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OnePlus 8 Pro im Test: Unschlagbar gut

OnePlus 8 Pro Test
Bild: © 2020 TechnikNews
(Beitragsbild: © 2020 © 2020 TechnikNews)

Das OnePlus 8 Pro ist der neueste Streich des chinesischen Unternehmens aus Shenzhen. Vor etwas mehr als einem Monat wurde es vorgestellt – bei TechnikNews also auch gleich durchgetestet. Eines kann ich vorwegnehmen: Es war ein echt spannender Test. Lest rein.

Mit dem OnePlus 8 Pro hat man im Vergleich zum Vorgänger endlich mal wieder einen großen Sprung nach vorne gemacht. Es gibt nun erstmals Wireless Charging, 5G und endlich wieder ein kompakteres Design. Darüber hinaus auch noch weitere große Verbesserungen, die man nicht wirklich angepriesen hat. Normalerweise sind Smartphones heutzutage schon langweilig – das OnePlus 8 Pro aber ist echt erwähnenswert. Wieso? Schauen wir uns das Flaggschiff also mal genauer an.

Kompakt im Design, gut in der Verarbeitung

Hat man das Unboxing von Smartphone selbst, einer Kunststoff-Hülle, dem Warp Charger und einem USB-C-Kabel hinter sich, kann man eigentlich auch schon loslegen. OnePlus hat mir dankenswerterweise auch noch den neuen Warp Charge Wireless mitgeliefert. Zu diesem kommen wir später allerdings noch extra zu sprechen. Die oben genannte Hülle fühlt sich jetzt nicht unbedingt wertig an, verrichtet ihren Dienst allerdings gut, nämlich das Handy vor Dellen und Kratzern zu schützen. Eine mitgelieferte Sandstone-Hülle wäre noch der Hammer gewesen, wenn ich an das OnePlus One zurückdenke, welches das Sandstone direkt als Rückseite hatte. Ich fand das echt cool. Wer so eine Hülle braucht, kann diese über die OnePlus Webseite nachbestellen.

Beim Design hat man dieses Mal wieder mehr richtig gemacht, als noch beim OnePlus 7T Pro. Man kann es endlich wieder mit einer Hand nutzen (ich zumindest) und es wirkt nicht mehr so klobig. Außerdem ist die Pop-Up-Kamera weggefallen, welche durch ein „Hole-Punch“ oben links im Display ersetzt wurde. Meiner Meinung nach die beste Lösung – eine Notch und alle weiteren Fantasien von ausklappbaren Kameras sind Basteleien. Auch bei der Verarbeitung kann man nicht meckern, alles sitzt fest und die Buttons haben einen guten Druckpunkt. Lediglich die Hülle sitzt mir an den Rändern etwas zu locker, sodass man nicht immer gleich die Buttons trifft, sondern manchmal etwas verrutscht.

OnePlus 8 Pro Display

Besser als eine Pop-Up-Kamera oder eine Notch: das „Hole-Punch“. (Bild: © 2020 TechnikNews)

Mit dem OnePlus 8 Pro hat man auch einen neuen Vibrationsmotor verbaut, welcher nun endlich gutes, haptisches Feedback gibt. Er klackert zwar etwas, ist aber nun nicht mehr extrem laut, wie es früher oft der Fall war.

OxygenOS und Performance: Pfeilschnell

Auch mit dem OnePlus 8 Pro liefert man erneut ein Smartphone, welches wohl als das aktuell schnellste Android-Smartphone zuzuordnen ist. Zwar ist OxygenOS kein Stock-Android, wurde allerdings durch sinnvolle und brauchbare Funktionen aufpoliert. So gibt es nun erstmals in den Einstellungen den Menüpunkt „Anpassung“, wo sich das ganze Software-Design auf einen Blick einstellen lässt. Dort befindet sich übrigens auch der Dark-Mode (unter „Tönung“ > „Dunkel“), den ich anfangs länger gesucht habe.

