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Huawei MateBook X Pro (i5‐8250U, 8 GB) im Test: Das 3K‐Ultrabook mit ausklappbarer Kamera

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Vor knapp zwei Jahren hat Huawei sein erstes MateBook als dünnes Ultrabook auf den Markt gebracht. Mit der zweiten Generation wär spätestens eines klar: Huawei will zukünftig auch im Laptop‐Markt vertreten sein. Ein guter Grund, die Chinesen mit dem MateBook X Pro auf die Probe zu stellen.

Es gibt auf dem Markt wirklich viele Notebooks. Die wohl dünnsten und am meisten praktischen Modelle stellt hier Apple her. Dieses Jahr wurde ich mit dem neuen MateBook X Pro auf die Ultrabooks von Huawei aufmerksam. Nun konnte ich ein Testgerät mit der günstigsten Ausstattung mit einem i5‐8250U Prozessor von Intel mit 8 GB Arbeitsspeicher in die Finger bekommen und habe es für Euch ausprobiert.

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Das Erste zuerst: Das steckt in der Box

Öffnet man die kleine Schachtel das MateBook X Pro kommt einem direkt das Ultrabook selbst entgegen. Darunter befinden sich noch kleine Schachteln mit Netzteil und Kabel, dazu gibt es noch das Huawei MateDock, welches als Erweiterung für die wenigen Anschlüsse dient. Dazu aber später mehr. Ansonsten gibt es nicht mehr als ein paar Zettel – mit Schnellstartanleitung und Garantieschein.

In der Box steckt nicht viel – aber genug. (Bild: © 2018 TechnikNews)

Verarbeitung und Gehäuse

Beim ersten Anheben des MateBook X Pro fällt direkt das leichte Gewicht auf. Mit seinen 1,33 kg ist es im Vergleich zur Konkurrenz (Apple MacBook Air (2018): 1,25 kg) ziemlich leicht. Ansonsten ist es mit seinen Maßen von 14,6 x 304 x 217 mm auch ziemlich dünn und praktisch. Neben den Hard‐Facts ist das Ultrabook von Huawei sehr gut verarbeitet und macht von vorne bis hinten einen qualitativ hochwertigen Eindruck. Das Aluminiumgehäuse hat keinerlei scharfe Kanten oder sonstige Unebenheiten. Auch das Display wippt nicht und ist realitiv stabil – lässt sich mit einer Hand daher auch fast nicht öffnen.

Das Ultrabook von Huawei ist wahnsinnig dünn. (Bild: © 2018 TechnikNews)

Randlos auf der Vorderseite: Display

Das fast randlose 13,9 Zoll große Display des Huawei MateBook X Pro im 3:2 Format löst mit 3.000 x 2.000 Pixeln auf. Die Darstellung von Inhalten ist recht farbenfroh und kontrastreich – die Bedienung des vorinstallierten Windows 10 Home kann mittels Touchscreen auch über das Display erfolgen. Durch den Touchscreen ist das Display allerdings nicht spiegelfrei.

Dieser Aspekt macht sich speziell in der Sonne bemerkbar – hier ist das MateBook X Pro nicht wirklich zum Arbeiten geeignet, obwohl mich die Displayhelligkeit im Großen und Ganzen sehr überzeugt hat. Es gibt auch die Möglichkeit der automatischen Helligkeit, welche allerdings immer daneben lag und immer zu dunkel war. Grunsätzlich reagierte das Display während des Tests immer sehr akkurat und sammelt auch sehr gerne Fingerabdrücke.

Leider bringt dieses Display aufgrund seines 3:2 Formats gemeinsam mit der 3K‐Auflösung speziell beim Anschließen an einen Bildschirm oder Beamer ziemliche Nachteile. Hier vergrößern sich aufgrund der fehlenden Unterstützung mit diesen Formaten oftmals die Icons und es lässt sich aufgrund der verzogenen Auflösung auf dem externen Bildschirm nicht mehr wirklich ordentlich arbeiten. Stellt man die Auflösung wieder zurück, passt die Darstellung auf dem MateBook selbst nicht mehr. Ärgerlich.

Ausstattung

In meinem Testgerät steckt ein i5‐8250U Prozessor von Intel, gemeinsam mit 8 GB Arbeitsspeicher. Dazu gibt es noch die MX150 Grafikeinheit mit 2 GB DDR5 von Nvidia an Board. Zum Ablegen der persönlichen Daten hatte ich bei meinem Testgerät eine schnelle 256 GB NVMe‐SSD zur Verfügung. Diese ist bei Auslieferung standardmäßig mit C: (für Windows) und D: (Data) partitioniert. Für knapp 200 Euro mehr erhält man für eine UVP von 1649 Euro schon einen i7‐8550U, 16 GB RAM und 512 GB SSD. Nutzt man also regelmäßig Photoshop oder möchte Videos auf seinem Laptop unterwegs schneiden, sollte man aufgrund des größeren Arbeitsspeichers definitiv in diese 200 Euro mehr investieren. Oben drauf gibt es noch WLAN 802.11a/​b/​g/​n/​ac und Bluetooth 4.2.

