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Libratone Track+ Wireless im Test: Premium für unterwegs und daheim

Bild: TechnikNews
(Beitragsbild: © 2018 TechnikNews)

Dadurch, dass ich bereits die Libratone Q Adapt On‐Ear besitze, wollte ich wissen, was das In‐Ear‐Modell Track+ Wireless so drauf hat. Nun konnte ich dieses für zirka zwei Wochen testen. Meine Erfahrung.

Unboxing und Ersteindruck

Die Verpackung der Track+ Wireless ist – wie man es von Libratone bereits gewohnt ist – sehr minimalistisch. Die schwarze Box mit dem gesamten Lieferumfang wird von einem weißen Karton, worauf sich einige Aufschriften von Libratone befinden, umhüllt. In der Box befinden sich die Kopfhörer, ein Quick Start Guide, Warnhinweise, ein in meinen Augen zu kurzes Ladekabel, das überraschenderweise nicht wie das der Q Adapt On‐Ear mit Stoff ummandelt wurde und verschieden große Ohrstöpsel. Ein Schutzcase wird nicht mitgeliefert. Ich persönlich finde das schade, wenn man bedenkt, dass diese Kopfhörer rund 200 Euro kosten. Nach einigen Tagen habe ich mich dennoch daran gewohnt, die Track+ Wireless einfach so einzustecken. Richtig fühlte sich das allerdings nicht an.

Der Lieferumfang der Track+ Wireless ist sehr überschaubar (Bild: TechnikNews, 2018)

Design und Verarbeitung

Die Libratone Track+ Wireless gibt es in den Farben Cloudy White und Stormy Black und sind nach IPX4 gegen Spritzwasser geschützt. Letztere Farboption hatte mein Testgerät.

Auf beiden Earbuds befindet sich ein Libratone‐Logo (Bild: TechnikNews, 2018)

Die Earbuds selbst bestehen aus Kunststoff und sind sehr gut verarbeitet. Hier gibt es keinen Spielraum zwischen einzelnen Bauteilen. Zudem gibt es auf beiden Buds das Libratone‐Logo zu finden. Die Kabel bestehen ebenfalls aus Kunststoff. Zwar wirken sie nicht so stabil, dennoch wurden sie bei mir nie kaputt. Trotz des mehrfachen Transportes in der Hosentasche. Schön wäre gewesen, wenn wir hier ein mit Stoff ummandeltes Kabel gesehen hätten.

Die Bedienelemente rechts und links bestehen hingegen aus Aluminium. Auf der rechten Seite befindet sich der Button für die Kontrolle der Wiedergabe und zwei weitere Knöpfe zur Regelung der Lautstärke. Letztere haben die Form eines Plus bzw. Minus, wodurch man sie leichter erfühlen kann. Die Taste zur Kontrolle der Wiedergabe hat hingegen eine runde Form. Mit einem einfachen Drücken auf diesen Knopf kann man Musik pausieren bzw. fortsetzen, mit einem doppelten Drücken überspringt man den Song und mit einem dreifachen Drücken gelangt man zum vorherigen Song. Auf der Unterseite des rechten Bedienelementes befindet sich der microUSB‐Port zum Aufladen der Track+ Wireless. Hier wäre ein USB‐C‐Port allerdings für die meisten praktischer gewesen, da man so nicht immer an das zusätzliche Kabel für die Kopfhörer denken muss.

Am linken Bedienelement gibt es einen Libratone‐Schriftzug (Bild: TechnikNews, 2018)

Am linken Bedienelement befindet sich ein Libratone‐Schriftzug und die Funktionstaste. Mit dieser lassen sich die Kopfhörer ein‐ bzw. ausschalten, der Pairing‐Prozess starten oder CityMix, zu dem ich später noch genauer komme, regeln.

Tragekomfort

Um einen bestmöglichen Tragekomfort zu bieten, gibt es für die Libratone Track+ Wireless insgesamt vier verschieden große Ohrstöpsel. Zusätzlich werden noch Sportwings mitgeliefert, die man ganz einfach über die aktuell angebrachten Ohrstöpsel stülpen kann.

Allgemein fiel extrem positiv auf, dass diese In‐Ears wahnsinnig leicht sind. Ich gehe sogar so weit und sage, dass sie beim Tragen in keinster Weise auffallen, wenn man die für sich passenden Ohrstöpsel gefunden hat. Ich konnte diese Kopfhörer also problemlos für mehrere Stunden tragen. Das geringe Gewicht macht sich beim Joggen leider negativ bemerkbar, da sie sich durch die Laufbewegungen des Öfteren beinahe nach hinten weg verabschiedet hätten.

