DJI Neo 2 im Test: Eine Anfängerdrohne mit Profi-Ambitionen

Mit der Neo 2 entwickelt DJI die Neo-Serie weiter. Diese soll eine kompakte Größe mit sehr guter Bildqualität und einer Menge Funktionen verbinden. Wie gut das funktioniert, lest ihr in unserem Testbericht.
Wir durften ja bereits die Power 1000 testen. Nun hat uns DJI die Möglichkeit gegeben Euch die erste Drohne auf unserem Blog vorzustellen. Lasst Euch nicht von der Größe täuschen, in der kleinen Neo stecken eine Reihe von Funktionen von denen so manch größere Fluggeräte nur träumen können. Was das im Detail heißt bringen wir Euch im Folgenden näher.
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Mit der Neo 2 liefert DJI eine bemerkenswert leistungsfähige Kompaktdrohne ab, die trotz ihres geringen Gewichts von rund 160 Gramm ein beeindruckend breites Funktionsspektrum bietet. Abseits von der guten Kamera samt top Bildstabilisierung, sind auch die omnidirektionale Hinderniserkennung sowie die vielfältigen automatisierten Flugmodi inklusive Tracking und Gestensteuerung nicht zu unterschätzen.
Natürlich hat auch die Neo 2 physikalische Grenzen. Die reale Flugzeit liegt bei ambitionierter Nutzung spürbar unter der Herstellerangabe, und die Sensorik verlangt bei schnellen Richtungswechseln oder sehr dünnen Hindernissen ein umsichtiges Handling. Dennoch überzeugt das Gesamtpaket durch durchdachte Features, solide Flugstabilität bis maximal 38 km/h und eine für diese Größenklasse starke Bildqualität bei genügend Licht.
Unter dem Strich ist die Neo 2 eine vielseitige, kleine Drohne mit sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Sie ist sowohl für Einsteiger in die Fliegerei als auch für Menschen die gerne Outdoor-Aktivitäten nachgehen, und einen kompakten Kameramann dabei haben wollen, gleichermaßen geeignet.
- Bild: TechnikNews
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Unboxing
Wir haben die Neo 2 in der Fly More Combo bekommen. Diese ist auch allen zu empfehlen, die sich zum ersten Mal eine Drohne anschaffen. Den Karton geöffnet und ausgepackt fallen sofort die technischen Geräte im gleichen grauen Farbmantel auf. Zum einen haben wir die Zweiwege-Ladestation samt 3 Akkus, zum anderen die RC-N3 Fernsteuerung und natürlich die Drohne selbst, an der bereits der digitale Sendeempfänger, Gimballschutz und Propellerschutz montiert ist.
Nützliche Kleinigkeiten die noch beigelegt werden, sind ein Ersatzpropeller Set mit zwei Propellern und jeweils zwei Schrauben, ein Schraubendreher sowie Kabel, Anleitung und Sticker.
- Bild: TechnikNews
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Die Drohne
Die Neo 2 wiegt bis zu 160 Gramm und hat minimalistische Maße von 16,7 × 17,1 × 5,4 cm (L×B×H, mit Propellerschutz und Digitalem Sendeempfänger). Beides ist einfach abzunehmen und hat Vor- und Nachteile. Mit Propellerschutz ist die Drohne minimal langsamer aufgrund der Windanfälligkeit. Das ist auch der Grund für die verminderte Akkulaufzeit, da die Motoren mehr Gewicht und Masse antreiben müssen. Dafür hat man einen stark erhöhten Propeller- und Gimballschutz, welcher nicht Unzerstörbarkeit bedeutet aber ein deutlich sicheres Fliegen – insbesondere in Innenräumen. Auch der Sendeempfänger bringt mehr Gewicht und Masse mit sich, sorgt aber für eine stabile Videoübertragung mit niedriger Latenz.
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Der Flug
Man kann die Neo 2 wie die meisten anderen DJI Drohnen auf verschiedene Arten abheben lassen. Entweder soll sie es per Knopfdruck selbst machen oder der Pilot drückt beide Steuerknüppel auf der Fernbedienung diagonal in die untere Mitte. Die Geschwindigkeiten teilen sich im Flug wie folgt auf:
| Modus | Horizontal | Vertikal |
| Cine-Modus | 6 km/h | 1,8 km/h |
| Normaler Modus | 28,8 km/h | 10,8 km/h |
| Sport und Tracking Modus | 43 km/h | 18 km/h |
Das Landen ist ebenfalls äußerst simpel. Entweder wird dem Autopiloten die Aufgabe zugeteilt, welcher dann auf Wunsch landet, wo er gestartet ist (nicht haargenau aber je nach Windstärke mit nur wenigen Zentimetern Abweichung) oder er sinkt dort, wo er sich aktuell befindet langsam zu Boden. Alternativ gehts natürlich über länger gezogenes halten des Steuerknüppels.
