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VanMoof X3 im Test: Besser als ein herkömmliches Fahrrad?

VanMoof X3 Beitragsbild
Bild: TechnikNews
(Beitragsbild: © 2022 TechnikNews)

Heutzutage ist alles smart, von der Uhr bis hin zur Türklingel. Das bemerkte auch VanMoof, ein Fahrradhersteller aus den Niederlanden. Ich konnte mir ein Produkt des Herstellers, das VanMoof X3, genauer anschauen.

Das VanMoof X3 will ein Fahrrad sein, das sofort einsatzbereit ist und Spaß und Freude beim Fahren bereitet. Außerdem will es dem Nutzer mit einigen technischen Hilfsmitteln und smarten Features unter die Arme greifen, ohne dass dieser dadurch überfordert wird. Ob das gelingt, werden wir in diesem Testbericht einmal genauer untersuchen.

Unboxing und Ersteinrichtung

Das X3 kommt in einer relativ großen, gelben Box. Daher empfiehlt es sich auch, bei der Zustellung zu Hause zu sein, da die Abholung bei einer Paketstation mit dem Auto und einem Fahrradträger sehr mühselig ist – ich spreche aus Erfahrung. In der Verpackung haben wir einmal den Rahmen des Bikes, das Vorderrad, eine Toolbox mit Werkzeugen und Zubehör und das Ladegerät.

VanMoof X3 Toolbox

Die Toolbox kommt mit einer Menge an hilfreichen Werkzeugen und praktischem Zubehör. (Bild: TechnikNews)

Ich erhielt zwar schon ein zusammengebautes Modell, allerdings scheint die Inbetriebnahme mithilfe der beigelegten Anleitung auch nicht allzu schwierig zu sein. Im Grunde muss nur der Lenker festgeschraubt werden, das Vorderrad eingesetzt und das Motorkabel verbunden werden. Ist das erledigt, sind nur mehr die Pedale festzuschrauben. Und sollte man mit der Anleitung doch nicht zurechtkommen, findet man auch noch diverse YouTube-Videos zur Montage. Nach dem Aufbau kann man noch den Sattel verstellen, wofür mehrere Schrauben am Sattel selbst und im Rahmen versteckt sind. Nach circa 10 Minuten sollte man mit dem handwerklichen Teil des Setups fertig sein.

Nun folgt die Einrichtung in der VanMoof-App. Um damit beginnen zu können, muss ein Konto angelegt werden, mit dem das Fahrrad verknüpft wird. Danach ist der Transportmodus zu entfernen, was durch langes Drücken der Taste neben dem Ladeanschluss funktioniert. Es ertönt ein Signal, wenn dieser Vorgang erfolgreich abgeschlossen ist. Im Anschluss ist der QR-Code, welcher sich auf der Anleitung befindet, zu scannen. Nachdem dieser Schritt abgehackt ist, lässt sich das VanMoof X3 über die App entsperren.

Optional kann man jetzt noch die Ortung mit „Wo ist?“ am iPhone aktivieren. Eine entsprechende Schaltfläche dazu findet man auf der Startseite oder in den Fahrrad-Einstellungen der App. Drückt man diese, startet sich der Einrichtungsprozess in der „Wo ist?“-App. Dann muss nur mehr ein Name eingegeben und ein Emoji ausgesucht werden, dann kann man das X3 gewissermaßen wie einen AirTag lokalisieren.

Design

Das VanMoof X3 sieht sehr futuristisch aus und zog einige Male den Blick von anderen auf sich. Dennoch wurde alles sehr simpel gehalten, so gibt es beispielsweise nur zwei Funktionsknöpfe am Lenker, welche ich später noch genauer erkläre. Das VanMoof ist in „Dark“ und „Light“ erhältlich, wobei es sich bei „Light“ um einen Blauton handelt. Mir sagt die Farbe sehr zu. Andere, denen ich das Fahrrad präsentierte, hätten das Schwarz bevorzugt.

Im Gegensatz zum VanMoof S3 ist das X3 auch für kleinere Personen geeignet. Der Hersteller gibt an, dass eine Mindestkörpergröße von 155 Zentimetern erforderlich ist, während es beim S3 170 Zentimeter sind. Die Reifen des X3 haben eine Diagonale von 24 Zoll, beim S3 sind es 28 Zoll. Trotz der Größenunterschiede bieten beide Modelle dieselben Spezifikationen und Funktionen zum selben Preis – großer Pluspunkt an dieser Stelle.

