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Ziele und Herausforderungen des mobilen eSports – ist er bereit fürs Stadion?

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(Beitragsbild: © 2018 pixabay.com)

Der eSport wächst und wächst. Mit immer weiter steigenden Zuschauerzahlen und hohen Preisgeldern wird ein immer seriöser werdendes Image des Sports vermittelt. Dieser marschiert scheinbar uneinholbar zu neuen Höhen und begeistert so die Massen. In der jüngeren Vergangenheit ist vor allem der mobile eSport in den Fokus gerückt. Wo liegen die Ziele und Herausforderungen des mobilen eSports? Kann er sich bereits auf die ganz große Bühne wagen?

Von großen PC‐Games zu Smartphone‐Battles?

Mobiler eSport klingt auf den ersten Blick etwas verrückt. Dies liegt an verschiedenen Gründen. Warum in aller Welt sollte man sich zwei, vier oder mehr Spieler beim Duell in Smartphone‐Games anschauen? Und sind die mobilen Spiele überhaupt in der Lage, technisch mit League of Legends, Counter Strike und Co. mitzuhalten? Der Marktführer LoL kann auch Millionen Fans rund um die Welt setzten. Circa 43 Millionen Menschen etwa waren bei der Weltmeisterschaft 2016 per Online‐Stream dabei, die zu den euphorisierten Zuschauern in der Halle selbst kommen.

Gibt es diese gewissen „Smartphone‐Battles” wirklich schon? (Bild: pixabay.com)

Sponsoren wie Mercedes‐Benz und Betway engagieren sich mit Nachdruck in diesen Spielen. Auch in Deutschland bietet vor allem Köln mit dem ESL One Turnier ein überaus beliebtes Anlaufziel für eSport‐Fans. Doch abermals handelt es sich nicht um ein Mobile Game, sondern ein traditionell am PC gespieltes Turnier. Vom weltweit erwarteten Gesamtumsatz von 1,5 Milliarden US‐Dollar im Jahr 2020 schneidet sich das mobile Gaming jedoch ein immer größer werdendes Stück ab.

Was macht das Spielen so attraktiv?

Woran jedoch liegt die bisher geringe Beachtung als ein wettbewerbsorientiertes Spiel auf großer Bühne? Einerseits ist da die Steuerung der Spiele, die eine wirklich anspruchsvolle Anwendung per Touchscreen quasi unmöglich macht. Wie soll schnell reagiert werden, während man sich bereits wendet und zur nächsten Tat schreitet? Ein Ding der Unmöglichkeit ohne zusätzliches Equipment. Zudem gibt es in einem teambasierten eSport‐Spiel so viele Charaktere, dass es mobil leicht unübersichtlich werden kann. Eben jene Charaktere genießen in den bekannten eSport‐Spielen eine solche Ausgeglichenheit, dass ein mögliches Maximum an Chancengleichheit garantiert ist. Am Smartphone ist diese Situation meist nicht vorzufinden. Sie orientieren sich gewöhnlich am Spieler, der in seinen Pausen oder seiner Freizeit ein wenig kurzweilige Ablenkung benötigt oder Spaß haben möchte. Das kompetetive Denken steht dabei eher im Hintergrund. Das wird auch durch die unterschiedlichen Grundvoraussetzungen gestärkt. Viele mobile Spiele setzen auf das Freemium‐Prinzip, das eine große Ungleichheit all denen gegenüber hervorruft, die keine großen Investitionen in das Spiel vornehmen.

Welche Spiele gibt es schon auf dem Markt?

Dennoch entwickelt sich die Lage auf dem Mobilmarkt ebenfalls immer weiter. Bestimmte Spiele können bereits auf eine große Fanbasis bauen. Eines davon ist ein mobiles MOBA namens Vainglory, das in gewisser Weise am eSport angelehnt ist. Es wurde von Super Evil Megacorp entwickelt und ist auf Smartphones und Tablets spielbar und für Android sowie iOS erhältlich. Teams treten im direkten Duell gegeneinander an, das Spielziel ist jeweils, die gegnerische Basis zu zerstören. Organisiert sind die besten dieser Teams in der Vainglory International Premier League. Noch deutlich bekannter ist das Spiel Hearthstone, das von Blizzard als rundenbasiertes Kartenspiel nach dem Prinzip von Magic the Gathering entwickelt wurde. Der Vorteil des Spiels ist es, dass es auf sämtlichen Plattformen angeboten wird und damit für praktisch jeden Gamer geeignet ist. Zumindest all jene, die gerne Karten sammeln und mit ihnen spielen.

Werden mobile Games immer beliebter?

Die Stärke der meisten eSport‐Profis ist die extrem hohe Reaktionszeit, die bei den bekannten Games vonnöten ist. Wegfallen tut diese bei Mobile Games und raubt den Sportler somit einer seiner größten Stärken. Generell haben die Entwickler der mobilen Spiele dennoch den Vorteil, dass die Anzahl der Mobile Gamer auf natürlichem Weg merklich steigt, da einfach mehr Menschen lediglich das Smartphone nutzen, anstatt einen PC anzustellen. Diesen Vorteil müssen sie in der Zukunft allerdings noch deutlich mehr in einen solchen ummünzen, um schließlich die professionelle Spielnutzung auch auf dem Smartphone oder Tablet möglich zu machen. Die PC‐Gamer von seinen Produkten mit merklich weniger komplexen Steuerungselementen zu überzeugen, sollte eine recht schwierige Aufgabe werden. Die Zielgruppe bleibt somit vorerst diejenige, die dank der leichten Handhabung einen angenehmen Einstieg findet. Die Kostenfreiheit auf der anderen Seite spricht auch die eSport‐Nutzer an, deren Spiele gewöhnlich auf unnötige Erweiterungen und Bezahl‐Konzepte verzichten. Das wichtigste Stichwort bleibt die Chancengleichheit. Wenn Vainglory, Hearthstone und Co. sich auch auf dem Mobilmarkt weiter durchsetzen können, besteht eine realistische Chance für den Eintritt des reinen Mobile Gaming in die echte eSport‐Szene.

Disclaimer: Hierbei handelt es sich um keinen bezahlten Artikel.

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Manuel

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