DJI Avata 360 im Test: Neuer Platzhirsch fürs kleine Geld

Wir durften Euch ja bereits die Neo 2 von DJI vorstellen, welche aufgrund ihrer Größe und Funktionen super für Alleingänger ist. Heute haben wir die neue 360 Grad Kameradrohne Avata 360 im Test und können jetzt schon sagen, sie hat Konkurrenz, ist aber gleichzeitig auch Konkurrenzlos. Was damit gemeint ist, lest ihr im folgenden Bericht.
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Nun hat die Avata 360 von DJI sicherlich einen Konkurrenten, den wohl jeder kennt. DJI macht ihre Drohne jedoch zugänglich für eine viel größere Kundengruppe. Die Option, die Drohne einzeln für 459,00 € (Stand 05.2026) zu erwerben und die Möglichkeit, diese dann auch noch mit einer normalen Fernsteuerung ohne Brillenzwang zu fliegen, machen vieles einfacher. Sie kombiniert FPV-Performance mit 360°-Kamera und erweitert so den Einsatzbereich zwischen Actionflug und immersiver Content-Produktion.
Im Test überzeugt die aktuellste Version der Avata-Serie durch starke Bildqualität, zuverlässiges Tracking und solide Flugleistung. Gleichzeitig zeigen sich typische Grenzen eines 360°-Systems, etwa gelegentliche Stitching-Artefakte im Nahbereich sowie eine stark nutzungsabhängige Akkulaufzeit. Insgesamt ist sie durch ihr Hybrid-System gleichermaßen für Creator und FPV-Hobbyflieger geeignet. Ein gesonderter Testbericht zu den FPV-Möglichkeiten wird übrigens noch folgen, in diesem Bericht geht es um das große Ganze.
- Bild: TechnikNews
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Unboxing
DJI hat uns die Avata in der Fly More Combo zur Verfügung gestellt. Wird der Karton geöffnet kommt erstmal eine schöne schwarze Umhängetasche zum Vorschein, die allerdings keine Hinweise auf das Innere geben. Logo, Schriftzüge oder sonstige Zusammenhänge sucht man vergebens. Ich finde das gut, so weiß kein Dieb was er da vor sich sieht und man selber braucht ja auch keine Erinnerung daran, was man sich vor kurzem eingepackt hat. Die Tasche hat einen leichtgängigen Reißverschluss, welcher durch eine Gummilippe gegen Wasser geschützt ist, einen nicht entfernbaren Schultergurt, welcher in der Länge verstellt werden kann und einen seitlich angebrachten Gepäckgurt für den einfachen händischen Transport oder am Koffer. Der gesamte Lieferumfang ist bereits vorsortiert verpackt. Dazu gehören unter anderem natürlich die Drohne, die RC 2, 3 Akkus mit Ladestation, ein faltbarer Landeplatz (54 cm lang x 54 cm breit) und 2 Ersatzpropeller.
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Die Drohne
Durch das Startgewicht von ca. 455 Gramm brauchen wir schon mal einen Drohnenführerschein. Die Maße belaufen sich auf 24,6 x 19,9 x 5,55 cm (L x B x H) und sind damit 6 cm länger als die der Avata 2 aber ein wenig schmaler und niedriger. Der Propellerschutz ist fest montiert, was einen einfachen Austausch der Propeller im Schadensfall aber auf keine Weise schwieriger macht. Es müssen lediglich ein paar Schrauben mit beilegendem Werkzeug entfernt werden. An der Seite der Drohne haben wir einen USB-C Port, mit dem direkt an der Drohne geladen werden kann (max. 65 Watt), und ein SD-Karten Slot. Dieser erweitert den internen Speicher von 42 GB nach Belieben. Geschützt wird beides von einer Klappe, welche bei korrekter Schließung natürlich nicht auf den Aufnahmen zu sehen ist. Sehr positiv ist uns die Möglichkeit der austauschbaren Linse aufgefallen. DJI bietet dafür ein Kit an, mit der ihr die beschädigte Linse ganz einfach selber auswechseln könnt. Somit entfällt der Prozess des Einschickens und man ist schneller wieder flugbereit.