Äußerlich ist das MateBook X Pro mit zwei USB‐C‐Anschlüssen (einer davon Thunderbolt 3.0) und einem USB‐A 3.0 („normales” USB) Anschluss ausgestattet. Neben dem USB‐C‐Anschluss auf der linken Seite findet man zudem neben einem 3,5mm Klinkenstecker noch eine kleine Status‐LED zum Anzeigen des Ladestatus. An der Unterseite sitzen noch 4 Lautsprecher, welche gemeinsam mit Dolby‐Atmos ausgezeichnet sind. Wenig Bass, dafür aber satte und klare Töne. Das Mikrofon war vergleichsweise leise, beim Gesprächspartner aber klar zu hören.

Noch ein kleines Wort zur Erweiterbarkeit des MateBook: Der RAM ist leider fest angelötet – sehr schade. Die verbaute M2‐SSD kann allerdings einfach herausgezogen werden und so nach belieben erweitert werden.

Workflow

Da mich das MateBook X Pro sogar bis zur IFA 2018 in Berlin begleitet hat, hatte ich genug Zeit die Tastatur ausgiebig zu testen – zudem man auf der IFA ziemlich viele Artikel unterwegs schreiben muss. Auch ein paar andere Punkte fielen mir während des Tests auf – welche für den Workflow mit einem Notebook einfach relevant sind.

Gutes Tippen auf der Tastatur

Der Druckpunkt der Tastatur ist sehr angenehm und ist auch ziemlich leise. Allerdings sammelt sich gerne Staub unter den einzelnen Tasten an, welcher sich aber relativ einfach wieder entfernen lässt. Zum Workflow, speziell im Business‐Berich, gehört für die meisten auch die Kamera bei einem Notebook (etwa für Meetings & Co.) einfach dazu. Die anderen kleben diese meist ab. Zweiteres ist nicht notwendig, obwohl das MateBook X Pro aufgrund des schmalen Displayrands sogar eine Webcam besitzt.

Die Webcam mit Privatsphäre

Die Webcam hat man in der Tastatur integriert, welche sich durch Klicken auf die Taste aufklappen lässt. Ist man die Frontkamera von den Huawei‐Smartphones gewohnt, wird die Kamera des MateBook X Pro enttäuschen – so auch bei mir der Fall. Die Bildqualität mit einer Auflösung von 1 MP lässt leider zu wünschen übrig – etwa wirkt das Gesicht durch die Kamera retuschiert und ist generell ziemlich dunkel. Leider ist der Blickwinkel aufgrund des Einbaus in die Tastatur nicht wirklich optimal. Wenn man direkt vor dem Ultrabook sitzt ist man zudem meist nur bis zum Hals sichtbar. Alternativ muss man etwas zurück – erst dann ist man komplett sichtbar, kann dann allerdings nicht mehr am Notebook tippen. Zum Schutz der Privatphäre ist die Idee mit der Kamera aber nicht schlecht, in der Praxis eher – realistisch gesehen – unbrauchbar.

Die Position der Webcam ist zwar ein großer Vorteil in Punkto Privatsphäre, aber realistisch gesehen nicht unbedingt praktisch. (Bild: © 2018 TechnikNews)

Anmelden mit Fingerabdrucksensor

Ein cooles Extra ist der vorhandene Fingerabdrucksensor des MateBook X Pro. Dieser dient gleichzeitig als Ein‐ und Ausschalter, wenn man bedenkt wie praktisch das sein kann. Klickt man zum Starten von Windows den Knopf, wird man mit dem korrekten Finger auch direkt im Anmeldebildschirm statt dem Passwort problemlos angemeldet. Generell hat der Fingerabdrucksensor während des Tests so gut wie immer funktioniert, manchmal waren maximal zwei weitere Versuche notwendig. Eine Anmeldung über die Webcam mit Windows Hello ist allerdings nicht möglich.

Der Fingerabdrucksensor des MateBook leistet gute und schnelle Arbeit und dient gleichzeitig als Ein‐ und Ausschalter. (Bild: © 2018 TechnikNews)

Lange Akkulaufzeit für lange Tage

Der entscheidende Punkt bei der Wahl eines Notebook ist – speziell unterwegs – die Akkulaufzeit. Hier hat mich das MateBook sehr positiv überrascht. Ein ganzer Tag auf der IFA mit einigen Schreibpausen ohne einer einzigen Ladung war überhaupt kein Problem. Bei meinem Laufzeittest hielt das MateBook X Pro 9 Stunden im WLAN problemlos durch. Durch das begelegte USB‐C‐Schnellladegerät war das Ultrabook in knapp zwei Stunden wieder voll aufgeladen.

