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Renault Mégane E-Tech im Test: Ein Konkurrent für ID.3 und co.?

Renault Megane E-Tech Beitragsbild
Bild: TechnikNews
(Beitragsbild: © 2024 TechnikNews)

Mit dem Renault Mégane E-Tech, bringt die französische Kultmarke einen Klassiker im neuen elektrischen Gewand auf den Markt. Wir haben ihn für euch ausgiebig im Alltag getestet und sind zu dem Entschluss gekommen, dass Renault es wirklich ernst meint, mit der Elektromobilität. 

tl;dr: Ein großer Wurf für Renault

Der Mégane E-Tech 100 % elektrisch, so wie er offiziell heißt, ist „tatsächlich“ kein umgebauter Benziner. Er basiert auf einer reinen Elektroautoplattform und kommt auch mit diversen Features, die den Alltag erleichtern, daher. Diese Plattform heißt CMF-EV, auf dieser baut übrigens auch der Nissan Ariya. Diesen haben wir bereits im letzten Jahr behandelt und er hat uns richtig gut gefallen. Wie steht es nun um den kompakteren Mégane? Ist er nur ein geschrumpfter Ariya? Nein, der neue Mégane ist definitiv mehr. Auch wenn wir Features wie Matrix-LED Scheinwerfer oder ein Head-up-Display vermisst haben, bietet der Mégane E-Tech wirklich sehr viel Technik auf kleinem Raum. Angefangen mit einem (als Sonderausstattung wohlgemerkt erhältlichem) 12 Zoll (ca. 30 cm) großem Display in der Mitte des Dashboards.

Als Soundanlage gibt es aufpreispflichtig eine von Harman Kardon, die sich wirklich sehr gut anhört und in unserem Umfeld sogar besser als so manche Volvo Modelle performt. Bis hin zu einem digitalen Rückspiegel, da man sonst eher eine etwas enge Sicht nach hinten hätte. Der Mégane E-Tech bietet daher wirklich vieles für ein Fahrzeug der Kompaktklasse. Auch wenn der Innenraum etwas kleiner wirkt als der eines ID.3, zeigt Renault, dass sie wirklich viel Hightech in ihren Mégane gesteckt haben, um gegen die Konkurrenz anzukommen.

Das hat natürlich alles auch seinen Preis. Unser Testwagen kommt mit allen Sonderausstattungsmerkmalen und den großen 20-Zoll-Felgen auf einen Listenpreis von 52.920 Euro inkl. 19 % MwSt. Das ist definitiv kein günstiger Preis für einen Mégane, dennoch ist er tatsächlich ähnlich bepreist als der VW ID.3 mit Vollausstattung. Wobei der Mégane tatsächlich sogar nochmals etwas günstiger wegkommt, wenn man ihn voll ausstattet.

Wer also viel Technik und einen modernen Innenraum mit schönem Ambiente sucht und die Innenraumqualität des ID.3 nicht wirklich bewundernswert findet, der sollte definitiv auf den Mégane E-Tech gucken. Nicht nur bietet er ein vollwertiges Tachodisplay, sondern auch eine weitaus stabilere Software auf Basis von Googles Android Automotive mit YouTube, Play Store etc.

Video:

https://youtu.be/sU5QeE5CLWs

Design: Außen wie innen sehr modern

Der Renault Megane E-Tech kommt mit einem durchaus sehr modernem Design daher. Vor allem in der Dezir-Rot Lackierung macht er schon einiges her, finden wir. Vorne geschwungene Tagfahrlichter mit sehr dünnen Hauptscheinwerfern, die Nachts trotzdem eine äußerst gute Lichtausbeute bringen. Ein etwas größerer Kofferraum als der ID.3 begrüßt uns ebenfalls, der ID.3 bietet 385 Liter und der Mégane E-Tech 440 Liter. Das liegt unter anderem an einem unter dem eigentlichen Kofferraum befindlichem Ablagefach für ein Ladekabel, da man hier schließlich keinen Heckmotor verbaut hat.

