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Land Rover Range Rover SV im Test: Ein V8-Wohnzimmer auf Rädern

Land Rover Range Rover SV Beitragsbild
Bild: TechnikNews
(Beitragsbild: © 2025 TechnikNews)

Der Range Rover SV ist das luxuriöseste Fahrzeug, welches von Land Rover aktuell angeboten wird. Wir durften die Karosserie mit normalem Radstand testen, noch prunkvoller geht es wohl nur in der Variante mit langem Radstand und hinterer Signature Suite mit Club-Tisch.

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Der Range Rover SV positioniert sich klar im obersten Segment der Luxus-SUVs. Er kombiniert einen 615 PS starken V8-Mildhybrid mit umfangreichem Komfort und einer Menge Technik. Vom kraftvollen Auftreten zu vier dezent angebrachten Endrohren ist der Range Rover stilsicher wie sportlich. Alltägliche Fahrten zum Einkaufen macht der Riese ebenso gut mit wie die stundenlange Reise in den Urlaub.

Von Keramik am Gangwahlhebel zum Steuerungsdisplay im Fond wirkt alles sehr durchdacht. Insgesamt bietet der Fond des Range Rover SV ein hohes Maß an Komfort, Flexibilität und Kontrolle. Die Sitze sind großzügig bemessen, die Bedienung intuitiv, und durch die Kombination aus Raumangebot, Licht- und Klimasteuerung entsteht eine angenehm wohnliche Atmosphäre. Viel Technik und Features also für eine individuelle Anpassung und praktische Funktionen, ohne den Raum unübersichtlich zu machen. Dass elektrische Bauteile meist fehleranfälliger und teurer zu reparieren sind, lassen wir mal so dahingestellt. Auch das der Verbrauch mal locker die 15 l erreicht, darf nicht schocken.

Design

Der Range Rover SV präsentiert sich schon auf den ersten Blick als imposante Erscheinung. Die Front ist mächtig und markant, mit dem charakteristischen RANGE ROVER-Logo auf der Motorhaube, darunter das Land Rover Badge – ein dezenter Hinweis darauf, dass der Range Rover nur eines der Modelle der britischen Traditionsmarke ist. Der Kühlergrill besticht durch zahlreiche silberne Applikationen und wird von großzügigen Lufteinlässen flankiert, die dem Fahrzeug ein stilsicheres, präsentes Auftreten verleihen. Besonders ins Auge fallen die Scheinwerfer mit ihrem unverkennbaren Tagfahrlicht: Das rechteckige Licht fügt sich harmonisch in den Kühlergrill ein. Das Matrixlicht arbeitet zuverlässig, passt sich automatisch der Höhe des vorausfahrenden Fahrzeugs an und bietet eine Animation beim Ein- und Ausschalten. Das Fernlicht ist äußerst hell, das Kurvenlicht wird schnell angesprochen, und trotz der sanften Auf- und Abblendung steht die volle Lichtleistung im Sekundenbruchteil bereit.

An den Seiten fallen die 22-Zoll-Räder auf (konfigurierbar bis 23 Zoll) sowie die ausfahrbaren Türgriffe, die sich massiv anfühlen und der Aerodynamik dienen. Typisch für Range Rover sind die seitlichen Zierblenden, in denen bei diesem Modell das SV-Logo eingeätzt ist. Soft-Close-Funktion bei allen Türen ist serienmäßig verbaut, und eine dezente Chromapplikation am hinteren Seitenbereich setzt zusätzliche Akzente. Zwei Finnen ragen aus dem Dach, eine davon beherbergt die Kamera für den elektrischen Rückspiegel. Dieser überzeugt besonders bei Nachtfahrten, denn er bietet eine bessere Sicht als der normale Spiegel und blendet gleichzeitig weniger. Weitere Kameras an den Spiegeln für die 360°-Sicht und integrierte Beleuchtung entlang der Fahrzeugseite erleichtern das Rangieren deutlich.