Ein Ultrabook mit Grafikkarte – auch für Games geeignet?

Mit dem MateBook X Pro verbaut Huawei eine GeForce MX150 Grafikkarte von Nvidia. Trotz dieser ist das Ultrabook einfach nicht zum Zocken anspruchsvoller Spiele geeignet. Im 3DMark 11 erzielte mein Testgerät einen Score von rund 3500 Punkten. Beim Anzocken von Fortnite wurde der Laptop ziemlich warm und der Lüfter drehte voll auf, welcher bei Last zudem gelegentlich leicht anfängt zu Quietschen. So lässt sich sagen: trotz Grafikkarte nichts zum Zocken, Photoshop und Première von Adobe laufen aber problemlos. Genau für diese Tätigkeiten liegen die Vorteile einer Grafikkarte auf der Hand.

Fazit – den Apfel kopiert?

Das MateBook X Pro wirkt aufgrund seines randlosen Displays wirklich modern und ähnelt gleichzeitig ziemlich den MacBooks von Apple. Konkret kann die zweite Generation der Ultrabooks von Huawei speziell in den Punkten Akkulaufzeit, Performance und Ausstattung überzeugen. Während das MateBook X Pro ziemlich praktisch und dünn ist, vermisst man gleichzeitig die ganzen Anschlüsse. So gibt es leider keinen SD‐Karten‐Slot und keine Möglichkeit zur Nutzung mit einer SIM‐Karte. Mit dem beigelegten Matedock 2 war das Problem allerdings schnell gelöst, dieses könnte in der dritten Version aber gerne auch einen SD‐Slot mitbringen.

Die Kamera ist realistisch aufgrund des merkwürdigen Blickwinkels eher unbrauchbar, bietet aber mehr Privatsphäre als bei anderen Notebooks. Leider lässt sich auch das Display nicht weiter als 180 Grad zurückklappen und die 3K‐Auflösung in Verbindung mit dem ungewöhnlichen 3:2 Format führt gemeinsam mit Beamern und externen Bildschirmen zu Darstellungsproblemen. Mit der kontrastreichen und farbenfrohe Darstellung, gemeinsam mit dem Touchscreen verzeiht man diesem Nachteil mit der Zeit aber.

Extras wie der Fingerabdrucksensor machen bei einem Notebook definitiv Sinn, auch die ordentlichen Lautsprecher möchte man nicht mehr missen. Zum Videoschnitt oder Bildbearbeitung ist die integrierte Grafikkarte auch ziemlich hilfreich.

Abschließend lässt sich sagen, dass die 2. Generation des MateBooks von Huawei defintiv einen Blick wert ist, man aber trotzdem noch ein paar Punkte in der nächsten Version verbessern könnte. Wer ein kompaktes, dünnes und ausdauerndes Gerät mit schneller SSD sucht, Dinge wie eine ordentliche Webcam aber nicht unbedingt braucht, sollte sich das Huawei MateBook X Pro definitiv genauer anschauen.

Modelle und Preise

Das MateBook X Pro ist aktuell in drei verschiedenen Modellvarianten am Markt. Zur Auswahl gibt es beim Prozessor einen i5‐8250U mit 8 GB RAM oder den i7‐8550U mit 16 GB Arbeitsspeicher. Entscheidet man sich für eine 512 GB SSD, statt 256 GB SSD, hat man nur den i7‐8550U mit 16 GB RAM zur Auswahl. Die günstigste Variante ist auf Amazon aktuell zu einem Preis von 1444 Euro und die teuerste Version zu einem Preis von 1649 Euro erhältlich.

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David Wurm

David hat TechnikNews im Februar 2015 gestartet. Er ist an der aktuellen Technik fasziniert und bloggt gerne über Technik bzw. alles was Smartphones, Tablets, Computer und Gadgets betrifft. Ist sonst in der Freizeit sonst oftmals mit Fotografie beschäftigt.

David hat bereits 382 Artikel geschrieben und 208 Kommentare verfasst.

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Qwertz
Gast
Qwertz

Sogar mit QUERTZ Tastatur so wie es mir gefällt!

Juli
Gast
Juli

Jetzt wird Huawei auch schon so teuer wie der saure Apfel …
Fest verlöteter RAM in einem Notebook, wiesooo?

Robi
Gast
Robi

(h)Auweiii