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Google Pixel Watch 5 im Test: Schön, schnell geladen – und kaum verändert

Die Google Pixel Watch 5 vor weißem Hintergrund
Bild: TechnikNews
(Beitragsbild: © 2026 TechnikNews)

Im August hat Google die Pixel Watch 5 vorgestellt. Wir haben die kleine 41-Millimeter-Variante zwei Wochen lang am Handgelenk getragen – und dabei eine Uhr kennengelernt, die fast alles richtig macht und trotzdem an der falschen Stelle spart.

Design und Tragekomfort

Die Pixel Watch bleibt sich treu, und das ist in diesem Fall ein Kompliment. Während die Konkurrenz zunehmend in Richtung Sportuhr geht, mit Kanten, Schutzrahmen und Outdoor-Optik, ist die Pixel Watch 5 nach wie vor ein glatter, runder Kieselstein am Handgelenk. Keine Schraube will Robustheit suggerieren, keine Lünette sucht Aufmerksamkeit. Einzig die Krone an der Seite gibt der Uhr ein Gesicht.

Die Pixel Watch 5 getragen am Handgelenk

Die Pixel Watch 5 sieht aus wie seine Vorgänger (Bild: TechnikNews)

Das kleine Modell wiegt ohne Armband 31 Gramm und trägt etwa zwölf Millimeter auf. Unter einem Hemdsärmel verschwindet sie problemlos, und auch nachts stört sie nicht – was wichtig ist, wenn man die Schlafaufzeichnung nutzen will. Nach IP68 und mit fünf ATM ist die Uhr gegen Staub und Wasser geschützt, Schwimmen ist also kein Problem.

Erfreulich ist, dass Google bei der Armbandbefestigung nichts verändert hat. Wer schon eine ältere Pixel Watch besitzt, kann seine Bänder weiterverwenden, und auf dem Zubehörmarkt gibt es reichlich Auswahl. Man muss lediglich darauf achten, ob das Band für das 41- oder das 45-Millimeter-Gehäuse gedacht ist. Bemerkenswert ist außerdem, dass die Uhr trotz der geschlossenen Bauform vergleichsweise gut zu reparieren ist: Hinter der Bandaufnahme sitzen zwei kleine Schrauben, über die sich Akku und Display tauschen lassen. Nach Ablauf der Garantie ist ein Defekt damit nicht automatisch ein Fall für den Elektroschrott.

Das Display

Der Bildschirm ist das, was einem als Erstes auffällt, und er gehört zu den besten Dingen an dieser Uhr. Das OLED-Panel ist nicht flach, sondern zur Mitte hin leicht gewölbt, was der Darstellung eine gewisse Tiefe gibt. Zusammen mit der ohnehin auf runde Anzeigen ausgelegten Oberfläche ergibt das ein Bild, das man auf einer eckigen Uhr schlicht nicht bekommt.

Die Pixel Watch 5 mit geöffnetem Schnelleinstellungen-Menü

Der Bildschirm der Pixel Watch 5 zeigt Inhalte mit bis zu 3000 Nits an (Bild: TechnikNews)

Mit bis zu 3.000 Nits ist die Uhr hell genug für jede Situation, in der man sie ablesen will – auch bei direkter Sonne muss man nicht die Hand darüberhalten. Die automatische Helligkeitsregelung trifft in aller Regel das Richtige. Dass am oberen und unteren Rand der runden Anzeige gelegentlich Inhalte abgeschnitten werden, nimmt man dafür in Kauf. Der Displayrand selbst fällt kaum auf, weil die Oberfläche durchgehend schwarz gehalten ist und ihn geschickt kaschiert.

Bedienung und Gesten

Bedient wird die Uhr wie gehabt: Ein Druck auf die Krone öffnet die App-Übersicht oder führt zurück, durch Drehen scrollt man. Darüber sitzt eine zweite, recht unauffällige Taste für die zuletzt genutzten Apps, die auf langen Druck den Sprachassistenten öffnet.

Interessanter sind die Gesten. Dreht man das Handgelenk kurz vom Körper weg und wieder zurück, geht es einen Schritt zurück oder eine Benachrichtigung verschwindet. Tippt man Daumen und Zeigefinger der Uhrhand zweimal zusammen, scrollt man durch Inhalte oder bestätigt eine Aktion – ein Training lässt sich so starten und pausieren, ohne dass man das Display treffen muss.