Eine clevere Entscheidung war das Band, das man rund um den Hals tragen soll. Dadurch wird von den Earbuds in den Ohren Gewicht des Kabels und der Bedienelemente genommen, sodass sie nicht so leicht nach hinten hinausfallen.

Klang

Sound konnte Libratone schon seit ich die Q Adapt On‐Ear testete. Der Klang der Libratone Track+ Wireless ist sehr ausgewogen, warm, der Bass kann ziemlich kräftig sein, die Mitten gehen auch okay und die Höhen sind auch sehr präsent. So eignen sich diese In‐Ears für so ziemlich jedes denkbare Genre. Allgemein ist der Klang allerdings dumpfer als der der Libratone Q Adapt On‐Ear und übersteuert bei höheren Lautstärken leicht.

In der App, zu der ich später noch im genauer kommen werde, kann man zusätzlich noch verschiedene Equalizer anwenden. Standardmäßig ist hier *Neutral* angewendet, *Extra Bass* und *Extra Höhen* stehen zusätzlich noch zur Auswahl. Beim Ändern des Equalizers ändert sich der Sound zwar hörbar, dennoch nicht wirklich weltbewegend.

Die Libratone Track+ Wireless unterstützen Active Noice Cancelling (ANC), was Libratone CityMix nennt. Insgesamt gibt es vier verschiedene CityMix‐Stufen, wovon die vierte Stufe Umgebungsgeräusche mit bis zu einer Lautstärke von 23dB herausfiltern kann. In der Praxis heißt das: In einem Büro bewegen sich bei der vierten Stufe nur noch die Münder und laute Geräusche im Freien hört man nur noch minimal.

Neu ist CityMix Smart. Wenn man dies aktiviert hat, wird CityMix an die Umgebungsgeräusche angepasst. Dieser Modus eignet sich also sehr gut unterwegs, wenn man zum Beispiel hören will, wenn sich ein Auto von hinten nähert. Negativ ist mir aufgefallen, dass mit aktiviertem CityMix Smart Umgebungswind nicht geblockt wird, was im Endeffekt nicht gut klingt. Gewünscht hätte ich mir, dass es einen weicheren Übergang beim Wechseln der Stufen gibt. So war das Wechseln der Stufen bei aktiviertem CityMix Smart sehr ruckartig. Zu guter Letzt soll noch erwähnt sein, dass CityMix Smart nur über die App aktiviert werden kann, was für einige sicherlich ein Nachteil ist.

Spezifikationen und Akkulaufzeit

In den Libratone Track+ Wireless wurden zwei Lautsprecher mit einem Durchmesser von 11,8mm verbaut. Die Lautstärke reicht dabei bis zu 105dB bei einem Milliwatt. Vorher habe ich schon erwähnt, dass das Active Noice Cancelling Umgebungsgeräusche mit einer Lautstärke von bis zu 23dB herausfiltern kann.

Um eine hohe Qualität bei Telefonaten zu bieten, gibt es die Dual Mic Geräuschunterdrückung. Das heißt, dass ich in einer lauten Umgebung telefonieren kann und mich mein Gegenüber trotzdem noch versteht. In der Praxis funktionierte dieses Feature zu jedem Zeitpunkt hervorragend.

Um die Kopfhörer mit einem Wiedergabegerät zu verbinden, wurde Bluetooth 4.1 mit dem aptX‐Standard verbaut. Libratone gibt an, dass der Akku der Track+ Wireless bis zu acht Stunden durchhalten soll. Ich habe immer vier bis sechs Stunden mit einem ständigen Wechsel zwischen der vierten CityMix‐Stufe und CityMix Smart bei mittlerer Lautstärke zusammengebracht. Über den microUSB‐Port waren die Kopfhörer nach einer Stunde Laden wieder einsatzbereit.

App und Softwarefeatures

Auch die Libratone Track+ Wireless werden wieder von der Libratone‐App unterstützt. Beim ersten Öffnen der App muss man ein Konto erstellen. Hat man dieses bereits, so muss man sich nur noch anmelden.

Danach gelangt man zur Startseite. Dort werden alle Libratone‐Produkte, die man besitzt, in Form von Icons, die die Farbe des Gerätes selbst haben, angezeigt. Neue Wiedergabegeräte von Libratone kann man direkt über die Startseite der App hinzufügen.

Hat man das Icon der Libratone Track+ Wireless angeklickt, so gelangt man auf die Seite, wo sich unter anderem das Rad für die CityMix‐Stufen befindet. Unter diesem Rad kann man zwischen dem normalen CityMix und CityMix Smart wechseln.

Über das Symbol links oben kann man den aktuellen Akkustand der Kopfhörer einsehen. Links unten gelangt man zu einer Liste mit insgesamt fünf favorisierten Internetradiosender.