Vorne und hinten ist jeweils ein Licht im Rahmen integriert. Beide haben eine Lichtstärke von 40 Lux und sind somit merkbar heller als viele separat erhältliche Lichter. Ich hatte damit auf jeden Fall nie das Gefühl, schlecht gesehen zu werden. Entweder sind die Lichter dauerhaft aktiviert oder deaktiviert oder sie schalten sich automatisch aufgrund des Umgebungslichtes ein. Die automatische Erkennung reagierte bei mir immer genau richtig. So gingen die Leuchten bei einer Abkürzung durch die Garage des Grazer Cityparks sofort ein und beim Verlassen umgehend wieder aus. Man kann die Lichter natürlich auch immer eingeschaltet lassen, was aber stark an der Akkulaufzeit zieht.

VanMoof X3 Licht

Bild: TechnikNews

Hinten links haben wir das sogenannte Kick-Lock. Man muss dieses nur mit dem Fuß hineindrücken und schon ist das X3 abgesperrt. Dann hat man mehrere Möglichkeiten, um dieses wieder zu entsperren. Entweder man betätigt den Knopf mit dem Schloss in der App oder man verwendet Touch-Unlock, was manuell in der App einzustellen ist. Ist diese Funktion einmal konfiguriert, genügt es, den linken Knopf am Lenker zu drücken, um das Rad freizugeben. Voraussetzung dafür ist, dass sich das Smartphone in der Nähe befindet. Ist das einmal nicht der Fall, muss man einen zuvor festgelegten, dreistelligen Code direkt am X3 eingeben. Auch das geht durch Drücken der Taste auf der linken Seite des Lenkers – ist die erste Stelle des Codes eine Drei, so drückt man dreimal. Nach einer kurzen Wartezeit kann die nächste Ziffer eingetippt werden. Beim ersten Mal kann das etwas schwierig sein, doch man gewöhnt sich dann schnell an den Mechanismus.

VanMoof X3 Kick-Lock

Dank des Kick-Locks ist der Kauf eines Schlosses nicht mehr notwendig. (Bild: TechnikNews)

Der Ladeanschluss ist auf der Unterseite der Querstange anzufinden. Das dazugehörige Ladekabel samt dem Netzteil ist relativ sperrig, wobei man auch dazusagen muss, dass es wahrscheinlich nicht kleiner gegangen wäre. Plant man das Rad also beispielsweise einmal in den Urlaub mitzunehmen, muss man darauf eingestellt sein, dass auch das Ladegerät einiges an Platz in einer Tasche wegnimmt. Apropos Transport: Das Gewicht des Bikes beträgt 20,8 Kilogramm. Ein viel größerer Kritikpunkt ist allerdings, dass der Akku zum Aufladen nicht ausgebaut werden kann. Für mich war das kein Problem, da wir direkt bei unserem Pavillon eine Steckdose haben. Lebt man aber in einer Wohnung, sieht die Sache schon anders aus – dann kann man das X3 zum Laden immer in die eigenen vier Wände mitnehmen. Das wird noch einmal unangenehmer, wenn das Haus keinen Lift hat. Alternativ dazu kann man auch die Powerbank von VanMoof kaufen, welche allerdings noch einmal 348 Euro kostet.

Auf der Oberseite der Querstange wurde eine Status-Anzeige in Form eines Matrix-Displays verbaut. Diese zeigt etwa die Geschwindigkeit, den Akkustand und die Stufe der Motorunterstützung, wenn diese verändert wird, an. Auch kommt ein Totenkopf zum Vorschein, der noch dazu von einem Alarmton begleitet wird, wenn die Alarmanlage ausgelöst wird. Das passiert dann, wenn man das X3 im gesperrten Zustand bewegt oder berührt – sehr zur Belustigung meines achtjährigen Stiefneffen und sehr zum Schreck meiner Freundin.

VanMoof X3 Display

Hüte Dich vor dem VanMoof! (Bild: TechnikNews)

Der Lenker hat lediglich zwei Knöpfe. Der linke ist für die Klingel, zum Entsperren und zum Zurückschalten da. Für die Klingel lässt sich einer von drei integrierten Sounds einstellen. Für mein Empfinden könnte diese aber ein wenig leiser sein – direkt neben zu warnenden Personen wollte ich sie nie auslösen. Mit der rechten Taste lässt sich der Boost-Modus aktivieren und die Motorunterstützung sowie der Gang ändern.