Das Heck rundet das elegante Design ab. Der ausgeschriebene RANGE ROVER-Schriftzug wird beim SV-Modell durch ein Badge aus weißer Keramik ergänzt. Der Kofferraum öffnet elektrisch und ist, wie beim BMW X5 oder X7, in zwei Segmente unterteilt. Ein Knopfdruck unter dem ersten „R“ öffnet zunächst die obere Klappe, ein weiterer Knopfdruck die zweite. Mit dem Schlüssel öffnen sich beide Segmente gleichzeitig. Beim Schließen kann man die Klappen entweder einzeln oder zusammen betätigen.

Innenraum

Der Innenraum des Range Rover SV ist ein Paradebeispiel für luxuriöse Reduktion: Statt eines Überangebots an Materialien setzt Land Rover auf zwei Hauptstoffe, die konsequent und hochwertig verarbeitet sind, ergänzt durch ausgewählte Akzente aus Holz und Keramik. Leder zieht sich durch nahezu jeden Quadratzentimeter – von den Türtafeln über die Sitze bis hin zum komplett belederten Dachhimmel und dem Armaturenbrett. Selbst die Rückseiten der Kopfstützen, die Rückseiten der Vordersitze sowie die ABCD-Säulen sind mit Leder bezogen. Auch alle Haltegriffe am Dach sind weich überzogen, was beim Ein- und Aussteigen nicht nur Komfort, sondern auch Wertigkeit vermittelt.

Der Boden ist vollständig mit Veloursteppich ausgelegt, der sich durch das gesamte Fahrzeug zieht. Die Fußmatten sind noch flauschiger, was man sogar durch das Schuhwerk merkt. Selbst im Kofferraum sorgt ein Stoffboden bis zur seitlichen Mitte dafür, dass Plastikflächen nahezu unsichtbar bleiben – abgesehen von minimalen Elementen an der Hutablageschiene.

Holzakzente verleihen dem Innenraum zusätzliche Eleganz: Die Türarmaturen, Mittelkonsole und das vordere Dashboard sind mit feinem Holz verkleidet, das von farblich anpassbarer, subtiler Ambientebeleuchtung hervorgehoben wird. Auch das Lenkrad trägt Holz und fühlt sich angenehm in den Händen an. Keramikelemente an Gangwahlhebel und Start/Stopp-Taste unterstreichen die Hochwertigkeit, ohne überladen zu wirken.

Die farblich unterteilten Sitze sind eine Klasse für sich: So vielschichtig wie sie aussehen, so individuell verstellbar sind sie auch. Als Besonderheit lässt sich sogar die Schulterpartie einzeln aufblähen, was sich in einer noch aufrechteren Haltung auswirkt. Bei dem bereits im getesteten BMW X6 M Competition ließ sich die Schulterpartie nicht aufblähen, sondern im ganzen elektrisch verstellen, was ich als noch etwas angenehmer empfand. Die weichen Kopfstützen können seitlich angewinkelt werden, die Sitze selbst sind beheizt, belüftet und verfügen über Massagefunktionen. Auch die Armauflagen und die Mittelkonsole sind beheizbar, was besonders im Winter eine willkommene Ausstattung ist. Dezent beleuchtete Gurtschlösser auf allen Sitzen helfen nicht nur beim Anschnallen, sondern sind auch ein minimalistisches Highlight.

Bei dem Startpreis des Range Rover SV von 225.500,00 € guckt man natürlich genau auf die Verarbeitungsqualität. Trotz der intensiven Nutzung während des Tests knarzte oder quietschte kaum ein Element. Ein leichtes Knarzen am Haltegriff des Fahrersitzes war die einzige Auffälligkeit, die aber durch die häufige Beanspruchung zu erklären ist und die hochwertige Gesamtwirkung des Interieurs nicht schmälert.

Für Klanggenuss sorgt das Meridian-Soundsystem mit 1.600 W Verstärkerleistung und insgesamt 34 Lautsprechern, von denen einige dezent in den Kopfstützen untergebracht sind. Ein Zweikanal-Subwoofer liefert kräftigen Bass, und die aktive Fahrbahn-Geräuschunterdrückung sorgt dafür, dass Außengeräusche auf ein Minimum reduziert werden. Das System überzeugt besonders mit seinem satten, aber nicht übertriebenen Bass. Höhen und Mitten können sich ebenfalls hören lassen, auch wenn absolute High-End-Referenzen noch eine Nuance darüber liegen.

