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Google Fitbit Air im Test: Der Whoop-Ansatz für die breite Masse

Das Google Fitbit Air in "Obsidian"
Bild: Google
(Beitragsbild: © 2026 Google )

Google geht mit dem neuen Fitbit Air ungewöhnliche Wege im Wearable-Markt. Inspiriert vom „Whoop“-Ansatz verzichtet ihr neuer Fitness-Tracker vollständig auf ein Display. Stattdessen setzt das Gerät auf ein schlichtes Design und verlagert die visuelle Interaktion komplett auf das Smartphone. Das Ziel: Eine lückenlose Gesundheitserfassung im Alltag, ohne den Nutzer ständig mit Benachrichtigungen oder Live-Blicken auf das Handgelenk ablenken zu wollen. Ob das Konzept aufgeht und wie sich der neue, mit Gemini entwickelte KI-Coach schlägt, klärt unser Testbericht.

Design und Hardware: Federleicht und unauffällig

Beim Auspacken fällt sofort das minimalistische Gehäuse auf, welches aus recyceltem Polycarbonat sowie PBT-Kunststoffen gefertigt ist. Mit einem Gewicht von gerade einmal 5,2 Gramm (ohne Armband) ist das Wearable am Handgelenk im Alltag quasi nicht spürbar. Das flexible Design erlaubt zudem einen schnellen Wechsel zwischen Sport- und Premium-Armbändern.

Das Google Fitbit Air an einem Handgelenk

Durch das dezente und displaylose Gehäuse ist der Tracker besonders unaufdringlich im Alltag zu tragen. (Bild: TechnikNews)

Dank einer Wasserdichtigkeit von bis zu 50 Metern (5 ATM) muss das Fitbit Air beim Duschen oder Schwimmen nicht abgelegt werden. Neben den klassischen Farbvarianten Obsidian, Fog, Berry und Lavender ist zum Start auch eine spezielle „Stephen Curry“-Edition des Armbands erhältlich, letztere leider aber nur in den USA.

Sensorik und KI-Coaching: Google Health Coach mit Gemini

Da kein Bildschirm verbaut ist, fungiert die Google Health App auf dem Smartphone als primäre Schnittstelle. Das Herzstück der Software-Erfahrung bildet der neue Google Health Coach, der auf Googles Gemini-Modell basiert. Anstatt starrer Tabellen liefert die App proaktive Einblicke in Echtzeit und erstellt personalisierte Fitnesspläne auf Basis der gesammelten Sensordaten.

Die Google Health App

Die Google Health App zeigt Gesundheitsdaten in Echtzeit an und verfügt über einen KI-Assistenten (Bild: TechnikNews)

Besonders bei der Schlafanalyse hat Google spürbare Fortschritte erzielt: Ein neuer Algorithmus für maschinelles Lernen soll die Erkennung der einzelnen Schlafphasen um 15 % präziser machen als bei bisherigen Fitbit-Modellen. Neben der Schlaferfassung misst das Fitbit Air kontinuierlich die Herzfrequenzvariabilität (HRV) und ist in der Lage, bei Anzeichen von Vorhofflimmern oder unregelmäßigem Herzrhythmus frühzeitig zu warnen.

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Technische Spezifikationen im Überblick

  • Abmessungen: 34,9 x 17 x 8,3 mm

  • Gewicht: 5,2 g (ohne Band) / 12 g (mit Band)

  • Akkulaufzeit: Bis zu 7 Tage

  • Ladezeit: ca. 90 Minuten für 100 %; Schnellladen bringt 1 Tag Nutzung nach 5 Minuten

  • Sensoren: Optischer Herzfrequenzmesser, SpO2-Sensoren (Sauerstoffsättigung), Hauttemperatursensor, 3-Achsen-Beschleunigungssensor, Gyroskop

  • Konnektivität: Bluetooth 5.0 LE

  • Kompatibilität: Android 11.0 oder höher sowie iOS 16.4 oder höher

Workout-Tracking: Liebloses Interface und weniger Daten als bei Whoop

Im sportlichen Alltag zeigt das Konzept jedoch auch erste Schwachstellen. Da während des Trainings kein Display für eine Live-Ansicht zur Verfügung steht, muss für jeden Blick auf die aktuellen Leistungsdaten das Smartphone gezückt werden. Die Darstellung innerhalb der Google Health App wirkt beim Workout-Tracking zudem leider recht lieblos gestaltet. Hier fehlt es an einer dynamischen und visuell ansprechenden Aufbereitung der Trainingszonen, was das Interface im Vergleich zu dedizierten Sport-Apps etwas altbacken wirken lässt.

Während eines Workouts werden die gesammelten Daten lieblos und undynamisch zusammengefasst (Bild: TechnikNews)

Darüber hinaus sammelt das Fitbit Air insgesamt deutlich weniger tiefgehende Fitness- und Belastungsdaten als der direkte Konkurrent von Whoop. Wer also ein absolut lückenloses Performance-Tracking mit tiefen physiologischen Analysen zur Trainingsbelastung (Strain) und Regeneration sucht, sollte trotz des höheren Preises weiterhin eher zum Whoop greifen.

Akkulaufzeit und Abo-Modell: Ein kritischer Blick auf die Kosten

In puncto Ausdauer überzeugt das displaylose Konzept auf ganzer Linie: Im Testbetrieb erreicht der Tracker problemlos eine Akkulaufzeit von bis zu 7 Tagen. Sollte der Strom doch einmal zur Neige gehen, sorgt die Schnellladefunktion dafür, dass nach nur 5 Minuten am Ladegerät wieder genügend Energie für einen vollen Nutzungstag bereitsteht. Eine vollständige Ladung nimmt etwa 90 Minuten in Anspruch.

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Ein wichtiger Aspekt, den Käufer vor dem Erwerb bedenken sollten, sind jedoch die Folgekosten: Der volle Funktionsumfang des Trackers sowie die beworbenen KI-Features des Google Health Coach setzen zwingend ein aktives „Google Health Premium“-Abonnement voraus. Beim Kauf sind immerhin drei Monate des Dienstes kostenlos enthalten. Nach Ablauf dieser Testphase werden monatlich 8,99 € fällig. Wer das Abonnement kündigt, kann den Tracker zwar – anders als beim Konkurrenten Whoop – weiterhin nutzen, muss jedoch mit einem deutlich eingeschränkten Funktionsumfang leben.

Fazit: Preise und Verfügbarkeit

Das Google Fitbit Air ist ab sofort zu einem Anschaffungspreis von 99,99 € im Handel erhältlich. Zusätzliche Zubehörarmbänder werden von Google ab 44,99 € angeboten.

Unterm Strich liefert Google mit dem Fitbit Air ein gelungenes, hochgradig fokussiertes Wearable ab. Für Nutzer, die eine kontinuierliche und unaufdringliche Überwachung ihrer Gesundheitswerte ohne ständige Display-Ablenkung suchen, ist das Gerät eine hervorragende und preiswerte Alternative zu etablierten High-End-Screenless-Trackern. Einzig die dauerhaften Kosten für das Premium-Abonnement trüben den ansonsten sehr positiven Gesamteindruck.

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Nils Ahrensmeier

Nils ist seit 2019 bei TechnikNews und sehr an Smartphones, Lautsprechern, Smartwatches und Smart-Home interessiert. Neben seinem Jurastudium betreibt er seinen eigenen YouTube-Kanal und schreibt auch für das Portal "BASIC thinking"

Nils hat bereits 416 Artikel geschrieben und 33 Kommentare verfasst.

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