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Der Flug
Man kann die Avata 360 wie die meisten anderen DJI Drohnen auf verschiedene Arten abheben lassen. Entweder soll sie es per Knopfdruck selbst machen oder der Pilot drückt beide Steuerknüppel auf der Fernbedienung diagonal in die untere Mitte. Die Maximalgeschwindigkeiten teilen sich im Flug wie folgt auf:
| Modus | Horizontal | Vertikal |
| Cine-Modus | 21,6 km/h | 7,2 km/h |
| Normalmodus | 57,6 km/h | 21,6 km/h |
| Sportmodus | 64,8 km/h | 36 km/h |
Geschützt wird die Drohne durch ein nach vorne gerichtetes LiDAR und einer omnidirektionalen Hinderniserkennung im 360° Modus. Die Möglichkeiten des FPV-Fluges stellen wir Euch in einem gesonderten Bericht vor.
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Akku, Reichweite, Signalstärke
Wenn die kleine Neo 2 schon die Grenzen des europäischen Rechts (VLOS) sprengen könnte, dann kann die Avata das natürlich auch. Angegeben wird die maximale Videoübertragungsreichweite mit 20.000 Meter in den USA bzw. 10.000 Meter in Europa. In die Höhe kann 120 m geflogen werden und mit einer Akkuladung kann man ohne Video eine Strecke von zirka 7.400 Metern zurücklegen. In unserem Test sind wir also bei 3.700 m zurück zum Startpunkt geflogen, während das Signal und die Videoübertragung stets einwandfrei war. Problematisch wird der Empfang nur, wenn die ausrichtbaren Antennen nicht in Richtung Fluggerät gerichtet sind. Haben wir uns um 180° gedreht, so war der die Signalstärke sofort auf ein Minimum gefallen. Für die 7.400 m brauchten wir mit schnellem Fliegen 10 Minuten. Im Wald war die Verbindung übrigens kein Problem.
Mit Aufzeichnung eines Videos hielt der Akku 8:30 Minuten bei schnellem Fliegen. Dabei kam auch die Meldung, der Akku wäre überhitzt, was auf den Flug und der Aufzeichnung aber keine Auswirkungen hatte. Bei Fotografien mit langsamen Flügen im Cine- oder Normalmodus kamen wir auf 18 Minuten Flugzeit, was auch mit der angezeigten voraussichtlichen Flugdauer auf der Fernsteuerung übereinstimmte.
Ladezeiten
| Mit Ladestation (100 Watt maximale Ladeleistung) | Direktes Laden am USB-C Port der Drohne (65 Watt maximale Ladeleistung) | |
| Ein Akku 0-100 % | ca. 47 Min. | ca. 73 Min. |
| Ein Akku 10-90 % | ca. 31 Min. | ca. 51 Min. |
| Drei Akkus 0-100 % | ca. 100 Min. | |
| Drei Akkus 10-90 % | ca. 70 Min. |
Die Landung
Zum Flug gehört auch das Landen. Je nachdem Wie man es gerade handhaben möchte, kann man dies manuell oder automatisch geschehen lassen. Für die automatische Landung hat man bei einem geeigneten Untergrund zwei Optionen: entweder geradewegs mit der Drohne nach unten zu fliegen oder die Return to Home (RTH) -Funktion zu nutzen. Letztere holt die Drohne von wo auch immer sie gerade ist zurück zum Startpunkt. Dabei umfliegt sie Hindernisse zuverlässig und fliegt nicht immer 1 zu 1 dieselbe Strecke zurück, sondern sucht sich selber den besten Weg. Die Route sieht man dabei als Augmented Reality Ansicht im Display der Fernsteuerung. Für welche Art der Landung man sich auch entscheidet, die Avata fährt immer kurz vor dem Touchdown den Gimbal in die vertikale Position zurück, um auf die am Gimbal montierten Füßen zu landen und nicht auf der Kamera. Zum Verstauen wird der Gimbalschutz nur noch draufgeschoben und die Drohne ist sicher transportfähig.