Insgesamt vermittelt der Innenraum des Range Rover SV das Gefühl, in einem mobilen state of the art Wohnzimmer zu sitzen: großzügig, hochwertig, komfortabel und gleichzeitig technisch auf höchstem Niveau. Jedes Detail scheint sorgfältig durchdacht, ohne den Fahrer oder die Passagiere zu überfordern.

Fahrer und Beifahrer

Der Einstieg in den Range Rover SV ist angenehm unaufgeregt, vermittelt aber sofort Qualität. Beleuchtete Einstiegsleisten für Fahrer und Beifahrer mit dem Schriftzug „Range Rover SV“ geben einen klaren Hinweis auf die Sondervariante, während in den hinteren Leisten ein dezenter Strich hinterleuchtet ist. Die Türtafeln sind vorne und hinten weitgehend gleich gestaltet, der Fahrer hat jedoch alle Bedienelemente zur Hand: Fenster, Sonnenrollos hinten, und über einen zusätzlichen Shortcut lässt sich die niedrige Einstiegshöhe auf Knopfdruck ansteuern.

Das elektrisch verstellbare Lenkrad verbindet Leder mit Holz zu einem guten Handgefühl und wird trotz des Materialmix mit der Lenkradheizung schnell sehr warm. Der belederte Pralltopf trägt den RANGE ROVER-Schriftzug. Besonders praktisch ist die frei belegbare Taste auf dem Lenkrad. Im Test habe ich sie für die Kamerafunktion bei kurzem Drücken und für die Massagefunktion bei längerem Drücken konfiguriert. Zudem lassen sich die Fahrassistenten nach Wunsch anpassen, etwa indem man die Tempolimitwarnung nur visuell anzeigen lässt oder den Spurhalteassistenten ausschaltet, wenn die elektronischen Helferlein mal stören. Die Schaltwippen aus Metall fühlen sich solide an und geben beim Anschnippen einen hellen Klang von sich.

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Die Mittelkonsole ist klar strukturiert und nützlich. Zwei aufschiebbare Fächer bieten Stauraum für alltägliche Gegenstände, sind aber leider nicht belüftet. Im vorderen Fach (9,5 cm hoch x 21 cm breit x 11 cm tief ohne Chargingpad) befindet sich ein USB-C-Anschluss und ein QI-Ladepad, das hintere Fach (20 cm hoch x 21 cm breit x 11 cm tief) bietet einen weiteren USB-C-Port sowie zwei Becherhalter. Drückt man die Becherhalter nach hinten, entsteht zusätzlicher Stauraum mit Filzverkleidung. Ein leichter Druck auf die Schiebeabdeckung schließt die Fächer wieder nahezu geräuschlos, sodass das Interieur wieder aufgeräumt wirkt. Unter der Mittelkonsole befindet sich eine gummierte Ablage für Kleinigkeiten und ein in zwei Stufen regulierbarer Mini-Kühlschrank (22,5 cm hoch x 15 cm breit x 15,5 cm tief) für maximal 0,5 l PET Flaschen oder Snacks auf kurzen Strecken.

Das Dashboard bleibt von Griffmulden unberührt. Zwei dezente, beleuchtete Knöpfe öffnen das untere bzw. das obere Handschuhfach, welche beide filzverkleidet und beleuchtet sind. Die Sonnenblenden sind clever zweigeteilt. Eine lässt sich seitlich ausklappen, die andere nach vorne. Ein kleiner, aber sehr durchdachter Komfort für ein so großes Fahrzeug. Zwei umklappbare Armstützen neben der Mittelkonsole erweitern die Auflagefläche deutlich, was besonders auf längeren Fahrten und einem stämmigen Beifahrer angenehm ist. Die weißen Keramik-Knäufe an der Spitze dienen zur Anpassung der Tiefe der Armauflagen und sind nicht etwa herausziehbare Regenschirme.