Die Pixel Watch 5 lässt sich nicht nur über Gesten, sondern auch über eine Krone und einen Knopf bedienen (Bild: TechnikNews)

Im Alltag ist das tatsächlich praktisch, gerade in Bewegung oder wenn die andere Hand belegt ist. Ganz auf dem Niveau der Apple Watch ist die Erkennung allerdings nicht: Bei mir hat sie zuverlässig funktioniert, aber nicht so selbstverständlich, dass ich aufgehört hätte, darüber nachzudenken.

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Was man wissen sollte: Die Gesten funktionieren nur bei aktivem Bildschirm. Wer sie sinnvoll nutzen will, muss die Aktivierung per Handgelenkdrehung einschalten und die kostet Akkulaufzeit.

Akku und Laden

Die Laufzeit ist der Punkt, an dem sich die Geister scheiden. Google verspricht rund 30 Stunden mit dauerhaft eingeschaltetem Display, und in meiner Testzeit kam ich mit dem kleinen Modell auf gut zwei Tage, inklusive Trainings und nächtlicher Schlafaufzeichnung. Für eine vollwertige Smartwatch mit App-Auswahl und Assistent ist das in Ordnung, im Vergleich zu Fitness-Uhren ohne echtes Betriebssystem wirkt es lächerlich wenig. Man muss sich entscheiden, was man will.

Die Pixel Watch 5 lädt über seine eigene Ladestation schnell wieder auf (Bild: TechnikNews)

Entschärft wird das durch die Ladegeschwindigkeit, und die ist das eigentliche Argument. Nach einer Viertelstunde auf der Schale ist die Uhr halb voll, nach etwa einer Stunde komplett. Praktisch heißt das: Man legt sie vor dem Duschen ab und nimmt sie fertig geladen wieder mit. Die Ladeschale hält magnetisch, die Kontaktflächen sind großzügig, und die Uhr lädt in beiden Ausrichtungen – kein Zielen, kein Verrutschen. Nachts steht sie seitlich in der Schale und lässt sich nebenbei als Tischuhr nutzen. Nur mitnehmen muss man die Schale, denn andere Ladelösungen funktionieren nicht.

Fitness, Schlaf und die Health-App

Neue Sensoren gibt es nicht, und das ist symptomatisch für diese Generation. Gemessen werden Puls, Sauerstoffsättigung, Hauttemperatur und Hautleitfähigkeit, dazu kommt ein Einkanal-EKG. Der Notruf greift jetzt zusätzlich bei erkannter Atemnot, nicht mehr nur bei Sturz und ausbleibendem Puls.

Die Trainingsaufzeichnung habe ich regelmäßig genutzt, und die Uhr macht dabei nichts falsch. Auffällige Ausreißer sind mir nicht untergekommen, die Werte wirkten durchgehend plausibel. Systematisch gegen einen Brustgurt geprüft habe ich sie allerdings nicht – wer im Training nach exakten Pulswerten sucht, sollte sich darauf verlassen, was optische Sensoren generell können und was nicht.

Die Google Pixel Watch 5 von der Rückseite

Die Pixel Watch 5 hat keine neuen Sensoren im Vergleich zum Vorgänger (Bild: TechnikNews)

Das Schlaftracking hat mich positiv überrascht. Die Uhr erkennt den Aufwachzeitpunkt zuverlässig, und die neue Weckerfunktion, bei der man statt eines festen Zeitpunkts einen Zeitraum angibt, funktioniert erstaunlich gut. Was fehlt, ist die Erkennung von Atemaussetzern im Schlaf, die andere Hersteller mittlerweile anbieten.

Der eigentliche Schwachpunkt ist die Health-App auf dem Smartphone. Google hat sie überarbeitet und mit KI-Texten versehen, die die eigenen Werte einordnen sollen – und diese Texte sind gar nicht so schlecht, wie man befürchten könnte. Das Problem liegt woanders: Die App bereitet die gesammelten Daten schlicht nicht gut auf. Wer einmal gesehen hat, wie etwa Whoop dieselben Informationen aufbereitet, merkt sofort, wie viel hier liegen bleibt. Die Daten sind da, die Sensoren liefern, aber die Darstellung wird dem nicht gerecht. Man klickt sich durch Untermenüs, statt auf einen Blick zu verstehen, wie es um einen steht. Das ist die größte verpasste Chance dieser Uhr.

