HUAWEI FreeBuds 7i im Test: In-Ears für 100 Euro mit Spatial Audio

HUAWEI hat vor einigen Tagen mit den HUAWEI FreeBuds 7i neue In-Ear-Kopfhörer für unter 100 Euro vorgestellt, die im Vergleich zu den Vorgängern vor allem mit besserem ANC, 3D-Sound mit Tracking der Kopfbewegung sowie klaren und stabilen Anrufen überzeugen sollen.
Das hört sich nach einer gelungenen Weiterentwicklung an. Allerdings hätte ich mir im Vorfeld auch beim Akku Verbesserungen gewünscht, da die Laufzeit beim Vorgänger noch ausbaufähig war. Zumindest auf dem Papier hat sich hier leider nichts geändert. Und wie steht es um die Klangqualität und das Design? All das erfährst Du in diesem Testbericht.
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Fazit
Abschließend lässt sich sagen, dass mir die HUAWEI FreeBuds 7i insgesamt sehr gut gefallen haben. Für eine unverbindliche Preisempfehlung von 100 Euro bekommt man ein hochwertiges und ansprechendes Design, eine zuverlässige Bedienung, einen ordentlichen Tragekomfort, eine übersichtliche App, gutes ANC sowie einen überzeugenden Klang. Auch kleine Details wie die überraschend stabile Verbindungsreichweite fallen positiv auf. Größere Schwächen haben die FreeBuds 7i nicht.
Trotzdem kann ich sie nicht uneingeschränkt weiterempfehlen, da der Vorgänger preislich aktuell mit rund 60 bis 70 Euro sehr attraktiv ist – und in vielen Bereichen problemlos mit den FreeBuds 7i mithalten kann. Wer also etwas sparen möchte und dennoch sehr gute In-Ears unter 100 Euro sucht, ist mit den FreeBuds 6i besser beraten. Wer hingegen von der längeren Akkulaufzeit, dem Spatial Audio, der verbesserten Verbindungsreichweite und dem moderneren Design profitieren möchte, für den lohnt sich der Aufpreis zu den FreeBuds 7i.
Vielen Dank an HUAWEI Deutschland für die Bereitstellung des Testgeräts.
Design
Nachdem die FreeBuds 5i und 6i in einem ovalen Ladecase Platz gefunden haben, kommen die HUAWEI FreeBuds 7i nun in einem runden Design daher. Ohne die Ohrhörer bringt das Case 36,5 g auf die Waage. Die Ohrhörer selbst wiegen jeweils 5,4 g.
- Bild: TechnikNews
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Bei den Farben stehen Dir Schwarz, Weiß und Rosa zur Auswahl. Ich habe das schwarze Modell getestet – und darüber bin ich ehrlich gesagt froh, denn nur bei dieser Variante ist das Case matt. Dadurch ist es deutlich unempfindlicher gegenüber Fingerabdrücken und Kratzern. Das Gehäuse ist sehr gut verarbeitet, fühlt sich hochwertig an und wirkt robust. Besonders praktisch: Das obere Drittel des Cases lässt sich problemlos mit nur einer Hand öffnen und schließen. Dabei wirkt der Mechanismus sehr stabil und erzeugt beim Zuklappen ein angenehm sattes Geräusch, das den hochwertigen Eindruck zusätzlich unterstreicht.
Auf der Vorderseite befindet sich eine kleine LED, die den Akkustatus anzeigt, während auf der Rückseite dezent das HUAWEI-Logo prangt. Der USB-C-Port ist an der Unterseite des Cases angebracht.
Tragekomfort
Bei den Ohrhörern selbst handelt es sich um In-Ears mit Silikonaufsätzen. Sie glänzen in einer glossy Oberfläche und erinnern optisch stark an die Apple AirPods Pro. Sie sind im Vergleich zum Vorgänger minimal breiter und dicker geworden, weswegen die FreeBuds 7i bei mir nicht ganz so angenehm in den Ohren sitzen wie die 6i.
- Bild: TechnikNews
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Vor allem bei sportlichen Aktivitäten und beim Essen muss ich insbesondere den rechten Ohrhörer hin und wieder zurechtrücken. Fairerweise habe ich dieses kleine Problem allerdings bei den meisten In-Ears – letztlich ist das auch eine Frage des persönlichen Empfindens. Ich empfehle Dir, die verschiedenen mitgelieferten Silikon-Aufsätze auszuprobieren. Abgesehen davon bin ich mit dem Tragekomfort sehr zufrieden. Die FreeBuds 7i sitzen angenehm und unauffällig im Ohr und halten (außer beim Sport) fest und sicher.