Infotainment

Das Infotainment im Range Rover SV ist modern und klar strukturiert: Das 13,1-Zoll-Display zeigt Inhalte in Kacheln, die sich nach Belieben anordnen lassen. Standardmäßig stehen niedriger Fahrbereich, Navigation, Medien, Steigungsassistent, Kompass und zahlreiche weitere Funktionen zur Verfügung. Besonders auffällig ist die Bedienung der Klimafunktion. Anders als bei klassischen Systemen mit physischen Knöpfen lässt sich die Temperatur intuitiv durch Wischen auf dem Display einstellen. Die Bedienung funktioniert auch ohne hinzusehen flüssig und zuverlässig und ist eine der besten Touch-Lösungen für die Klimasteuerung, die mir bisher begegnet ist. Gleiches Prinzip gilt für Fahrmodiwahl und Lautstärke.

Das System unterstützt Apple CarPlay und Android Auto kabellos und verbindet schnell. Darüber hinaus können fast alle Fahrzeugfunktionen über das Infotainment gesteuert werden. Die Fahrzeughöhe lässt sich vom normalen Niveau auf Geländehöhe anpassen, Bergabfahrtassistent, Gelände-Tempomat, niedriger Fahrbereich oder die Wadesensing-Anzeige für Wasser bis zu 90 cm Tiefe lassen sich aktivieren. Auch die Start/Stopp-Automatik ist deaktivierbar, wobei der Motor im Test kaum stoppte, sodass es im Alltag kaum auffällt.

Sehr hilfreich ist die detailreich auflösende 360°-Kamera, die nicht nur beim Rangieren unterstützt, sondern auch die Möglichkeit bietet, das Fahrzeug als 3D-Modell darzustellen. Hier lässt sich auch die Rückfahrkamera per Klick mit Wasser reinigen. Das elektrische Panoramaschiebedach und das Sonnenverdeck lassen sich direkt über die Dachsteuerungseinheit einstellen.

Optional kann das Infotainment haptisches Feedback bieten, woraufhin eine leichte Vibration signalisiert, dass ein Menüpunkt aktiviert wurde. Im Test fand ich das etwas störend und deaktivierte die Funktion, weil das Display dann nur auf stärkeren Druck zuverlässig reagierte.

Der Sprachassistent funktioniert zuverlässig und lässt sich hineinreden, was gerade bei der Radio-Einstellung gut ist, um einen falsch verstandenen Titel oder Radiosender direkt neu einsprechen zu können.

Das Display selbst ist hochauflösend, ebenso wie das digitale Kombiinstrument. Letzteres lässt sich ebenfalls individuell anpassen, sodass Informationen wie Geschwindigkeit, Navigation oder Fahrassistenzsysteme nach den eigenen Präferenzen angezeigt werden können. Insgesamt vermittelt das Infotainment-System ein Gefühl von moderner Übersichtlichkeit und vielen Funktionen, ohne überladen zu wirken, und bietet sowohl im Alltag als auch im Gelände alle relevanten Informationen gut zugänglich an.

Fond

Der Fond des Range Rover SV überrascht mit mehr Raum, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Auch bei einer Körpergröße von 1,90 m lässt sich hinter einem Fahrer mit derselben Größe bequem Platz nehmen.

Die Steuerung der Funktionen erfolgt größtenteils über die Türtafeln: Musik kann gestoppt werden, um sich mit dem Fahrer zu unterhalten, Lichtsteuerungen sind ebenso integriert. Dabei kann zwischen warmem oder kaltem Licht gewählt werden, jeweils in heller oder dunkler Stufe. Das erlaubt es, ein angenehmes Ambiente zu schaffen, etwa zum Lesen oder für die Arbeit am Laptop. Die Fenster lassen sich von beiden auf beiden hinteren Plätzen steuern, wobei ein interessantes Detail auffällt. Versucht man, das Fenster automatisch komplett zu öffnen, öffnet es zunächst nur einen Spalt. Meiner Meinung nach ein praktisches Feature, wenn man kurz frische Luft möchte oder mit Personen draußen sicher kommunizieren will. Vollständiges Absenken der Fenster ist selbstredend möglich. Bei geschlossenem Fenster fährt das Sonnenrollo bei Bedarf elektrisch hoch.