- Bild: TechnikNews
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Akku
Der Akku sitz auf der Oberseite mittig in der Drohne. Ein günstiger Schwerpunkt und schnelle Akkuwechsel sind die Folge. DJI gibt eine Flugzeit von bis zu 19 Minuten an, 17 mit angebrachten Propellerschutz. Beides ist in der Realität nur in Windstille, ohne Aufnahme und ruhigem Flugverhalten möglich. Wenn man draußen das volle Potenzial der Drohne in Bezug auf Geschwindigkeit und Filmqualität ausschöpft, wird nach allerspätestens 14 Minuten gelandet.
Ist das Landemanöver entweder manuell geglückt oder gezwungenermaßen vom Autopiloten der Drohne selbst, wird der Akku einfach aus der Drohne genommen und in die Ladestation eingeclippt. Hier dauert es zirka 45 Minuten bis er vollgeladen ist. Alternativ kann man auch direkt über den USB-C Port der Drohne laden. Ein richtig cooles Feature der Ladestation: Sie kann nicht nur Strom einspeisen, sondern auch herausgeben. Das heißt wir haben hier auch eine Powerbank, die mal das Handy aufladen kann.
Kamera-Modi
Natürlich haben wir die Option normal zu filmen oder auch auf Knopfdruck Fotos zu schießen (beides in 21:9 oder 4:3).
| Fotoqualität | Videoqualität |
| 12 MP Foto 4000 × 3000 (4∶3) 4000 × 2250 (16∶9) | Querformat: 4K (4:3*): 3840 × 2880 bei 60/50/30 fps 1080p (4:3*): 1440 × 1080 bei 60/50/30 fps 4K (16:9): 3840 × 2160 bei 100**/60/50/30 fps 1080p (16:9): 1920 × 1080 bei 100**/60/50/30 fps Hochformat: 2,7K (9:16): 1512 × 2688 bei 60/50/30 fps |
Dann haben wir aber noch einen ganzen Werkzeugkasten von weitere Möglichkeiten der Bildaufnahme. Hierfür braucht die Drohne aber ein festgelegtes Subjekt (Person oder Auto), welches aufgenommen werden soll. Die Modi „Dronie, Kreisen, Rocket, Dolly-Zoom, Helix und Boomerang“ sind dabei wohl die simpelsten.
Spannender wird es zum Beispiel bei dem Modus „Folgen“. Hier trackt die Kamera ein Ziel und folgt diesem aus der gewünschten Position. Dank der neuen omnidirektionalen Hinderniserkennung inklusive LiDAR- und Infrarotsensor ist es sogar möglich durch den Wald zu laufen, während die Neo Bäume souverän umfliegt. Aufpassen muss man nur, wenn man Äste mit einem Durchmesser unter einem Zentimeter auf seinem Weg hat. Diese können auch mal übersehen werden. Das Gleiche geht natürlich mit dem Fahrrad, auf Ski oder mit dem Auto für Rolling Shots. Bei letzterem sollte der Pilot während des laufenden Fluges nicht den Filmwinkel ändern, wenn Bäume in der Nähe sind.
Wir hatten den Fall, dass wir von der Front zum Heck eines Autos wechseln wollten. Dabei ist die Drohne aber leider nicht grade über das Auto geflogen, sondern in einem Kreis drumherum und auch die Sensoren hatten dann keine Chance mehr die Allee richtig zu erkennen. Es musste also der Propellerschutz zeigen, was er kann. Und siehe da, keinerlei Beschädigungen wurden beim Baumeinschlag davongetragen. Die Sensorik hat also ihre Grenzen, funktioniert aber zuverlässig, wenn man es nicht übertreibt. Nur in Innenräumen sollte sie ausgeschaltet werden, da die Drohne sonst gar nicht mehr vom Fleck kommt aus Sorge anzuprallen.
Auch interessant sind die sogenannten SelfieShots. Hier werden im Vorhinein bis zu 6 Kamerawinkel ausgewählt, welche dann abgeflogen und jeweils eine gewünschte Anzahl an Fotos gemacht werden. Um alles miteinander zu Verbinden, gibt es das MasterShot-Programm. Hier führt die Drohne die meisten der oben genannten Aufnahmemöglichkeiten an einem Stück durch.
- Bild: TechnikNews
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Steuerung
Durch die Einschränkungen durch europäisches Recht (VLOS) sei vorab gesagt, dass die Neo 2 selbstverständlich diese mehr als bedient. Die nächst limitierende Instanz wäre dann der Akku, welcher nach spätestens 4000 Metern Flugstrecke schlapp macht. Angegeben wird die maximale Übertragungsreichweite mit 10.000 Meter in den USA (höhere erlaubte Sendeleistung) bzw. 6.000 Meter in Europa. Geringere Entfernungen sind jederzeit möglich. Bei unserem Test in einem Wald war nach 800 Metern Schluss. Vertikal fliegt die kleine Neo 2 übrigens 120 Meter hoch.