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Kamera-Modi
| Fotoqualität | Videoqualität |
360° Fotos 8K: 30 MP 7776 × 3888 in JPEG und 7680 × 3840 (29,49 MP) in DNG 16K: 120 MP 15520 × 7760 in JPEG und 15360 × 7680 (118 MP) in DNG | 360°-Modus: 8K (2:1): 7680 × 3840 bei 60/50/48/30/25/24fps 6K (2:1): 6000 × 3000 bei 60/50/48/30/25/24fps |
Einzelobjektiv-Modus: * Wird nur unterstützt, wenn DJI Goggles 3/N3 in Verbindung mit DJI RC Motion 3 oder DJI FPV Fernsteuerung 3 verwendet werden. |
Vielleicht noch interessanter als bei anderen Drohnen ist hier die Kamera, oder besser gesagt die Kameras. DJI’s erste 360° Drohne fällt äußerlich sofort durch ihren großen Gimbal mit den zwei herausguckenden Objektiven auf. Das heißt zwei 1/1,1 Zoll Sensoren mit jeweils 64 MP sorgen für ordentliches Bildmaterial. Die Funktionsweise ist simpel: Gestartet und gelandet wird mit Gimbal in vertikaler Position, um die Kameras zu schützen und die Drohne zu stützen, sobald man aber in der Luft schwebt, dreht er sich automatisch in die horizontale. Dann ist jeweils eine Kamera nach oben und eine nach unten gerichtet, was eine 360°-Sicht ermöglicht. Das heißt auch, dass wir zwar nur einen mechanischen Ein-Achsen-Gimbal zum Neigen verbaut haben, dafür aber einen 360° virtuellen Gimbal bekommen. Wenn man zu den Wurzeln der Avata Serie gehen möchte, haben wir für FPV-Piloten auch einen „Einzel“-Modus. Dieser ermöglicht dynamischere Aufnahmen, da die Objektivneigung der Fluglage der Drohne folgt. Erhöhte Vorsicht ist allerdings geboten, da dabei nur die vordere Hinderniserkennung aktiv ist. Alternativ lässt sich dieser Modus in der Postproduktion anwenden.
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Negativ sind uns hin und wieder Stitching-Fehler bei Nutzung der 360° Grad Kameras aufgefallen. Generell nicht sehr stark und ab 10 Meter Entfernung kaum noch aber darunter waren doppelte oder verschobene Objekte durchaus möglich.
ActiveTrack 360° und Spotlight Free
Diese beiden Möglichkeiten machen die Avata 360 einzigartig. ActiveTrack 360° unterstützt das selbstständige verfolgen von Personen und Autos wobei die omnidirektionale Hinderniserkennung sie zuverlässig schützt und Hindernissen ausweicht oder vorab bremst. Aufgefallen ist uns dabei, dass die Hinderniserkennung im Zusammenspiel mit der RTH-Funktion im Wald besser funktionierte als bei Nutzung von ActiveTrack.
Spotlight Free ist eine der größten Benefits dieser Drohne. Dank dieser Funktion bleibt ein (sich bewegendes) Motiv im Fokus, während der Pilot dank Vision-Assist-Ansicht gleichzeitig in Flugrichtung der Drohne schauen kann. Beide Kanäle laufen als Hauptfeed in Farbe bei 1080p/60 fps.
Fotos
Fotos lassen sich wahlweise mit 30 oder 120 MP aufnehmen aber immer als 360° Bild. Bilder mit einem Einzelobjektiv sind nicht möglich, lassen sich in der Bearbeitung aber wie eins zuschneiden.
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Steuerung
Anders als die Neo 2 kann die Avata nicht rein über das Handy geflogen werden. Es braucht eine Fernsteuerung, wobei dann aber auch schon die RC-N2 reicht.