Vorne gibt es noch eine Vorrichtung zum Anbringen eines Gepäckträgers, wobei VanMoof selbst einen verkauft. Durch die flexible Befestigungsmethode mit den Schnüren kann man aber auch gut eine Einkaufstasche darauf transportieren.

Fahrerlebnis

Das VanMoof X3 ist ein E-Bike. Der verbaute Motor unterstützt einen allerdings nur beim Fahren, in die Pedale treten muss man dennoch. Tut man dies nicht, bleibt man selbst bei aktiviertem Boost-Modus einmal stehen.

Dieser Boost-Modus erlaubt es, auf bis zu 25 Kilometer pro Stunde in Windeseile (in der Ebene und bei leichter Steigung) zu beschleunigen. Man sollte diesen auf jeden Fall einmal in einer sicheren Umgebung ausprobieren, bevor man ihn im Straßenverkehr anwendet, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Er ist aber auf jeden Fall so dezent, dass es den Fahrer nicht vom Sattel haut, wie manch andere Testberichte vermuten lassen. Und wo ist das praktisch? Mir half das Feature zum Beispiel nicht nur einmal, um in Situationen, wo die Gegenverkehrsregel gilt, schnell davonzukommen. Ansonsten hilft der Boost auch wenn man leicht bremsen muss und dann wieder schnell in Fahrt kommen möchte. Natürlich unterstützt er ebenfalls beim bergauf Fahren, auch wenn man da natürlich nicht auf die vollen 25 Kilometer pro Stunde kommt. Hier wäre es noch praktisch, wenn man den Knopf nicht dauerhaft gedrückt halten müsste. Selbstverständlich gilt es zu bedenken, dass der Akku bei häufiger Verwendung schneller zur Neige geht.

VanMoof X3 Fahrerlebnis

Bild: TechnikNews

Parallel dazu gibt es die bereits angesprochene Motorunterstützung. Diese ist vierstufig regelbar und lässt sich auf Wunsch komplett deaktivieren. Auch diese steht einem beim Beschleunigen bei, wenn auch nicht so sehr wie der zuvor erklärte Boost. Das Ganze macht sich so bemerkbar, dass man selbst bei leichtem Treten kontinuierlich schneller wird. Diese Funktion ist jetzt in den wärmeren Jahreszeiten besonders praktisch, da man dadurch nicht so verschwitzt am Ziel ankommt.

Gut gefielen mir auch die Bremsen. Diese reagieren angenehm sanft und trotzdem kommt man zügig zum Stillstand. Es wird also selbst bei einer starken Bremsung nicht unangenehm für den Nutzer.

Als Schaltung ist ein E-Shifter mit drei Gängen integriert. In der App lässt sich mit vier verschiedenen Modi festlegen, wie dieser agiert. Diese heißen „Flach“, „Hügelig“, „manuell“ und „personalisiert“, wobei sich da der Gang auf Basis von selbst festgelegten Geschwindigkeiten ändert. Die beiden automatischen Einstellungen sind sehr praktisch, dafür wirkt das Schalten hier gelegentlich ruckartig. Die manuelle Gangschaltung ist dagegen sehr gewöhnungsbedürftig. Sie ist besonders beim Zurückschalten sehr schwierig zu betätigen, da man hier den linken Knopf am Lenker gedrückt halten und den rechten Knopf doppelt drücken muss. Zudem kann es unangenehm sein, wenn man die vorgeschlagenen Geschwindigkeitslimits nicht so genau trifft.

Ansonsten kann ich an dieser Stelle nur sagen, dass sich das X3 wie jedes andere Fahrrad auch fährt. Man kommt zügig von A nach B und gerade im Stadtverkehr bekommt man damit das Gefühl, leichter mithalten zu können.

Für mich persönlich war das Fahren eines E-Bikes besonders in der Stadt zu Beginn ein wenig eigenartig. Das Überholen ist nämlich je nach Situation schwierig, außerdem ist die Motorunterstützung besonders dann störend, wenn man langsam hinter wem her fährt oder langsam an Menschen in der Innenstadt vorbeifährt. Ja, man kann das Level der Unterstützung auch während der Fahrt ändern, doch auch das ist ähnlich wie das manuelle Schalten leicht umständlich.