Unten in der Mitte findet man das Symbol für das +1‐Feature. Diese Funktion erlaubt es einem, ein weiteres Libratone‐Gerät mit den Track+ Wireless zu verbinden, sodass man Musik synchron auf beiden Wiedergabegeräten abspielen kann. Ich habe genau dies mit meinen Q Adapt On‐Ear versucht, allerdings konnte ich keine Verbindung herstellen. Auf Rücksprache meinte Libratone allerdings, dass dieses Feature mit den mir zur Verfügung stehenden Geräte funktionieren soll. Ein Update auf die aktuellste Firmware der App und der Kopfhörer half nichts.

Durch Klicken auf die Schaltfläche unten rechts gelangt man zu den Einstellungen, wo man unter anderem die verschiedenen Equalizer findet, den Gerätenamen der Track+ Wireless bearbeiten kann, den Akkustand sieht und eine Power Off‐Zeit für die Kopfhörer festlegen kann.

Ein Motion detection‐Feature soll es ermöglichen, die Kopfhörer automatisch einzuschalten, wenn Bewegung erkannt wird. Doch leider funktionierte auch das bei mir nicht.

Zusammenfassung und Fazit

Ich sehe schon, es wird mir sehr schwerfallen, mein Testgerät an Libratone zurückzusenden. Das liegt daran, dass es ziemlich viel Dinge gibt, die die Kopfhörer richtig machen.

Da wäre zum Beispiel das Design, das sehr schön ist und zu den anderen Produkten der Firma passt. Die Verarbeitung der Kopfhörer ist ebenfalls sehr gut, auch wenn die Kabel der Kopfhörer nicht so belastungsfähig wirken. Dann hat mir das geringe Gewicht sehr gut gefallen, da es dadurch sehr angenehm war, die Track+ Wireless für längere Zeit zu tragen. Der Sound ließ auch keine Wünsche übrig. Dass er etwas dumpfer als der der Q Adapt On‐Ear ist, machte mir im Endeffekt nichts. CityMix gefiel mir hier nicht weniger als bei den Q Adapt On‐Ear und CityMix Smart war für unterwegs immer sehr praktisch. Die Akkulaufzeit ging ebenfalls in Ordnung, auch wenn sie nicht ganz an den Wert von Libratone drankommt.

Weiter mit den Dingen, die mir weniger gut gefallen haben. Da wäre zuerst mal der Fakt, dass Libratone kein Schutzcase für die Track+ Wireless mitliefert. Bei einem Preis von 200€ ist das in meinen Augen ein Muss. Für manche wird sicher auch ein Nachteil sein, dass kein USB‐C‐Port zum Laden verbaut wurde. Dann empfand ich noch das ruckartige Wechseln der Stufen bei CityMix‐Smart als sehr unangenehm. Schade fand ich, dass ich das +1‐Feature nie testen konnte, da ich dafür einige Verwendungszwecke gehabt hätte. Motion detection wäre sicher auch ein praktisches Feature gewesen, wenn es bei meinem Testgerät funktioniert hätte.

Alles in allem finde ich, dass die Libratone Track+ Wireless das Beste aus beiden Welten bieten. Zum einen kann man die Kopfhörer gut unterwegs tragen und einfach mitnehmen, da sie sehr kompakt sind. Zudem kann man sie dank dem ausgezeichneten Tragekomfort für mehrere Stunden tragen. Andererseits gibt es CityMix, das sich besonders an lauten Orten und auch daheim gut bewährte. Sagen will ich damit, dass man diese In‐Ears in jeder denkbaren Situation tragen kann, was ich schlussendlich auch getan habe. Zudem hat mich persönlich keiner der angeführten Kritikpunkte gestört, weshalb ich die Zeit mit meinem Testgerät sehr genossen habe.

Preise und Verfügbarkeit

Die Libratone Track+ Wireless bei Amazon in den Farben Stormy Black und Cloudy White. Beide Optionen kosten aktuell 199,90€.

Dankeschön an Libratone für die Bereitstellung des Testgeräts.

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David Haydl

David wohnt in Graz und ist nun schon seit einem Jahr bei TechnikNews. Technik hat ihn schon immer durch sein Leben begleitet, dies möchte er hier gerne schriftlich festhalten. Aktuell schreibt er Artikel zu diversen Neuigkeiten in der Technikwelt, Apptests und den TechnikNews Weekly, welcher seine Idee war. Hin und wieder erscheinen von ihm auch Testberichte und Kolumnen.

David hat bereits 191 Artikel geschrieben und 46 Kommentare verfasst.

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Martina
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Martina

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Matthias
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Matthias

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