Die Sitze bieten zahlreiche Anpassungsmöglichkeiten. Über die Türtafeln lassen sich die Sitzflächen verbreitern, Kopfstützen in der Höhe verstellen und die Lehne neigen. Die beiden äußeren Sitze verfügen über eine dreistufige Memoryfunktion. Der Mittlere hat eine eher liegende Sitzhaltung, bietet jedoch ausreichend Platz und Komfort. Das Dach lässt sich von hinten über die gleiche Knopfleiste steuern wie das Licht. Bei Letzterem wird die zuletzt eingestellte Lichtfarbe gespeichert. Zusätzlich befinden sich über den Passagieren Lüftungsdüsen an der Dachsteuerung, die jedoch nicht vollständig geschlossen werden können, wodurch ein leises Pfeifen hörbar bleibt. Ein kleiner Kritikpunkt für das sonst hohe Niveau.

Die silbernen Kleiderhaken sind praktisch an der C-Säule angebracht. Die Klimasteuerung für die hinteren Plätze wirkt intuitiv und ist aus anderen Modellen bekannt. Über das elektrische Drehregler-Bedienelement lassen sich nicht nur die Temperatur, sondern auch Sitzlüftung und Sitzheizung einstellen. Die Luftzirkulation kann dabei automatisch oder gezielt auf den Fußraum beziehungsweise den Oberkörper gerichtet werden.

Elektrische Mittelkonsole

Die elektrische Mittelkonsole im Fond des Range Rover SV ist einzigartig. Auf Knopfdruck fährt sie aus und verwandelt sich in eine großzügige Armauflage. Auch elektrisch fährt die vordere Holzvertäfelung nach vorne und zwei Becher- beziehungsweise Champagnerhalter kommen zum Vorschein. Ein Smartphone kann mittig platziert werden, solange es nicht zu groß ist. Auf Knopfdruck fahren die Becherhalter wieder zurück, sodass die Armauflage wieder geschlossen und aufgeräumt wirkt.

Die Sitze lassen sich über die Mittelkonsole detailliert anpassen. Sitzheizung und -kühlung können für einzelne Bereiche aktiviert werden: Die Kühlung wirkt auf Sitz- und Rückenfläche, während die Heizung je nach Wunsch auch auf einzelne Bereiche wie Füße, Oberschenkel, Sitzfläche oder Rücken angepasst werden kann. Die Armauflagen an der Türtafel und die belederten Teile der Mittelkonsole lassen sich ebenfalls individuell erwärmen.

Für die Massagefunktion stehen fünf Modi mit jeweils fünf Richtungen und fünf Intensitätsstufen zur Verfügung. Der rechte Fond­sitz lässt sich auf Knopfdruck in eine Liegeposition bringen, wobei der vordere Sitz nach vorne fährt, Beinauflage hoch und Fußablage herunter. Das sorgt auch auf längeren Strecken für eine sehr entspannte Position, allerdings mit leicht eingeschränkter Sicht für den Fahrer nach rechts als Folge. Alle Elemente der Liegeposition (Fußablage, Beinauflage, Sitzwangen, Rückenlehne und Kopfstütze) lassen sich einzeln anpassen. Ein Knopfdruck verwandelt den Liegesitz wieder in einen normalen Sitz, sodass ein Beifahrer vorne wieder Platz nehmen kann.

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Von hinten lässt sich auch der vordere Sitz einstellen, womit die Beinfreiheit vergrößert wird oder auch die Kopfstütze nach vorne verschoben werden kann. Letzteres ist sehr praktisch für Passagiere die vorne hinaussehen möchten oder bei empfindlichen Personen die Schwindel vermeiden wollen. Die Klimasteuerung lässt sich einfach über das Display bedienen, ebenso die Lichtstimmung. Auch die Sonnenrollos können auf jede gewünschte Position gefahren werden. Natürlich ist noch ergänzend die Ambientebeleuchtung individuell anpassbar. Ein Durchgriff zum Kofferraum ermöglicht es, während der Fahrt Gegenstände aus dem Gepäckraum zu holen. Für Ungeduldige zeigt das Display auf Wunsch die Ankunftszeit des im Navi eingestellten Ziels an.

