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Samsung Galaxy Watch 3 im Test: Die beste Android-Smartwatch

Samsung Galaxy Watch 3 Titelbild
Bild: TechnikNews
(Beitragsbild: © 2021 TechnikNews)

Mit der Samsung Galaxy Watch 3 hat Samsung in 2020 ihrer 2018-er Galaxy Watch einen Nachfolger gegeben. Wir haben ihn getestet.

Wir bedanken uns bei Samsung Deutschland für die Leihgabe der Galaxy Watch 3. Dies nahm keinen Einfluss auf den Test.

Lieferumfang der Samsung Galaxy Watch 3

Samsung Galaxy Watch 3 Lieferumfang

Die Galaxy Watch 3 kommt in einem übersichtlichen Lieferumfang beim Kunden an. Er bietet aber trotzdem alles, was benötigt wird. (Bild: TechnikNews)

Design und Verarbeitung

Das Design der Galaxy Watch 3 ist so simpel wie es aussieht. Es ist eine Uhr, eine Uhr ist rund und an einem Armband festgemacht. Besonders ist aber die drehbare Lünette, diese ist auch tief in der Software verankert. An der rechten Seite der Uhr sind zwei Knöpfe verbaut, in der LTE-Version (unser Testgerät) ist der untere Knopf mit einem roten Kreis versehen, um die Uhren unterscheiden zu können.

Die Verarbeitung ist für eine Smartwatch sehr hochwertig. Die Uhr ist laut Samsung aus Edelstahl gemacht. Wer mehr Geld auf den Tisch legt, kriegt eine Titan-Version. Das Armband fühlt sich nicht billig an. Wer ein hochwertigeres als das normale Armband, haben möchte, der kann dieses nachrüsten. Auch die Uhr wirkt sehr hochwertig, es sind keine Verarbeitungsfehler in unserem Testgerät zu beanstanden.

Samsung Galaxy Watch 3 Design

Die Galaxy Watch 3 sieht schick aus und ist sehr gut verarbeitet. (Bild: TechnikNews)

Hardware der Galaxy Watch 3

Display

Die Display-Größe variiert je nach Version. Es gibt die Galaxy Watch mit einer 41 Millimeter und mit einer 45 Millimeter Größe. Unser Testgerät war die Galaxy Watch 3 mit 45 Millimeter und LTE. Deswegen hatte unsere Uhr ein 1.4 Zoll großes OLED-Display mit einer Auflösung von 360 x 360 Pixeln. Das Display verrichtet seine Arbeit sehr gut und zeigt Inhalte scharf an. Videos schauen sollte man trotzdem auf dem kleinen Touchscreen nicht. Es dient dem Zweck von kleinen Eingaben oder kurz den Spotify Track wechseln aber auf jeden Fall. Durch das OLED sehen die Farben auch sehr gut aus, vor allem die Schwarzwerte überzeugen.

Technische Daten

Betrieben wird die Smartwatch mit Samsungs neuestem SoC für Wearables, dem Exynos 9110. Dieser wurde aber bereits bei der ersten Galaxy Watch genutzt, ein Nachfolger wäre wünschenswert gewesen. Bei Smartwatches ergeben Benchmarks keinen Sinn, da diese ja eher als „Zusatz“ gelten, nicht als Hauptgerät. Der Prozessor läuft mit Samsungs eigener Tizen-Software aber sehr gut. Ich habe selten irgendwelche Ruckler oder ähnliche Unannehmlichkeiten feststellen können, dies liegt vor allem an der Optimierung seitens des Herstellers. Das ist auch Samsungs riesiger Vorteil im Vergleich zu Wear OS Smartwatches.

Da der Prozessor und die Software wie bei Apple im selben Konzern entwickelt werden, sind Hardware und Software sehr gut abgestimmt. Die Recheneinheit wird unterstützt durch 1 Gigabyte Arbeitsspeicher und 8 GB ROM (4,3 GB sind davon nutzbar). An Konnektivität ist neben Bluetooth 5.0 und WLAN 4 (n) auch NFC für Zahlen über Samsung Pay mit dabei. Während zum Marktstart im August dies noch nicht verfügbar war, ist dies nun mit allen Android Smartphones möglich. Unsere LTE-Version hat durch eine e-SIM (welche meist für zirka 5 Euro pro Monat im Vertrag dazugebucht werden muss) auch den LTE Mobilfunkstandard drauf. Die Uhr beherbergt auch ein Mikrofon und einen Lautsprecher für Telefonate und Spracheingaben und -ausgaben.

