einem koreanischen Elektroauto zu finden sind.
So gelungen das Gesamtpaket ist, ein Detail hätte den Unterschied im Premium Segment noch stärker hervorgehoben. Eine Nachtsichtkamera wie wir sie aus älteren Audi Modellen oder dem DS4 E Tense kennen. Diese Funktion erhöht die Sicherheit bei Nachtfahrten deutlich und würde perfekt zum anspruchsvollen Auftritt des GV60 passen. Hier könnte Genesis in Zukunft noch einen entscheidenden Schritt vorausgehen und sich klarer von der Masse abheben.
Laden: Spitzenklasse und besser als der neue CLA
Beim Laden zeigt der neue Genesis GV60 ganz klar, dass er zur Spitze der E Auto Klasse gehört. In meinem Test fiel vor allem die Souveränität beim DC Schnellladen auf. Der Wagen zieht an der Säule mit einer Peakleistung von rund 233 bis 235 Kilowatt und hält diese Kraft erstaunlich stabil. Dadurch rauscht der Ladebalken förmlich nach oben und der Bereich von 10 Prozent bis 80 Prozent ist in etwa 18 Minuten erledigt. Auch die reale Durchschnittsleistung lag während meiner Messungen bei rund 200 Kilowatt, was den GV60 spürbar alltagstauglich macht, wenn es schnell weitergehen soll. Zuhause lädt er ganz entspannt mit 11 Kilowatt über AC und ist damit über Nacht wieder voll einsatzbereit.
Persönliche Einschätzung des Autors: Chapeau! Genesis, ein wirklich sehr gelungenes Facelift.
Der Genesis GV60 Modelljahr 2025 ist ein hervorragend gelungenes Facelift. Er vereint bewährte Technik mit stärkerer Software, deutlich hochwertigerem Interieur, sehr gutem Komfort und einer eigenen, luxuriösen Identität. Unser Testwagen kostete rund 79.000 Euro (inkl. 19 % MwSt.) damit ist er kein Schnäppchen, bietet aber ein rundes Gesamtpaket, das sich klar über KIA EV6 und Hyundai Ioniq fünf positioniert.
Wer das gewisse Extra sucht, echten Premium Charakter schätzt und ein Fahrzeug möchte, das auffällt, ohne aufdringlich zu sein, erhält mit dem GV60 eine besonders attraktive Wahl. Insgesamt zählt er zu den interessantesten Elektroautos seiner Klasse und zeigt eindrucksvoll, was Genesis kann.



