Im Paket bekommt man die Avata 360 aber mit der RC 2 Fernsteuerung. Diese bietet ein integriertes 5,5 Zoll großes Full-HD Touchdisplay mit bis zu 60 FPS und 700 Nits Maximalhelligkeit. Wie gewohnt sind die Steuerknüppel zum einfachen Transport abschraubbar und auf der Rückseite zwischen zwei frei belegbaren Tasten zu verstauen. Auch auf der Rückseite befindet sich die Lüftung der RC. Schaltet man sie an, hört diese sich erst an wie ein warm gewordener mini Computer, was aber kaum noch auffällt, sobald die Fernsteuerung hochgefahren ist. Mit bis zu 30 Sekunden ist der Hochfahrprozess der Vorgang, welcher am längsten dauert: Akkutausch der Drohne, anschalten und Koppeln sind mit etwas Routine jeweils Vorgänge von unter 5 Sekunden. Auf der Oberseite der RC befinden sich 2 externe Antennen (2 weitere sind intern verbaut), welche für die beste Übertragung bei bis zu 20 km Reichweite in Richtung Drohne ausgerichtet werden sollten. Daneben befinden sich zwei Rädchen welche Gimbalausrichtung und Zoom steuern. Bei der Avata bedeutet das, dass im 360 Grad Modus das Sichtfeld digital angepasst wird und nur im FPV-Modus der Gimbal sich mitdreht. Auch haben wir zwei Schultertasten für die Schnellwahl von Video- oder Bildaufnahmen. Die Fernsteuerung hat einen internen Speicher von 32 GB (ca. 21 GB verfügbar), das kann aber auf der Unterseite per microSD-Karte erweitert werden.
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Softwareseitig halten wir quasi ein Handy in der Hand. Die DJI Fly-App auf der RC 2 ist baugleich zu der Smartphone-App. Auch Bildschirmhelligkeit, Screenshots, Einstellungen … alles, was mit dem Handy eingestellt werden kann, funktioniert hier auch und deswegen brauchen wir das Handy auch überhaupt nicht zum Fliegen. Um Akku zu sparen, lässt sich per kurzem Druck auf den An/Aus-Knopf das Display ausschalten, während die Steuerung normal funktioniert. Einziger Kritikpunkt an der RC 2: Die Software ist oft nicht ganz so flüssig wie auf dem Handy.
Die RC 2 ist in circa 80 Minuten voll aufgeladen und kann damit im Normalfall bis zu drei Stunden betrieben werden. Die Nutzungsdauer hängt aber vom Verwendungszweck ab, ob zum Beispiel mit oder ohne Aufnahme geflogen wird. Geht der Akku unter 10 % Restladung ertönt ein quittierbares Piepen, unter 5 % erfolgt ein nicht deaktivierbarer Alarmton
Im Paket bekommt man die Avata 360 nur mit der RC 2- oder RC Motion 3 Fernsteuerung.
App
Mit der DJI Fly-App oder der DJI Studio Anwendung lassen sich die gemachten Aufnahmen relativ einfach umfangreich editieren. Dafür stehen verschiedene Hilfen zur Verfügung, mit denen man sich aber etwas vertraut machen muss. Die App auf der RC 2 kann übrigens nicht bearbeiten, dafür wird ein Smartphone oder Tablet gebraucht. DJI gibt an, mithilfe der App und einer WLAN-Verbindung lassen sich Medien mit bis zu 100 MB/s herunterladen – in unserem Test haben wir auch mal die 104 MB/s erreicht. Das gilt aber nur für das Herunterladen von der Drohne in die Fly App. Das Übertragen von der App auf die Smartphonegalerie im zweiten Schritt kann deutlich länger dauern.
Preis und Verfügbarkeit
DJI hat die Avata 360 im offiziellen DJI-Onlinestore in 4 Paketen im Verkauf. Wenn das Eure erste Drohne ist, rate ich zu dem Paket mit RC 2 Fernsteuerung für 719,00 €. Habt ihr bereits Produkte von DJI und mindestens eine RC-N2, so reicht die Drohne alleine für 459,00 € inklusive eines Akkus. Für die von uns getestete Fly More Combo mit 3 Akkus und Ladestation, RC 2 und Tragetasche mit Landepad werden 939,00 € fällig. Auch 939,00 € kostet die Motion Fly More Combo in der ihr statt der RC 2 die RC Motion 3 und die Googles N3 erhaltet.
Vielen Dank an DJI Deutschland für die Bereitstellung der Avata 360, um diese zu testen. Dies hat unsere Meinung nicht beeinflusst!
