Die 12 GB Arbeitsspeicher machen sich in der Flüssigkeit des Systems ebenso bemerkbar – nahezu alle Apps eines Tages bleiben im Arbeitsspeicher und müssen beim Öffnen nicht erneut geladen werden. Zur Performance trägt dieses Jahr auch das Display wesentlich bei – so hat man mit dem OnePlus 8 Pro von 90Hz auf 120Hz upgegraded. So deutlich wie jetzt ist mir der Unterschied noch nie aufgefallen. Beim Prozessor setzt man auf den Snapdragon 865, welcher auch 5G unterstützt. Als Grafikeinheit verbaut man eine Adreno 650.

Mit dem OnePlus 8 Pro kann man durch alles hindurch sehen

Ihr könnt Euch sicher an die zahlreichen Videos erinnern, wodurch das OnePlus 8 Pro mit seinem Infrarot-Sensor der Kamera viral gegangen ist. Einige haben behauptet, das Smartphone sei der ultimative Nacktscanner und X-Ray hat nun ausgedient. So ein Blödsinn. Man kann mit dem OnePlus 8 Pro weder durch Personen sehen, noch kann man ungeöffnete Briefe lesen (was übrigens auch strafbar ist) oder durch Wände sehen. Das Feature ist unter dem Namen „Fotochrom“ bei den Filtern in der Kamera versteckt, wird aber wegen Panikmanche einiger Personen nun stufenweise wieder deaktiviert.

OnePlus 8 Pro Infrarot-Kamera

Nein, das OnePlus 8 Pro ist kein Nacktscanner, sondern sieht durch Infrarot-durchlässige Gegenstände hindurch. (Bild: © 2020 TechnikNews)

Es funktioniert, durch Fernbedienung oder einige Gegenstände durchzusehen, allerdings nur, wenn sie ein Infrarot-durchlässiges Gehäuse haben. Das ist bei vielen Fernbedienungen natürlich der Fall, deswegen klappt das dort auch besonders gut. Auch der Apple TV der 1. Generation hatte noch so ein durchlässiges Gehäuse, deswegen hat das auch dort funktioniert. Also keine Panik, das Feature bricht nicht in Eure Privatsphäre ein und kann Euch auch nicht durchleuchten. Ihr braucht auch nicht durch Eure Wohnung zu laufen, es wird nicht viele Gegenstände geben, welche Ihr durchleuchten könnt.

Kamera: Endlich auf Augenhöhe mit der Konkurrenz

Bei der Kamera scheint es fast so, als hätte OnePlus auf mich und zahlreiche andere Reviews gehört. In vielen Tests wurde darüber geschrieben, dass die Kamera einfach seit Generationen nicht auf Augenhöhe mit der Konkurrenz ist. Auch ich hatte das bei meinem Testbericht zum OnePlus 7T Pro angesprochen. Bei einigen Motiven in der Nacht und tagsüber hat das OnePlus 8 Pro das Huawei P40 Pro ganz deutlich ausgestochen. Ihr glaubt mir nicht? Schaut selbst.

Dieses Mal kommt bei der Kamera übrigens ein Sony IMX689 Sensor gemeinsam mit drei Linsen zum Einsatz. Sie lösen jeweils mit 48 MP (Hauptkamera mit f/1.78), 8 MP (Teleobjektiv mit f/2.44) und 48 MP (Ultraweitwinkel-Objektiv mit einer Blende von f/2.2 und einem Blickwinkel von 120 Grad). Darüber hinaus gibt es noch das oben angesprochene Farbfilter-Objektiv, welches mit 5 MP auflöst und eine Blende von f/2,4 besitzt. Selfies schießt ihr mit der 16 MP auflösenden Frontkamera mit einer Blende von f/2,45. Videos gibt es bei 1080P/4K/4K Cine mit 30 oder 60FPS. 4K Cine ist hierbei der Kinostandard und bietet ein Seitenverhältnis von 21:9 für breitere Ansicht. Zeitlupe ist bis zu 480FPS bei 720P möglich.

