Google Fitbit Edge: Fitness-Tracker mit Gemini-Coach

Google bringt mit dem Fitbit Edge einen neuen Fitness-Tracker mit Display. Das schmale Armband soll bis zu eine Woche durchhalten, bekommt erstmals bei Fitbit einen austauschbaren Akku und setzt beim Coaching voll auf Gemini. Der spannendste Teil kostet allerdings extra.
Ein Tracker zwischen den Stühlen
Mit dem Edge füllt Google eine Lücke im eigenen Portfolio. Der Tracker sitzt zwischen der Pixel Watch 5 und dem displaylosen Fitbit Air: kleiner als die Uhr, aber mit einem Bildschirm für Benachrichtigungen und Funktionen, die über das Minimalkonzept des Air hinausgehen. Wer früher zu einem Charge gegriffen hat, dürfte hier landen.
Das AMOLED-Display misst 1,34 Zoll und unterstützt Always-on. Das Gehäuse aus recyceltem Aluminium kommt auf 39,22 x 25,56 Millimeter bei 11,58 Millimetern Dicke und wiegt ohne Armband 17,7 Gramm. Bedient wird über den Touchscreen und eine mechanische Seitentaste. Nach 5 ATM und IP68 ist das Gerät auch fürs Schwimmen geeignet. Google bietet vier Farbvarianten an, im Lieferumfang liegen gleich zwei Armbandgrößen.
Eine Woche Laufzeit und ein Akku zum Tauschen
Laut Google hält der 65-mAh-Akku bis zu sieben Tage. Ist er leer, sollen fünf Minuten am Kabel für einen Tag reichen, eine volle Ladung dauert rund 90 Minuten. Diese Werte gelten laut Kleingedrucktem allerdings nur mit einem separat erhältlichen 30-Watt-Netzteil. Interessanter ist ohnehin, dass sich der Akku erstmals bei einem Fitbit tauschen lässt. Google empfiehlt die Selbstreparatur allerdings nur technisch versierten Erwachsenen, und die Optionen hängen von der Region ab.
Sensoren für fast alles
Bei der Ausstattung zieht Google viel aus dem Smartwatch-Regal. Neben optischem Pulssensor, SpO2-Messung, Hauttemperatursensor, Gyroskop und Höhenmesser gibt es eine EKG-Funktion zur Erkennung von Vorhofflimmern. Dazu kommen Warnungen bei zu hohem oder zu niedrigem Ruhepuls. Für Outdoor-Training ist ein GPS-Modul an Bord, das auch Galileo, GLONASS, BeiDou und QZSS nutzt. Der Tracker kennt mehr als 40 Trainingsmodi und erkennt viele davon automatisch.
- Das Google Fitbit Edge hat im Vergleich zum Air ein Display. (Bild: Google)
Neu sind monatliche Trends zu Blutdruck und Insulinresistenz. Google betont ausdrücklich, dass es sich dabei um Wellness-Funktionen handelt. Sie liefern keine klinischen Messwerte und sollen weder Bluthochdruck noch Diabetes früh erkennen. Die Schlafphasen-Erkennung soll laut Google um 15 Prozent genauer arbeiten als bei früheren Modellen.
Der Coach steckt hinter der Paywall
Im Mittelpunkt der Vermarktung steht der Google Health Coach, ein auf Gemini basierender Assistent. Er erstellt Trainingspläne, ordnet Schlafdaten ein und beantwortet Fragen zum Zyklus. Der Haken: Dafür ist ein Google-Health-Premium-Abo nötig. Drei Monate sind beim Kauf enthalten, Abonnenten von Google AI Pro und AI Ultra bekommen Premium ebenfalls dazu. Einige Funktionen wie die Verknüpfung mit Glukosesensoren oder die Auswertung von Laborbefunden bleiben zudem den USA vorbehalten.
Im Alltag zeigt der Edge Benachrichtigungen an, erlaubt Schnellantworten auf Nachrichten und steuert die Musikwiedergabe. Navigation über Google Maps soll später folgen. WLAN oder LTE gibt es nicht, der Tracker hängt per Bluetooth 5.4 am Smartphone. Er funktioniert mit Android ab Version 11 und mit iPhones ab iOS 16.4, anders als die Pixel Watch.
Preis und Verfügbarkeit
Der Fitbit Edge kann ab sofort vorbestellt werden. In Deutschland und Österreich liegt die unverbindliche Preisempfehlung bei 179,99 Euro, in der Schweiz bei 169 Franken. In den Handel kommt der Tracker am 27. Oktober. Ein dreimonatiges Probeabo für Google Health Premium ist im Preis enthalten. Danach wird für den Gemini-Coach eine monatliche Gebühr fällig. Zusätzlich gibt es eine Special Edition mit eigenem Zifferblatt und Armband, die gemeinsam mit Basketballprofi Stephen Curry entwickelt wurde. Sie ist in Europa nur erhältlich, solange der Vorrat reicht.