Akkulaufzeit

Laut VanMoof kommt man mit dem X3 60 Kilometer bis 150 Kilometer weit, bevor das Rad wieder geladen werden muss. Die genaue Distanz hängt von der Verwendung des Boost-Modus, der Steigung, der Stufe der Motorunterstützung und der Lichteinstellung ab.

Um die Akkulaufzeit auf die Probe zu stellen, fuhr ich eine 12,5 Kilometer lange Teststrecke ab. Diese verlief zu gleichen Teilen eben in der Stadt, recht steil bergauf und danach wieder talwärts. Während dieser Fahrt ging der Akkustand um 21 Prozent zurück. Rechnet man das hoch, kommt man nicht ganz auf das Versprechen des Herstellers. Dementsprechend würde ich das VanMoof X3 nicht für längere Bergtouren verwenden, da damit sonst schneller Schluss ist, als einem lieb ist.

VanMoof-App

Die VanMoof-App benötigt man zur Einrichtung, zum Entsperren und für diverse weitere Einstellungen. Sie ist kostenlos im App Store für iOS und im Play Store für Android erhältlich.

Sie überzeugt besonders mit ihrem simplen Aufbau, welcher in drei Tabs unterteilt ist. Als Erstes haben wir die Startseite, die den letzten bekannten Standort des Fahrrads zeigt und über die sich das Bike entsperren lässt. Im nächsten Tab werden alle Fahrten protokolliert. Man kann dort die Distanz, die Geschwindigkeit, den Akkuverbrauch und die Anzahl der Stopps pro Fahrt einsehen. Für ein genaues Protokoll der Strecke kommt man allerdings nicht um das Aufzeichnen mit einem Fitnesstracker oder einer zusätzlichen App herum. Zum Schluss haben wir die sogenannte Garage, über die man ein neues Bike hinzufügt und alle Einstellungen, wie etwa zum Licht oder zur Sperre, vornimmt. Außerdem hat man darüber die Möglichkeit, sein Rad mit anderen zu teilen, sodass diese es auch entsperren können, und „Wo ist?“ im Nachhinein einzurichten.

Preise und Verfügbarkeit

Das VanMoof X3 kauft ihr am besten über den Online-Store von VanMoof. Dort kostet es derzeit 2348 Euro.

VanMoof X3: Fazit

Am meisten überzeugte mich beim VanMoof X3, dass vieles dem Plug-And-Play-Prinzip folgt. Sobald einige Teile verbunden sind, kann man nämlich sofort losfahren. Dinge wie ein Fahrradschloss, eine Klingel oder Lichter benötigt man nicht mehr. VanMoof trifft in meinen Augen den Puls der Zeit mit dem modernen Design und den smarten Features sehr gut.

VanMoof X3

Bild: TechnikNews

Und auch sonst ist es einfach nur ein gutes Fahrrad, mit dem man gerne herumfährt und welches sehr zugänglich ist. Es bietet gute Unterstützungen, zudem sollte für jeden dank des größeren VanMoof S3 eine passende Größe dabei sein. Abgerundet wird das Erlebnis damit, dass die Einrichtung so einfach ist, dass man kein Experte sein muss.

So gut das X3 auch sein mag, einige Kritikpunkte habe ich dennoch. Das Aufladen könnte VanMoof auf jeden Fall noch einmal überdenken, auch der E-Shifter könnte noch etwas überarbeitet werden. Dann würde ich mir wünschen, dass das Fahrtenprotokoll in Zukunft noch mehr Informationen beherbergt.

Ich bin daher auch schon sehr gespannt, wie sich die beiden bereits erhältlichen Nachfolger fahren. Ein Test zu diesen wird in naher Zukunft hier auf TechnikNews folgen!

Wir bedanken uns für die Bereitstellung des VanMoof X3!

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David Haydl

David wohnt in Graz und ist bereits rund ein halbes Jahrzehnt bei TechnikNews, seit einiger Zeit auch Chefredakteur. Er versorgt die Seite regelmäßig mit News, Testberichten und dem TechnikNews Weekly, dessen Einführung seine Idee war. Seine Freizeit verbringt er gerne im Freien, er hört dabei viel (und eindeutig zu laut) Musik und einige Podcasts zu allen möglichen Themen und geht auch gerne Laufen. Die Zeit, die dann noch übrig bleibt, genießt er mit seiner bezaubernden Freundin oder vor der laufenden Glotze.

David hat bereits 1117 Artikel geschrieben und 104 Kommentare verfasst.

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