OnePlus 8 Pro Kamera

Die Kamera hat sich merklich verbessert. (Bild: © 2020 TechnikNews)

Auch kommt beim OnePlus 8 Pro eine optische und elektronische Bildstabilisierung zum Einsatz, welche man manchmal etwas rasseln und rattern hört. Nicht störend, aber man hört es in ganz stillen Umgebungen. Ich wüsste aber auch nicht, wie man eine lautlose Bildstabilisierung umsetzen könnte, da hier eben ein Motor zum Einsatz kommen muss.

OnePlus 8 Pro: Testfotos

Im Folgenden findet Ihr einige unbearbeitete Originalbilder des Smartphones. Aufgrund der oft sonst großen Dateigröße sind manche Bilder allerdings (verlustfrei!) komprimiert.

Wie man auf den Bildern gut erkennen kann, hat OnePlus das Problem mit dem Rauschen in der Nacht super gelöst – man sieht davon überhaupt nichts mehr. Etwas verbesserungswürdig ist der 30x-Zoom, auf welchem man weniger Details erkennen (Farbe und Schärfe) kann, wie bei der Konkurrenz. Aber verglichen mit dem Huawei P40 Pro und dem Samsung Galaxy S20+ liefert uns das OnePlus 8 Pro das natürlichste, naturgetreuste Foto:

Akku: Kabellos fast so schnell wie mit Kabel aufgeladen

Mit dem OnePlus 8 Pro bringt man erstmals Wireless Charging mit. Kein gewöhnliches Wireless Charging mit 10 Watt, sondern direkt mit 30 Watt. Zwar produziert man bei diesen Größen schon viel Verlustleistung und Abwärme, lädt aber trotzdem nur zehn Minuten länger als mit dem Warp Charge Kabel. Von 0 auf 100 braucht der 4510 mAh große Akku mit dem Warp Charge Kabel rund 1 Stunde und 11 Minuten, mit dem Wireless Charger etwa 1 Stunde und 21 Minuten.

OnePlus 8 Pro Warp Charge Wireless

Ein Wireless Charger mit Lüfter. (Bild: © 2020 TechnikNews)

Apropos Wärme: der Warp Charger hat einen Lüfter auf der Rückseite, da alles sonst zu warm werden würde. Diesen würde ich mir allerdings nicht neben den Schreibtisch stellen, da es sich wie ein permanent laufender Föhn im Nebenzimmer anhört. Es gibt allerdings in den Einstellungen unter „Akku“ den Punkt „Schlafenszeit-Modus“, bei welchem die Leistung des Wireless Chargers reduziert wird (vermutlich auf 10 Watt?) und kein Lüfter mehr laufen muss. Dann könnte man allerdings gleich zu einem gewöhnlichen 10-Watt-Charger greifen.

Das verbaute 120Hz Display, gemeinsam mit 12 GB Arbeitsspeicher geht auch auf den Akku – das macht sich beim OnePlus 8 Pro deutlich bemerkbar. Schon lange nicht mehr musste ich ein Smartphone so oft aufladen – bei intensiver Nutzung sogar zweimal am Tag mit maximaler SOT (Screen On Time) von etwa 3,5 Stunden. Wäre hier nicht das schnelle Warp Charge, wäre mir das Aufladen echt auf die Nerven gegangen. So bleibt es zwar ein Kritikpunkt, aber es ist verkraftbar. Zum Akku sparen kann man in den Einstellungen natürlich auf 60Hz mit FHD+ Auflösung, statt 120Hz mit QHD+ zurückschalten. In meinem Test wollte ich jedoch das meiste aus dem Gerät herausholen und habe somit permanent mit letzterer Einstellung getestet.