Unter dem belederten Teil der Mittelkonsole befindet sich ein zweischichtiges Fach. Zunächst kommt ein belederter Spiegel mit RANGE ROVER-Schriftzug zum Vorschein, daneben zwei kleine Ablagen, etwa für Stifte. Darunter liegt ein weiteres beleuchtetes Fach (7 cm Höhe x 13 cm Breite x 15 cm Tiefe) mit zwei USB-C-Anschlüssen. Zusätzliche Anschlüsse finden sich unter der vorderen Mittelkonsole: zwei USB-C, ein 12-Volt-Anschluss und eine 230-Volt-Steckdose mit 130 W AC. Mit einem einfachen Klick auf das Touchdisplay fährt die Armauflage wieder hoch.

Kofferraum

Der Kofferraum des Range Rover SV ist funktional und vielseitig gestaltet. Eine Bedieneinheit erlaubt die Steuerung einiger Funktionen direkt vom Laderaum aus: Die Rücksitze lassen sich einzeln elektrisch umklappen, das Heck kann bis zu 5 cm abgesenkt oder auf eine Höhe von bis zu 9 cm über dem normalen Niveau angehoben werden. Außerdem lässt sich die Anhängerkupplung elektrisch ausfahren. Die maximale Anhängelast liegt bei 3,5 Tonnen, was den SV auch für schwere Lasten praktisch macht.

Die Skidurchreiche kann nach Entriegelung von hinten einfach mit einem leichten Schubs geöffnet werden. Die Hutablage lässt sich elektrisch öffnen oder zuziehen (oder auch komplett herausnehmen). Klappt man die Rücksitze um, entsteht zwar keine vollständig ebene Ladefläche, jedoch steigt das Laderaumvolumen von 818 Liter auf 1.841 Liter an.

Für zusätzliche Sicherheit und Ordnung sorgt die Laderaumtrennung, welche umgeklappt gleichzeitig als Rückenlehne genutzt werden kann und ein gemütliches Sitzen auf der unteren Kofferraumklappe ermöglicht. Auf beiden Seiten des Kofferraums gibt es Andeutungen von Becherhaltern. Ein Ersatzrad befindet sich im Unterboden, sodass der Laderaum selbst frei bleibt.

Die Beleuchtung im Kofferraum ist sehr gut. Vier Leuchteinheiten mit jeweils zwei LEDs sorgen für ausreichend Helligkeit. Zusätzlich steht ein 12-Volt-Anschluss zur Verfügung und ab 500,00 € lässt sich optional sogar eine gepolsterte Sitzlandschaft für den Kofferraum konfigurieren.

App

Über die begleitende Range Rover App lassen sich verschiedene Fahrzeuginformationen bequem abrufen. So kann man prüfen, ob das Fahrzeug verriegelt ist, und es bei Bedarf von unterwegs direkt ver- oder entriegeln. Zusätzlich lassen sich Hupe und Licht über die App aktivieren, was besonders praktisch ist, um den Wagen in unübersichtlichen Parkhäusern oder auf großen Parkplätzen schnell wiederzufinden. Die Bedienung ist einfach und intuitiv, sodass auch nicht technikaffine Personen schnell damit zurechtkommen werden.

Fahreindruck und Verbrauch

Wir hatten die P615 AWD MHEV SV-Version des Range Rover im Test. Ein allradgetriebener Mild-Hybrid mit einem 4,4-Liter-V8-Twin-Turbobenziner, der 615 PS und 750 Nm Drehmoment liefert. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 261 km/h, und die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h gelingt in 4,5 Sekunden – beeindruckend für ein Fahrzeug von knapp 2,8 t Gewicht.

Bereits beim Einsteigen merkt man die ausgefeilte Technik: Die automatische Einstiegshilfe senkt das Fahrzeug beim Aufschließen ab, während die Ein- und Ausstiegshilfe hinten die Sitze so einstellt, dass mehr Platz zum Einsteigen geschaffen wird. Auf der Straße sorgt der adaptive Geschwindigkeitsbegrenzer dafür, dass das System neue Tempolimits selbst erkennt und die Geschwindigkeit entsprechend anpasst. Der ACC mit Spurhalteassistent ist wie beim schon von uns getesteten Land Rover Defender in Ordnung, um den Abstand zum Vordermann zu halten, hat aber schon bei mittelscharfen Kurven Probleme die Spur zu halten.