Vorne und hinten sind übrigens dynamische Blinklichter verbaut, die vermisse ich zumindest bei meinem ID.3. Der hat nur am Heck relativ kleine, dynamische Blinker. Eine automatische Fernlichtabschaltung existiert natürlich auch, diese funktioniert sehr zuverlässig und schnell. Generell merkt man, dass Renault wie auch bei der ZOE ein reines Elektroauto entwickelt hat. Der Ladeanschluss befindet sich auf der Beifahrerseite vorne links.

Innenraum & Infotainment: Open R-Link sorgt für pures Vergnügen

Mit dem neuen Infotainment, welches Renault erstmalig im neuen Mégane E-Tech eingeführt hat, namens „Open R-Link“ geht man einen wichtigen Schritt in Richtung gutes Auto und sehr gute Software. Von der Reaktionszeit bis hin zur Benutzerfreundlichkeit ist wirklich alles sehr schnell und zuverlässig bedienbar. Es gibt sogar, obwohl man auf ein Android Automotive System setzt, eine Apple CarPlay als auch Android Auto Verbindungsoption, sogar beides kabellos. Direkt unter dem üppigen Display befindet sich eine kabellose Ladefläche für ein Smartphone. Größer als 6,8 Zoll sollte das Gerät aber nicht sein, da man es auch mit dieser großen Größe schon relativ schwer aus der Schale wieder herausbekommt.

Auch verschiedene Kacheln kann man nach Herzenslust selbst konfigurieren. Einen eingebauten Browser gibt es in Form vom Vivaldi Browser ebenfalls, wieso kein Google Chrome? Das wissen wir leider auch nicht, ist aber bei anderen Marken ebenfalls nicht dabei. Weitere Funktionen vom Infotainment inklusive der sehr guten Laderoutenplanung, wie man sie von Google gewöhnt ist, könnt ihr hier in unserem Video sehen. Leider ist auch etwas Klavierlack mit an Bord, als Rahmen fürs Tacho und Infotainment Display lässt er sich aber gerade noch so verkraften.

Innenraum: Deutlich besser als im ID.3

Des Weiteren ist der Innenraum zumindest in der Topversion wirklich sehr gut verarbeitet. Optional gab es auch Umfänge die aus Holz oder zumindest eine Holztextur haben. Wir haben hier in unserem Testwagen schöne Alcantara Optik in den Türen. Renault mag es übrigens auch Anspielungen an ihre alten Modelle zu machen, so kann man zum Beispiel auch verschiedene AVAS (Fußgängerwarngeräusche) einstellen. Unter anderem das Geräusch von der ersten ZOE und zwei komplett neue Geräusche. Komplett ausschalten geht natürlich aus Sicherheitsgründen nicht.

Renault Megane E-Tech Fahrereinstieg

Bild: TechnikNews

Das ganze Dashboard ist vollständig mit einem schönen Stoff, der sich auch gut anfassen lässt, bezogen. Definitiv weit weg von der Plastiklandschaft in den ID. Modellen. Die Ambientebeleuchtung ist in Aluminiumoptik in die verschiedenen Elemente integriert. Das Lenkrad fühlt sich sehr gut an und hat auch eine gewisse Maserung, um einen besseren Grip zu erzielen. Als etwas überfrachtet könnte man die Lenkstockhebel bezeichnen, denn hier befinden sich alleine an der rechten Seite ganze drei Stück, für die Gangwahl, Scheibenwischer und für die Mediensteuerung (wie für Renault typisch).

Trotzdem wirkt der Innenraum auf uns sehr modern, aber auf keinen Fall zu minimalistisch, man hat an viele Dinge gedacht und sogar mitgedacht. Was ja bei anderen Herstellern nicht unbedingt immer der Fall ist. Die Sitze empfanden wir recht angenehm, auch auf längeren Strecken. Die Lordosenstütze ist in unserem Testwagen elektrisch verstellbar, komplett elektrische Fahrer und Beifahrersitze gibt es allerdings nur mit einem weiteren Aufpreis.

Verbrauch & Assistenzsysteme: Besser als VW?