5G in Österreich mit dem OnePlus 8 Pro: Derzeit Fehlanzeige

In Zusammenarbeit mit dem Mobilfunker „Drei“ habe ich die Möglichkeit, das 5G-Netz hierzulande auszutesten. Bei meinen Tests war natürlich auch das OnePlus 8 Pro dabei, welches allerdings kein 5G nutzen wollte. Die Netzabdeckung war definitiv gegeben (mit dem Huawei P40 Pro 5G) verglichen, das OnePlus 8 Pro fand den Weg ins 5G-Netz allerdings nicht. Auf meiner Nachfrage bei Drei wisse man nichts von etwaigen Problemen, allerdings hat mir OnePlus weiterhelfen können und mir folgende Rückmeldung geliefert:

Currently, customers using OnePlus 8 series will not be able use 5G services from Drei in Austria however, we are constantly working to make sure more people can enjoy 5G experience.

Falls Ihr Euch also das OnePlus 8 Pro also ausschließlich für einen Test von 5G in Österreich holen wollt, müsst Ihr noch etwas Geduld haben und solltet besser auf den Nachfolger warten. Auch gibt es derzeit noch ein paar weitere Schwierigkeiten – etwa kann man die 5G-SIM derzeit nur ins erste SIM-Fach legen. Hier braucht es einfach noch ein paar Software-Updates und Feinschliffe seitens OnePlus, damit das reibungslos funktioniert.

Fazit: Unschlagbar gut

Die Überschrift würde das OnePlus 8 Pro meiner Ansicht nach am besten beschreiben. Natürlich gibt es in dieser Preisklasse genug Konkurrenz, allerdings keine, welche bei diesem Preis genau dieses Paket bietet. Wahnsinnig flüssige Performance, super Verarbeitung, einen Nacktscanner – natürlich nicht 😉 – und eine tolle Kamera. Auch das schnelle Aufladen mit Warp Charge ist echt angenehm und macht Spaß. Man kann dem OnePlus 8 Pro echt dabei zusehen, wie es alle 30 Sekunden ein Prozent mehr aufgeladen ist.

Gestört hat mich die vergleichsweise kurze Akkulaufzeit, welche aber meiner Einstellung von 120Hz und QHD+ Auflösung geschuldet war. Falls Ihr aber genau diese flüssige Erfahrung machen wollt, müsst Ihr hier Abstriche machen. Auch der Fakt, dass auf dem Power-Button bei längerem Drücken standardmäßig der Google Assistant gestartet wird und man das Smartphone von Werk so nicht direkt neu starten kann, ist für mich nicht nachvollziehbar. Keine Ahnung, wieso man das Ausschalten und Neustarten so kompliziert machen möchte – dafür muss man den Button in den Einstellungen unter „Tasten & Gesten“ > „Die Ein-/Ausschalttaste gedrückt halten“ statt Sprachassistent auf „Menü zum Ein-/Ausschalten“ stellen.

Ansonsten macht OnePlus mit seinem neuesten Flaggschiff alles richtig und kann sich angesichts der nun endlich starken Kamera ganz oben einordnen. Klar – der Preis von 999 Euro ist kein „Flaggschiff-Killer“ wie früher mehr (das OnePlus 3 hat 399 Euro gekostet), aber leider ein Normalpreis für High-End-Geräte im Jahre 2020. Dafür verbaut man aber nun auch High-End-Komponenten und ordnet sich ganz oben ein.

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David Wurm

David hat TechnikNews im Februar 2015 gestartet. Er ist an der aktuellen Technik fasziniert und bloggt gerne über alles Digitale bzw. alles was Smartphones, Tablets, Computer und Gadgets betrifft. Würde sich als Technik-Geek bezeichnen. Ist sonst in der Freizeit oftmals mit Fotografie beschäftigt. Eindrücke davon teilt er gerne auf seinem Instagram-Account.

David hat bereits 678 Artikel geschrieben und 301 Kommentare verfasst.

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