Die Fahrmodi sind umfangreich: Dynamic, Komfort, Eco, Auto-Terrain sowie verschiedene Geländemodi können jederzeit aktiviert, individuell konfiguriert und sogar umbenannt werden. Über diese Modi lassen sich unter anderem die Differenziale in der Mitte und hinten steuern, der Antriebsstrang auf Komfort, Normal oder Dynamik einstellen, die Lenkung in der Härte regulieren und die Traktionskontrolle für weniger oder mehr durchdrehende Räder anpassen. Auch das Fahrwerk lässt sich von leicht über normal bis straff konfigurieren.

Die Kameras bieten verschiedene Blickwinkel: Straßenmodus für normalen Rundumblick, Geländemodus, bei dem Vorderreifen und Motorhaube transparent dargestellt werden, und Anhängermodus, der zeigt, wie sich der Anhänger hinten bewegt. Verschiedene Anhängerprofile sind mit Maßangaben vorkonfigurierbar. Im Dynamic-Modus fährt sich der Wagen spürbar stabiler, das Fahrwerk wirkt etwas härter und die Schwankungen werden reduziert.

Beim Ein- und Ausparken unterstützt der Parkassistent in jeder Richtung – längs, quer, vorwärts oder rückwärts – und kann das Fahrzeug auch wieder selbstständig auf die ursprüngliche Position zurückfahren sollte es doch mal zu eng werden.

Man hört den kraftvollen V8-Motor unter der Haube arbeiten, doch er hält sich zurück. Die vierstufige Klappenauspuffanlage endet kaum sichtbar und dezent unter dem Fahrzeug, öffnet drehzahlabhängig und sorgt für einen kernigen, aber nie aufdringlichen Sound. Trotz der großen Angriffsfläche zeigt sich der Range Rover auf der Straße auch bei stärkerem Wind überraschend stabil. Unter 140 km/h lassen sich normale Gespräche im Innenraum führen. Ab 200 km/h dringen laut surrende Geräusche in den Innenraum. Sie klingen ein wenig wie verwirrte Windgeräusche, die durch die Lüftung ins Innere gelangen.

Die Bremsen verzögern gut und der Wendekreis von 11,37 m ist für ein Fahrzeug dieser Größe bemerkenswert. Das Fahren fühlt sich trotz des großen Auftretens und der ganzen Technik eher normal an, fast schon vertraut, als würde man ein Auto im Preis einer Eigentumswohnung täglich fahren. Die Gasannahme ist im Vergleich zur gebotenen Leistung etwas verzögert, der manuelle Modus erlaubt jedoch schnelle Gangwechsel über die Schaltwippen. Bei Bedarf dreht der Wagen bis 6.500 U/min. Ein kleiner Kritikpunkt: Der Blinkerton ist bei Musik teilweise schwer hörbar, auch wenn die Lautstärke nicht hoch ist.

Der Tank fasst 90 Liter was absolut ausreichend für lange Fahrten oder schwere Anhängerlasten ist. Insgesamt vermittelt der Range Rover ein Gefühl von Souveränität und Kontrolle, ohne dass das hohe Gewicht des Fahrzeugs spürbar auffällt. Der SV kombiniert Geländefähigkeit, Komfort und sportliche Leistungsfähigkeit auf überzeugende Weise.

VERBRAUCH

Der Verbrauch ist prinzipiell zweistellig. Für ruhiges zurückhaltendes Fahren wird man mit 12 Litern belohnt. Fährt man den Range Rover wie man es sich vorstellt bei der Wahl des SV Modells, kommt man bei schnellen Runden auf bis zu 20 Liter auf 100 Kilometern. Die der Aerodynamik dienenden versenkbaren Türgriffe sind dabei wohl eher lächelnd zu erwähnen.

Danke an Land Rover für die Bereitstellung des Range Rover SV für diesen Testbericht.

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Benedikt Behrling

Benedikt ist 23 Jahre alt und auf Berichte im Bereich der Mobilität für TechnikNews spezialisiert. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um zwei- oder vierrädrige Fahrzeuge handelt. Zusätzlich widmet er sich technischen Produkten des täglichen Lebens und analysiert Trends und Innovationen über verschiedene Technikfelder hinweg.

Benedikt hat bereits 33 Artikel geschrieben und 1 Kommentare verfasst.

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