Google Fitbit Air im Test: Der Whoop-Ansatz für die breite Masse

Google geht mit dem neuen Fitbit Air ungewöhnliche Wege im Wearable-Markt. Inspiriert vom „Whoop“-Ansatz verzichtet ihr neuer Fitness-Tracker vollständig auf ein Display. Stattdessen setzt das Gerät auf ein schlichtes Design und verlagert die visuelle Interaktion komplett auf das Smartphone. Das Ziel: Eine lückenlose Gesundheitserfassung im Alltag, ohne den Nutzer ständig mit Benachrichtigungen oder Live-Blicken auf das Handgelenk ablenken zu wollen. Ob das Konzept aufgeht und wie sich der neue, mit Gemini entwickelte KI-Coach schlägt, klärt unser Testbericht.
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- 1 Design und Hardware: Federleicht und unauffällig
- 2 Sensorik und KI-Coaching: Google Health Coach mit Gemini
- 3 Technische Spezifikationen im Überblick
- 4 Workout-Tracking: Liebloses Interface und weniger Daten als bei Whoop
- 5 Akkulaufzeit und Abo-Modell: Ein kritischer Blick auf die Kosten
- 6 Fazit: Preise und Verfügbarkeit
Design und Hardware: Federleicht und unauffällig
Beim Auspacken fällt sofort das minimalistische Gehäuse auf, welches aus recyceltem Polycarbonat sowie PBT-Kunststoffen gefertigt ist. Mit einem Gewicht von gerade einmal 5,2 Gramm (ohne Armband) ist das Wearable am Handgelenk im Alltag quasi nicht spürbar. Das flexible Design erlaubt zudem einen schnellen Wechsel zwischen Sport- und Premium-Armbändern.

Durch das dezente und displaylose Gehäuse ist der Tracker besonders unaufdringlich im Alltag zu tragen. (Bild: TechnikNews)
Dank einer Wasserdichtigkeit von bis zu 50 Metern (5 ATM) muss das Fitbit Air beim Duschen oder Schwimmen nicht abgelegt werden. Neben den klassischen Farbvarianten Obsidian, Fog, Berry und Lavender ist zum Start auch eine spezielle „Stephen Curry“-Edition des Armbands erhältlich, letztere leider aber nur in den USA.
Technische Spezifikationen im Überblick
Abmessungen: 34,9 x 17 x 8,3 mm
Gewicht: 5,2 g (ohne Band) / 12 g (mit Band)
Akkulaufzeit: Bis zu 7 Tage
Ladezeit: ca. 90 Minuten für 100 %; Schnellladen bringt 1 Tag Nutzung nach 5 Minuten
Sensoren: Optischer Herzfrequenzmesser, SpO2-Sensoren (Sauerstoffsättigung), Hauttemperatursensor, 3-Achsen-Beschleunigungssensor, Gyroskop
Konnektivität: Bluetooth 5.0 LE
Kompatibilität: Android 11.0 oder höher sowie iOS 16.4 oder höher
Workout-Tracking: Liebloses Interface und weniger Daten als bei Whoop
Im sportlichen Alltag zeigt das Konzept jedoch auch erste Schwachstellen. Da während des Trainings kein Display für eine Live-Ansicht zur Verfügung steht, muss für jeden Blick auf die aktuellen Leistungsdaten das Smartphone gezückt werden. Die Darstellung innerhalb der Google Health App wirkt beim Workout-Tracking zudem leider recht lieblos gestaltet. Hier fehlt es an einer dynamischen und visuell ansprechenden Aufbereitung der Trainingszonen, was das Interface im Vergleich zu dedizierten Sport-Apps etwas altbacken wirken lässt.

Während eines Workouts werden die gesammelten Daten lieblos und undynamisch zusammengefasst (Bild: TechnikNews)
Darüber hinaus sammelt das Fitbit Air insgesamt deutlich weniger tiefgehende Fitness- und Belastungsdaten als der direkte Konkurrent von Whoop. Wer also ein absolut lückenloses Performance-Tracking mit tiefen physiologischen Analysen zur Trainingsbelastung (Strain) und Regeneration sucht, sollte trotz des höheren Preises weiterhin eher zum Whoop greifen.
Akkulaufzeit und Abo-Modell: Ein kritischer Blick auf die Kosten
In puncto Ausdauer überzeugt das displaylose Konzept auf ganzer Linie: Im Testbetrieb erreicht der Tracker problemlos eine Akkulaufzeit von bis zu 7 Tagen. Sollte der Strom doch einmal zur Neige gehen, sorgt die Schnellladefunktion dafür, dass nach nur 5 Minuten am Ladegerät wieder genügend Energie für einen vollen Nutzungstag bereitsteht. Eine vollständige Ladung nimmt etwa 90 Minuten in Anspruch.
Ein wichtiger Aspekt, den Käufer vor dem Erwerb bedenken sollten, sind jedoch die Folgekosten: Der volle Funktionsumfang des Trackers sowie die beworbenen KI-Features des Google Health Coach setzen zwingend ein aktives „Google Health Premium“-Abonnement voraus. Beim Kauf sind immerhin drei Monate des Dienstes kostenlos enthalten. Nach Ablauf dieser Testphase werden monatlich 8,99 € fällig. Wer das Abonnement kündigt, kann den Tracker zwar – anders als beim Konkurrenten Whoop – weiterhin nutzen, muss jedoch mit einem deutlich eingeschränkten Funktionsumfang leben.
Fazit: Preise und Verfügbarkeit
Das Google Fitbit Air ist ab sofort zu einem Anschaffungspreis von 99,99 € im Handel erhältlich. Zusätzliche Zubehörarmbänder werden von Google ab 44,99 € angeboten.
Unterm Strich liefert Google mit dem Fitbit Air ein gelungenes, hochgradig fokussiertes Wearable ab. Für Nutzer, die eine kontinuierliche und unaufdringliche Überwachung ihrer Gesundheitswerte ohne ständige Display-Ablenkung suchen, ist das Gerät eine hervorragende und preiswerte Alternative zu etablierten High-End-Screenless-Trackern. Einzig die dauerhaften Kosten für das Premium-Abonnement trüben den ansonsten sehr positiven Gesamteindruck.