Fernbedienung
Die RC-N3 ist die aktuell unterste Stufe der angebotenen Fernsteuerungen. Diese Basis hat aber alles, was man braucht – bis auf ein Display. Dafür wird das persönliche Handy in eine ausziehbare Halterung gespannt. Mein iPhone 16 Pro Max hat hier ohne Case locker hineingepasst, mit wird es schon knapp. Die Live-Bildqualität hängt dann natürlich mit dem Smartphone zusammen. Sorgen um sein Gerät sind unbegründet. Die RC-N3 hält alles auf gummierten Flächen fest, welche dazu noch ausgewölbt sind, damit keine Handyknöpfe gedrückt werden. Außerdem lässt sich auswählen, ob das Handy geladen oder der Saft in der RC bleiben soll. Zusammen mit der DJI Fly App entsteht dann eine vollwertige Fernsteuerung.
Die Griffe auf der Rückseite sind gummiert, wie auch die abschraubbaren Steuerknüppel rundherum und dessen Aussparungen zum sicheren Verstauen. Ansonsten bestehen die Steuersticks aus Metall mit Riffelung an der Daumenposition. Hier bitte darauf achten, erst das Handy einzusetzen und dann die Sticks anzuschrauben, da ihr Euch sonst die Rückseite Eurer Handys zerkratzen könntet. Lautsprecher sind ebenfalls verbaut, ein Mikro gibt es aber erst bei dem Top-Modell DJI RC Pro 2.
Gesten- und Sprachsteuerung
Schnickschnack wie Handy und Fernbedienung braucht man eigentlich gar nicht mehr? Richtig, die Neo 2 kann mit reiner Jedimacht gesteuert werden – nun so fühlt es sich zumindest an. Mithilfe der 3 Tasten an der Seite des Vogels wird der gewünschte Modus gewählt, per Ton und kleinem Display an der Drohne kontrolliert und dann gestartet. Sobald die Aufgabe erledigt wurde (für die wieder ein zu erkennender Mensch oder ein Auto erforderlich ist), kommt sie wieder zurück. Gefällt die aktuelle Position beim Filmen nicht? Kein Problem: Mit einer nach vorne gerichteten Handfläche wird Höhe und Winkel geändert. Mit zwei aufeinander zu- oder auseinandergehenden Händen die Entfernung und mit einer nach oben geöffneten Handfläche kommt die Drohne ganz von selbst und landet auf dieser. Bis auf die etwas zickige Entfernungsänderung hat alles super geklappt. Sobald eine oder zwei Hände erkannt werden, bekommt man ein entsprechend blinkendes Signal seitens der Drohne.
Hier hört der Spaß aber noch nicht auf. Wie Siri bei iOS kann mit „Hey Fly“ der Sprachassistent auf dem Handy aktiviert werden. Vorgegebene Kommandos werden dann mal mehr mal weniger zuverlässig ausgeführt. Das ist meiner Meinung nach eine Spielerei aber eventuell eine Rückfallebene sollte es mal vorkommen, dass die Finger verkrampfen und man sein Handy nicht mehr bedienen kann ;).
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App
Verbunden mit der App sind gleich zwei Steuerungsmöglichkeiten gegeben. Zum einen über die App am Handy selbst, zum anderen können über die Apple Watch Modi gestartet werden, welche dann selbstständig ausgeführt werden, solange die App auf dem Handy aktiv ist. Beim Steuern der Drohne hört es jedoch noch lange nicht auf.
Die DJY Fly App bietet neben der Videoübertragung und Fernsteuerungsmöglichkeit weitaus mehr. Tutorials über die Bedienung der Drohne, zu Rechtsvorschriften und den perfekten Bildeinstellungen erleichtern besonders Neulingen den Einstieg. Auch eine große Hilfe ist die interaktive Karte auf der Warnhinweise zum jeweiligen Ort aber auch gute Fotospots von anderen Nutzern eingestellt sind. Natürlich kann man über die App auch auf den internen 49 GB großen Speicher der Drohne zugreifen und sich Bildmaterial bei Bedarf mit bis zu 80 MB/s herunterladen. Der Speicherplatz ist übrigens nicht mit einer SD-Karte oder Ähnlichem erweiterbar. Zu guter Letzt informiert die App auch über sämtliche Gefahren während des Flugs (schwaches Signal, geringer Akkustand, starker Wind usw.).
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Preis und Verfügbarkeit
Für die von uns getestete „Fly More Combo“ wird im offiziellen DJI-Onlinestore aktuell 399,00 € fällig. Meiner Meinung nach ein guter Preis um solide erstausgestattet in die Drohnenfliegerei zu starten. Wie bereits erwähnt braucht es die Fernsteuerung aber nicht zwingend, auch wenn ich sie für ein angenehmes Fliegen sehr empfehle. Wer dennoch auf sein Budget achten muss, kann sich die Neo 2 für 239,00 € mit einem Akku und Propellerschutz zulegen.
Vielen Dank an DJI Deutschland für die Bereitstellung der Neo 2, um diese zu testen. Dies hat unsere Meinung nicht beeinflusst!




