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Wer will, bekommt für 8,99 Euro im Monat zusätzlich einen KI-Coach, der Trainingspläne erstellt und Rückfragen beantwortet. Bei Neukauf sind drei Monate enthalten. Die reinen Fitnessdaten gibt es auch ohne Abo.

Gemini und die KI-Funktionen

Der Assistent ist die Neuerung, die im Alltag am meisten Eindruck hinterlässt – und das liegt weniger an dem, was er kann, als daran, wie schnell er reagiert. Google hat den Arbeitsspeicher um die Hälfte aufgestockt, ein Teil des Modells läuft direkt auf der Uhr, und das merkt man: Zwischen Frage und Antwort liegt kaum Wartezeit, Apps starten auf Zuruf ohne Verzögerung. Wer eine ältere Pixel Watch kennt, wird den Unterschied sofort bemerken.

Der Rest der KI-Ausstattung ist Beiwerk. Man kann sich Zifferblätter generieren lassen, indem man ein paar Stichworte diktiert, aber das Ergebnis beschränkt sich auf andere Ziffern und andere Farben. Nach dem dritten Versuch hat man es gesehen. Morgens bietet die Uhr eine Zusammenfassung der Nacht und eine Einschätzung des körperlichen Zustands an, was gelegentlich nützlich ist und gelegentlich beliebig wirkt.

Was noch fehlt

Ein Teil dessen, womit Google für diese Generation wirbt, ist zum Testzeitpunkt schlicht nicht da. Die Erkennung von Blutdruckveränderungen und ein verbessertes Tracking für Krafttraining sollen erst im Herbst per Update nachgereicht werden. Auch das verbesserte GPS ist keine Hardware-Neuerung: Die Uhr schickt den aufgezeichneten Track nach dem Training an Google, wo er anhand von Kartendaten und Wetterinformationen nachträglich bereinigt wird. Das funktioniert, ist aber eben Software – und damit etwas, das grundsätzlich auch auf älteren Modellen laufen könnte.

Genau das ist das Muster dieser Generation: Fast alles, was neu ist, ist Software. Der Chip ist derselbe wie zuvor, die Sensoren sind dieselben, das Gehäuse ist dasselbe. Wer bereits eine aktuelle Pixel Watch trägt, bekommt hier keinen Grund zum Wechseln.

Fazit

Für Android-Nutzer, die eine Smartwatch suchen, ist die Pixel Watch 5 eine klare Empfehlung. Sie sieht besser aus als praktisch alles, was Wear OS sonst zu bieten hat, sie sitzt angenehm, das Display ist hervorragend, sie lädt schnell, und der Assistent reagiert endlich so, wie man es erwartet. Dass Google keine neuen Sensoren verbaut hat, merkt man im Alltag nicht – die Uhr liefert zuverlässige Daten und macht beim Training und in der Nacht ihre Arbeit.

Zwei Dinge muss man in Kauf nehmen. Die Health-App holt aus den gesammelten Daten deutlich weniger heraus, als möglich wäre, und daran hängt letztlich der Wert der ganzen Messerei. Und diese Generation liefert wenig, was wirklich neu ist: Wer schon eine Pixel Watch der letzten Jahre besitzt, bekommt einen Großteil der Neuerungen ohnehin per Update. Kommt man dagegen von einer deutlich älteren Uhr oder steigt neu ein, bekommt man das bislang rundeste Paket, das Google gebaut hat.

Wer ein iPhone nutzt, muss ohnehin weitersuchen: Wear OS lässt sich damit nicht koppeln.

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Nils Ahrensmeier

Nils ist seit 2019 bei TechnikNews und sehr an Smartphones, Lautsprechern, Smartwatches und Smart-Home interessiert. Neben seinem Jurastudium betreibt er seinen eigenen YouTube-Kanal und schreibt auch für das Portal "BASIC thinking"

Nils hat bereits 441 Artikel geschrieben und 33 Kommentare verfasst.

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