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Laifen P3 im Test: Starker Rasierer mit einem Problem

Der Laifen P3 flach auf einem Tisch
Bild: TechnikNews
(Beitragsbild: © 2026 TechnikNews)

Mit dem P3 Pro hat Laifen gezeigt, dass ein Elektrorasierer nicht nach Badezimmer-Plastik aussehen muss. Seit August gibt es mit dem P3 eine günstigere Variante. Ihr fehlt das Aluminiumgehäuse, technisch basiert sie aber weitgehend auf dem Pro. Ich habe den P3 einen Monat lang täglich genutzt, anstelle meines bisherigen Rasierers von Philips. Um es vorwegzunehmen: Der Rasierer selbst hat mich überzeugt. Ob man zugreifen sollte, hängt aber weniger vom P3 ab als vom Preis seines großen Bruders.

Design und Verarbeitung

Der wichtigste Unterschied zum P3 Pro ist das Gehäuse. Statt aus einem Block Aluminium gefräst, besteht der P3 aus glasfaserverstärktem Polycarbonat. Die matte, leicht keramisch wirkende Oberfläche nennt Laifen Monocoat. An der Form hat sich nichts geändert. Der Körper ist kompakt und eher breit als hoch, man hält ihn ähnlich wie eine Bartbürste statt wie einen klassischen Rasierer am Griff. Das ist anfangs ungewohnt, man gewöhnt sich aber schnell daran. Durch ein kleines Sichtfenster kann man den Motoren bei der Arbeit zusehen. Das ist eher Spielerei, passt aber zum technischen Look. Den P3 gibt es in Schwarz, Weiß und Blau, mein Testgerät war die weiße Variante.

Bedient wird der P3 über eine einzige Taste. Ein Leuchtring zeigt an, ob der Rasierer läuft oder lädt, und leuchtet rot, wenn der Akku zur Neige geht. Hält man die Taste zwei Sekunden gedrückt, greift die Reisesperre, damit der P3 im Koffer nicht versehentlich anspringt. Eine App, verschiedene Modi oder ein Display gibt es nicht. Wer gern an Einstellungen dreht, findet hier also nichts. Alle anderen kommen mit dem einen Knopf sofort zurecht.

Rasur

Unter der Haube arbeiten zwei Linearmotoren mit jeweils 12.000 Schnitten pro Minute. Der Scherkopf kombiniert zwei 0,055 Millimeter dünne Scherfolien aus Edelstahl mit einem Schneidelement in der Mitte, das längere Haare erfassen soll. Damit ist der P3 ein klassischer Folienrasierer und kein Rotationsrasierer.

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Im Alltag rasiert der P3 sehr gründlich, und zwar nicht nur auf den Wangen, sondern auch am Hals. Gerade dort lassen viele Folienrasierer gern einzelne Haare stehen. Auch mit längeren Stoppeln nach ein paar Tagen ohne Rasur kommt er ganz gut zurecht.

Genau hier liegt aber mein einziger echter Kritikpunkt: Einen separaten Trimmer gibt es nicht, weder zum Ausklappen noch zum Aufstecken. Das mittlere Schneidelement im Scherkopf ist kein Ersatz für einen Trimmer, mit dem man Konturen zieht oder Koteletten kürzt. Am Hals und bei längeren Stoppeln wäre ein Trimmer die einfachere Lösung, um vorzukürzen, bevor die Folien den Rest erledigen. Wer einen Bart pflegt oder Konturen sauber halten will, braucht also weiterhin ein zweites Gerät.

Positiv überrascht hat mich die Lautstärke. Der P3 ist angenehm leise und brummt eher tief, statt schrill zu surren. Das fällt besonders morgens auf, wenn im Rest der Wohnung noch geschlafen wird.

Akku und Laden

Laifen gibt bis zu 100 Minuten Laufzeit an. Bei mir hat der Akku entsprechend lange gehalten, innerhalb des Monats musste ich bisher kein einziges Mal laden. Für eine Reise muss man das Ladekabel also nicht unbedingt einpacken. Geladen wird über USB-C, sodass das Kabel vom Smartphone oder Laptop genügt. Ein Netzteil liegt nicht bei, aber ein schickes USB-C auf USB-C-Kabel. Wer vergessen hat zu laden, kommt laut Laifen mit drei Minuten am Kabel auf etwa sieben Minuten Laufzeit, was für eine Rasur reicht.

Reinigung

Auch die Reinigung ist angenehm unkompliziert. Der Scherkopf sitzt magnetisch, lässt sich mit einem Handgriff abnehmen und unter fließendem Wasser ausspülen. Der P3 ist nach IPX7 wasserdicht, eine Reinigungsstation gibt es nicht und braucht es auch nicht.

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Im Standardpaket liegen neben dem Rasierer nur eine Schutzkappe und das Ladekabel. Für 189,99 Euro gibt es ein Bundle, das zusätzlich ein Reiseetui und eine rutschfeste Unterlage enthält. Ersatzköpfe verkauft Laifen bislang nur als Zubehör für den P3 Pro, für 44,99 Euro. Das ist nicht ganz günstig, weil der Kopf einen Teil des Rahmens mitbringt.

Preis und Verfügbarkeit

Der Laifen P3 ist seit August 2026 erhältlich und kostet laut UVP 159,99 Euro. Im Handel ist er teilweise schon für rund 150 Euro zu haben. Laifen gibt 24 Monate Garantie.

Damit kommen wir zum Problem. Der P3 Pro lag zum Start bei 199,99 Euro, also 40 Euro über dem P3. Inzwischen verkauft Laifen ihn (teilweise) im eigenen Shop aber für 169,99 Euro, der Abstand schrumpft damit auf gerade einmal zehn Euro. Bei einigen Händlern ist der Pro sogar günstiger als der P3. Für diesen Aufpreis oder gar weniger bekommt man das Aluminiumgehäuse bei ansonsten praktisch identischer Technik: dieselben Motoren, derselbe Scherkopf, dieselbe Laufzeit. Einen separaten Trimmer hat übrigens auch der Pro nicht, der fehlt bei beiden Modellen gleichermaßen.

Fazit

Der Laifen P3 ist ein richtig guter Rasierer. Er rasiert gründlich, auch am Hals, ist leise, hält lange durch, lädt über USB-C und ist in Sekunden gereinigt. Nach einem Monat würde ich nicht zu meinem alten Philips zurückwechseln.

Abzüge gibt es für den fehlenden Trimmer, der gerade am Hals und bei längeren Stoppeln die Arbeit erleichtern würde. Das größere Problem ist aber hausgemacht. Solange der P3 Pro nur zehn Euro mehr kostet oder sogar günstiger zu haben ist, ergibt der P3 kaum Sinn. Wer sich für einen Laifen entscheidet, sollte vor dem Kauf beide Preise vergleichen. Erst wenn der Abstand wieder deutlich größer wird, ist der P3 die vernünftige Wahl.

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Nils Ahrensmeier

Nils ist seit 2019 bei TechnikNews und sehr an Smartphones, Lautsprechern, Smartwatches und Smart-Home interessiert. Neben seinem Jurastudium betreibt er seinen eigenen YouTube-Kanal und schreibt auch für das Portal "BASIC thinking"

Nils hat bereits 449 Artikel geschrieben und 33 Kommentare verfasst.

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