Einrichtung und Kopplung
Die Einrichtung der HUAWEI FreeBuds 7i ist – wie auch schon bei den FreeBuds Pro 4 – sehr unkompliziert. Öffnest Du die Ladebox, erscheinen die Kopfhörer sofort auf Deinem HUAWEI-Smartphone und lassen sich direkt verbinden. Einmal antippen und schon sind sie einsatzbereit. Legst Du die Kopfhörer zurück ins Case, wird die Verbindung automatisch getrennt. Öffnest Du die Box erneut und setzt mindestens einen Hörer ein, wird die Verbindung sofort und ohne Verzögerung wiederhergestellt. Falls es aus irgendeinem Grund doch nicht funktionieren sollte, kannst Du die Kopfhörer auch ganz einfach über die HUAWEI AI Life App manuell koppeln.
Auch wenn Du kein HUAWEI-Smartphone nutzt, ist das kein Problem. Die FreeBuds 7i funktionieren ebenso problemlos mit anderen Android-Geräten oder iPhones. Dafür öffnest Du die Ladebox, drückst kurz den seitlichen Knopf und die weiße LED zeigt an, dass die Bluetooth-Suche aktiv ist. Anschließend erscheinen die FreeBuds in den Bluetooth-Einstellungen Deines Geräts und lassen sich direkt verbinden.
Besonders positiv überrascht hat mich die Verbindungsstabilität. Selbst wenn ich mich einige Meter entferne oder in einen anderen Raum gehe, bleibt die Verbindung stabil. Wirklich beeindruckend: sogar über eine ganze Etage hinweg funktioniert alles ohne Aussetzer. Egal ob beim Musikhören, Telefonieren oder Videoschauen – die Synchronisation ist stets zuverlässig.
AI Life App
Wie bereits erwähnt, bietet HUAWEI mit AI Life eine eigene App an, die sowohl für iPhones als auch für Android-Smartphones verfügbar ist. Allerdings findest Du sie nicht im Google Play Store. Die Installation gelingt trotzdem sehr einfach über die HUAWEI-Website. Alternativ kannst Du Dir auch zunächst die HUAWEI AppGallery herunterladen und anschließend dort die AI Life App installieren.
In der App erhältst Du eine Übersicht über alle wichtigen Funktionen, Gesten und Verbindungen. Ganz oben wird Dir der Akkustand der Kopfhörer sowie des Ladecases angezeigt. Sobald die Ohrhörer nur noch 20 Prozent Restakku haben, wirst Du sowohl durch eine Benachrichtigung als auch über einen Ton im Ohr darauf hingewiesen. Außerdem gibt es im Verbindungscenter einen Überblick darüber, mit welchem Gerät die FreeBuds 7i aktuell gekoppelt sind. Praktisch: Du kannst sie auch mit zwei Geräten gleichzeitig verbinden, was in meinem Test problemlos funktioniert hat.
Darüber hinaus kannst Du den Geräuschschutz (ANC, Aus, Aufmerksamkeit) einstellen, verschiedene Soundeffekte auswählen (z. B. Standard, Bassverstärkung, Höhenverstärker, Stimmen, Sinfonie, Hi-Fi Live), einen Passtest für die Ohrstöpsel durchführen oder nach Updates suchen.
Bedienung
Natürlich lassen sich in der App auch die Gesten individuell festlegen. Besonders gut gefällt mir, dass die Gestensteuerung bei den FreeBuds 7i deutlich schneller und zuverlässiger reagiert als noch bei den FreeBuds Pro 4. Ein weiterer Vorteil: Anders als bei den FreeBuds Pro 4 erfolgt die Bedienung nicht über Drücken. Das finde ich sehr angenehm, denn so verrutschen die Ohrhörer nicht ständig im Ohr – ein Problem, das mich bei der Pro-Serie ziemlich gestört hat.
Zweimal antippen (z. B. Song pausieren)
Dreimal antippen (z. B. vorheriger Song)
Gedrückt halten (Geräuschschutz)
Streichen (Lautstärke regulieren)
Ich finde es klasse, dass man so viele Anpassungsmöglichkeiten hat und sogar unterschiedliche Aktionen für den rechten und linken Ohrhörer festlegen kann. Beispielsweise kannst Du per Doppeltipp rechts zum nächsten Titel springen und links zum vorherigen. In meinem Test hat das alles hervorragend funktioniert – Hut ab, HUAWEI!