Technische Daten im Überblick

Display1,4 Zoll AMOLED, 360 x 360 Pixel, Gorilla Glass DX
ProzessorExynos 9110
RAM/Speicher1 GB RAM/8 GB Speicher (4,3 GB frei)
BetriebssystemTizen OS 5.5, One UI 2.0 Oberfläche
Akku340 mAh (45 mm Version), 247 mAh (41 mm Version)
KonnektivitätBluetooth 5, 2,4GHz WLAN, NFC, GPS, LTE (nur in der LTE-Version)

Samsung Galaxy Watch 3: Software

Auf der Uhr läuft Samsungs Tizen OS 5.5 mit der One UI 2.0 Oberfläche. Diese ist relativ übersichtlich und schnell zu verstehen. Drückt man auf den unteren der beiden Knöpfe auf der Seite, kommt immer zum Startbildschirm, was bei der Galaxy Watch 3 das Ziffernblatt isz. Bedient wird die Uhr über den Touchscreen oder die bereits erwähnte drehbare Lünette. Diese ist aber nicht wie die drehbare Krone bei der Skagen Falter 3 nur in einigen Apps benutzbar, sondern überall. Hier schöpfen Samsung und die Drittanbieter das volle Potenzial aus.

Es macht schon fast süchtig, an dieser Lünette zu drehen, da die Bedienung damit spielerisch leicht ist. Die Software ist in Kreise aufgeteilt, welche schnell eine Aktion ausführen lassen können. Dreht man nach Links werden Benachrichtigungen angezeigt, nach Rechts die Apps. So können zum Beispiel der Fitnessüberblick, Medienkontrollen (Musik, YouTube und weitere) oder das Wetter schnell eingesehen oder verändert werden. Ein Drücken auf den Startknopf startet die App-Übersicht, auch hier kann durch die drehbare Lünette eine App schnell aufgerufen und über eine Toucheingabe gestartet werden. Der Galaxy Store hat zwar nicht so viele Apps wie der Google Play Store, dafür sind die Apps meist besser angepasst. Mir fehlt aber definitiv eine native Fußball-App wie Kicker. Als Google Maps Alternative hat Samsung „HERE WeGo“ zu bieten, in Corona-Zeiten konnte ich diese aber bisher nicht wirklich testen.

Samsung Galaxy Watch 3 Tizen

Auf der Galaxy Watch 3 läuft Samsungs “Tizen OS”. Dies ist einiges schneller, als Wear OS. Bietet dafür weniger Apps. (Bild: TechnikNews)

Benachrichtigungen

Die Benachrichtigungen sind ebenfalls sehr simpel zu verstehen und umfangreich. Bei WhatsApp Nachrichten werden neben der Nachricht auch Bilder angezeigt, sehr hilfreich, um nicht immer auf sein Smartphone schauen zu müssen. Geantwortet kann über eine Diktierfunktion (das klappt so naja), mit einem Emoji oder eine Tastatur qweswn. Hier könnte man jeden Buchstaben einzeln eingeben oder ganz Oldschool mit einer T-9 Tastatur. Was mir gerade bei WhatsApp fehlt, ist die fehlende Integration von Sprachnachrichten. Diese kann man weder abhören, noch verschicken. Die Hardware wäre definitiv da.

Wear OS vs. Tizen

Doch was ist nun der große Unterschied zwischen Wear OS Uhren und Samsung Uhren in puncto Software? Wear OS Uhren haben alle Google-Apps. Ihr könnt also ohne Probleme mit Google Maps navigieren, den Google Kalender nutzen und mit Google Pay bezahlen. Alle diese Apps sind mit Samsung Uhren nicht verfügbar und müssen mit Alternativen ersetzt werden. Eine Maps App gibt es nur von Dritten, der Kalender müsste ebenfalls mit Samsungs Kalender synchronisiert werden und von Google Pay muss man auf Samsung Pay umsteigen. Glücklicherweise ist dies nun mit allen Android Smartphones (in Deutschland) nutzbar. Dafür bietet Samsung in puncto Software eine weitaus bessere Spotify-App – mehr dazu im weiteren Verlauf des Berichts – und eine flüssigere Software.