Kommen wir direkt mal zum Verbrauch. Bei kalten Außentemperaturen werden ungefähr 19 kWh auf 100 km im Bordcomputer angezeigt. Das ist auch durchaus realistisch. Wenn es aber über 0 Grad draußen sind, sinkt der Verbrauch in unseren Testfahrten auf um die 15 – 16 kWh auf 100 km. Das sind dann auch sehr genau die Werte, die ein ID.3 erzielt. Da ist Renault also genauso effizient wie der Volkswagen. Ebenfalls fast identisch sind die Assistenzsysteme beim Renault Megane E-Tech. Endlich gibt es auch bei Renault einen vernünftiges Lenkassistenten der mit dem Travel Assist aus dem ID.3 vergleichbar ist. Auch automatische Geschwindigkeitslimits können übernommen werden, so bremst der Mégane bei einer Ortseinfahrt von Landstraßengeschwindigkeit automatisch auf 50 km / h herunter, ohne dass man eingreifen muss.

Ich denke, Renault hat bei der Entwicklung des Mégane E-Tech definitiv einen ID.3 in die Entwicklung mit einbezogen. Denn in vielen Bereichen merkt man einfach, dass Renault die Sachen, die der ID.3 richtig oder auch eben falsch gemacht hat, teilweise besser umgesetzt hat. Übrigens funktionieren auch OTA-Updates für Assistenzsysteme reibungslos. Einzig die App hat noch etwas Ausbaubedarf, diese wirkt nicht so modern. Und ein digitales Schlüsselsystem würde das ganze nochmals abrunden. Interessanterweise vermeldet die App ein bis zweimal in unserem Testzeitraum, dass ein digitaler Schlüssel verfügbar sei. Aber dann auch wieder nicht vielleicht fügt Renault diese Funktion auch bald per Over-the-Air-Update hinzu. Das wäre zumindest wünschenswert.

Auch der ACC Tempomat macht eine gute und sichere Arbeit. Sowohl bei Starkregen als auch bei starker Sonneneinstrahlung gibt es keinerlei Erkennungsprobleme. Das Bremsen ist teilweise aber etwas härter als beim ID.3, wenn es ums komplette Anhalten bei einem Stau geht. Das könnte meiner Meinung nach noch etwas sanfter sein. Im Allgemeinen sind die Assistenzsystem als auch zum Beispiel der digitale Innenspiegel sehr gut gelungen. Allerdings fehlt mir hier weiterhin ein Head-up-Display und ein Matrix LED System.

Laden & Fahrverhalten: Optimierungsbedarf bei der Schnellladeleistung

Aufladen geht beim Mégane E-Tech bei der Optimum Charge Variante an AC mit dreiphasigen 22 kW. Was besonders innerstädtisch ein schnelleres Aufladen garantiert. An den DC-Schnellladesäulen bekommt man bis zu 130 kW im Peak. Diese hat er auch einmal bei unserem Ladetest erreicht, dafür ist es notwendig, die Ladesäule über das Onboard Google Maps anzusteuern, damit der Akku dementsprechend vorgewärmt wird. Der Ladestand SoC sollte unter 20 Prozent liegen. Sonst sind es ohne Vorwärmen eher so um die 65 kW maximal. Also ähnlich Werte wie der ID.3 mit mittlerem und ähnlich großem Akku schafft, nur mit dem entscheidenden Vorteil der Akkuvorkonditionierung.

Beim Fahren ist der Mégane E-Tech ein wirklich tolles Auto, er liegt gut auf der Straße und sehr gut in der Kurve. Auch sportliche Fahrer werden hier mit angesprochen, schließlich gab es von Renault auch einmal einen Mégane RS. Wäre der Mégane jetzt noch ein Hecktriebler mit seinen 220 PS an Leistung, würde ich ihm glatt dem ID.3 vorziehen, was den Antrieb angeht. Sonst liegt er in meiner persönlicher Einschätzung klar, in puncto Qualität, über dem ID.3. Beim Fahrverhalten sehr ähnlich, wenn nicht sogar gleichauf mit dem ID.3. Fahrwerksmäßig würde ich den Mégane auch etwas weicher einschätzen.

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Dominik Lux

Dominik ist 21 Jahre alt und sehr interessiert an neuer Hardware bei Smartphones, sowie im VR- und AR-Bereich. Er schreibt gerne Artikel über diese Themen. Er hat einen Fable für Smartphones und Gadgets, als auch für die Elektromobilität. Somit schreibt er momentan fleißig im neuen Mobilitätsressort hier auf TechnikNews.

Dominik hat bereits 115 Artikel geschrieben und 7 Kommentare verfasst.

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