Soundqualität
Der wichtigste Aspekt bei Kopfhörern ist natürlich der Klang – und hier können die FreeBuds 7i auf ganzer Linie überzeugen. Im Inneren sitzt ein 11-mm-Treiber, der einen Frequenzbereich von 20 bis 40.000 Hz abdeckt. Obwohl der Vorgänger mit 14 bis 40.000 Hz einen etwas breiteren Bereich bot, wirken die Tiefen bei den 7i insgesamt kräftiger und runder. Besonders wenn die aktive Geräuschunterdrückung (ANC) eingeschaltet ist, wird das Klangbild noch voller, vor allem in den Bässen. Diese sind angenehm zurückhaltend und drängen sich nicht so stark in den Vordergrund wie bei vielen anderen Budget-Kopfhörern. Dadurch wirkt der Sound insgesamt sehr ausgewogen.
Auch Mitten und Höhen machen einen sehr guten Eindruck, wobei ich hier im direkten Vergleich zu den Vorgängern kaum Unterschiede feststellen konnte. Stimmen – etwa bei Podcasts oder Hörbüchern – klingen besonders klar und bleiben auch bei längeren Hörsessions angenehm und unaufdringlich, sodass man nicht so schnell ermüdet.
Spatial Audio
Neu bei den FreeBuds 7i ist das Spatial Audio, das sich über die App aktivieren lässt. Dabei wird ein Stereo-Signal so aufbereitet, dass es räumlicher klingt. In der Praxis wirkt das erstaunlich gut: Stimmen klingen unmittelbarer und organischer, die Klangbühne rückt näher heran.
Unter „Raumaudio“ gibt es folgende Optionen:
Aus – normales Stereo
Fixiert – räumlicher Klang, bleibt stabil ausgerichtet
Head-Track – Klang passt sich an Kopfbewegungen an
Gerade mit Head-Tracking entsteht ein richtig immersives Gefühl – besonders eindrucksvoll beim Filmeschauen, etwa über Netflix. Du hast hier die Wahl zwischen den Modi „Standard“, „Theater“, „Kino“, „Konzertsaal“.
ANC
Beim ANC hat HUAWEI ebenfalls solide Arbeit geleistet. Es gibt insgesamt vier Stufen zur Auswahl. Die Modi „Dynamisch“, „Ausgeglichen“ und „Gemütlich“ leisten zuverlässige Arbeit, ohne nennenswerte Störgeräusche zu verursachen – lediglich ein leichtes Grundrauschen ist vorhanden.
Anders sieht es bei der Stufe „Ultra“ aus: Hier ist das Grundrauschen sehr deutlich hörbar, hinzu kommt stellenweise ein hohes, nerviges Piepen, das mir schon bei den FreeBuds 6i aufgefallen war. Bei den 7i ist es zwar etwas schwächer ausgeprägt, aber dennoch störend, sodass ich diese Stufe nicht empfehlen würde. Positiv ist, dass HUAWEI das Rauschen und Piepen in den anderen Stufen deutlich besser im Griff hat.
Akku
Die Akkulaufzeit war bei den Vorgängern zwar keineswegs schlecht, aber durchaus noch mit Luft nach oben. Genau deshalb hatte ich bei den neuen FreeBuds 7i gehofft, dass HUAWEI hier ein spürbares Upgrade liefert. Ein kurzer Blick auf das Datenblatt dämpft die Erwartungen jedoch schnell: Die Kapazität der Akkus hat sich im Vergleich zu den FreeBuds 6i nämlich überhaupt nicht verändert. Im Ladecase steckt weiterhin ein Akku mit 510 mAh und in jedem einzelnen Ohrhörer sind es nach wie vor 55 mAh.
In der Praxis bedeutet das: Während die Vorgänger insgesamt 16 Stunden durchhielten, schaffe ich mit den FreeBuds 7i mit aktivierter Geräuschunterdrückung eine Gesamtlaufzeit von rund 18 Stunden. Das ist absolut solide und reicht im Alltag für knapp eine Woche. Dennoch hatte ich mir noch ein bisschen mehr erhofft – gerade wenn man bedenkt, dass selbst günstigere Modelle wie die Redmi Buds 6 hier schon mehr Ausdauer bieten.
Deutlich besser sieht es aus, wenn Du das ANC deaktivierst. Dann steigt die Laufzeit spürbar an, sodass Du problemlos noch ein paar zusätzliche Stunden herausholen kannst. Positiv hervorzuheben ist außerdem die Schnellladefunktion: Schon eine Ladezeit von gerade einmal 10 Minuten genügt, um die Ohrhörer wieder für bis zu 4 Stunden Musikwiedergabe fit zu machen.