Telefonieren

Telefonieren klappt entweder über Bluetooth oder per eSim direkt über die Uhr. Wer schon immer wie James Bond mit seiner Uhr sprechen wollte, der wird die Galaxy Watch 3 mögen. Ich habe mit der Uhr in etwa 10 bis 11 Telefonate geführt, aber nur in ruhigen Umgebungen. Durch den aktuellen Lockdown ist es schwierig, diese Funktion in einer vollen Einkaufsstraße zu testen. Zumindest in ruhigen Umgebungen konnten mich meine Gesprächspartner aber verstehen. Es ist aber deutlich zu hören, dass ich über eine Smartwatch telefoniere, das wurde mir von mehren Personen bestätigt. Trotzdem ein sehr hilfreiches Feature.

Apps

Die Galaxy Watch 3 hat insgesamt vier Apps für das Smartphone, zwei von denen werden benutzt. Zuerst: Die Galaxy Wearable App wird benötigt, um die Uhr einzurichten, diese lädt dann das “Galaxy Watch 3 Plugin” herunter. Aber warum? Weil die App für alle Samsung Wearables zuständig ist. Wenn der Nutzer aber nur Kopfhörer oder nur eine Uhr hat, dann wären alle Dateien für alle anderen Produkte unnötig und würden nur viel Speicher nutzen. Samsung nutzt genau aus diesem Grund das nötige Plugin. Das ist aber nur im Hintergrund aktiv und keine eigene App. Für alle Smartphones von anderen Herstellern wird ebenfalls ein weiteres Plugin für die Synchronisation heruntergeladen. Die zweite benutzbare App ist Samsung Health, diese wird ausschließlich für die Fitness-Daten genutzt. Nervig an dieser: Es gibt Werbung.

Musik über Spotify

Für Musik gibt es Spotify oder es können MP3-Dateien übertragen werden. Für Spotify-Kunden ist die App aber ein Traum. Samsung ist der einzige Hersteller, welcher die App nativ auf seinen Wearables umsetzte. Sprich: Ihr könnt auch Musik auf die Uhr herunterladen und damit dann joggen gehen. Entweder ihr lasst die Musik über die Lautsprecher laufen (wozu ich euch nicht rate) oder verbindet Bluetooth Kopfhörer. Genügend Speicher ist mit 4 Gigabyte, welche noch frei bleiben, auf jeden Fall da. Dies sollte für 300 bis 400 Lieder reichen. Mit der LTE-Version und der eSIM können Lieder aber auch gestreamt werden.

Samsung Galaxy Watch 3 Spotify

Auf der Galaxy Watch 3 können über Spotify Lieder auf der Uhr gespeichert werden. Dies ist bei keiner anderen Uhr der Fall. (Bild: TechnikNews)

Fitness

Beim Fitnesstraining setzt Samsung auf seine eigenen Dienste. Auf der Uhr kann zwischen insgesamt 40 Workouts ausgewählt werden, durch die Samsung Health App kommen noch etwa 60 weitere Trainings dazu. Der Vorteil zu Wear OS: Samsung erkennt die „normalen“ Workouts wie Laufen, Spazieren oder Fahrradfahren automatisch. Sobald ihr nämlich 10 Minuten gegangen seid, meldet sich das Gerät mit „Workout erkannt“ und zeigt euch die bereit getrackten 10 Minuten an.

Die Fitnessstudios haben aktuell geschlossen, deswegen habe ich mich auf das Laufen und die Leichtathletik fokussiert. Für das Laufen können von Samsung voreingestellte Laufprofile genutzt werden, über die App können aber auch eigene erstellt werden.

Während des Trainings können optional Callouts gegeben werden. Eine AI-Stimme sagt also: Zu schnell, zu langsa

m, ein bisschen mehr noch. Das schien mir recht nervig, doch motivierte leicht. Vor dem Training können außerdem die Workout Screens festgelegt werden, diese zeigen während des Trainings die erreichten Werte an. Das Workout wird sehr übersichtlich und umfassend zusammengefasst.

Samsung Galaxy Watch 3 Joggen

Beim Joggen kann die Galaxy Watch 3 mit Sportuhren mithalten. (Bild: TechnikNews)

Das Alltagstracking ist ebenfalls übersichtlich und umfangreich. Es werden die täglichen Schritte gezählt, je nach Wunsch der Puls, Stress und Schlaf gemessen und dadurch werden auch die verbrannten Kalorien errechnet.

Samsung Galaxy Watch 3 Gesund

Die Galaxy Watch 3 trackt alle wichtigen Alltagsdaten. Puls, Schritte und weitere gehören da dazu. (Bild: TechnikNews)

Diese Daten werden in der App in verschiedensten Graphen dargestellt. Besonders angetan hat mich das Schlaftracking. Hierbei werden die REM, Leicht- und Tiefschlafphasen verzeichnet. Die Werte sind aber nicht auf die Minute genau verlässlich.

Samsung Galaxy Watch 3 Schlafen

Das Schlaftracking der Galaxy Watch 3 ist sehr ausführlich, Atemübungen sind ebenfalls verfügbar. (Bild: TechnikNews)

EKG und Blutdruckmessung sind bisher nur mit Samsung Smartphones möglich. Ob die Funktionen (wie Samsung Pay) noch auf andere Geräte kommen, ist bisher fraglich.

Akku der Samsung Galaxy Watch 3

Der Akku der Galaxy Watch ist bei der 41-Millimeter-Variante und 45-Millimeter-Variante unterschiedlich. Bei der kleinen Version sind nur 247 mAh Stunden drin, während der Akku der großen Uhr 340 mAh fasst.

In der Praxis kam ich damit auf 2 bis 3 drei Tage Nutzung. Mit viel Spotify-Nutzung waren es meistens zwei Tage, doch in der regulären Nutzung ohne Always-on-Display waren es drei Tage. Für eine vollwertige Smartwatch mit vielen Funktionen ist dies ein guter Wert. Natürlich ist das genauso ausbaufähig, aber bei der  Konkurrenz im Wear OS Bereich (zum Beispiel bei der TicWatch Pro 3) komme ich nur auf zwei Tage. Die Uhr wird über den Qi Wireless Standard aufgeladen.

Das bringt sowohl Vorteile, als auch Nachteile, mit sich. Die Vorteile liegen in der Vielfalt der Lademöglichkeiten. Die Uhr kann damit auf Ladematten, Ladegeräten oder sogar Smartphones mit „Reverse Wireless Charging“, wie den neuesten Samsung Smartphones (ab S10 und Note 10 oder Z-Reihe), geladen werden. Das können Konkurrenz-Produkte nicht, diese werden meist über eigene Lade-Pins mit Strom versorgt..

Der Nachteil ist die Ladezeit. In der Praxis braucht die Galaxy Watch 3 um die 2 Stunden und 10 Minuten von 0 bis 100 Prozent. „Mal kurz beim Frühstücken laden“ ist also nicht drinnen. Hier muss Samsung definitiv noch weiter entwickeln, durch Schnelladen wäre eine Akkulaufzeit von 3 Tagen nicht mehr so schlimm. Zum Vergleich: Die TicWatch Pro 3 braucht auch zwei Stunden zum Laden, doch hat einen 595 mAh großen Akku. Der Akku ist also um 255 mAh größer und lädt um 10 Minuten schneller.

Samsung Galaxy Watch 3 Akku

Der Akku der Galaxy Watch 3 (45 mm) ist besser als bei der Mobvoi TicWatch Pro 3. (Bild: TechnikNews)

Samsung Galaxy Watch 3 Fazit

Die Galaxy Watch 3 ist meiner Meinung nach die beste Android-Smartwatch auf dem Markt. Dies liegt aber auch an meiner Priorisierung. Ich nutze Spotify und privat ein Samsung-Smartphone. Für mich ergibt die Uhr also mehr Sinn, als (zumindest aktuell) eine Wear OS Wearable. Sie bietet ein sehr schönes Display, läuft flüssig und bietet Flaggschiff-Hardware. Die Software ist einfach zu verstehen und mit Spotify, das auch offline funktioniert, bietet sie ein Alleinstellungsmerkmal. Die Fitnessfunktionen können mit der Konkurrenz von Google mithalten und der Akku läuft (zumindest in der 45 mm Variante) besser.

Wer kein Samsung Smartphone hat und vor allem ein Google Nutzer ist, der wird mit der TicWatch Pro 3 (die aktuell beste Wear OS Smartwatch) auch zufrieden werden. Wer mehr in Richtung „Fitness“ schaut und wegen der Akkulaufzeit bedenken schaut, der kann sich die Fitbit Sense anschauen, die mein Kollege David getestet hat.

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Nils Ahrensmeier

Nils ist sehr interessiert in Mobile-Geräte wie Smartphones, Wearables und Kopfhörer. Er schreibt seit 2019 auf TechnikNews - vor allem News und Testberichte. In seiner Freizeit spielt er Schlagzeug und Klavier oder geht seinem Hobby, der Leichtathletik, nach.

Nils hat bereits 150 Artikel geschrieben und 17 Kommentare verfasst.

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